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Schubert, D. (2009). Legal privilege und Nemo tenetur im reformierten europäischen Kartellermittlungsverfahren der VO 1/2003. Eine Untersuchung der Rechtslage im Gemeinschaftsrecht unter Berücksichtigung der Maßgaben von EMRK, IPBPR und Grundrechtscharta sowie der aktuellen Rechtsprechung von EuGH, EuG und EGMR. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53086-1
Schubert, Daniel. Legal privilege und Nemo tenetur im reformierten europäischen Kartellermittlungsverfahren der VO 1/2003: Eine Untersuchung der Rechtslage im Gemeinschaftsrecht unter Berücksichtigung der Maßgaben von EMRK, IPBPR und Grundrechtscharta sowie der aktuellen Rechtsprechung von EuGH, EuG und EGMR. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53086-1
Schubert, D, (2009): Legal privilege und Nemo tenetur im reformierten europäischen Kartellermittlungsverfahren der VO 1/2003: Eine Untersuchung der Rechtslage im Gemeinschaftsrecht unter Berücksichtigung der Maßgaben von EMRK, IPBPR und Grundrechtscharta sowie der aktuellen Rechtsprechung von EuGH, EuG und EGMR, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53086-1

Format

Legal privilege und Nemo tenetur im reformierten europäischen Kartellermittlungsverfahren der VO 1/2003

Eine Untersuchung der Rechtslage im Gemeinschaftsrecht unter Berücksichtigung der Maßgaben von EMRK, IPBPR und Grundrechtscharta sowie der aktuellen Rechtsprechung von EuGH, EuG und EGMR

Schubert, Daniel

Beiträge zum Europäischen Wirtschaftsrecht, Vol. 54

(2009)

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Abstract

Auch nach der grundlegenden Neugestaltung des europäischen Kartellverfahrens durch die VO 1/2003 mit dem Wechsel zum Legalausnahmesystem bleiben die Fülle und Reichweite der Ermittlungsbefugnisse der Kommission angesichts der immer schärferen Kartellsanktionen höchst problematisch.

