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Wilhelm, K. (2009). Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Fragen der Akkreditierung von Studiengängen. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53083-0
Wilhelm, Kerstin. Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Fragen der Akkreditierung von Studiengängen. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53083-0
Wilhelm, K, (2009): Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Fragen der Akkreditierung von Studiengängen, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53083-0

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Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Fragen der Akkreditierung von Studiengängen

Wilhelm, Kerstin

Schriften zum Öffentlichen Recht, Vol. 1139

(2009)

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Abstract

Seit einigen Jahren müssen die Hochschulen ihre neu einzurichtenden Studiengänge einem Akkreditierungsverfahren unterziehen. Dieses wurde im Zuge des Bologna-Prozesses als System zur Qualitätssicherung eingeführt und anfangs noch ohne gesetzliche Grundlage praktiziert. In der juristischen Literatur hat die Akkreditierung bislang wenig Beachtung gefunden.

Kerstin Wilhelm versucht diese Lücke zu schließen und beleuchtet das deutsche Akkreditierungssystem unter verfassungs- wie verwaltungsrechtlichen Gesichtspunkten. Zentrales Augenmerk gilt der Rechtsnatur der Akkreditierung. Diese stuft die Autorin im Ergebnis als rechtswidrige Beleihung ein und fordert den Abschluss eines Staatsvertrages, um die Übertragung hoheitlicher Aufgaben seitens der Länder auf die meist privatrechtlich organisierten Akkreditierungsagenturen zu legitimieren. Verfassungsrechtliche Bedenken äußert die Autorin im Hinblick auf eine Pflicht zur Akkreditierung und rügt einen Verstoß gegen das akademische Selbstverwaltungsrecht der Hochschulen. Deren Rechtsschutzmöglichkeiten im Falle versagter Akkreditierung werden ebenso erörtert wie kartellvergaberechtliche Aspekte.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 15
Einleitung 23
1. Kapitel: Akkreditierung als Ergebnis europäischer Reformbestrebungen 27
A. Der Bologna-Prozess: Hintergrund und Ziele 27
I. Die Sorbonne-Erklärung 28
II. Die Bologna-Erklärung 29
III. Das Prager Kommuniqué 30
IV. Das Berliner Kommuniqué 32
1. Wesentliche Neuerungen 32
a) Europäischer Forschungsraum 32
b) Doktorandenstudium als dritter Zyklus 33
2. „Mittelfristige Schwerpunkte“ 34
a) Zweistufiges Studiensystem und Anerkennung von Abschlüssen 34
b) Qualitätssicherung 34
V. Das Kommuniqué von Bergen 35
1. Neue Mitglieder 35
2. Zielvorgaben 35
3. Doktorandenausbildung 36
VI. Das Londoner Kommuniqué 36
VII. Rechtsqualität der Erklärungen 37
B. Umsetzung des Bologna-Prozesses auf nationaler Ebene 39
I. Einführung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse, ergänzt durch ein Diploma Supplement 40
II. Einführung eines zweigliedrigen Studiensystems 41
1. 4. HRG-Novelle 1998: Einführung auf Probe 42
2. 6. HRG-Novelle: Übernahme in das Regelangebot der Hochschulen 42
3. Strukturmerkmale der Bachelor-/Masterstudiengänge 43
4. Parallelität der „herkömmlichen“ und der neuen Studiengänge 45
5. Tatsächliche Umsetzung 46
III. Doktorandenstudium als dritter Zyklus 48
IV. Qualitätssicherung 48
1. Evaluation als Ausgangspunkt der Qualitätssicherung in Deutschland 49
a) Grundsätze zur Evaluation 51
b) Evaluationsverfahren 52
2. Einführung eines Akkreditierungsverfahrens für Bachelor- und Masterstudiengänge 53
a) Vorgeschichte 53
b) Entwicklung des Akkreditierungssystems 54
3. Zwischenergebnis 56
