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Conrady, J. (2009). Wandel der Funktionen des UN-Generalsekretärs. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52924-7
Conrady, Jan. Wandel der Funktionen des UN-Generalsekretärs. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52924-7
Conrady, J, (2009): Wandel der Funktionen des UN-Generalsekretärs, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52924-7

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Wandel der Funktionen des UN-Generalsekretärs

Conrady, Jan

Schriften zum Völkerrecht, Vol. 186

(2009)

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Abstract

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen wird in der Öffentlichkeit als wichtigster Repräsentant der Organisation wahrgenommen. Wie keine andere Einzelperson personifiziert der Amtsinhaber die Ziele und Ideale der Vereinten Nationen.

Diese Wahrnehmung greift jedoch zu kurz und ist der Ursprung vieler Fehleinschätzungen: Die Vereinten Nationen bestehen als Internationale Organisation aus der Gesamtheit ihrer Mitglieder und handeln durch ihre Organe, d.h. die Mitgliedstaaten bedienen sich bei der Verfolgung der in der Charta festgelegten Ziele der von ihnen geschaffenen Einrichtungen.

Die geringe normative Ausprägung des Sekretariats und des Generalsekretärs in der UN-Charta im Vergleich zu den Bestimmungen bezüglich der übrigen Hauptorgane der Vereinten Nationen verhindert eine eindeutige Bestimmung der Stellung des Generalsekretärs. Je nach Persönlichkeit des Amtsinhabers und den politischen Rahmenbedingungen ist diese stärker oder auch schwächer. Somit bewegt sich der Wandel der Funktionen des UN-Generalsekretärs im Spannungsfeld zwischen völkerrechtlicher Normanalyse einerseits und organisationsinterner Entwicklung andererseits. Insgesamt lässt sich feststellen, dass sich zwar das Aufgabenspektrum des Generalsekretärs erweitert hat, die normativen Regelungsinstrumente jedoch vor dem Hintergrund dieser Entwicklung kein ausreichendes Äquivalent mehr darstellen.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 15
A. Einleitung 19
B. Grundlagen 22
I. Ein Rückblick: Das Sekretariat im Völkerbund 22
1. Der Generalsekretär im Völkerbund 23
2. Der Aufbau des Sekretariats im Völkerbund 25
II. Das Sekretariat der Vereinten Nationen 26
1. Rechtliche Stellung des Sekretariats 26
a) Der Organbegriff und die Organarten 27
aa) Der Organbegriff 27
bb) Die Organarten 28
(1) Monoistische Organe 28
(2) Monokratische Organe 28
(3) Kollegialorgane 28
b) Das Verhältnis zwischen dem Generalsekretär und dem Sekretariat 28
2. Hierarchischer Aufbau 31
3. Organigramm 33
4. Die Unabhängigkeit der Mitglieder des Sekretariats 34
a) Verpflichtungen der Mitglieder des Sekretariats 34
aa) Generalsekretär 35
bb) Übrige Bedienstete 36
b) Verpflichtungen der Mitgliedstaaten 37
III. Das Amt des Generalsekretärs 37
1. Qualifikation 37
2. Ernennung 38
3. Amtszeit 40
C. Die Aufgaben des Generalsekretärs und ihre rechtlichen Grundlagen 42
I. Personalverwaltung 43
1. Das Personalwesen 43
2. Ernennung der Bediensteten 45
a) Ernennungsakt 45
b) Personalpolitische Leitsätze 45
aa) Leistungs- und Eignungsprinzip 46
bb) Geographisches Prinzip 47
cc) Verhältnis der Prinzipien zueinander 47
c) Rechtsquellen des Personalwesens 48