In diesem Zusammenhang konzentriert sich Daniel Schubert zum einen auf das Kernproblem des Vertraulichkeitsschutzes von Rechtsberatungsunterlagen (legal privilege) im Rahmen externer anwaltlicher, aber auch unternehmensinterner Rechtsberatung durch Unternehmensjuristen. Zum anderen befasst er sich mit der Frage der Geltung des nemo-tenetur-Satzes im Sinne eines Auskunftsverweigerungsrechts der betroffenen Unternehmen. Dazu verfolgt und vergleicht er die aktuelle Rechtsprechung von EuGH und EuG, etwa im Fall "Akzo / Akcros", sowie demgegenüber die des EGMR zu den Vorgaben der EMRK.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 16
Einführung 21
A. Hintergrund: Europäisches Kartellrecht und -verfahren 21
B. Problemaufriss: Ermittlungen gegen Unternehmen durch die Kommission als Gemeinschaftsbehörde, Verfahrensstellung der betroffenen Unternehmen 23
C. Darstellungsweise / Gang der Untersuchung 25
Grundlagen: Verfahrensbezogener Grundrechtsstandard im Gemeinschaftsrecht 26
A. Positives Gemeinschaftsrecht und EU-Grundrechtscharta 26
B. Verfassungsrechte der Mitgliedstaaten 30
C. Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) 31
D. Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR) 37
Erstes Kapitel: Das EG-Kartellermittlungsverfahren: Sanktionen und Ermittlungsbefugnisse 39
A. Charakter und Struktur des Verfahrens 39
B. Sanktionen 42
I. Verwaltungsverfügungen und Zwangsgelder 42
II. Geldbußen, Art. 23 VO 1/2003 44
1. Höhe, Bemessung und Wirkung 46
2. Problem der Rechtsnatur 55
a) Verordnungswortlaut und Entstehungsgeschichte 56
b) Verständnis von Art. 23 Abs. 5 VO 1/2003 58
c) Strafe im engeren Sinne (Kriminalstrafe) 67
d) „Verwaltungsstrafe“ (sanction administrative) 73
e) Sanktion sui generis 76
f) Strafe im weiteren Sinne 80
aa) Argumente 81
bb) Stellungnahme 83
3. Konsequenzen der Einordnung 91
III. Zusammenfassung 96
C. Ermittlungsbefugnisse der Kommission 98
I. Ausgangssituation: Besonderheiten der Ermittlung in Wettbewerbssachen 98
II. System der Ermittlungsmaßnahmen im gegenwärtigen Verfahrensrecht 101
1. Grundsätze der VO 1/2003 für das Ermittlungsverfahren 101
a) Allgemeine Verfahrensprinzipien 101
b) Ermittlungsmaßnahmen und Anfangsverdacht 103
2. Auskunftsverlangen, Art. 18 VO 1/2003 105
a) Adressatenkreis 106
b) Voraussetzungen und Reichweite der Ermittlungsmaßnahme 107
c) Unterarten und System 110
d) Mitwirkungspflichten der Betroffenen und Belehrungsvorschriften 117
aa) Einfaches Auskunftsverlangen 117
bb) Förmliche Auskunftsentscheidung 119
e) Beantwortung des Auskunftsverlangens, Art. 18 Abs. 4 VO 124
aa) Beantwortung durch Unternehmensinhaber und -vertreter 124
bb) Beantwortung durch Rechtsanwälte 125
f) Zusammenfassung, Problematik und Kritik 126
3. Befragung, Art. 19 VO 1/2003 127
a) Zweck, Voraussetzungen und Verfahren 128
b) Hinweispflichten und Zustimmungserfordernis 129
c) Aufzeichnung/Protokollierung 131
d) Pflicht zur Befragung angebotener Entlastungszeugen? 132
e) Zusammenfassung und Bewertung, praktische Bedeutung 135
4. Nachprüfungen, Art. 20 und 21 VO 1/2003 138
a) Grundsätzliches zum Nachprüfungsrecht 139
b) Nachprüfungen „bei Unternehmen“, Art. 20 VO 1/2003 141
aa) Systematik der Regelung: Prüfungsauftrag und Prüfungsentscheidung 141
bb) Reichweite der Befugnisse und Mitwirkungspflichten im Einzelnen 143
cc) Zwangsdurchsetzung, Beteiligung nationaler Behörden und Verfahren 147