C. Zusammenfassung 56
2. Kapitel: Das Akkreditierungswesen in Deutschland 57
A. Begriff und Arten der Akkreditierung 57
I. Akkreditierung jenseits des Hochschulwesens 58
II. Akkreditierung auf dem Gebiet des Hochschulwesens 59
III. Akkreditierung: Missverständlichkeiten bei der Begriffswahl 60
IV. Die USA als Herkunftsland der Akkreditierung 61
V. Zur Unterscheidung der Begrifflichkeiten im deutschen Akkreditierungssystem 62
1. Stellungnahme des Wissenschaftsrats 63
2. Institutionelle Akkreditierung und Programmakkreditierung 63
3. Bündel- oder Clusterakkreditierung 65
4. Perspektiven der Weiterentwicklung des Akkreditierungssystems 66
a) Pilotprojekt Prozessakkreditierung 67
aa) Projektziele 68
bb) Grundzüge der Prozessakkreditierung 69
cc) Einbindung in den Bologna-Prozess 71
b) Beschluss der Landesrektorenkonferenz NRW vom 6. Februar 2006: Systemakkreditierung statt Programmakkreditierung 71
c) Jüngste Entwicklung: Einführung der Systemakkreditierung durch Beschluss der KMK 75
5. Akkreditierung und Evaluation 83
B. Rechtliche Grundlagen des Akkreditierungswesens 86
C. Gegenstand der Akkreditierung 88
I. Ausgangspunkt 88
II. Erweiterung durch Beschluss der KMK vom 24. Mai 2002 88
III. Problematik theologischer Studiengänge 89
IV. Künftige Erweiterung auf Promotionsstudiengänge? 90
D. Akteure des Akkreditierungswesens 92
I. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) 93
II. Die Kultusministerkonferenz (KMK) 93
III. Der Akkreditierungsrat 94
1. Einführung auf Probe 94
2. Einrichtung auf Dauer 95
3. Überführung in die Rechtsform einer Stiftung des öffentlichen Rechts 96
a) Das Stiftungsgesetz im Einzelnen 98
aa) Vereinbarung zur Stiftung „Stiftung: Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland“ 98
bb) Gründe für die Errichtung einer Stiftung des öffentlichen Rechts 99
cc) Stiftungszweck 100
dd) Stiftungsvermögen 100
ee) Organe der Stiftung 104
(1) Akkreditierungsrat 104
(2) Vorstand 105
(3) Stiftungsrat 105
b) Rechtliche Würdigung 105
aa) Stiftungsrechtliche Anforderungen 105
bb) Verwaltungsorganisations- und verfassungsrechtliche Bedenken 106
(1) Verbot der Mischverwaltung 107
(2) Gebot rationaler Verwaltungsorganisation 108
(3) Das Demokratiegebot 115
cc) Bindung an Recht und Gesetz – Frage der Grundrechtsberechtigung 118
IV. Die Akkreditierungsagenturen 120
1. Akkreditierte Agenturen 120
2. Rechtsnatur 122
3. Organisations- und Aufgabenstruktur 122
4. Inhalte und Folgen der Akkreditierungsentscheidungen des Akkreditierungsrates 123
5. Die Reakkreditierungen der Akkreditierungsagenturen 125
E. Das Akkreditierungsverfahren 128
I. Kriterien für die Durchführung des Verfahrens 129
II. Ablauf des Verfahrens 130
1. Erste Stufe: Antrag seitens der Hochschule 130
2. Zweite Stufe: Externe Begutachtung („peer review“) 131
3. Dritte Stufe: Beratung und Entscheidung der Akkreditierungskommission 133
III. Problematische Aspekte bei der Akkreditierung theologischer Studiengänge 134
1. Kirchliches Aufsichtsrecht 134
2. Modularisierung und Leistungspunktesystem 136
IV. Verfahren der Reakkreditierung 137
V. Arten und Wirkungen der Entscheidungen der Agenturen 138
1. Programmakkreditierung 138
2. Systemakkreditierung 140
F. Wahrnehmung staatlicher Verantwortung und Akkreditierung 140
I. Rolle des Staates bei der Einführung eines neuen Studienganges 141
II. Akkreditierung als Voraussetzung für die Einrichtung neuer Studiengänge 142
III. Verhältnis von Akkreditierung und staatlicher Genehmigung 142
IV. Typisierung nach Landeshochschulgesetzen hinsichtlich des Bestehens eines Genehmigungserfordernisses 144
1. Erfordernis einer staatlichen Genehmigung 144
