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Kümper, H. (2009). Sachsenrecht. Studien zur Geschichte des sächsischen Landrechts in Mittelalter und früher Neuzeit. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53093-9
Kümper, Hiram. Sachsenrecht: Studien zur Geschichte des sächsischen Landrechts in Mittelalter und früher Neuzeit. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53093-9
Kümper, H, (2009): Sachsenrecht: Studien zur Geschichte des sächsischen Landrechts in Mittelalter und früher Neuzeit, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53093-9

Format

Sachsenrecht

Studien zur Geschichte des sächsischen Landrechts in Mittelalter und früher Neuzeit

Kümper, Hiram

Schriften zur Rechtsgeschichte, Vol. 142

(2009)

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Abstract

Der Sachsenspiegel des Eike von Repgow gehört ohne Frage zu den bedeutendsten Rechtsdenkmälern des deutschen Mittelalters. Diese Bedeutung gewinnt das Werk nicht nur aus sich selbst heraus, sondern vor allem durch seine ganz ungewöhnlich weite, geradezu pan-europäische Verbreitung. Zahlreiche Rechtsbücher nahmen einzelne Rechtssätze bis hin zu umfangreichen Teilen des Spiegels in sich auf und sicherten so die Weiterverbreitung nicht nur weit über die Grenzen seines sächsischen Entstehungsraumes, sondern auch weit über das Mittelalter hinaus. Dieser ungewöhnlichen Karriere geht die vorliegende Arbeit nach. Dabei werden zum einen spätere Rechtsbücher auf den konkreten Umfang der sich in ihnen manifestierenden Sachsenspiegelrezeption befragt, zum anderen eine erste Geschichte des »Sachsenrechts« von der Entstehung eines seiner absoluten Fundamentaltexte im frühen 13. Jahrhundert bis hin in die Gegenwart rechtshistorischer Forschung vorgelegt.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Prolog 5
Inhaltsverzeichnis 7
A. Einleitung 13
I. Berechtigung und Ziel der Untersuchung 13
II. Die Quellen: Deutsche Rechtsbücher des Mittelalters 16
1. Der Rechtsbuchbegriff in der mediävistischen Forschung 16
2. Probleme des überkommenen Rechtsbuchbegriffs 22
a) „rechtsbuch“, „recht-buch“, „speculum“? Die Sprache der Quellen 23
b) Rechtsbücher als spezifisch deutschrechtliches Phänomen? 28
c) Rechtsbücher als „Privatarbeit“? 35
d) Rechtsbücher und ihre „gesetzesähnliche Geltung“? 38
3. Ein alternativer Deutungsvorschlag: Rechtsbücher als autoritative Lehrbücher 44
4. Rechtsbücher und Rechtswirklichkeit 49
III. Forschungsstand und Vorarbeiten 52
IV. Der Gang der Untersuchung 57
B. Die Ausgangslage: Eike von Repgow und der Sachsenspiegel 68
I. Eike von Repgow und Hoyer von Falkenstein 68
II. Der Streit um Ort und Zeit der Abfassung sowie die lateinische Vorlage 80
III. Zum so genannten „Mühlhäuser Reichsrechtsbuch“ 91
IV. Die Quellen des Sachsenspiegels 92
V. Rechtssprichwörter im Sachsenspiegel 126
VI. Die handschriftliche Überlieferung 134
1. Kurzformen (Ia bis Ic) 137
2. Vierte deutsche Fassung (IIa) 140
3. Die Codices picturati (IIb) 142
4. Sachregister- und systematische Handschriften (IIc und IId) 160
5. Glossenvorlage (IIe) 161
6. Die lateinischen versiones (III) sowie die lateinisch-polnischen Drucke 161
7. Die Glossenhandschriften (IVa bis IVc) 165
VII. Die Landrechtsglossen und der Richtsteig Landrechts 165
VIII. Die abecedarischen Arbeiten, Remissorien und andere Erschließungshilfen 180
