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Hardenberg, S. (2009). Eberhard Schmidt (1891–1977). Ein Beitrag zur Geschichte unseres Rechtsstaats. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52906-3
Hardenberg, Simone Gräfin von. Eberhard Schmidt (1891–1977): Ein Beitrag zur Geschichte unseres Rechtsstaats. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52906-3
Hardenberg, S (2009): Eberhard Schmidt (1891–1977): Ein Beitrag zur Geschichte unseres Rechtsstaats, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52906-3

Format

Eberhard Schmidt (1891–1977)

Ein Beitrag zur Geschichte unseres Rechtsstaats

Hardenberg, Simone Gräfin von

Schriften zur Rechtsgeschichte, Vol. 140

(2009)

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Abstract

Manche kennen nur die Abkürzung »Eb. Schmidt« in gängigen Strafrechtskommentaren; andere schätzen noch heute seinen »Lehrkommentar zur Strafprozeßordnung und zum Gerichtsverfassungsgesetz«, seine »Einführung in die Geschichte der deutschen Strafrechtspflege« oder auch den »Der Arzt im Strafrecht«. Simone Gräfin von Hardenberg untersucht Leben und Werk von Eberhard Schmidt (1891–1977), einem der bedeutendsten Strafrechtswissenschaftler und Rechtshistoriker des 20. Jahrhunderts, dessen breites und vielseitiges, aber auch tiefgründiges Werk nur wenigen bekannt ist.

Eberhard Schmidt hat mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten auf die sozialen und politischen Verhältnisse seiner Zeit reagiert – dies verleiht seinem Gesamtwerk einen besonderen Gehalt. Seine Erfahrungen aus vier verschiedenen politischen Systemen (Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Anfänge unseres Rechtsstaats) haben sein Werk erheblich beeinflußt, insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus. Er hat miterlebt, wie die Macht das Recht verdrängte und wie der Zweckmäßigkeit der Vorrang vor der Gerechtigkeit eingeräumt wurde. Diese Erfahrungen veranlaßten ihn zu einem leidenschaftlichen Kampf für die Verwirklichung und für den Erhalt des Rechtsstaats. So erscheint er heute als Warner vor den immer neuen Gefahren, denen der Rechtsstaat ausgesetzt ist, und als Mahner gegenüber Juristen, ihre Verantwortung für den Rechtsstaat wahrzunehmen.

Die Lektüre der Dissertation gewährt einen tiefen Einblick in Schmidts Berufs- und Privatleben, die untrennbar miteinander verbunden waren. Dabei offenbaren sich Schmidts persönliche Entwicklungsstufen, aber auch die damaligen Zustände an den Universitäten, an denen er lehrte.

