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Ist Deutschland wirklich so progressiv Einkommensumverteilung im europäischen Vergleich

Peichl, Andreas | Pestel, Nico | Siegloch, Sebastian

Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Vol. 82 (2013), Iss. 1: pp. 111–127

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Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), Bonn.

  • Andreas Peichl, Dr., ist seit 2008 Senior Research Associate am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn und stellvertretender Programmdirektor für den Forschungsbereich “Zukunft der Arbeit“. Von 1999–2004 studierte er BWL und VWL an der Philipps-Universität Marburg und der Universität zu Köln. Von 2005–2008 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstitut (FiFo) und am Lehrstuhl von Prof. Dr. Clemens Fuest an der Universität zu Köln. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist an der Schnittstelle zwischen empirischer Wirtschaftsforschung und praktischer Politikberatung angesiedelt. Seine Forschungsschwerpunkte sind empirische Finanzwissenschaft und Arbeitsmarktökonomik.
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Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), Bonn.

  • Nico Pestel, Dr., ist Research Associate am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn und stellvertretender Programmdirektor für den Forschungsbereich “Umwelt und Beschäftigung“. Er wurde im Januar 2013 an der Universität zu Köln promoviert. Zuvor hat er dort Volkwirtschaftslehre und Politikwissenschaften studiert und sein Studium 2009 als Diplom-Volkswirt abgeschlossen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Arbeitsmarktökonomik sowie der empirischen Finanzwissenschaft. Insbesondere interessiert er sich für den Zusammenhang zwischen demografischem und sozialem Wandel sowie ökonomischer Ungleichheit.
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Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA), Bonn.

  • Sebastian Siegloch hat 2007 seine Ausbildung an der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft abgeschlossen. Zusätzlich studierte er von 2004 bis 2009 Volkwirtschaftslehre und Politikwissenschaften an der Universität zu Köln und an Sciences Po Paris. Seit Oktober 2009 promoviert er an der Universität zu Köln und forscht als Research Associate am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn im Bereich “Evaluation arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen“. Seine Forschungsschwerpunkte sind empirische Finanzwissenschaften und Arbeitsmarktforschung sowie angewandte Ökonometrie.
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Cited By

  1. Wie wirken Steuern auf die Einkommens- und Vermögensverteilung?

    Kroh, Tanja

    Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, Vol. 65 (2016), Iss. 1 P.022

    https://doi.org/10.1515/zfwp-2016-0007 [Citations: 0]
  2. Die Schere öffnet sich

    Haupt, Andreas

    Nollmann, Gerd

    KZfSS Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Vol. 69 (2017), Iss. 3 P.375

    https://doi.org/10.1007/s11577-017-0482-x [Citations: 3]

Abstract

Deutschland wird im europäischen Vergleich häufig ein überdurchschnittlich progressives Steuersystem attestiert. Die einzigartige, mehrstufige Progressionsformel der Einkommensteuer trägt ohne Zweifel zu dieser Sichtweise bei. Um ein umfassendes Bild der Progressivität eines Gesamtsystems zu bekommen, müssen jedoch andere Steuer- und Abgabenarten, wie indirekte Steuern und Sozialversicherungsabgaben, mit einbezogen werden. Im vorliegenden Beitrag wird die Gesamtprogressivität des deutschen Steuer-, Abgaben- und Transfersystems quantifiziert und im europäischen Kontext verglichen. Darüber hinaus werden die vom Steuersystem ausgehenden Umverteilungswirkungen analysiert. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Progressivität Deutschlands im europäischen Vergleich insgesamt eher im mittleren Bereich anzusiedeln ist. Selbst der Einkommensteuer kann nur eine mittlere Progressivität, dafür aber eine relativ hohe Umverteilungswirkung bescheinigt werden. Diese wird allerdings durch die stark regressiv wirkenden Sozialversicherungsbeiträge und die indirekten Steuern reduziert.

Summary

The German tax system is usually considered as one of the most progressive ones in Europe, especially due to its unique mathematical formula of continuously increasing marginal tax rates in the personal income tax. However, other taxes such as indirect or payroll taxes need to be considered as well when assessing the progressivity of the overall system. This paper takes such a comprehensive approach and puts the overall progressivity of the German tax system and the resulting redistributive effects in a European context. Our results show that the progressivity of the German system is rather average compared to other EU countries. The high redistributive power of the personal income tax is compensated by regressive social insurance contributions and indirect taxes.

JEL Classification: D31, H24