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Ziegenhorn, G. (2009). Der Einfluss der EMRK im Recht der EU-Grundrechtecharta. Genuin chartarechtlicher Grundrechtsschutz gemäß Art. 52 Abs. 3 GRCh. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52893-6
Ziegenhorn, Gero. Der Einfluss der EMRK im Recht der EU-Grundrechtecharta: Genuin chartarechtlicher Grundrechtsschutz gemäß Art. 52 Abs. 3 GRCh. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52893-6
Ziegenhorn, G, (2009): Der Einfluss der EMRK im Recht der EU-Grundrechtecharta: Genuin chartarechtlicher Grundrechtsschutz gemäß Art. 52 Abs. 3 GRCh, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52893-6

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Der Einfluss der EMRK im Recht der EU-Grundrechtecharta

Genuin chartarechtlicher Grundrechtsschutz gemäß Art. 52 Abs. 3 GRCh

Ziegenhorn, Gero

Schriften zum Europäischen Recht, Vol. 143

(2009)

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Abstract

Mit der Charta der Grundrechte wird die Hoffnung auf einen verbesserten Grundrechtsschutz gegen Akte der Europäischen Union verbunden. Doch welchen Gewinn wird diese textliche Verankerung des Grundrechtsschutzes neben einer Bindung der Europäischen Union an die EMRK bringen? Viele Artikel der Charta sind der EMRK bereits im Wortlaut nachgebildet. Vor allem regelt Artikel 52 Absatz 3 GRCh den Einfluss der EMRK im Recht der Charta querschnittsartig.