aa) Rechtssetzung durch den Generalsekretär 48
(1) Staff Rules 49
(2) Verwaltungsvorschriften 50
bb) Rechtssetzung durch die Generalversammlung 51
(1) Staff Regulations 51
(2) Resolutionen 51
3. Das gemeinsame Personalsystem 52
II. Repräsentation 54
1. Aushandeln und Abschließen von Übereinkommen 54
2. Gerichtliche Verfahren 54
3. Die Amtssitze der Vereinten Nationen 55
4. Öffentlichkeitsarbeit 55
5. Weitere Repräsentationsaufgaben des Generalsekretärs 56
III. Intra-institutionelle Koordinations- und Berichtstätigkeit 56
1. Vorbereitung der Arbeit der Organe und Umsetzung ihrer Entscheidungen 57
a) Tagesordnung 57
aa) Tagesordnung der Generalversammlung 58
bb) Tagesordnung des Sicherheitsrates 58
cc) Tagesordnung des Wirtschafts- und Sozialrates 59
dd) Tagesordnung des Treuhandrates 59
b) Durchführung der Sitzungen 59
aa) Bekanntgabe der Versammlung 60
bb) Vollmachten 60
cc) Bereitstellung personeller Ressourcen 60
c) Technische Aufgaben 61
aa) Sammeln von Informationen und Erstellen von Studien 61
bb) Lösung von Verfahrensproblemen 61
cc) Entwurf von Dokumenten 62
dd) Unterstützung in rechtlichen Fragen 62
2. Übermittlung von Mitteilungen 62
3. Koordinierung verschiedener UN-Aktivitäten 62
4. Jahresbericht 63
IV. Aufgaben im Bereich der Finanzverwaltung 64
1. Haushalt 64
2. Abschluss und Abwicklung von Finanzgeschäften 65
V. Inter-institutionelle Koordinationstätigkeit 65
VI. Depositartätigkeit 67
VII. Operationelle Aufgaben 68
1. Peace Operations 68
a) Definition 68
b) Rechtsgrundlage 69
2. Humanitäre Operationen 71
a) Organisation 72
b) Rechtsgrundlage 73
VIII. Initiativtätigkeit 74
1. Abgeleitetes Initiativrecht 74
2. Eigenes Initiativrecht 75
a) Initiativrecht gegenüber der Generalversammlung 76
b) Initiativrecht gegenüber dem Sicherheitsrat 77
c) Autorität des Amtes 79
3. Zusammenfassung 80
IX. Die Unterscheidung zwischen administrativen und politischen Funktionen als gemeinsames Strukturelement der Aufgaben 81
D. Wandel des Amtsverständnisses dargestellt am Beispiel der Jahresberichte 82
I. Stellenwert der Jahresberichte 83
II. Analyse der Jahresberichte 86
1. Trygve Lie 87
a) Die Rolle der Vereinten Nationen 88
b) Das Amtsverständnis 90
c) Das Verhältnis administrativer und politischer Funktionen 93
2. Dag Hammarskjöld 93
a) Die Rolle der Vereinten Nationen 94
b) Das Amtsverständnis 98
c) Das Verhältnis administrativer und politischer Funktionen 101
d) Kritische Würdigung 102
3. U Thant 103
a) Die Rolle der Vereinten Nationen 104
b) Das Amtsverständnis 108
c) Das Verhältnis administrativer und politischer Funktionen 110
d) Kritische Würdigung 112
4. Kurt Waldheim 113
a) Die Rolle der Vereinten Nationen 114
b) Das Amtsverständnis 116
c) Das Verhältnis administrativer und politischer Funktionen 118
d) Kritische Würdigung 120
5. Javier Perez de Cuellar 121
a) Die Rolle der Vereinten Nationen 122
b) Das Amtsverständnis 125
c) Das Verhältnis administrativer und politischer Funktionen 127
d) Kritische Würdigung 129
6. Boutros Boutros-Ghali 130
a) Die Rolle der Vereinten Nationen 131
b) Das Amtsverständnis 134
c) Das Verhältnis administrativer und politischer Funktionen 137
d) Kritische Würdigung 138
7. Kofi A. Annan 140
a) Die Rolle der Vereinten Nationen 140
b) Das Amtsverständnis 144
c) Das Verhältnis administrativer und politischer Funktionen 147
d) Kritische Würdigung 148