IX. Vom „Gedankengang des Sachsenspiegels“ 188
X. Die Sächsische Weltchronik 194
XI. Der Sachsenspiegel und das sächsische Lehnrecht 200
C. Grundlinien einer Wirkungs- und Literaturgeschichte des Sachsenspiegels und des Gemeinen Sachsenrechts 207
I. Die projizierte Vorzeit: Karl, Otto und der Sachsenspiegel 215
II. Frühe Verbreitung und erste Rezeption in Recht und Literatur 221
III. Umfassende Rezeption und erste Fälle von konkreter Rechtsanwendung 231
IV. Die „Articuli reprobati“ 240
V. Die ansteigende Verbreitung der Schöffensprüche 249
VI. Das 15. Jahrhundert: Höhepunkt und Ende der „Rechtsbücherzeit“ 253
VII. Das Phänomen „der Rezeption“ (des römischen Rechts) 267
VIII. Aus der Wiege der „sächsischen Rechtswissenschaft“ 274
IX. Die Kursächsischen Konstitutionen von 1572 285
X. Die sächsischen Juristenfakultäten und das Gemeine Sachsenrecht 291
XI. Der Prozess „in foro Saxonico“ und die „sächsischen Criminalisten“ 295
XII. Der Beginn der rechtshistorischen Erforschung der Spiegelrechte 300
XIII. Historische Rechtsschule und Deutsche Privatrechtswissenschaft 316
XIV. Sachsenspiegelforschung im Nationalsozialismus 322
XV. Sachsenspiegel- und Rechtsbücherforschung seit 1945 328
D. Erscheinungsformen der Sachsenspiegel-Rezeption in einzelnen deutschen Rechtsbüchern 335
I. Unmittelbare Umarbeitungen des Sachsenspiegels 335
1. Das Breslauer Landrecht 335
2. Der so genannte „Holländische Sachsenspiegel“ 339
3. Das Berliner Schöffenrecht 344
4. Das Neumarkter Rechtsbuch 349
5. Löwenberger Rechtsbuch 352
6. Der Livländische Spiegel Land- und Lehnrechts 358
7. Die Rezeption in Süddeutschland: Oberdeutscher Sachsenspiegel und Deutschenspiegel 362
II. „Schwabenspiegel“ (Kaiserliches Land- und Lehnrecht) 364
1. Grundzüge von Einfluss und Verbreitung 366
2. Die französischen, tschechischen und lateinischen Übersetzungen 368
3. Einige Worte zur Editionsgeschichte 370
4. Zur Forschungsgeschichte 373
5. Vergleich zwischen Sachsen- und Schwabenspiegel 377
6. Drei Sonderfälle der Schwabenspiegelüberlieferung und -rezeption 382
a) Das Elbinger Rechtsbuch: Schwabenspiegelrecht in Preußen 382
b) Eine welfische Kompilationshandschrift 383
c) Zwei Kompilationshandschriften aus „Schwabenspiegel“ und Kleinem Kaiserrecht 386
7. Das „Kleine Kaiserrecht“ 387
III. Magdeburger Rechtsbücher und „Magdeburger Recht“ 392
1. Texte, Überlieferung, Editionen 393
2. Grundzüge der geographischen Verbreitung des Magdeburger Rechts 398
a) Schlesien und Polen 401
b) Preußen und das Deutschordensland 404
c) Ukraine, Litauen und Belorussland 405
d) Böhmen, Mähren, Slowakei, Rumänien und Ungarn 407
3. Magdeburg als Spruchgremium – ein Aufriss 410
4. Einige wichtige Arbeiten des Magdeburger Rechts im ausgehenden Mittelalter 418
a) Die Magdeburger Fragen 419
b) Die IX Bücher Magdeburger Rechts 420
c) Nikolaus Wurm und seine Arbeiten über das sächsisch-magdeburgische Recht 421
d) Kaspar Popplau und „Der Rechte Weg“ 422
e) Erbrechtstraktate und „Arbores sanguinitatis vel consanguinitatis“ 424
IV. Das Zwickauer, das Meißner und das Eisenacher Rechtsbuch 432
1. Zwickauer Rechtsbuch 432
2. Meißner Rechtsbuch 437
a) Editionen, Überlieferung, Forschung 438
b) Entstehung und Verbreitung 442
c) Das Verhältnis zum Sachsenspiegel 447
3. Eisenacher Rechtsbuch 450
4. Das Rechtsbuch des Johannes Purgoldt 455
V. Das „Weißenfelser Rechtsbuch“ 457
VI. Ausgewählte weitere Rezeptionsträger 460
