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Köhler-Geib, FZimmermann, V (2021). Die Auswirkungen der Coronapandemie auf die finanzielle Lage unterschiedlicher Gruppen von mittelständischen Unternehmen und deren Folgen für den Kreditzugang. Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, 90(2), 31-48. https://doi.org/10.3790/vjh.90.2.31
Köhler-Geib, Fritzi Zimmermann, VolkerKöhler-Geib, Fritzi Zimmermann, Volker (2021). "Die Auswirkungen der Coronapandemie auf die finanzielle Lage unterschiedlicher Gruppen von mittelständischen Unternehmen und deren Folgen für den Kreditzugang" Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, vol. 90no. 2, 2021 pp. 31-48. https://doi.org/10.3790/vjh.90.2.31
Köhler-Geib, FZimmermann, V (2021). Die Auswirkungen der Coronapandemie auf die finanzielle Lage unterschiedlicher Gruppen von mittelständischen Unternehmen und deren Folgen für den Kreditzugang. Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Vol. 90 (Issue 2), pp 31-48. https://doi.org/10.3790/vjh.90.2.31

Format

Die Auswirkungen der Coronapandemie auf die finanzielle Lage unterschiedlicher Gruppen von mittelständischen Unternehmen und deren Folgen für den Kreditzugang

Köhler-Geib, Fritzi | Zimmermann, Volker

Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung, Vol. 90 (2021), Iss. 2 : pp. 31–48

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Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe

  • Friederike (Fritzi) Köhler-Geib, Dr., ist Chefvolkswirtin und Leiterin der Abteilung KfW Research der KfW Bankengruppe. Zuvor war sie mehr als zehn Jahre bei der Weltbank in Washington tätig, zuletzt als Lead Economist und Programme Leader für Zentralamerika. Ihre wissenschaftliche Ausbildung absolvierte sie in den USA, Frankreich, Deutschland, Spanien und der Schweiz. Als Chefvolkswirtin der KfW analysiert sie die für die KfW relevanten Trends in Wirtschaft, Gesellschaft sowie auf den Finanzmärkten und setzt Impulse in der wirtschafts- und finanzpolitischen Diskussion. Inhaltliche Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen auf der Analyse von konjunkturellen Entwicklungen und Wachstumstrends in Deutschland. Besonders im Fokus stehen die Lage des Mittelstands, die Rolle von Innovation und Digitalisierung zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sowie Fragestellungen rund um das Ziel des klimaneutralen Wirtschaftens. Dr. Fritzi Köhler-Geib beschäftigt sich darüber hinaus mit Fragen der wirtschaftspolitischen Verknüpfungen Deutschlands mit Europa und der Welt.
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Dr. Volker Zimmermann, KfW Research

  • Volker Zimmermann, Dr., ist langjähriger Mitarbeiter von KfW Research, der volkswirtschaftlichen Abteilung der KfW Bankengruppe. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Konstanz, wo er im Jahr 1999 auch promovierte. Vor Eintritt in die KfW war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibnitz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Bei KfW Research liegen seine Tätigkeitsschwerpunkte auf der Analyse von mittelständischen Unternehmen, insbesondere deren Finanzierung sowie deren Innovations- und Digitalisierungsaktivitäten.
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Abstract

Die Coronapandemie hat sichtbare Spuren bei der Liquiditätssituation und den Eigenkapitalquoten mittelständischer Unternehmen hinterlassen. Vor dem Hintergrund einer guten Ausgangslage und insgesamt einer Stabilisierung der Lage im Krisenverlauf ist eine Überschuldung des Unternehmenssektors in der Breite jedoch unwahrscheinlich. Die Auswirkungen betreffen den gesamten Mittelstand jedoch nicht einheitlich, sondern treten verstärkt in einzelnen Segmenten auf, vor allem bei kleinen Unternehmen, in bestimmten Wirtschaftszweigen, auslandsaktiven Unternehmen und Unternehmen mit schon vor Corona schwächerer Bonität. Dies belastet das Kreditklima: Die Risikosensitivität von Kreditinstituten nimmt zu. Die von der Coronakrise betroffenen Unternehmenssegmente sehen sich häufiger höheren Anforderungen bei den Kreditsicherheiten sowie Zinserhöhungen gegenüber, wenn auch insgesamt der Kreditkanal während der Krise bisher aufgrund von Geld- und Fiskalpolitischen Maßnahmen offen geblieben ist, einen Beitrag zur Stabilisierung geleistet hat, und diese Effekte weniger stark als in der Finanzkrise 2008/09 sind.

The Corona pandemic has left visible traces on the liquidity situation and equity ratios of medium-sized companies. Against the background of a good starting position and an overall stabilisation of the situation in the course of the crisis, over-indebtedness of the corporate sector across the board is unlikely. However, the effects do not affect the entire SME sector uniformly, but occur more strongly in specific segments, especially among small companies, in certain economic sectors, foreign-active companies and companies that already had a weaker credit rating before Corona. This weighs on the credit climate: the risk sensitivity of credit institutions is increasing. The company segments affected by the Corona crisis are more frequently faced with higher requirements for loan collateral as well as interest rate increases, even if overall the credit channel has remained open during the crisis so far due to monetary and fiscal policy measures, has made a contribution to stabilisation, and these effects are less strong than in the financial crisis of 2008/09.

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