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Hille, C. (2009). Die Verwechslungsgefahr mehrteiliger Zeichen im deutschen und europäischen Markenrecht. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53050-2
Hille, Christian Peter. Die Verwechslungsgefahr mehrteiliger Zeichen im deutschen und europäischen Markenrecht. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53050-2
Hille, C (2009): Die Verwechslungsgefahr mehrteiliger Zeichen im deutschen und europäischen Markenrecht, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53050-2

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Die Verwechslungsgefahr mehrteiliger Zeichen im deutschen und europäischen Markenrecht

Hille, Christian Peter

Schriften zum Wirtschaftsrecht, Vol. 223

(2009)

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Abstract

Wann sind zwei mehrteilige Zeichen, bei denen nur ein Bestandteil ähnlich ist, verwechslungsfähig nach §§ 9 Abs. 1 Nr. 2, 14 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG?

Gemäß der sogenannten Prägetheorie ist dies nur dann der Fall, wenn der übereinstimmende Bestandteil die Gesamteindrücke beider Zeichen so prägt, dass die übrigen Elemente in den Hintergrund treten. Nach einer kurzen historischen Darstellung analysiert Christian Hille die Rechtsprechung von BGH und EuGH und zeigt, dass die Prägetheorie nicht nur den Vorgaben der EuGH-Entscheidung THOMSON LIFE standhält, sondern sich als ein aus dogmatischen, systematischen und pragmatischen Gründen als vorzugswürdiger Lösungsansatz darstellt. Anschließend wird das rechtstheoretische Verständnis der Erfahrungssätze erläutert, insbesondere das Zusammenspiel von empirischen und normativen Aspekten und deren Auswirkung auf die richterliche Entscheidungsfindung.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Kapitel 1: Einführung 19
A. Das Thema 19
B. Thematische Eingrenzungen 20
C. Gang der Untersuchung 21
Kapitel 2: Der Begriff der Verwechslungsgefahr 22
A. Normativer Standort 22
B. Arten der Verwechslungsgefahr 23
I. Verwechslungsgefahr im engeren Sinne 23
II. Verwechslungsgefahr im weiteren Sinne 24
C. Das sog. bewegliche System 25
I. Rechtsprechung von EuGH und BGH 25
II. Rechtstheoretische Konsequenzen 27
III. Praktische Konsequenzen 28
D. Die Auslegung des Begriffs „Assoziationsgefahr“ 28
E. Die Verkehrsauffassung 29
F. Einordnung der Verwechslungsgefahr als Tat- oder Rechtsfrage 30
I. Die Verwechslungsgefahr als Rechtsfrage 30
II. Empirisches oder normatives Verbraucherleitbild 31
III. Praktische Konsequenzen 33
Kapitel 3: Die Geschichte der Prägetheorie 34
A. Das Markenschutzgesetz von 1874 34
I. Rechtsprechung des Reichsoberhandelsgerichts (1874–1879) 34
II. Rechtsprechung des Reichsgerichts 36
1. Louisianatabak (1882) 36
2. Mauerkronen (1887) 37
III. Zustimmung im Schrifttum 37
B. Warenzeichenschutzgesetz von 1894 38
I. Barbarossa-Brunnen (1896) 38
II. Lanolin/Lanolinum und Creolin (1898), Star Pencils (1902) 38
III. Drei-Ringe und Chartreuse (1911) 40
IV. Rudol (1931) und WELLA/LINDES (1937) 41
V. Meinungsbild in der Literatur 42
C. Warenzeichengesetz von 1936 42
I. Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs 43
1. NSU-Fox (1954) und Wella-Perla (1957) 43
2. Felina-Britta (1970) 45
3. Colorboy (1975) 46
4. Klärung des Verhältnisses von Prägung und Wachrufen 47
a) Gemeinsamkeiten in Sachverhalten 47
b) Alba Moda (1989) 48
5. HURRICANE (1990) 49
II. Rechtsprechung des Bundespatentgerichts 50
1. ALI/REPAS-ALI und NINO-FEMI/FEMI-LUX (1964) 50