c) Nachprüfungen „in anderen Räumlichkeiten“, Art. 21 VO 1/2003 151
aa) Voraussetzungen 152
bb) Umfang und Reichweite der Nachprüfungsbefugnis 154
cc) Nationaler Richtervorbehalt, Art. 21 Abs. 3 155
d) Zusammenfassung 159
5. Überprüfung einzelner Wirtschaftszweige und Arten von Vereinbarungen, Art. 17 VO 1/2003 159
III. Zusammenfassung 162
Zweites Kapitel: Rechtsberatung, anwaltlicher Beistand und Vertraulichkeitsprivileg 163
A. Recht auf freie Konsultation und Hinzuziehung von Rechtsberatern 166
B. Schutz der Vertraulichkeit und Zugriffsfreiheit juristischer Beratung und juristischen Schriftverkehrs (legal professional privilege) 172
I. Legal privilege im positiven Gemeinschaftsrecht: Entwicklung und Status quo 175
II. Grundlagen und Herleitung 180
1. Rechtstraditionen der Mitgliedstaaten 184
a) Vereinigtes Königreich und Common law-Jurisdiktionen 185
b) Frankreich 189
c) Deutschland 195
d) Fazit 202
2. EMRK 203
3. IPBPR 210
4. Grundrechtscharta 211
5. Zwischenergebnis 213
III. Gegenwärtige Handhabung im Gemeinschaftsrecht 214
1. Entscheidung „AM&S“ des EuGH vom 18. Mai 1982 214
2. Entscheidung „Hilti“ des EuG vom 4. April 1990 222
3. Haltung und Praxis der Kommission 224
IV. Kritikpunkte der Literatur 230
1. Ausschluss angestellter Juristen 231
2. Ausschluss EU-/EWR-auswärtiger Anwälte 236
3. Weitere Kritikpunkte 238
4. Bewertung 239
V. Reformen im Sekundärrecht und Auswirkungen auf das LPP 240
1. Kartellverordnung 1/2003 – Verschärfung statt Lösung des Problems 240
a) Legalausnahmesystem (Art. 1 VO) 241
b) Ausweitung der Befragungsbefugnisse (Art. 19 und 20 VO) 246
c) Informationsaustausch im European Competition Network (Art. 12 VO) 248
d) Zusammenfassung 261
2. Fusionskontrollverordnung 139/2004 262
VI. Kursänderung der Gerichte? Verfahren „Akzo/Akcros“: Stand und Erwartungen 264
1. Sachverhalt 264
2. Beschluss des PräsEuG vom 30. Oktober 2003 266
a) Verletzung des legal privilege 268
b) Prüfungsverfahren vor Ort 270
c) Dringlichkeit, Interessenabwägung und Ergebnis 272
3. Beschluss des PräsEuGH vom 27. September 2004 274
4. Erwartungen vor der Hauptsacheentscheidung des EuG 276
5. Urteil des EuG vom 17. September 2007 279
a) Prüfungsverfahren vor Ort und Rüge von Verfahrensverstößen 282
b) Ablehnung des materiellen Schutzes durch das LPP 287
aa) Schutz von Vorbereitungsunterlagen (preparatory documents) 287
bb) Schutz der Korrespondenz mit Unternehmensjuristen 290
c) Verletzung „fundamentaler Rechte“ 298
6. Bewertung und Kritik der Ergebnisse des EuG 299
a) Prüfungsverfahren vor Ort 299
b) Schutz von Vorbereitungsunterlagen (preparatory documents) 302
c) Kein Privileg für Kommunikation mit Syndikusanwälten 306
aa) Auslegung und Anwendung von „AM&S“ durch das EuG 307
bb) Argument der Veränderungen in den Rechten der Mitgliedstaaten 308
cc) Argument der Veränderungen im Gemeinschaftsrecht 313
dd) Weitere Argumente 319
d) Fazit und Ausblick 323
VII. Problemschwerpunkte und Lösungsansätze 326
1. Legal privilege und „Unabhängigkeit“ – Einbeziehung von Unternehmensjuristen und Syndikusanwälten? 327
a) Argumente für die Einbeziehung – Zusammenfassung 327
b) Gegenargumente – Zusammenstellung und Diskussion 333
c) Maßgaben für eine Lösung 340
d) Bewertung der Lösungsansätze 341
aa) Lösungsansätze aus der Diskussion zum nationalen deutschen Recht 342
bb) Anknüpfen an mitgliedstaatliche Anwaltszulassung und Standesregeln 358