2. Zielvereinbarungen als Grundlage für die Einrichtung von Studiengängen 148
V. § 9 Abs. 2 HRG als Ausdruck staatlicher Verantwortung 153
VI. Staatliche Mitwirkung in der zentralen Akkreditierungseinrichtung 153
G. Zusammenfassung 155
3. Kapitel: Rechtsnatur der Akkreditierung 157
A. Akkreditierung: freiwillige Selbstverpflichtung der Hochschulen? 157
I. Freiwillige Selbstverpflichtungen als umweltpolitische Instrumente 158
II. Vergleich mit der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft 162
III. Zwischenergebnis 165
B. Akkreditierung: Fall der Verfahrensprivatisierung? 165
I. Verfahrensprivatisierung: Begriff und dogmatische Einordnung 166
II. Akkreditierungsagenturen und Verfahrensprivatisierung 169
1. Akkreditierungsverfahren als Verfahren im Sinne der Verfahrensprivatisierung 169
2. Verfahren der Studiengangseinrichtung als Verfahren im Sinne der Verfahrensprivatisierung 172
a) Einrichtung von Studiengängen als taugliches Verfahren 172
aa) Zum Begriff der Behörde 173
bb) Verwaltungsverfahren im Sinne des § 9 VwVfG 175
cc) Erweiterung auf sonstige öffentlich-rechtliche Verfahren 178
b) Diskussionsansatz 180
aa) Entscheidung des Privaten anstelle des Hoheitsträgers: Verstoß gegen den Grundsatz vom Gesetzesvorbehalt 182
bb) Beachtung der Letztentscheidungsverantwortung des Hoheitsträgers 184
(1) Entscheidungsverzicht oder fortbestehendes staatliches Verfahren? 185
(2) Der Entscheidungsverzicht im Einzelnen 185
3. Staatliches Genehmigungsverfahren bei der Einrichtung von Studiengängen als Verfahren im Sinne der Verfahrensprivatisierung 191
III. Zwischenergebnis 193
C. Akkreditierung: Eingruppierung im Wege einer Vergleichsgruppenbildung? 193
I. Vergleich mit der Akkreditierungs- und Zertifizierungspolitik des Produktsicherheitsrechts 194
1. Produktzertifizierung und Studiengangsakkreditierung: Eine vergleichende Systemdarstellung 194
2. Dogmatische Einstufung der Konformitätsbewertungsverfahren 201
II. Vergleich mit dem System des Umweltaudits 204
III. Zwischenergebnis 208
D. Akkreditierung als Fall der Beleihung 208
I. Definition der Beleihung 209
1. Die Lehre Otto Mayers 209
2. Heutiger Diskussionsstand 210
a) Aufgabentheorie 211
b) Rechtsstellungs- bzw. Befugnistheorie 216
c) Kombinationstheorie 217
aa) Begriff der Staatsaufgabe 219
bb) Befugnis zu hoheitlichem Handeln 227
(1) Vertrag zwischen Hochschule und Akkreditierungsagentur 228
(2) Öffentlich-rechtliches oder privatrechtliches Agenturhandeln? 230
(a) Interessentheorie 233
(b) Die Subordinations- oder Subjektionstheorie 234
(c) Die Subjektstheorie 236
(aa) Formale Subjektstheorie 236
(bb) Materielle Subjektstheorie 237
(d) Gesetzgebungskompetenztheorie 237
(aa) Herleitung der öffentlich-rechtlichen Natur aus dem Stiftungscharakter 241
(bb) Rechtliche Qualifizierung vor dem Hintergrund der Gesetzgebungskompetenztheorie 243
(cc) Handlungsform des öffentlichen Rechts 244
II. Tauglicher Beleihungsadressat 245
III. Abgrenzung zu Verwaltungshelfern 247
IV. Beleihungsgesetz 249
1. Rechtslage vor Erlass des Stiftungsgesetzes 250
2. Rechtslage seit Erlass des Stiftungsgesetzes 251
a) Allgemeine Anforderungen an ein Beleihungsgesetz 251
b) Weitere rechtsstaatliche Bedenken 255
aa) Erfordernis eines Staatsvertrags 256
bb) Abgrenzung Staatsvertrag – Verwaltungsabkommen 259
(1) Politisch besonders bedeutsame Verträge 260
(2) Finanzierungsabkommen 261
(3) Gegenstände der Gesetzgebung sowie Übertragung von Hoheitsrechten 263
V. Exkurs: Konsequenzen der rechtlichen Qualifizierung als Beleihung für die Akkreditierungsagenturen 273
E. Zusammenfassung 275