2. Pinco Palino (1978) und Asid Bonz/BONZO (1984) 51
III. Meinungsstand im Schrifttum 52
D. Markengesetz von 1994 53
I. Springende Raubkatze (1995) 53
II. BIG (2001) 54
III. Festigung der Prägetheorie 55
E. Zusammenfassung 55
Kapitel 4: Der Einfluss des Gemeinschaftsrechts 56
A. Primäres und sekundäres Gemeinschaftsrecht 56
B. Entscheidungen des EuGH 57
I. Entscheidungen zur GMV 57
II. Entscheidungen zur MRRL im Rahmen des Art. 234 EGV 58
1. Auffassung des EuGH 58
2. Meinungsstand im Schrifttum 59
3. Stellungnahme 59
4. Adressat der Vorlagepflicht 61
C. Konsequenzen für die Untersuchung und Reichweite der Bindung 62
Kapitel 5: Der Begriff des Gesamteindruckes 63
A. Deutung des Eindruckes als Erinnerungsbild 64
I. Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes 64
II. Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes 65
III. Meinung in der Literatur und Stellungnahme 66
B. Bestimmung des maßgeblichen Zeichens 66
I. Eingetragene Zeichen (§ 4 Nr. 1 MarkenG) 66
1. Auffassung der deutschen Rechtsprechung 66
2. Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes 68
3. Meinungsstand im Schrifttum 68
II. Nicht-eingetragene Zeichen (§ 4 Nr. 2 und 3 MarkenG) 68
1. Maßgeblichkeit des Gesamtzeichens 68
a) Auffassung der Rechtsprechung 68
b) Kritik von Ingerl/Rohnke 69
c) Stellungnahme 69
aa) Vernachlässigung der Abkürzungsgefahr 70
bb) Bedeutung der Verkehrsgeltung 71
cc) Orientierung am Recht der eingetragenen Marken 71
dd) Ergebnis 72
2. Mehrfachkennzeichnung 72
a) Verwendung eines Markenteils 72
b) Verwendung der Gesamtmarke 73
III. Kollisionszeichen im Verletzungsfall (§ 14 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG) 74
1. Maßgeblichkeit der konkret verwendeten Form 74
2. Mehrfachkennzeichnung 74
a) Dogmatische Einordnung 76
aa) Markenmäßige Verwendung oder Zeichenvergleich 76
(1) Darstellung des Meinungsstandes 76
(2) Stellungnahme 76
bb) Identitätsschutz oder Verwechslungsgefahr 77
b) Kritische Stellungnahme 77
aa) Widerspruch zum Gesamteindruck 77
bb) Widerspruch zum Grundsatz der Irrelevanz der Prioritätslage 78
cc) Notwendigkeit aufgrund neuer Markenformen 78
c) Kriterien und Fallgruppen 79
IV. Kollisionszeichen im Widerspruchs- und Löschungsverfahren (§§ 9 Abs. 1 Nr. 2 MarkenG; 51 Abs. 1, 9 Abs. 1 Nr. 2 MarkenG) 79
1. Das Problem der Mehrfachkennzeichnung 80
2. Dogmatische Einordnung dieser Fallgruppe 81
C. Ausnahmen vom Gesamteindruck 82
I. Abspaltung von Zeichenbestandteilen 82
1. Rechtsprechung von Bundespatentgericht und Bundesgerichtshof 82
2. Stellungnahme 83
a) Spannungsverhältnis zum Erinnerungseindruck 83
b) Spannungsverhältnis zur mittelbaren Verwechslungsgefahr 84
II. Hinzufügung von Zeichenbestandteilen 84
1. Rechtsprechung des Bundespatentgerichts 84
2. Stellungnahme 85
D. Zusammenfassung 86
Kapitel 6: Der Zeichenvergleich anhand des Prägekriteriums 86
A. Darstellung der Rechtsprechung 86
I. Begriff der Prägung 86
II. Inhaltliche Bestimmung des Prägebegriffes 87
B. Dogmatische Einordnung des Zeichenvergleiches 88
I. Die Prägung im System der Arten der Verwechslungsgefahr 88
II. Die Prägung im Tatbestand der Verwechslungsgefahr 88
1. Hilfsmittel zur Bestimmung der Zeichenähnlichkeit 88
2. Die Prägetheorie im Rahmen des beweglichen Systems 90
III. Historische Kontinuität von Gesamteindruck und Prägung 90
C. Vereinbarkeit der Prägetheorie mit dem Gemeinschaftsrecht 91
I. Vorgaben der Markenrechtsrichtlinie (MRRL) 91
II. Springende Raubkatze (1997) 92