Gero Ziegenhorn untersucht Artikel 52 Absatz 3 GRCh im Hinblick auf das hieraus folgende Gesamtverständnis der Charta. Hierbei setzt er sich mit den in der Literatur vertretenen Lesarten auseinander und analysiert die Aussagen der sogenannten Charta-Erläuterungen, deren gebührende Berücksichtigung die Charta selbst fordert. Er gelangt zu dem Ergebnis, dass Rechte der EMRK in das Unionsrecht transferiert werden, was zu beträchtlichen Doppelgewährleistungen führt. Ferner wird die Bedeutung des Artikels 53 GRCh erörtert. Die Arbeit schließt mit einer Betrachtung der mehrpoligen Grundrechtsverhältnisse.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 14
Einleitung 17
Kapitel 1: Der Einfluss des Art. 52 Abs. 3 GRCh im Grundrechtsregime der Charta 19
A. Fragestellung 20
B. Auswirkungen 21
Kapitel 2: Vertretene Lesarten des Art. 52 Abs. 3 GRCh und Folgerungen für das Gesamtverständnis der Charta 25
A. Die allgemeinen („horizontalen“) Bestimmungen der Charta 25
B. Spektrum der Lesarten des Art. 52 Abs. 3 Satz 1 GRCh 29
I. Transferklausel und Identitätskonzept 29
II. Schrankenklausel 37
III. Auslegungsregel 40
IV. Hinweis auf die EMRK als besonders bedeutende Rechtserkenntnisquelle 42
C. Auslegungen des Art. 52 Abs. 3 Satz 2 GRCh in Korrelation zu den Lesarten des Satzes 1 46
I. Bezogen auf Satz 1 als Transfer- und Identitätsklausel 46
1. Absinken des EMRK-Schutzes pro futuro 47
2. Abweichender Unteransatz: Satz 2 als Ausnahme zu Satz 1 48
II. Bezogen auf Satz 1 als Schrankenklausel 50
III. Bezogen auf Satz 1 als Auslegungsregel 50
IV. Resümee 51
D. Bedeutung der chartarechtlichen Bestimmungen im jeweiligen Licht der unterschiedlichen Ansätze 51
I. Transferklausel und Identitätskonzept 51
II. Schrankenklausel 54
III. Auslegungsregel 55
IV. Resümee 56
E. Beobachtungen 57
Kapitel 3: Die Erläuterungen der Konventspräsidien als zu berücksichtigende Auslegungshilfe 59
A. Erfordernis einer Einbeziehung der Erläuterungen in die Auslegung 62
I. Auslegung der Charta anhand europarechtlich überkommener Auslegungsgrundsätze 63
II. Positivierte Bezugnahmen auf die Erläuterungen 64
1. Art. 52 Abs. 7 GRCh 64
a) „Gebührende“ Berücksichtigung als Relativierung 65
b) Vertragspolitischer Konnex zwischen der Einfügung eines schriftlichen Grundrechtskatalogs und Art. 52 Abs. 7 GRCh 67
c) Art. 52 Abs. 7 GRCh als Kompromiss unterschiedlicher Vorstellungen für den unionalen Grundrechtsschutz 71
2. Art. 6 Abs. 1 UAbs. 3 Var. 2 EUV n. F. 75
a) Vergleich mit Art. 52 Abs. 7 GRCh 75
b) Nochmalige Bestärkung des Konnexes von Verbindlichwerden der Charta und der Berücksichtigung der Erläuterungen in der Auslegung 77
c) Anwendbarkeit neben Art. 52 Abs. 7 GRCh 78
3. Abs. 5 Satz 2 der Präambel der Charta 79
4. Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union 80
5. Ergebnis 83
III. Weiter gehende Rolle der Erläuterungen in Anwendung allgemeiner Auslegungsgrundsätze 83
1. Dokumentarischer Charakter der Erläuterungen 84
2. Berücksichtigung entstehungsgeschichtlicher Momente bei der Auslegung von Primärrecht 86
3. Insbesondere: Die Erläuterungen als Ausdruck eines „Konventswillens“ oder „Konventspräsidiumswillens“ 88
a) Zurechnung zum Konvent 90
b) Zurechnung zum Konventspräsidium 91
c) Rechtliche Einordnung 92
d) Berücksichtigung der Erläuterungen als Ausdruck des Konventspräsidiumswillens 95
4. Ergebnis 95
IV. Ergebnis 96
B. Den Erläuterungen enthaltene Aussagen zur Auslegung des Art. 52 Abs. 3 GRCh 96
I. Eindeutige Aussagen der Erläuterung zu Art. 52 Abs. 3 als Auslegungshinweise 97
1. Erläuterung zu Art. 52 97
a) Feststellung von Ergebnissen der Anwendung des Tatbestandes des Art. 52 Abs. 3 Satz 1 GRCh 98
b) Hinweise zum abstrakten Verständnis der Norm 99
2. Erläuterungen solcher Artikel der Charta, die in den Auflistungen der Erläuterung zu Art. 52 genannt sind 100
II. Offene Fragen 101