1. Sachsenspiegelrezeption im Saalfelder Rechtsbuch? 460
2. Sächsisches Recht in der Altmark: Salzwedeler Rechtsbuch (15. Jh.) 462
3. Sächsisches Recht in Schlesien: Glogau und Troppau 465
a) Glogauer Rechtsbuch (1386) 465
b) Troppauer Rechtsbuch (nach 1382) 469
4. Sächsisches Recht in Böhmen: Das Prager Rechtsbuch 472
5. Sächsisches Recht in der Slowakei: Das Silleiner Rechtsbuch (1378) 474
6. Sächsisches Recht in Westfalen: Das Herforder Rechtsbuch (um 1365) 478
7. Einige Sachsenspiegelexzerpte in Sammelhandschriften 479
E. Rezeptionsgeschichtliche Analysen und Einzelbefunde zur Charakteristik und zu einzelnen Rechtsinstituten der sächsischen Rechtsbücher 483
I. Anlage, Technik, Stil und außerrechtliche Grundgedanken 483
1. Rahmentexte: Vor- und Nachreden in deutschen Rechtsbüchern 483
2. Religiöse Vorstellungen, Weltalterlehre und Geschichtsbild 487
a) Zwei-Schwerter-Lehre und Stratordienst (Ssp. Ldr. I 1) 488
b) Die Quaestio vom Ursprung der Unfreiheit (Ssp. Ldr III 42 §§ 3–6) 491
3. Terra iuris Saxonici? Der Raum „Sachsen“ 498
II. „Alles, was Recht ist.“ – Einige Grundideen 500
1. Das Verhältnis von Rechtsgewohnheit und geschriebenem Recht 500
2. Rechtsfähigkeit und Rechtsminderung 502
III. Güterabsicherung und -weitergabe im familiären Umfeld 505
1. Die Gewere als Schlüsselbegriff des mittelalterlichen Güterrechts 505
2. Der Grundsatz „Hand wahre Hand“ 509
3. Die eheliche Gütergemeinschaft – eine Beobachtung 510
4. Erben und Vererben 511
a) Erbenlaub 512
b) Die Sondervermögen 513
c) Entwicklung der Sondervermögen im Gemeinen Sachsenrecht 519
d) Erbfolgeordnung(en) und konkurrierende Erbansprüche 523
5. Der Grundsatz „Der Ältere teilt und der Jüngere soll kiesen“ 524
IV. Unrecht, Verbrechen und seine Folgen 525
1. Konzepte: Unrecht, Verbrechen, Strafe 526
2. Tier- und Scheinbußen 529
3. Von den Bußen zu Schadensersatz und Schmerzensgeld 531
4. Einige häufige Straffälle und Tatbestände 533
a) Diebstahl, Wegnahme, Raub 533
b) Körperverletzung, Totschlag, Mord 534
c) Sexualdelikte 535
5. Gottesurteile und „irrationales Beweisrecht“ 541
6. Schuldknechtschaft und Einlager – einige Zusätze zum 18. Jahrhundert 544
7. Die „Sächsische Frist“ 545
8. Urteilsschelte und Appellation – eine Notiz 547
V. Regelungsansprüche gegenüber Reich, Kirche, Welt 547
1. Kurfürsten und Königswahl 549
2. Mitteis’ drei Säulen des deutschen Sonderwegs 551
3. Rechtshilfe oder Widerstandsrecht? 555
4. Königliche Gerichtsbarkeit und Königsprivilegien 562
5. Papsttum, Kirche und Kirchenrecht 564
F. Zusammenfassende, aber nicht abschließende Betrachtungen 568
Anhang 571
I. Rechtsbücherkonkordanz 571
II. Materialien und Texte 618
1. Summa des ganzen Prozesses 618
2. Informatio ex speculo Saxonum: Historisierende Vorrede 619
3. Die dem Sachsenspiegel fremden Artikel des Löwenberger Rechtsbuches 620
4. Textprobe aus dem Weißenfelser Rechtsbuch 624
5. Konstitution Christians VI. über die sächsische Geradein Holstein (1742) 625
6. August Geyder an Carl Gustav Homeyer, 5. Januar 1836 626
Quellen- und Literaturverzeichnis 628
I. Abgekürzt zitierte Werke, Zeitschriften und Reihen 628
II. Handschriften 629
III. Gedruckte Quellen 632
1. Editionen, Quellensammlungen, Faksimiles 632
2. Druckschriften der Frühneuzeit (bis 1800) 648
IV. Literatur 659
V. Hilfsmittel und Handschriftenkataloge 769
Personen-, Orts- und Sachregister 772