1. Anerkennung oder Ablehnung der Prägetheorie 92
2. Verhältnis von „prägend“ und „dominierend“ 93
3. Ablehnung der Differenzierung zwischen Mit- und Alleinprägung 94
a) Implizite Unterscheidung nach dem Grad der Prägung 94
b) Bindungswirkung einer ausgebliebenen Unterscheidung 95
4. Bedeutung der Kennzeichnungskraft der älteren Marke 95
5. Identifizierung von Prägung und Dominanz 96
III. Die Entscheidung „Lloyd“ (1999) 96
IV. THOMSON LIFE (2005) 97
1. Darstellung der Entscheidung 97
a) Sachverhalt und Vorlagefrage 97
b) Stellungnahme des Generalanwaltes Jacobs 100
c) Entscheidung des Gerichts 100
2. Bedeutung für den Prüfungsansatz im Fall A-AB 102
a) Unterscheidung nach Arten der Fehlvorstellung 103
b) Methodischer Ansatz der Prägetheorie 104
aa) Meinungsstand im Schrifttum 104
(1) Aufgabe der Prägetheorie 104
(2) THOMSON LIFE als Verwechslungsgefahr i.w.S. 104
(3) Selbständiger Tatbestand der Markenusurpation 105
bb) Stellungnahme 105
(1) Kernaussagen der Entscheidung 105
(a) Selbständig kennzeichnende Stellung als Implikation der Verwechslungsgefahr 106
(b) Selbständig kennzeichnende Stellung als Kriterium der unmittelbaren Verwechslungsgefahr 106
(c) Inhaltliche Konkretisierung der selbständig kennzeichnenden Stellung 107
(2) Verhältnis von europäischem Tatbestand der selbständig kennzeichnenden Stellung und deutscher Prägetheorie 109
(a) Unmittelbare Verwechslungsgefahr 109
(b) Assoziationsgefahr 110
(c) Tatbestand der Usurpation 111
cc) Zusammenfassung und Ergebnis 111
3. Bedeutung für A-AB, wenn B ein Produktzeichen ist 113
4. Bedeutung für die Maßgeblichkeit der Prioritätslage 113
5. Zusammenfassung 114
D. Kritische Stellungnahme zur Prägetheorie 115
I. Mehrteilige Marken auf beiden Seiten (AB-AC bzw. AB-A’C) 116
1. Deduktion aus dem Begriff des Gesamteindruckes 116
2. Widerspruch zwischen Gesamteindruck und Prägetheorie 117
3. Widerspruch von beweglichem System und Prägetheorie 119
4. Alternative Vorschläge zur Prägetheorie 121
a) Fixierung auf die „Phänomenologie der Marken“ 121
aa) Tragfähigkeit des Lösungsvorschlages 122
bb) Phänomenologische Fixierung als Ansatzpunkt 122
b) Unmöglichkeit der Regelbildung (BPatG) 123
aa) Abstraktheit und Offenheit der Theorie 123
bb) Das Problem der Rechtssicherheit 124
5. Ergebnis 126
II. Markenteilnutzung (AB-A) 126
III. Die sog. Markenusurpation (A-AB) 126
1. Zeichenidentität (§§ 9 Abs. 1 Nr. 1, 14 Abs. 2 Nr. 1 MarkenG) 127
2. Grundsätzliche Bejahung der Verwechslungsgefahr 128
a) Gesamteindruck und normative Korrektur 129
b) Normative Korrektur aus der Sicht des EuGH 129
c) Stellungnahme 130
aa) Wortlaut des Gesetzes 130
bb) Realität der Marktsituation 131
cc) Schutzlosigkeit des älteren Zeichens 131
(1) Terminologische Anmerkungen 131
(2) Praktische Irrelevanz der Fragestellung 132
(3) Vergleich mit dem Schutzbedürfnis bei AB-AC und AB-A 132
(4) Weiterer Schutzumfang als Ausdruck dieses Schutzbedürfnisses 133
(a) Schutz außerhalb der Zeichenverwechslung 134
(aa) Assoziationsgefahr 134
(bb) Schutz nach §§ 9 Abs. 1 Nr. 3, 14 Abs. 2 Nr. 3 MarkenG 134
α) Analogie bei Produktähnlichkeit 134
β) Prägung als Schutzvoraussetzung 134
γ) Ergebnis 136
(cc) Ergänzender Schutz durch das UWG 136
(b) Schutzlücken durch die verbleibenden Fälle 137
(c) Bedeutung der Grundfreiheiten 139
(aa) Art. 28 EGV 139
α) Eingriff in den Schutzbereich 139
β) Rechtfertigung nach Art. 30 EGV 140
(bb) Art. 43 EGV 142
(cc) Art. 49 EGV 143
d) Ergebnis 143
Kapitel 7: Die Rechtsprechung nach THOMSON LIFE 143
A. Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes 143
B. Rechtsprechung des Bundespatentgerichts 144
C. Rechtsprechung der Oberlandesgerichte\r 145
Kapitel 8: Die Prägetheorie im Einzelfall 146
A. Prägung als Tat- oder Rechtsfrage 146
I. Trennbarkeit von Tat- und Rechtsfrage im Begriff der Prägung 147
II. Trennbarkeit von Prägung und Verwechslungsgefahr 148
III. Auswirkung der Rechtsnatur der Verkehrsauffassung 148
1. Der Streitstand im Schrifttum 148
2. Stellungnahme 149
3. Ergebnis 151
B. Zusammenwirken tatsächlicher und normativer Kriterien 151
I. Kennzeichnungskraft als Kriterium der Prägung 152
II. Abwägung anhand von Erfahrungssätzen 154
1. Notwendigkeit des Rückgriffes auf die Erfahrungssätze 155
2. Das Geltungsproblem 155
a) Eigene Sachkunde des Richters 156
b) Logische Argumentation und Plausibilität 157
c) Nachweis durch die Beweismittel der ZPO 158
aa) Möglichkeit eines Beweises 158
bb) Streng- oder Freibeweisverfahren 159
(1) Meinungsstand in der Rechtsprechung 160
(2) Stellungnahme 161
cc) Die Beweismittel im Einzelnen 161
d) Normativ begründete oder modifizierte Erfahrungssätze 162
3. Das Verwendungsproblem 162
a) Widersprechende Erfahrungssätze 163
b) Bedeutung des Einzelfalles 164
c) Das Problem der Rechtssicherheit 164
III. Der Kreis der Topoi 165
1. Das Zeichen selbst in seiner Gestaltung 165
2. Die Verkehrskreise 165
a) Beachtung besonderer Wahrnehmungsgewohnheiten 165
b) Die sog. gespaltene Verkehrsauffassung 166
3. Berücksichtigung des Kollisionszeichens 168
a) Auffassung des Bundesgerichtshofes 168
b) Auffassung im deutschen Schrifttum 170
c) Auffassung der Europäischen Gerichte 170
d) Bedeutung der Abweichung des EuGH 171
e) Stellungnahme 172
f) Ergebnis 173
4. Weitere Topoi 173
C. Prozessuale Konsequenzen dieser Methodik 174
I. Überprüfbarkeit der Erfahrungssätze 174
II. Überprüfung der Einzelentscheidung 174
Kapitel 9: Einzelne Erfahrungssätze 176
A. Mehrwortmarken 177
I. Zusammentreffen von Unternehmens- und Produkthinweis 177
1. Der grundlegende Erfahrungssatz 177
a) Auffassung in der Rechtsprechung 177
b) Auffassung des EuGH 178
c) Kritik von Risthaus 179
aa) Tendenzen in der Markenpraxis 179
bb) Bedeutung der Markenstrategien 179
cc) Ungerechtfertigte Privilegierung unbekannter Hersteller 179
2. Branchenspezifische Besonderheiten 180
a) Modesektor 180
b) Biersektor 181
c) Unterhaltungselektroniksektor 182
d) Ablehnung von Besonderheiten auf weiteren Sektoren 182
e) Kritische Stellungnahme 183
3. Bewertung 184
4. Anwendung der Grundsätze auf Serienzeichen 184
5. Branchenübliche Bestandteile 184
II. Verwendung von Vor- und Nachnamen 185
1. Auffassung in der älteren Rechtsprechung 185
2. RAUSCH/ELFI RAUCH (1999) und Carl Link (2000) 186
3. Stellungnahme 186
4. Ergebnis 188
III. Die Reihenfolge der Bestandteile und Länge des Zeichens 188
IV. Verwendung von fremdsprachlichen Ausdrücken 189
B. Wort-/Bildmarken: Zurücktreten des Bildbestandteils 190
I. Verhältnis von Wortvorrang und Wirkungsweisen der Marken 190
II. Geltung des Erfahrungssatzes 192
1. Auffassung des Bundesgerichtshofes 192
2. Kritik des Bundespatentgerichts und der Literatur 193
3. Stellungnahme 193
Kapitel 10: Ergebnisse und Ausblick 195
A. Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse 195
I. Historische Betrachtung 195
II. Prägung und selbständig kennzeichnende Stellung 195
III. Prägetheorie und THOMSON LIFE 196
IV. Anwendung im Einzelfall 196
V. Einzelne Erfahrungssätze 197
B. Ausblick 197
Literaturverzeichnis 198
Sachverzeichnis 211