Ausgezeichnet mit dem Förderpreis 2008 der Dr.-Feldbausch-Stiftung für überdurchschnittliche Arbeiten auf den Gebieten Forschung, Kunst und Kultur.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 12
Einführung 17
A. Lehrjahre zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik 19
I. Heranwachsen (1891–1910) 19
1. Kindheit in Jüterbog 19
2. Melanchthon-Gymnasium Wittenberg 22
3. Marineschule Kiel 24
II. Wissenschaftliche Ausbildung (1910–1913) 25
1. Studium an der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 25
2. Promotion bei Robert v. Hippel 33
III. Referendariat mit Unterbrechungen (1913–1920) 38
IV. Habilitation (1920) 43
V. Privatdozentenzeit (1920–1921) 49
VI. Prägende Einflüsse 51
1. Franz v. Liszt 52
2. Wilhelm Kahl 61
VII. Würdigung der Ausbildungszeit 63
B. Junger Professor in der Weimarer Republik 65
I. Breslau (1921–1926) 65
1. Berufung 65
2. Universitätsleben 67
3. Lehre 71
4. Erste Doktoranden 73
5. Werk 74
a) Abschluß der Arbeit über die Vergeltungsmaßnahmen im Wirtschaftskrieg 74
b) Fortführung des Lisztschen Lehrbuchs 77
c) Auseinandersetzung mit aktuellen strafrechtlichen Problemen 79
d) Eigene Wege in der Rechtsgeschichte 82
6. Privatleben 85
II. Kiel (1926–1929) 88
1. Berufung 88
2. Universitätsleben 91
3. Lehre 97
4. Werk 98
a) Umgestaltung des Lisztschen Lehrbuchs 98
b) Aufsatz „Das Reichsgericht und der ‚übergesetzliche Notstand‘“ 102
c) Neuauflage der „Rechtsentwicklung in Preussen“ 105
d) Herausgeberschaft 106
5. Kontakte 107
6. Privatleben 108
C. Jurist im Nationalsozialismus zwischen Anpassung und Widerstand 109
I. Hamburg (1929–1935) 109
1. Berufung 109
2. Universitätsleben in den Anfängen des Nationalsozialismus 114
a) Allgemeine Situation an den Hochschulen 114
b) Hamburger Verhältnisse 117
c) Hamburger Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 125
3. Politische Fachgemeinschaft 128
4. Lehre und Nähe zu den Studenten 132
5. Rat am Hanseatischen Oberlandesgericht 135
a) Aufnahme in den Strafsenat 135
b) Verfahren des Strafsenats 139
c) Einfluß des Nationalsozialismus 145
6. Rektorat 150
a) Wahl und Übergabe 150
b) Veranstaltungen 158
c) Schließungsgerüchte 164
d) Gesetz zur Neuordnung der Hanseatischen Universität 166
e) Rückblick 173
7. Verhältnis zu nationalsozialistischen und anderen Organisationen 176
8. Werk 183
a) Letzte Auflage des Lisztschen Lehrbuchs 183
b) Umschwung in der Lehre zur mittelbaren Täterschaft 187
c) Verteidigung der Lisztschen Strafrechtsreform 189
d) Rechtsgutachten 206
e) Rechtsgeschichtliche Vorträge 209
9. Privatleben 214
10. Abgelehnte Rufe 214
II. Leipzig (1935–1945) 216
1. Berufung 216
2. Universitätsleben im Nationalsozialismus 222
a) Nationalsozialistische Durchdringung 222
b) Juristenfakultät 224
c) Schmidts Vortrag im Professorenseminar 226
d) Antrittsvorlesung 227
3. Schüler 230
a) Jannis Georgakis 230
b) Georg Schwalm 235
c) Rudolf Ahrendts 238
4. Lehre 239
5. Akademie für Deutsches Recht 244
a) Exklusivität 244
b) Arbeitsausschuß für Wehrstrafrecht 246
c) Würdigung 255
6. Wehrmachtjustiz 255
a) (Ober-)Kriegsgerichtsrat 255
b) Urteile und Rechtsgutachten 260
c) Sonstige Verfahren und Aufgaben 269
d) Zusammenfassung 278
7. Werk 279
a) Einstieg in das Arztstrafrecht 279
aa) Monographie „Der Arzt im Strafrecht“ 279
bb) Vortrag über „Behandlungspflicht und Nothilfepflicht des Arztes“ 290
b) Aktienstrafrecht 291
c) Lehren aus der Rechtsgeschichte 293
aa) Der Staat Friedrichs des Großen 293
