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Bäcker, C (2021). Verfassungsanalogien – Das Bundesverfassungsgericht an der Grenze der Verfassungsinterpretation. Der Staat, 60(1), 7-41. https://doi.org/10.3790/staa.60.1.7
Bäcker, Carsten (2021). "Verfassungsanalogien – Das Bundesverfassungsgericht an der Grenze der Verfassungsinterpretation" Der Staat, vol. 60no. 1, 2021 pp. 7-41. https://doi.org/10.3790/staa.60.1.7
Bäcker, C (2021). Verfassungsanalogien – Das Bundesverfassungsgericht an der Grenze der Verfassungsinterpretation. Der Staat, Vol. 60 (Issue 1), pp 7-41. https://doi.org/10.3790/staa.60.1.7

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Verfassungsanalogien – Das Bundesverfassungsgericht an der Grenze der Verfassungsinterpretation

Bäcker, Carsten

Der Staat, Vol. 60 (2021), Iss. 1 : pp. 7–41

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Prof. Dr. Carsten Bäcker, Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Verfassungstheorie und Rechtsphilosophie, Universitätsstraße 30, 95447 Bayreuth.

Abstract

Analogien sind methodologisch hoch umstritten; sie bewegen sich an der Grenze der Gesetzesinterpretation. Dem methodologischen Streit um die Analogien unterliegt die Frage nach den Grenzen der Gesetzesinterpretation. In der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts finden sich eine Reihe von Verfassungsanalogien. Diese Analogien zum Verfassungsgesetz werden zwar nur selten ausdrücklich als solche bezeichnet, sie finden sich aber in einer Vielzahl von dogmatischen Konstruktionen in der Rechtsprechung – wie etwa der Erweiterung des Grundrechtsschutzes für Deutsche auf EU-Bürger oder der Annahme von Gesetzgebungskompetenzen des Bundes als Annex zu dessen geschriebenen Kompetenzen. Die Existenz derartiger Analogien zum Verfassungsgesetz verlangt nach Antworten auf die Fragen nach den Grenzen der Kompetenz zur Verfassungsinterpretation. Der Beitrag spürt diesen Grenzen nach – und schließt mit der Aufforderung an das Bundesverfassungsgericht, die Annahme von Verfassungsanalogien zu explizieren und die sich darin spiegelnden Annahmen über die Grenzen der Kompetenz zur Verfassungsinterpretation zu reflektieren.

Constitutional analogies. The Federal Constitutional Court at the limit of constitutional interpretation

From a methodological point of view, the use of analogies in legal argument is highly controversial, for they reach to the limits of statutory interpretation. Underlying the methodological dispute over analogies is the question of what the limits of statutory interpretation are or ought to be. A number of analogies from constitutional law can be found in the case law of the Federal Constitutional Court. Although these analogies to constitutional law are rarely explicitly designated as such, in the case law they can be found in a variety of dogmatic constructions – for example, in the extension of Germans’ fundamental rights protection to EU citizens, or the assumption of legislative powers of the federal state as an appendix to its written powers. The existence of such analogies to constitutional law calls for answers to the question of the limits of the power to interpret the Constitution. It is the aim of this article to trace these limits, and in its conclusion it calls on the Federal Constitutional Court to explicate the adoption of analogies in constitutional law and to reflect on the assumptions found therein – respecting the limits of the power to interpret the Constitution.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Carsten Bäcker: Verfassungsanalogien. Das Bundesverfassungsgericht an der Grenze der Verfassungsinterpretation 7
A. Zum Begriff der Analogie 8
B. Verfassungsanalogien in der Rechtsprechung des BVerfG 13
I. Ausdrückliche Verfassungsanalogien 13
1. Art. 93 GG: Karlsruhe und die Ausdehnung der prozessualen Zuständigkeit 13
2. Art. 5 Abs. 3 GG: Mephisto und die Schranken der Kunstfreiheit 15
3. Art. 137 Abs. 1 GG: Bund, Länder, Gemeinden – und Kreise 7
4. Art. 137 Abs. 1 GG: Staat, Kirche, und die Einschränkung des Demokratieprinzips 7
II. Verdeckte Verfassungsanalogien 7
1. Deutschengrundrechte: Deutscher im Sinne der EU 7
2. Art. 3 Abs. 1 GG: Sexuelle Orientierung und Rechtfertigungsanforderungen 7
3. Art. 70ff. GG: Gesetzgebungskompetenzen und die Natur der Sache 7
III. Verfassungsanalogien existieren 7
C. Zur Zulässigkeit der Verfassungsanalogie 7
I. Zur Zulässigkeit der Analogie im einfachen Recht 7
1. Explikationen zur Zulässigkeit der Analogie 7
2. Zulässigkeit und Begründetheit von Analogien 7
3. Zwei Formen der Analogie 8
4. Echte und unechte Analogien 8
5. Analogien im Verfassungsrecht 8
II. Analogien zum Verfassungsrecht 9
D. Vom Erhellen der eigenen Methodologie 9