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Strohm, C. Wall, H. (Eds.) (2009). Konfessionalität und Jurisprudenz in der frühen Neuzeit. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52515-7
; Strohm, Christoph and Wall, Heinrich de. Konfessionalität und Jurisprudenz in der frühen Neuzeit. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52515-7
Strohm, C, Wall, H (eds.) (2009): Konfessionalität und Jurisprudenz in der frühen Neuzeit, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52515-7

Format

Konfessionalität und Jurisprudenz in der frühen Neuzeit

Editors: Strohm, Christoph | Wall, Heinrich de

Historische Forschungen, Vol. 89

(2009)

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Abstract

Der vorliegende Band enthält die Beiträge eines internationalen Symposiums von Juristen, Theologen und Historikern, das im interdisziplinären Austausch der Frage nachging, welchen Einfluss konfessionelle Orientierungen auf die Jurisprudenz der Frühen Neuzeit hatten.

In der neueren Konfessionalisierungsforschung wurde die wichtige Rolle hervorgehoben, welche die sich formierenden christlichen Glaubensgemeinschaften bei der Entstehung der frühmodernen Staatenwelt gespielt haben. Dabei steht im Zentrum des Interesses die den drei großen Konfessionen gemeinsame Funktion einer Sozialdisziplinierung, mentalen Kontrolle und Verdichtung von Staatlichkeit. Vor diesem Hintergrund liefern die Aufsätze Bausteine zur Beantwortung der Frage nach der möglichen Eigenart und den spezifischen Besonderheiten lutherischer, reformierter und katholischer Juristen zur Rechtsentwicklung im 16. und 17. Jahrhundert.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort V
Inhaltsverzeichnis VII
Christoph Strohm: Konfessionelle Einflüsse auf das Werk reformierter Juristen – Fragestellungen, methodische Probleme, Hypothesen 1
A. Fragestellungen 1
B. Methodische Probleme 7
C. Vier Hypothesen 14
Isabelle Deflers: Konfession und Jurisprudenz bei Melanchthon 33
A. Das Problem der Fortgeltung des kanonischen Rechts und der damit verbundene Streit um die Anerkennung der heimlichen Ehen (ca. 1530-1545: Concordia) 35
I. Fortgeltung des kanonischen Rechts 35
II. Streit um die Anerkennung der heimlichen Verlöbnisse 39
III. Melanchthons Argumentation zugunsten der Anwendung des römischen Rechts 42
B. Fazit 45
Ralf Frassek: „Diese Meinung ist recht“ – Die Konstituierung eines evangelischen Eherechts in Kursachsen 47
A. Einleitung 47
B. Die Konstituierung einer evangelischen Ehegerichtsbarkeit 48
I. Die Anfänge 48
II. Die Etablierung der evangelischen Ehegerichtsbarkeit 53
C. Die Rechtsprechungspraxis im Reformationsjahrhundert 57
I. Heimliche Verlöbnisse 57
II. Spezielle Eheprobleme 62
D. Resümee 66
Hans Hattenhauer: Was die Reformatoren vom Recht sangen 69
A. 69
B. 70
C. 73
D. 76
E. 79
F. 83
G. 86
Thomas Maissen: Souveräner Gesetzgeber und absolute Macht. Calvin, Bodin und die mittelalterliche Tradition 91
Robert von Friedeburg: Bausteine widerstandsrechtlicher Argumente in der frühen Neuzeit (1523-1668): Konfessionen, klassische Verfassungsvorbilder, Naturrecht, direkter Befehl Gottes‚ historische Rechte der Gemeinwesen 115
A. Widerstandsrecht – Begriff und Formen 120
B. Bausteine widerstandsrechtlicher Argumente 130
I. Vollmachten des Papstes 130
II. Lutherische Drei-Stände-Lehre und Beauftragung der Magistrate durch Gott 132
III. Bund des Gemeinwesens mit Gott 137
IV. Viri Heroici 143
V. Das historische Verfassungsrecht 146
VI. Herrschaftsvertrag und Naturrecht 152
VII. Klassische Topoi und Modelle des Verfassungslebens 156
VIII. Selbstverteidigung und Notwehr 162
C. Ausblick 163
Dieter Wyduckel: Konfession und Jurisprudenz bei Althusius 167
A. Althusius als Jurist und calvinischer Christ 167
B. Althusius, die Schule von Salamanca und die Schule von Pont-à-Mousson 170
I. Die Schule von Salamanca: Diego Covarruvias und Fernando Vazquez 171
II. Die Schule von Pont-à-Mousson: Petrus Gregorius Tholosanus und William Barclay 173
C. Die Politik des Althusius: Politische Theorie oder Politische Theologie 182
D. Die Bedeutung der Methode für Althusius’ rechtliches und politisches Werk 185
I. Die methodische Neubegründung von Recht und Politik im reformierten Protestantismus 185
II. Althusius’ Ich-Bewusstsein und seine Rationalität 191
E. Der politisch-soziale und religiöse Kontext des althusischen Wirkens im Rahmen der ‚Zweiten Reformation‘ 193
I. Althusius’ Ambivalenz zwischen religiöser Minderheits- und Mehrheitsposition 193
