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Meissner, A. (2009). Die Nationalisierung der Volksschule. Geschichtspolitik im Niederen Schulwesen Preußens und des deutschsprachigen Österreich, 1866 bis 1933/38. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52749-6
Meissner, Andrea. Die Nationalisierung der Volksschule: Geschichtspolitik im Niederen Schulwesen Preußens und des deutschsprachigen Österreich, 1866 bis 1933/38. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52749-6
Meissner, A, (2009): Die Nationalisierung der Volksschule: Geschichtspolitik im Niederen Schulwesen Preußens und des deutschsprachigen Österreich, 1866 bis 1933/38, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52749-6

Format

Die Nationalisierung der Volksschule

Geschichtspolitik im Niederen Schulwesen Preußens und des deutschsprachigen Österreich, 1866 bis 1933/38

Meissner, Andrea

Quellen und Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte, Vol. 38

(2009)

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Abstract

Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, wie die historische Wissensvermittlung an den Volksschulen Preußens und des deutschsprachigen Österreich zur Popularisierung nationaler Selbstbilder beitrug. Lese- und Geschichtsschulbücher sowie Schulfeiern werden dabei in doppelter Perspektive analysiert: Zum einen als Manifestationen von Geschichtspolitik vor dem Hintergrund pädagogisch-professioneller und staatlicher Interessen; zum anderen als raffiniert gestaltete Massenmedien und Inszenierungen, die intensiv rezipiert wurden. Andrea Meissner greift die für die Nationalismusforschung entwickelten kulturgeschichtlichen Methoden auf, indem sie die mythische und emotionale Aufladung von Gründungserzählungen, Heldengestalten, Feindbildern und Kollektivbegriffen analysiert. Mit dem Vergleich von Preußen und dem deutschsprachigen Österreich erfasst sie die Vielfalt der Vorstellungen von der deutschen Nation und zeichnet eine ambivalente Beziehungsgeschichte nach. Der breit angelegte Zeitrahmen erlaubt es, die langfristige Etablierung bestimmter Nationsvorstellungen, aber auch Umdeutungen und Radikalisierungsprozesse zu verfolgen. Relevant sind hierbei vor allem die hohe Bedeutsamkeit von Kriegsmythen, die Leitbilder von Freiheit, Teilhabe und nationaler Einheit transportierten, ebenso wie der Aufstieg des Volksbegriffs, der zugleich demokratisch und "völkisch" deutbar war.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Einleitung 15
A. Die kulturelle Konstruktion der Nation 16
B. Das Volksschulwesen als Feld von Geschichtspolitik 19
C. Zur Methode 24
D. Preußen und das deutschsprachige Österreich als Gegenstände der Nationalismusforschung 33
Bemerkung zum Verweisungsystem 47
Kapitel 1: Preußen 1871–1918 48
A. Konfliktkonstellationen und integrationspolitische Problemlage 48
B. Akademische Geschichtsschreibung und außerschulische Geschichtskultur 50
C. Geschichtsbilder für die preußischen Volksschulen 57
I. Politische Rahmenbedingungen im Volksschulwesen 57
II. Die Verselbstständigung der Pädagogik 63
III. Inhaltliche Vorgaben zum Geschichtsunterricht 68
IV. Schulbuchpolitik 73
V. Die preußische Schulbuchhistoriographie 79
1. Schulbücher vor 1871 79
2. Integrationspolitische Strategien nach der Reichsgründung 82
a) Der „deutsche Beruf“ Preußens 84
b) Die Reichsidee 87