bb) Neuartiger Standpunkt zur Entwicklung des Inquisitionsprozesses 295
cc) Zur Problematik von Macht und Recht 300
dd) Große Juristen 302
ee) Rezensionen und sonstige Beiträge 306
d) Vorbildfunktion des Wehrstrafrechts 309
aa) Monographien zum Militärstrafrecht 309
bb) Aufsätze in der „Zeitschrift für Wehrrecht“ 317
cc) Kritik an der Kriegsstrafverfahrensordnung 323
e) Verschiedene Beiträge zur Strafrechtspflege 326
8. Privatleben 332
9. Kriegsgefangenschaft 334
10. Akademisches Leben 337
a) Konsequenzen seiner Ämter 337
b) Bemühungen der Universität Freiburg 337
11. Rückblick auf den Nationalsozialismus 338
D. Beteiligung am Aufbau des Rechtsstaats 342
I. Göttingen (1945–1948) 342
1. Neubeginn 342
2. Berufung 344
3. Universitätsleben 347
a) Startschwierigkeiten 347
b) Ansprache an die Göttinger Studenten 351
c) Antrittsvorlesung 353
d) Beteiligung an der Neuordnung 354
4. Kommission für Wirtschaftsstrafrecht 358
5. Lehre 362
6. Werk 364
a) „Einführung in die Geschichte der deutschen Strafrechtspflege“ 364
b) Einsatz für eine rechtsstaatliche Strafrechtspflege 369
aa) Vorträge aus „Justitia fundamentum regnorum“ 369
bb) Zur Verantwortung des Richters 374
cc) Zum Verhältnis von Macht und Recht 378
c) Einzelne strafrechtliche Arbeiten 383
7. Privatleben 386
8. Abgelehnte Rufe 387
II. Heidelberg (1948–1977) 394
1. Berufung 394
2. Universitätsleben 396
a) Wiederaufbau 396
b) Antrittsvorlesung 396
c) Verschiedenes 399
3. Lehre 402
4. Rektorat 403
a) Rektoratsrede 403
b) Rektoratsjahr 405
5. Große Strafrechtskommission 408
a) Schuld und Strafe 410
b) Fragen zum Allgemeinen Teil 418
c) Probleme des Besonderen Teils 424
d) Todesstrafe 429
e) Rückblick auf den Gesetzesentwurf und auf Schmidts Mitarbeit 430
6. Werk 433
a) Strafprozeßrecht als Gradmesser für die Rechtsstaatlichkeit 433
aa) „Lehrkommentar zur Strafprozeßordnung und zum Gerichtsverfassungsgesetz“ 433
bb) Strafprozeßrecht für Studenten 447
cc) Justiz und Öffentlichkeit 449
dd) Über die Organe der Strafrechtspflege 456
ee) Warnung vor Gefahren für den Rechtsstaat 466
b) Vertiefung des Arztstrafrechts 476
aa) Gutachten über die ärztliche Aufklärungspflicht 476
bb) Arbeiten zur ärztlichen Schweigepflicht 481
cc) Zur Besuchspflicht des Arztes 483
dd) Sonstige Arbeiten 484
c) Verschiedene strafrechtliche Arbeiten 489
d) Fortführung von Liszts Reformprogramm 496
e) Späte Arbeiten in der Rechtsgeschichte 505
aa) Letzte Auflagen der „Einführung in die Geschichte der deutschen Strafrechtspflege“ 505
bb) Einzelne Beiträge 510
7. Emeritierung und Lebenszeit bis zum Tod 517
8. Rückblick auf den Menschen Eberhard Schmidt 524
E. Bedeutung von Schmidts Lebenswerk für den Rechtsstaat 530
I. Variationsbreite der wissenschaftlichen Arbeiten 530
II. Entwicklung der Sorge um das Recht 540
III. Wesentliche Erkenntnisse zum Schutz des Rechtsstaats 542
IV. Schluß 547
Quellen- und Literaturverzeichnis 549
I. Schriften Eberhard Schmidts 549
1. Rechtsgeschichte 549
2. Strafrecht, Kriminalpolitik und Strafprozeßrecht 552
3. Arztrecht 561
4. Arbeiten zu Recht und Staat 562
5. Rezensionen 564
a) Rechtsgeschichte 564
b) Strafrecht und Strafprozeßrecht 576
6. Urteilsanmerkungen 577
II. Quellen 578
1. Ungedruckte Quellen 578
2. Gedruckte Quellen 588
III. Rezensionen zu Eberhard Schmidts Arbeiten 592
IV. Schriften über Eberhard Schmidt 597
V. Literatur 597
VI. Sonstiges 610
Personenverzeichnis 611
Stichwortverzeichnis 614