II. Augsburger Religionsfrieden und ‚Zweite Reformation’ 195
F. Was bleibt? 197
Katharina Odermatt: Konfessionelle Einflüsse auf das Berufs- und Amtsverständnis in Althusius’ „Politica“ 199
A. Einleitung 199
B. Die protestantische Ethik 200
C. Die Symbiosis 202
D. Die vier Grundvoraussetzungen 203
I. Erlaubt, ehrenhaft und angemessen 204
II. Begrenzt, kenntnisreich 205
III. Den Ruhm Gottes, der Kirche und des Gemeinwesens mehrend 206
IV. Treu und gewissenhaft 207
E. Der Dekalog 208
F. Der Beruf 211
I. Abstufungen 211
1. Functiones rusticae 211
2. Functiones mechanicae 211
3. Functio promercalis 212
II. Berufserfüllung als Teil calvinistischer Sozialdisziplinierung 214
G. Das Amt 216
I. Allgemeine ethische Anforderungen 216
II. Perspektivenwechsel 219
H. Das persönliche Berufs- und Amtsverständnis des Althusius 222
I. Fazit 226
Diego Quaglioni: Judaism and religious toleration in Althusius. To Antonio Rotondò, in memoriam 229
Christian Hattenhauer: Johannes Althusius, Petrus Ramus und die Systematisierung der kaufrechtlichen Sachmängelhaftung 239
A. Einleitung 239
B. Petrus Ramus und der Einfluss seiner Lehre 240
C. „Protestantische Scholastik“ 245
D. Systemgedanke und Römisches Recht 247
E. Die Systematisierung der kaufrechtlichen Sachmängelhaftung durch Althusius 249
F. Ergebnis 260
Lucia Bianchin: Zensur und Reformierte Jurisprudenz in der Frühen Neuzeit 263
Massimo Meccarelli: Ein Rechtsformat für die Moderne: Lex und Iurisdictio in der spanischen Spätscholastik 285
A. Einleitung 285
B. Die juristischen Instrumente der Modernisierung 292
I. Lex 292
II. Iurisdictio 299
1. Iurisdictio quid sit 301
2. Qui possunt creare magistratus 303
3. Die hierarchische Zusammensetzung 305
C. Die Neudefinition der Autonomie des Rechts 308
Mathias Schmoeckel: Die Sünde des Naturrechts aus römischkatholischer Sicht – Perspektiven einer protestantischen Rechtsquellenlehre 313
A. Einleitung 313
B. Entwicklung der protestantischen Naturrechtslehre des 16. Jahrhunderts 317
C. Katholische Vorbehalte gegenüber den Naturrechtslehrern 324
D. Das Problem der Erbsünde 327
I. Protestantische Anschauungen 327
II. Lehre des Tridentinums 331
III. Verschmelzungsprozesse seit dem 17. Jahrhundert 333
E. Die Sicht von Ignaz Schwarz S.J. 338
I. Zur Person 338
II. Die Sünden des Naturrechts 339
1. Welcher Naturzustand? 339
2. Bestimmung der Autoritäten 341
3. Die Stellung der Kirche im Naturrecht 344
F. Zusammenfassung 345
Merio Scattola: Jakob Lampadius und die Auseinandersetzung um die Verfassung des Heiligen Römischen Reiches 365
A. Europäische Traditionen 365
B. Die politischen Optionen 367
C. Jakob Lampadius 370
D. Zwei Argumentationsmuster 377
E. Der juristische Weg des Lampadius 382
Christoph Link: Herrschaftsbegründung und Kirchenhoheit bei Hugo Grotius 347
A. Herrschaftsbegründung 347
I. Naturrecht als Vernunftrecht 348
1. Säkularisierung des Naturrechts? 348
2. Der consensus omnium 349
3. Die Entkonfessionalisierung des Naturrechts 349
4. Naturrecht als verbindliche Rechtsethik 350
II. Herrschaft aus Vertrag 351
1. Naturstand und Sozialvertrag 351
2. Der Herrschaftsvertrag 352
3. Unbeschränktes und beschränktes imperium 353
III. Natürliches und göttliches Recht als Herrschaftsschranken 355
IV. Natürliche Freiheitsrechte und iura quaesita 357
V. Das minimierte Widerstandsrecht 358
B. Grund und Grenzen des imperium circa sacra 359
I. Die niederländischen Religionswirren 359
II. Die Kirche als Staatsanstalt 361
1. Religion und Staat 361
2. Die „actiones internae“ 361
3. Das ministerium ecclesiasticum als Staats- und Kirchenamt 362
4. Kirchliches Selbstordnungsrecht als regimen directivum 362
5. Kirchenhoheit und ius divinum 363
Heinrich de Wall: Theorien der Herrschaftsbegründung und Konfession – zum Zusammenhang von Luthertum und theokratischer Theorie 393
A. Einleitung 393
B. „Maiestas a Deo est“ – Bedeutung und Positionen 395
I. Der Theokratiegedanke in Fürstenspiegeln des 16. und 17. Jahrhunderts 396
II. Die Lehre von der doppelten Majestät 398
III. Theokratie und „Protestantischer Aristotelismus“ 400
IV. Theokratische Lehren in der lutherischen Orthodoxie in der Mitte des 17. Jahrhunderts 402
V. Die systematische Herleitung des theokratischen Gedankens bei Johann Friedrich Horn 405
VI. Theokratische Theorien außerhalb des Luthertums 410
C. Der Zusammenhang zwischen theokratischer Herrschaftsbegründung und Luthertum 413
Detlef Döring: Wirkungen des konfessionellen Denkens auf das juristische Werk Samuel von Pufendorfs 415
Mitarbeiterverzeichnis 431
Personenverzeichnis 433