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Singelnstein, T. (2009). Diskurs und Kriminalität. Außergesetzliche Anwendungsregeln als diskursive Praktiken im Wechselverhältnis zwischen Kriminalisierungsdiskursen und Strafrechtsanwendung. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52997-1
Singelnstein, Tobias. Diskurs und Kriminalität: Außergesetzliche Anwendungsregeln als diskursive Praktiken im Wechselverhältnis zwischen Kriminalisierungsdiskursen und Strafrechtsanwendung. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52997-1
Singelnstein, T, (2009): Diskurs und Kriminalität: Außergesetzliche Anwendungsregeln als diskursive Praktiken im Wechselverhältnis zwischen Kriminalisierungsdiskursen und Strafrechtsanwendung, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52997-1

Format

Diskurs und Kriminalität

Außergesetzliche Anwendungsregeln als diskursive Praktiken im Wechselverhältnis zwischen Kriminalisierungsdiskursen und Strafrechtsanwendung

Singelnstein, Tobias

Schriften zur Rechtstheorie, Vol. 246

(2009)

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Abstract

Wie beeinflusst der Zeitgeist die Rechtsanwendung - und umgekehrt? Dieser Frage geht Tobias Singelnstein aus einer interpretativen kriminologischen Perspektive am Beispiel der Strafrechtsanwendung nach.

Der Autor entwickelt ein Konzept außergesetzlicher Anwendungsregeln, die die Rechtsanwendung leiten und so außerrechtliche Einflüsse in den Kriminalisierungsprozess transportieren. Diesen Ansatz verbindet er mit der sozialwissenschaftlichen Diskursanalyse im Anschluss an Foucault. Danach können gesellschaftliche Wissensbestände als interpretativer Rahmen von Kriminalisierungsprozessen verstanden werden. Mit diesem Modell analysiert Singelnstein, wie gesellschaftliche Vorstellungen über Kriminalität die Rechtsanwendung prägen und welchen Einfluss diese Praxis wiederum auf gesellschaftliche Vorstellungen hat. Er erklärt so, wie inhaltliche Grundlagen für die Zuschreibung im Kriminalisierungsprozess gebildet werden und wie sie über die herausgearbeiteten Anwendungsregeln in die Rechtsanwendung gelangen. Von diesen Befunden ausgehend widmet er sich sodann dem Aspekt der Macht, die der Rechtsanwendung im Kriminalisierungsprozess angesichts dessen innewohnt. Hierfür zieht er den Ansatz der Gouvernementalität heran. Damit legt der Autor eine in der "Recht und Gesellschaft"-Forschung zu verortende Arbeit vor, die die in den Sozialwissenschaften vieldiskutierten Konzepte der Diskursanalyse und der Gouvernementalität für die Kriminologie, die Rechtstheorie und -soziologie fruchtbar macht.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
A. Einführung 13
I. Forschungsgegenstand und Fragestellung 13
II. Ziel der Arbeit 15
III. Gang der Untersuchung 18
B. Theoretische Verortung 20
I. Soziologische Theorie 20
1. Interpretatives Paradigma 21
2. Ansätze und Entwicklung 22
3. Diskurs als Konzept im interpretativen Paradigma 25
4. Zusammenfassung 28
II. Kriminologische Theorie 28
1. Überblick 29
2. Die Labeling-Perspektive 30
3. Neuere Ansätze 33
4. Weitergehendes Erkenntnisinteresse 35
III. Zusammenschau und Ausblick 36
C. Rechtsanwendung im Prozess der Kriminalisierung 39
I. Instanzen und Spielräume 39
1. Das Wirken der Instanzen 39
2. Sachverhaltsfeststellung und Kontingenz 41
3. Normen und Interpretationsspielräume 43
4. Fazit und Relevanz 49
II. Spielraumausfüllung und außergesetzliche Regeln 51
1. Zur Rolle außergesetzlicher Regeln 51
2. Konzepte und Formen 54
3. Entstehungsbedingungen 58
4. Wissen als übergeordnete Ebene 63
III. Zusammenschau 65
D. Diskurs und Kriminalisierung 67
I. Anschlussfähigkeit des Diskurskonzepts 67
1. Kontingenz und Wissen 67
2. Erkenntnisinteresse 71
II. Diskurs als gesellschaftliches Wissen 73
1. Begriff 73
2. Struktur 79
3. Wandel 85
III. Effekte des Diskurses 90
1. Konstituierung von Wirklichkeit 90
2. Recht und Strafverfolgungsinstanzen 94
3. Diskurs als Wissensrahmen 97
IV. Formierung des Diskurses 101
1. Tiefenstruktur und Anwendung 101
2. Initiierung 104
3. Etablierung 108
4. Bedeutung des Rechts 111
V. Zusammenschau 113
E. Kriminalisierung als diskursive Praxis 114
I. Wissen und Kriminalisierung 114
1. Rolle des Wissens 114
2. Bedeutung der Subjekte 117
3. Fragestellungen 119
II. Diskursgeleitete Rechtsanwendung 122
1. Wissen als Grundlage 122
2. Wege des Wissens 124
3. Außergesetzliche Anwendungsregeln 128
4. Definitionsmacht des Diskurses 134
III. Formierung durch die Instanzen 135
1. Wissen und Wandel 135
2. Anwendungsregeln als Mechanismus der Formierung 138
3. Kriminalität der Instanzen 140
IV. Methodik und Schritte einer empirischen Umsetzung am Beispiel von Delikten mit extrem rechtem Hintergrund 142
1. Zur Methodologie und Methodik der Diskursanalyse 143
2. Allgemeiner gesellschaftlicher Diskurs über die extreme Rechte 147
3. Spezialdiskurse über Delikte mit extrem rechtem Hintergrund 153
4. Rechtsanwendung im Wandel 156
V. Zusammenfassung 163
F. Macht und Kriminalisierung 167
I. Kriminalität und Macht 167
1. Bisherige kriminologische Ansätze 167
2. Diskurs und Macht 169
II. Gouvernementalität als Ansatz 172
1. Grundlagen 172
2. Wirkungsweise und Bedeutung 176
III. Zur Gouvernementalität der Rechtsanwendung 179
1. Regierung, Kriminalität und Recht 180
2. Regierte Rechtsanwendung 186
3. Rechtsanwendung als Regierung 191
IV. Zusammenschau 196
G. Zusammenfassung und Bewertung 199
Literaturverzeichnis 204