cc) Einheitliches europäisches Berufsrecht für Unternehmensjuristen 372
dd) „Functional test“ nach US-Vorbild 382
2. Legal privilege und EU-Ausland – Einbeziehung EU-auswärtiger Anwälte und Juristen? 385
a) Problemstellung und gegenwärtige Rechtslage 387
b) Lösungsmöglichkeiten und Gegenargumente 389
3. Verfahren der Durchsetzung und Erstentscheidung 393
VIII. Eigene Stellungnahme 395
1. LPP für Unternehmensjuristen und Syndikusanwälte 396
a) Ausgangslage 396
b) Blockadehaltung der Kommission 397
c) Grundrecht auf Rechtsberatung als wahre Grundlage des LPP 399
d) Gegenargumente: Missbrauchsgefahr und Effizienz der Ermittlungen? 404
e) Kernaspekt der Berufsregeln und standesethischen Bindung 407
f) Ergebnis: Einbeziehung aller berufsethisch hinreichend gebundenen Rechtsberater 410
2. LPP für EU-auswärtige Rechtsanwälte und Juristen 413
IX. Zusammenfassung und Ergebnis 417
Drittes Kapitel: Auskunftsverweigerungsrecht und Selbstbelastungsfreiheit (nemo tenetur) 421
A. Grundlagen und Problemstellung 422
I. Inhalt und Reichweite des Schutzes 423
II. Herleitungsfrage (am Beispiel des deutschen Rechts) 425
III. Anwendbarkeit bei Kollektiven und juristischen Personen 428
IV. Zwischenergebnis und Relevanz im neuen EG-Kartellverfahren 432
B. Rechtslage im gegenwärtigen Gemeinschaftskartellrecht 433
I. Selbstbelastungsfreiheit im positiven Gemeinschaftsrecht 433
II. Gesetzgebungsgeschichte der Kartellverordnungen 437
III. Position des EuGH: „Orkem“ -Rechtsprechung – Analyse und Bewertung 443
1. Fälle „Orkem“ und „Solvay“ 444
a) Sachverhalte 444
b) Klagegründe und Vorbringen der Parteien 445
c) Schlussplädoyer des Generalanwalts und kritische Auseinandersetzung 448
aa) Rechtmäßigkeit und Erforderlichkeit der Auskunftsverlangen 449
bb) Selbstbelastungsfreiheit 450
(1) Wortlaut der Kartellverordnung und Wille des Verordnungsgebers 450
(2) Rechte der Mitgliedstaaten 451
(3) IPBPR – Problematik der Anwendbarkeit und Auslegung 456
(4) EMRK – kritische Analyse vor dem Hintergrund der fortentwickelten Rechtsprechung des EGMR 460
cc) Fazit zum Plädoyer des Generalanwalts 472
d) Entscheidung des Gerichtshofs 473
aa) „Allgemeine Grundsätze des Gemeinschaftsrechts“ 475
bb) „Rechte der Verteidigung“ als Einschränkung der Auskunftsbefugnis 477
cc) Differenzierung im Einzelnen 479
dd) Zusammenfassung und Kritik 482
2. Bestätigungen und weitere Entwicklung der Rechtsprechung 484
a) „Otto/Postbank“ (EuGH vom 10. November 1993) 485
b) „Société Générale“ (EuG vom 8. März 1995) 486
c) „PVC I“ (EuG vom 20. April 1999) 487
d) „Mannesmannröhren-Werke“ (EuG vom 20. Februar 2001) 488
e) „PVC II“ (EuGH vom 15. Oktober 2002) 492
f) „Tokai Carbon“ (EuG vom 29. April 2004) 496
g) „SGL Carbon“ (EuGH vom 29. Juni 2006) 499
3. Bewertung in der Literatur 500
C. Zusammenfassung und Maßgaben zur künftigen Handhabung im europäischen Kartellverfahren 505
I. Ausgangspunkt „Orkem“ 505
II. Schlussfolgerungen aus dem IPBPR? 506
III. Zwingende Implikationen der EMRK in der Auslegung durch den EGMR 507
IV. Herleitungsfrage 516
V. Ergebnis und Schlussthesen 519
Anhang: Rechtsstellung und anwaltliche Zulassungsfähigkeit von Unternehmensjuristen in den europäischen Staaten (Stand: Juli 2007) 524
I. „neue“ EU-Mitgliedstaaten (Beitritt 2004 bzw. 2007) 524
II. „alte“ EU-Mitgliedstaaten (Stand: Mai 2007) 528
III. EWR-Mitglieder (Stand: Mai 2007) 532
Literaturverzeichnis 533
Sach- und Personenregister 555