III. Lesarten der Erläuterungen als Auslegungsvarianten der Charta 104
1. „Entsprechen“ als entscheidendes Kriterium für die Anwendbarkeit bestimmter genuin chartarechtlicher Normen 105
a) Ansatz 105
b) Bedenken 107
aa) Kohärenz der Schutzbereiche 107
bb) Relevanz konventionsrechtlicher Negativdefinitionen als Rechtsfolge 111
cc) Abgrenzungsfunktion des Merkmals „entsprechen“ 112
c) Ergebnis 112
2. Einbeziehung des Art. 52 Abs. 3 Satz 2 GRCh 113
a) Ansatz 114
b) Erster Unteransatz: Sowohl „Tragweite“ (S. 1) als auch „Schutz“ (S. 2) meinen Schutzbereich 115
c) Zweiter Unteransatz: „Tragweite“ und „Schutz“ sind begrifflich weiter als „Schutzbereich“ 118
C. Ergebnis 119
Kapitel 4: Rekonstruktion des Verständnisses von Art. 52 Abs. 3 GRCh 121
A. Art. 52 Abs. 3 Satz 1 GRCh 121
I. „Bedeutung“ und „Tragweite“ als zentrale Begriffe auf Rechtsfolgenseite der Norm 123
1. Aufgreifen von überkommenen Begriffsverständnissen europäischer Grundrechtslehren 126
2. Anknüpfen an Begriffsverständnisse des sonstigen acquis communautaire 127
3. Systematische Stellung in Art. 52 GRCh 129
4. Semantische Erwägungen 130
a) „Tragweite“ 130
b) „Bedeutung“ 132
5. Teleologische Auslegung 134
a) Umfassender Charakter von Tatbestands- und Rechtsfolgenseite des Art. 52 Abs. 3 Satz 1 GRCh 134
b) Kohärenz zwischen Charta und EMRK 136
aa) Zur Vermeidung völkerrechtlicher Haftung 136
bb) Als Programm der Unionsverträge 139
cc) Meistbegünstigung und Art. 52 Abs. 3 Satz 1 GRCh 140
c) Kohärenz des Art. 52 Abs. 3 Satz 1 GRCh als Kohärenz in einem umfassenden Sinne 141
6. „Bedeutung und Tragweite“ als Begriffspaar für umfassende Kohärenz 141
a) „Tragweite“ in einem umfassender Kohärenz verpflichteten Verständnis 143
b) „Bedeutung“ als Beschreibung der die „Tragweite“ konstituierenden Elemente 143
7. Ergebnis 145
II. Transfer konventionsrechtlichen Grundrechtsschutzes als Rechtsfolge („shall be the same“) 145
1. „Gleiche“ und genuin chartarechtliche Bedeutung und Tragweite 145
2. „Entsprechende“ genuin chartarechtliche Schutzbereiche 146
3. Transfer und Anwendung von Konventionsrechten 149
III. „Entsprechen“ eines Chartarechts und eines Konventionsrechts als Tatbestandsvoraussetzung 152
1. Grundlegungen 153
a) Gebührende Berücksichtigung der Erläuterungen 153
b) Ähnlichkeit der in Betracht kommenden Charta- und Konventionsrechte 154
2. Die tatbestandliche Erfassung „sich entsprechender“ Rechte als Voraussetzung umfassender Kohärenz 154
a) Einzelfallunabhängige Betrachtung 156
b) Vergleich im Rahmen der Subsumtion 157
c) Beispiel 157
3. Teleologische Reduktion bei bereits bestehender Kohärenz? 158
4. Streitfall: Art. 5 Abs. 2–5 EMRK 158
5. Von den Erläuterungen festgestelltes „Entsprechen“ und Art. 52 Abs. 3 Satz 1 GRCh 161
IV. Verhältnis zu Art. 52 Abs. 2 GRCh 162
B. Zwischenergebnis zur Frage eines genuin chartarechtlichen Grundrechtsschutzes – Bedeutsamkeit der „entsprechenden“ Chartaartikel 164
I. Enumerationsfunktion 165
II. Subsidiärer genuin chartarechtlicher Grundrechtsschutz im Falle eines Absinkens des EMRK-Schutzes pro futuro 167
C. Art. 52 Abs. 3 Satz 2 GRCh 168
I. Ausgangslage 170
1. Deskriptiver Wortlaut und möglicher deklaratorischer Charakter der Norm 170
2. Anwendungsbereich des Satzes 1 171
3. Mögliche Verortung von Tatbestand und Rechtsfolge 173
II. „Weiter gehender Schutz“ durch „das Recht der Union“ als zentrale Merkmale der Regelung 173
1. „Recht der Union“ 173
a) Unionsrecht und Gemeinschaftsrecht 173
b) Recht der Charta 177
c) Ergebnis 179
2. „Weiter gehender Schutz“ 179
a) Schützendes Unionsrecht 180
b) Schutz, der „weiter gehend“ ist 180
3. Ergebnis 181
III. Rechtsfolge und Verhältnis zu Satz 1 181
IV. Einzelfallbezogenheit des weiter gehenden Schutzes 182
D. Ergebnis 183
I. Art. 52 Abs. 3 GRCh 183
II. Zur Frage eines genuin chartarechtlichen Grundrechtsschutzes 186