III. Zusammenfassung 149
E. Auswirkungen des Reformprozesses der Vereinten Nationen auf die Funktionen des Generalsekretärs 153
I. Der Begriff der „Reform“ und Typologisierung der Reformmaßnahmen 155
1. Der Begriff „Reform“ 155
2. Typologisierung der Reformvorschläge 155
a) Erste Ebene: Maßnahmen zur Effizienzsteigerung 156
b) Zweite Ebene: Umstrukturierung 156
aa) Strukturreformen ohne Auswirkung auf das materielle Völkerrecht 157
bb) Strukturreformen mit Auswirkungen auf das materielle Völkerrecht 157
c) Dritte Ebene: Totalrevision 158
3. Systematische Darstellung der Reformvorschläge 159
II. Analyse der Reformphasen 160
1. Die Aufbauphase der Vereinten Nationen bis 1959 161
a) Vorschläge bezüglich einer Effizienzsteigerung 161
aa) Personalwesen 162
bb) Mitgliederzahlerhöhung im ECOSOC 163
cc) Arbeitsabläufe 163
dd) Kohärenz 164
ee) Zusammenfassung 165
b) Vorschläge bezüglich einer Reform der Strukturen und Institutionen 165
aa) Neugründungen zur Herstellung der Arbeitsfähigkeit 165
bb) Neugründungen zur Koordination 166
cc) Neugründungen zur Reorganisation des Sekretariats 167
dd) Kompetenzverlagerung: Die Uniting-for-Peace Resolution 168
ee) Zusammenfassung 170
c) Vorschläge bezüglich einer Totalrevision der Charta 170
aa) Revisionskonferenz 171
bb) Charta-Entwurf von G. Clark und L. B. Sohn 172
d) Veränderungen der Funktionen des Generalsekretärs vor dem Hintergrund der ersten Reformphase 173
2. Die zweite Reformphase der Vereinten Nationen (1960–1989) 175
a) Vorschläge bezüglich einer Effizienzsteigerung 176
aa) Verfahrensordnung 176
bb) Personalpolitik 177
cc) Finanzsituation 178
dd) Zusammenfassung 181
b) Vorschläge bezüglich einer Reform der Strukturen und Institutionen 181
aa) Erweiterung des Sicherheitsrats und des Wirtschafts- und Sozialrats 182
bb) Troika-Vorschlag 184
cc) Entwicklungsproblematik 185
(1) Jackson-Bericht 185
(2) Gardner-Report 186
dd) Neugründungen 188
(1) Institutionalisierung der Entwicklungstätigkeit 188
(2) Institutionalisierung des Reformprozesses 190
ee) Zusammenfassung 192
c) Vorschläge bezüglich einer Totalrevision der Charta 193
aa) Nerfin-Bericht 194
bb) Bertrand-Bericht 197
cc) Zusammenfassung 199
d) Veränderung der Funktionen des Generalsekretärs vor dem Hintergrund der zweiten Reformphase 201
aa) Administrative Funktionen 201
bb) Politische Funktionen 203
cc) Zusammenfassung 205
3. Die dritte Reformphase der Vereinten Nationen (1989–2004) 206
a) Vorschläge bezüglich einer Effizienzsteigerung 207
aa) Berichte des Bureau of International Organization Affairs und der Open-ended High-level Working Group 208
(1) Koordination 209
(2) Restrukturierung des Sekretariats 210
(3) Personalwesen 211
bb) Reformbericht „Erneuerung der Vereinten Nationen“ 212
cc) Zusammenfassung 215
b) Vorschläge bezüglich einer Reform der Strukturen und Institutionen 215
aa) Institutionalisierung des Reformprozesses 216
bb) Institutionalisierung der politischen Funktionen 219
(1) Stellvertretender Generalsekretär 219
(2) Neugliederung der Arbeitsbereiche 221
(3) Senior Management Group 222
(4) Schaffung neuer Abteilungen 222
(a) Department for Disarment Affairs, DDA 222
(b) Department of Peacekeeping Operations, DPKO 223
(c) Department of Political Affairs 224
cc) Zusammenfassung 225
c) Vorschläge bezüglich einer Totalrevision der Charta 225