c) Kriege als integrative Gründungsmythen 88
3. Probleme des borussianischen Geschichtsbildes 97
a) Prussozentrismus 97
b) Reproduktion des konfessionellen Konfliktes 98
c) Ausgrenzung der polnischsprachigen Minderheit 103
d) Rivalitäten zwischen Konservatismus und Liberalismus 106
4. Neue Lösungsstrategien: Komplexitätsreduktion durch Enthistorisierung 110
a) Preußen: Vom Untertanen- zum Staatsbürgerverband 112
b) Der Kaiser: Modernisierung zum „sozialen Kaisertum“ und Personalisierung 115
c) Die Weltmacht: Zukunft statt Vergangenheit 117
d) Radikalisierung des Kriegsmythos 120
e) „Heimat“ und Germanenmythos 121
VI. Sinnstiftungsversuche im Ersten Weltkrieg 131
D. Fazit 143
Kapitel 2: Preußen 1918–1933 150
A. Schulpolitik und Schulbuchpolitik 152
I. Initiativen zur Revision von Lehrplänen und Schulbüchern 157
B. Versuche einer Republikanisierung des Geschichtsbildes in Schulbüchern und Schulfeiern\r 164
I. Anschluss an die sozialkritische Kulturgeschichte des Kaiserreichs 167
II. Republikanisierung der nationalen Mythologie 168
1. Republikanisierung des Germanenmythos 169
2. Leitbild Revolution oder Reform von oben? 170
3. Die Auseinandersetzung mit dem Reichsmythos und der Monarchie 175
a) Fürstenherrschaft 177
b) Kaisertum 178
c) Bismarck 179
d) Kampf um Siedlungsraum: Verschiebung des Nationsdiskurses zum Raumdenken 181
4. Der Volkskrieg als Inbegriff von Partizipation und nationaler Einheit 183
5. „Burgfrieden“ und „Augusterlebnis“ von 1914 als republikanische Gründungsmythen 186
III. Legitimation der Republik durch ihre Leistungen 189
IV. Die Deutung desWeltkrieges und der Gegenwart im Kontext von Versailles 192
1. Anti-Versailles-Propaganda 192
2. Die Kriegsschuldfrage 196
V. Fazit 199
C. Republikskeptische Geschichtsinterpretationen 204
I. Die Deutung desWeltkrieges 207
II. Die Beurteilung der Revolution von 1918 216
III. Der Kampf gegen Versailles als politisches Projekt 217
IV. Das „Reich“ als politisches Projekt 222
V. Fazit 226
D. Überschneidungen der Diskursfelder von Republikanismus und antidemokratischem Nationalismus 229
Kapitel 3: Österreich 1866 –1918 244
A. Das Verhältnis des deutschsprachigen Österreich zur deutschen Nation 244
B. Entwicklungsstrukturen des Volksschulwesens 254
C. Die Normierung des Geschichtsunterrichts 262
D. Schulbuchproduktion und Schulbuchzulassungspolitik 267
E. Das offizielle Geschichtsbild: Schulbücher aus dem staatlichen Verlag 274
I. Paradigmenwechsel im Zuge der liberalen Schulreform 275
II. Zentrale Mythen in der Schulbuchliteratur nach 1869 278
1. Die Suche nach einem Ursprung 278
2. Die Ostmark als Bollwerk des Reiches und des christlichen Abendlandes 280
3. Die Kreuzzüge als christliches und nationales Projekt 283
4. Die Türkenkriege als Rettung des Abendlandes und Deutschlands 285
5. Die napoleonischen Kriege als Behauptung habsburgischer Souveränität und als Befreiung Europas 288
III. Die Struktur der habsburgischen Reichsmythologie 294
IV. Tendenzen der Nationalisierung seit den 1890er Jahren 300
F. Der Kaiserkult und seine Konkurrenz 310
I. Das Verhältnis zwischen dem Monarchen und seinen Untertanen in den Schulbüchern 315
G. Divergenz der Geschichtsbilder nach 1900 318
I. Katholisch-konservative Lesebücher aus Privatverlagen: Beschränkung auf Österreich 319
II. Bürgerschul-Bücher aus Privatverlagen: Die liberalnationale Variante 320
H. Nationalisierungsschub im Weltkrieg\r 329
