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Zentrale Prüfungen als “Währung“ des Bildungssystems: Zur Komplementarität von Schulautonomie und Zentralprüfungen

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Wößmann, L. Zentrale Prüfungen als “Währung“ des Bildungssystems: Zur Komplementarität von Schulautonomie und Zentralprüfungen. Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, 72(2), 220-237. https://doi.org/10.3790/vjh.72.2.220
Wößmann, Ludger "Zentrale Prüfungen als “Währung“ des Bildungssystems: Zur Komplementarität von Schulautonomie und Zentralprüfungen" Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung 72.2, , 220-237. https://doi.org/10.3790/vjh.72.2.220
Wößmann, Ludger: Zentrale Prüfungen als “Währung“ des Bildungssystems: Zur Komplementarität von Schulautonomie und Zentralprüfungen, in: Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, vol. 72, iss. 2, 220-237, [online] https://doi.org/10.3790/vjh.72.2.220

Format

Zentrale Prüfungen als “Währung“ des Bildungssystems: Zur Komplementarität von Schulautonomie und Zentralprüfungen

Wößmann, Ludger

Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Vol. 72 (2003), Iss. 2 : pp. 220–237

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1CESifo München, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, Poschingerstr. 5, 81679 München.

Cited By

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Abstract

So wie die Währung im Wirtschaftssystem die Funktion eines “Wertmaßstabes“ innehat, können einheitliche Leistungsüberprüfungen im Schulsystem als Bewertungsmaßstab fungieren, der zur Überwindung von Informationsasymmetrien beiträgt und opportunistisches Verhalten dezentraler Entscheidungsträger verhindert. Damit werden Zentralprüfungen zur Voraussetzung dafür, dass dezentral organisierte Schulsysteme zu hohen Schülerleistungen führen können. Diese Komplementarität zwischen Zentralprüfungen und Schulautonomie wird zunächst in einem Prinzipal-Agenten-Ansatz der Bildungsproduktion theoretisch abgebildet und dann anhand der internationalen TIMSS-Schülerleistungsvergleichsstudien empirisch getestet. Die mikroökonometrischen Schätzungen weisen in einem ersten Schritt starke positive Leistungseffekte zentraler Prüfungen nach. In einem zweiten Schritt werden Interaktionseffekte zwischen Zentralprüfungen und Schulautonomie zugelassen. Dabei zeigt sich, dass sich Schulautonomie in Schulsystemen ohne Zentralprüfungen vielfach negativ auf Schülerleistungen auswirkt. In Schulsystemen mit Zentralprüfungen werden diese negativen Autonomieeffekte zumeist vollständig abgebaut, und im Fall der Schulautonomie über Lehrergehälter kehren sie sich in stark positive Effekte um. Eine effiziente Bildungspolitik sollte also Zentralprüfungen mit Schulautonomie verbinden, d. h. Standards extern vorgeben und überprüfen, aber den Schulen die Art ihres Erreichens überlassen.

Abstract

Just as currencies serve as unit of value in economic systems, central exams can serve as measures of value in school systems, thereby mitigating informational asymmetries and preventing opportunistic behavior in decentralized decision-making. Central exams are thus a prerequisite for decentralized school systems to achieve high student performance. I first sketch out this complementarity between central exams and school autonomy in a principal-agent model of educational production and then test it empirically using the TIMSS international student achievement tests. In a first step, the microeconometric estimations reveal large positive effects of central exams on student performance. In a second step, I allow for interaction effects between central exams and school autonomy. In school systems without central exams, school autonomy often exerts a negative impact on student performance. Central exams remove these negative effects of autonomy, and turn them around into positive effects in the case of school autonomy in salary decisions. Efficient education policies would thus combine central exams with school autonomy, externally setting and testing standards but leaving it to schools how to pursue them.