d) Veränderung der Funktionen des Generalsekretärs vor dem Hintergrund der dritten Reformphase 225
aa) Administrative Funktionen 228
bb) Politische Funktionen 230
4. Die vierte Reformphase der Vereinten Nationen (ab 2005) 231
a) Vorschläge bezüglich einer Effizienzsteigerung 233
aa) „In larger freedom: towards development, security and human rights for all“ 233
(1) Konnexitätsprinzip 233
(2) Personalwesen 234
(3) Rechenschaftspflicht („accountability“) und Transparenz 235
bb) „In die Vereinten Nationen investieren – die Organisation weltweit stärken“ 237
b) Die Gründung des Menschenrechtsrats 238
c) Veränderungen der Funktionen des Generalsekretärs vor dem Hintergrund der vierten Reformphase 239
III. Implikationen für das Verhältnis des Generalsekretärs zu den politischen Hauptorganen 239
1. Das Verhältnis der politischen Hauptorgane zueinander 240
2. Das Verhältnis des Generalsekretärs zu den politischen Hauptorganen 244
a) Das Verhältnis zur Generalversammlung 244
aa) Aufgaben und Zuständigkeiten der Generalversammlung 244
(1) Diskussions- und Erörterungsrecht 245
(2) Empfehlungsrecht 246
(3) Untersuchungsrecht 248
(4) Sonstige Rechte 249
bb) Interdependenzen mit den Funktionen des Generalsekretärs 249
b) Das Verhältnis zum Sicherheitsrat 251
aa) Aufgaben und Zuständigkeiten des Sicherheitsrats 251
(1) Friedliche Beilegung von Streitigkeiten 252
(a) Aufforderungsrecht 253
(b) Untersuchungsrecht 253
(c) Empfehlungsrecht 253
(2) Maßnahmen im Falle einer Friedensbedrohung, Friedensbruchs sowie Angriffshandlung 254
(a) Empfehlungen 256
(b) Friedliche Sanktionsmaßnahmen 256
(c) Militärische Sanktionen 257
(3) Sonstige Rechte des Sicherheitsrates 257
bb) Interdependenzen mit den Funktionen des Generalsekretärs 258
F. Konsequenzen und Ausblick 261
I. Die Implikationen des Funktionswandels 261
1. Die Verringerung der administrativen Funktionen im Bereich des Personalwesens 262
a) Der steigende Einfluss der Generalversammlung auf die Personalentwicklung 262
b) Rechtliche Rechtfertigung 265
aa) De facto-Revision 265
(1) Resolution 3357 (XXIX) vom 18. Dezember 1974 (ICSC) 266
(2) Resolution 31/192 vom 22. Dezember 1976 (JIU) 267
(3) Resolution 48/218 B vom 12. August 1994 (OIOS) 268
(4) Resolution 52/12 B vom 9. Januar 1998 (Stellvertr. Generalsekretär) 268
bb) Organisationsrecht der Generalversammlung 270
(1) Office of the Internal Oversight Services (OIOS) 270
(2) Joint Inspection Unit (JIU) und International Civil Service Commission (ICSC) 271
c) Bewertung dieser Entwicklung 271
2. Die Anwendung des politischen Initiativrechts gemäß Art. 99 UN-Charta vor dem Hintergrund der Frühwarnfunktion des Generalsekretärs 272
a) Der Entscheidungsprozess 274
b) Die Unterscheidung zwischen der expliziten und der impliziten Anwendung des Art. 99 UN-Charta 274
c) Implikationen bezüglich einer effektiveren Anwendung des politischen Initiativrechts gemäß Art. 99 UN-Charta 276
3. Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs als Rechtsinstrument des Generalsekretärs 277
a) Die Vorgaben der UN-Charta und des IGH-Statuts 278
b) Eine Antragsberechtigung des Generalsekretärs de lege ferenda 281
II. Perspektiven der Amtsausübung des Generalsekretärs für das Völkerrecht 283
G. Zusammenfassung der Ergebnisse 287
Quellen- und Literaturverzeichnis 291
I. Dokumente 291
II. Schrifttum 299
Stichwortverzeichnis 312