1. Genuin chartarechtlicher Charakter des unionalen Grundrechtsschutzes als Frage der praktischen Reichweite des Art. 52 Abs. 3 Satz 2 GRCh 187
2. Transferiertes Konventionsrecht und genuines Chartarecht in der Rechtsprechungshoheit des EuGH 187
Kapitel 5: Mögliche Auswirkungen des Art. 53 GRCh auf das gefundene Verständnis der Charta nach Art. 52 Abs. 3 GRCh 191
A. These vom Bedeutungswandel der Art. 53 EMRK entlehnten Regelungen im unionsrechtlichen Zusammenhang 194
B. Art. 53 EMRK 197
I. Regelung der Auslegung 197
II. Regelung hinsichtlich des materiellen Grundrechtsschutzes durch Grundrechte anderer Quellen 199
III. Regelung des Verhältnisses eines anwendbaren Konventionsrechts zu einem gleichermaßen anwendbaren anderen Grundrecht – ‚Konkurrenzenregelung‘ 200
IV. Fazit 202
C. Auslegung des Art. 53 GRCh unter Berücksichtigung des Verständnisses des Art. 53 EMRK 203
I. Wortlaut 204
II. Regelung der Auslegung 206
III. Regelung hinsichtlich des materiellen Grundrechtsschutzes durch Grundrechte anderer Quellen 207
1. Unionaler Bedeutungszusammenhang 207
a) Insbesondere: Bindung der Mitgliedstaaten an Grundrechte der Charta 208
aa) Bindung in Umsetzung von Gemeinschafts- und zukünftigem Unionsrecht 208
bb) Bindung bei Einschränkungen von Grundfreiheiten 210
cc) Ergebnis 215
b) Niederschlag im Verständnis des Art. 53 GRCh 216
2. Differenzierung nach den in Bezug genommenen Grundrechtsordnungen 216
a) „Recht der Union“ und „Verfassungen der Mitgliedstaaten“ 216
b) „Völkerrecht“ und „internationale Übereinkünfte“ 218
3. Ergebnis und Zwischenergebnis zur These vom Bedeutungswandel 219
IV. Mindestschutz durch Geltung von Grundrechten der genannten Quellen im Unionsrecht 220
V. Regelung der Anwendbarkeit von Chartarechten 221
1. Grundrechte „paralleler Grundrechtsordnungen“ und der Charta 222
a) Konkrete Anwendung der Norm als ‚einseitige Konkurrenzenregelung‘ 224
b) Mindestschutz durch Regelung der Nicht-Anwendbarkeit der Charta 225
2. Regelung von Konkurrenzen im Unionsrecht 227
3. Ergebnis und weiteres Zwischenergebnis zur These vom Bedeutungswandel 229
D. Ergebnis 230
Kapitel 6: Transferierte Konventionsrechte und genuine Chartarechte in mehrpoligen Grundrechtsverhältnissen 232
A. Mehrpolige Grundrechtsverhältnisse als Herausforderung der Rechtsanwendung 233
I. Grundrechtskollision als mehrpoliges Grundrechtsverhältnis 233
II. Mehrpoliges Grundrechtsverhältnis als an die Methodik gerichtete Forderung 236
III. Vor- und Nachteile eines Denkens in mehrpoligen Grundrechtsverhältnissen 237
B. Konstellationen mehrpoliger Rechtsverhältnisse im Primärrecht 240
I. Mehrpolige Unionsgrundrechtsverhältnisse 241
II. Mehrpolige Grundfreiheitsverhältnisse 242
III. Mehrpolige Grundrechts- und Grundfreiheitsverhältnisse 243
IV. Fazit 245
C. Kohärenz im mehrpoligen Charta-Grundrechtsverhältnis 246
I. Herausgeforderte Kohärenz durch primärrechtliches Nebeneinander von transferierten Konventionsrechten und genuinen Chartarechten 246
II. Teleologische Bedenken 247
III. Konkretisierung der Grundrechte und Kohärenz 247
IV. Mögliche Implikationen 248
1. Absoluter Vorrang von transferierten Konventionsrechten 248
2. Determinierung des Abwägungsvorgangs 248
3. Höhere Gewichtung konventionsrechtlich geschützter Interessen 249
V. Ergebnis 251
D. „Weiter gehender Schutz“ gem. Art. 52 Abs. 3 Satz 2 GRCh im mehrpoligen Grundrechtsverhältnis 252
I. Konventionsverstoßvermeidende Auslegung des Satzes 2 253
II. „Weiter gehender Schutz durch Recht der Union“ im mehrpoligen Grundrechtsverhältnis 254
1. Isolierte Betrachtung des jeweiligen Individualinteresses 254
2. Gesamtbetrachtung der in Ausgleich zu bringenden Positionen 255
3. Maximalstandard 256
III. Ergebnis 257
Schluss 258
Thesen 264
Anhang: Erläuterungen zur Charta der Grundrechte – Auszüge – 266
Literaturverzeichnis 271
Sachverzeichnis 282