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Lang, A (2021). Das „Kooperationsverhältnis“ zwischen Bundesverfassungsgericht und Europäischem Gerichtshof nach dem PSPP-Urteil. Der Staat, 60(1), 99-131. https://doi.org/10.3790/staa.60.1.99
Lang, Andrej (2021). "Das „Kooperationsverhältnis“ zwischen Bundesverfassungsgericht und Europäischem Gerichtshof nach dem PSPP-Urteil" Der Staat, vol. 60no. 1, 2021 pp. 99-131. https://doi.org/10.3790/staa.60.1.99
Lang, A (2021). Das „Kooperationsverhältnis“ zwischen Bundesverfassungsgericht und Europäischem Gerichtshof nach dem PSPP-Urteil. Der Staat, Vol. 60 (Issue 1), pp 99-131. https://doi.org/10.3790/staa.60.1.99

Format

Das „Kooperationsverhältnis“ zwischen Bundesverfassungsgericht und Europäischem Gerichtshof nach dem PSPP-Urteil

Zur Zukunftsfähigkeit des Europäischen Verfassungsgerichtsnetzwerks

Lang, Andrej

Der Staat, Vol. 60 (2021), Iss. 1 : pp. 99–131

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Dr. Andrej Lang, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Juristische und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europarecht und Internationales Wirtschaftsrecht (Prof. Dr. Tietje), Universitätsplatz 5, Juridicum, 0609

Abstract

Der Beitrag diskutiert die Konsequenzen des PSPP-Urteils für das Kooperationsverhältnis zwischen dem BVerfG und dem EuGH. Dabei wird für eine nüchternere Perspektive statt martialischer Zuspitzungen und gegen einseitige Schuldzuweisungen plädiert. Vielmehr sind wechselseitige Kooperation und Konfrontation in der netzwerkartigen Struktur der Gerichtsbeziehung angelegt. Deshalb markiert das Urteil zwar eine Krise, aber noch nicht das Ende des „Kooperationsverhältnisses“. Die Vorstellung, der Gerichtskonflikt lasse sich nur durch Dritte lösen, sei es in Form eines Vertragsverletzungsverfahrens, sei es durch eine spezielle Gerichtskammer für Kompetenzkonflikte, unterschätzt die fein ausbalancierte Funktionsweise des Gerichtsdialogs und birgt ein bedenkliches Eskalationspotenzial. Der Impuls, die Wiederherstellung der europäischen Rechtseinheit trotz grundlegendem Dissens rechtlich zu erzwingen, kann den Gerichtskonflikt auch eskalieren und eine Lösung zusätzlich erschweren.

The article analyzes the consequences of the PSPP ruling for the cooperative relationship between the German Constitutional Court and the European Court of Justice. It argues for a sober perspective instead of martial exaggerations and against apportioning one-sided blame. Rather, reciprocal cooperation and confrontation are inherent in the network structure of the judicial relationship. Although the ruling creates a crisis, it does not yet mark the end of the “cooperative relationship”. The idea that the judicial conflict can only be resolved by third parties, whether in the form of infringement proceedings or by a Mixed Grand Chamber for the delimitation of EU competences, underestimates the delicately balanced functioning of the judicial dialogue and harbors a worrying potential for escalation. The impulse to legally enforce the restoration of European legal unity despite fundamental dissent may end up escalating the judicial conflict and making a solution even more difficult.

Table of Contents

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Andrej Lang: Das „Kooperationsverhältnis“ zwischen Bundesverfassungsgericht und Europäischem Gerichtshof nach dem PSPP-Urteil – Zur Zukunftsfähigkeit des Europäischen Verfassungsgerichtsnetzwerks 99
Zur Zukunftsfähigkeit des Europäischen Verfassungsgerichtsnetzwerks 99
I. Einleitung 99
II. Konzeptionen des „Kooperationsverhältnisses” 101
1. Das „Kooperationsverhältnis” in der Rechtsprechung des BVerfG und des EuGH 101
2. Kritik in der rechtswissenschaftlichen Literatur: Das „Kooperationsverhältnis” als Maskerade für eine unkooperative Rechtsprechung 104
3. Eigene Konzeption: Das „Kooperationsverhältnis” als Wesenszug einer rechtsordnungsübergreifenden richterlichen Netzwerkbeziehung 106
III. Einordnung des PSPP-Urteils: Beendigung, Entfaltung oder Krise des „Kooperationsverhältnisses”? 99
1. Ultra-vires-Feststellung als Aufkündigung des „Kooperationsverhältnisses”? 99
2. Die Ultra-vires-Kontrolle als strukturelle Belastung des „Kooperationsverhältnisses” 99
3. Das Kriterium der Offensichtlichkeit als dogmatische Fehlbildung 99
IV. Die Zukunft des „Kooperationsverhältnisses” 100
1. Konfliktlösung durch Dritte? 100
a) Ein Vertragsverletzungsverfahren 100
b) Eine Gerichtsreform 100
2. Konfliktlösung durch Gerichtskooperation 100
V. Fazit 101