I. Fazit 341
Kapitel 4: Österreich 1918 –1938\r 350
A. Die Suche nach einem Gründungskonsens in der Ersten Republik 350
I. Die Positionen der akademischen Historiographie 355
II. Schulpolitische Konstellationen und Kräfteverhältnisse in der Gründungsphase der Republik 358
III. Curriculare Weichenstellungen\r 360
IV. Die prorepublikanischen Ergänzungshefte von 1919 363
1. Die republikanische Neuinterpretation der deutsch-österreichischen Geschichte 365
a) Die Katastrophe des Weltkrieges als Delegitimation der alten Ordnung 365
b) Die Begründung republikanischer Traditionen 367
aa) Die Germanen als Republikaner 367
bb) Die nationalen Revolutionen und die Gründung der Republik 368
cc) Das Volk als Akteur der Geschichte 372
2. Ambivalenzen und innere Widersprüche des republikanisierten Geschichtsbildes 373
V. Verzögerungen der Republikanisierung 377
B. Lagerkonflikte und widerwillige Kompromisse 379
I. Die Steigerung der schulpolitischen Konflikte 379
II. Schulbücher als Lagerpolitik 384
1. Deutschnationaler Antirepublikanismus 384
2. Die Sozialdemokratie: Soziale Revolution und Anschlusswunsch 387
3. Die christlichsoziale Unterlegenheit im Deutungskampf 391
III. Kompromissversuche 395
1. Die neuen Lesebücher: Kompromiss auf volksnational-egalitärer Basis 396
2. Die Geschichtsbücher für die Hauptschulen: Kompromiss auf liberalnationaler Basis 402
a) Die tendenziell sozialdemokratische Variante 403
b) Die tendenziell deutschnationale Variante 409
c) Die tendenziell christlichsoziale Variante 413
IV. Schulfeiern als Indikator für die Reichweite der Republikanisierung 416
C. Fazit 420
D. Die Fortsetzung des Bürgerkrieges mit symbolischen Mitteln im „Ständestaat“ 427
I. Politische „Säuberungen“: Personalpolitik im Schulwesen und Revision der Lehrpläne 432
II. Vorgaben zum Geschichtsunterricht 434
III. Die Installierung eines Festkalenders 436
IV. Die Revision des Geschichtsbildes 440
1. Die Rehabilitation der vorrevolutionären Vergangenheit 443
2. Die historische Herleitung des „Neuen Österreich“ 448
3. Österreich als das „bessere“ Deutschland 451
V. Fazit 454
Vergleichendes Resümee 458
A. Schulbücher als historische Quellen 459
B. Zur Struktur von Historizität 460
C. Stabilisierung von Diskursen? 462
D. Zur Nationalismus-Typologie 469
E. Neuer Nationalismus 476
F. Beziehungsgeschichte 477
Quellenverzeichnis 480
A. Preußen 480
I. Archivalien 480
Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin (GStA PK) 480
Kultusministerium 480
Geheimes Zivilkabinett 481
Ministerium des Innern 481
Landeshauptarchiv Koblenz (LHA Koblenz) 481
Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Potsdam (LHA Brandenburg) 482
Regierung zu Potsdam, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen 482
Provinzialschulkollegium der Provinz Brandenburg 483
II. Gedruckte Quellen 483
III. Schulbücher 487
B. Österreich 493
I. Archivalien 493
Österreichisches Staatsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv,Wien (ÖStA/AVA) 493
Unterrichtsministerium (Unterricht UM) 493
Tiroler Landesarchiv, Innsbruck (LA Tirol) 493
Statthalterei / Schule 493
Landesschulrat Tirol (LSR Tirol) 493
Niederösterreichisches Landesarchiv, St. Pölten (LA NÖ) 494
Landesschulrat Niederösterreich (LSR NÖ) 494
Wiener Stadt- und Landesarchiv, Wien (SLAWien) 495
II. Gedruckte Quellen 495
III. Schulbücher 498
Literaturverzeichnis 507
Personenregister 549