4. Kapitel: Verfassungsrechtliche Bedenken, insbesondere im Hinblick auf eine Pflicht zur Akkreditierung 276
A. Typisierung nach Landeshochschulgesetzen 276
I. Gesetzlich vorgeschriebene Akkreditierungspflicht 276
II. Fehlen einer gesetzlich vorgeschriebenen Akkreditierungspflicht 279
B. Verstoß gegen Art. 5 Abs. 3 S. 1 GG 281
I. Garantiegehalt des Art. 5 Abs. 3 GG 281
1. Abwehrrechtliche Dimension 282
a) Beeinträchtigung der Lehrfreiheit 283
b) Zwischenergebnis 289
2. Objektive Wertentscheidung 290
3. Institutionelle Garantie 291
a) Beeinträchtigung der Selbstverwaltungsgarantie 297
b) Zwischenergebnis 301
II. Grenzen der Wissenschaftsfreiheit 301
1. Kollidierende Verfassungsgüter 303
a) Art. 23 GG 303
b) Ausbildungsfreiheit der Studierenden 305
2. Individuelles Freiheitsrecht der in Forschung und Lehre Tätigen 306
3. Akademisches Selbstverwaltungsrecht der Hochschulen 310
a) Grundsätzliche Rechtfertigungsmöglichkeit 310
b) Materiell-verfassungsrechtliche Anforderungen 314
aa) Geeignetheit 315
bb) Erforderlichkeit 317
cc) Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne 320
4. Zwischenergebnis 321
III. Demokratischer Gesetzesvorbehalt 322
1. Rechtsstaatlicher Bestimmtheitsgrundsatz 322
2. Ausweitung des Aufsichtsrechts? 325
3. Organisatorische Maßgaben zum Schutz der Wissenschaftsfreiheit 327
4. Zwischenergebnis 329
C. Verstoß gegen das Prinzip der Bundestreue? 330
D. Zusammenfassung 332
5. Kapitel: Rechtsschutzmöglichkeiten der Hochschulen 333
A. Vorgaben des Akkreditierungsrates 333
B. Rechtsschutzmöglichkeiten gegen die Agenturen 334
I. Beschwerdeverfahren der Agenturen 334
II. Gerichtlicher Rechtsschutz 338
1. Zuständigkeit der Verwaltungsgerichte 339
2. Statthafte Klageart 340
3. Klagebefugnis 346
4. Beteiligten- und Prozessfähigkeit 347
5. Vorverfahren 348
6. Weitere Zulässigkeitserfordernisse 349
C. Rechtsschutzmöglichkeiten gegen die Stiftung 350
D. Rechtsschutzmöglichkeiten gegen die Aufsichtsbehörde 351
E. Umfang der gerichtlichen Kontrolldichte 352
I. Unbestimmte Rechtsbegriffe 353
II. Bestehen eines Beurteilungsspielraums 354
III. Exkurs: Rechtsschutzbegehren von Akkreditierungsagenturen 356
F. Zusammenfassung 356
6. Kapitel: Verhältnis von Akkreditierungsrat und Akkreditierungsagenturen 358
A. Koordinierungs- und Kontrollfunktion des Akkreditierungsrates 358
B. Unterbleibende (Re-)Akkreditierung der Agenturen 360
C. Verfassungsrechtlicher Schutz der Akkreditierungsagenturen 363
I. Akkreditierungsagenturen und Gewerbefreiheit 363
II. Akkreditierungsagenturen und Grundrechte 365
D. Spezialfall: ASIIN als Mitglied des „Washington Accord“ 367
E. Zusammenfassung 372
7. Kapitel: Akkreditierungsverfahren und Kartellvergaberecht 374
A. Anwendungsvoraussetzungen des Kartellvergaberechts 376
I. Persönlicher Anwendungsbereich des Vergabeverfahrens 376
1. „Andere juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts“ 377
2. Gründung zu einem besonderen Zweck 377
3. Besondere Staatsgebundenheit 380
II. Sachlicher Anwendungsbereich des Vergabeverfahrens 381
III. Überschreiten der Schwellenwerte nach § 100 Abs. 1 GWB 384
1. Allgemeine vergaberechtliche Grundsätze 386
2. Vergaben unterhalb der Schwellenwerte 387
3. Vergaben oberhalb der Schwellenwerte 391
a) Exkurs: Beeinträchtigung von EG-Grundfreiheiten 392
aa) Inhalt und Einschränkung der Niederlassungsfreiheit 393
bb) Rechtfertigungserwägungen 395
b) Verschiedene Verfahrensarten bei Vergaben oberhalb der Schwellenwerte 397
c) Zwischenergebnis 400
B. Rechtsschutzmöglichkeiten bei unterbliebener Ausschreibung 401
I. Vergaben oberhalb der Schwellenwerte 401
II. Vergaben unterhalb der Schwellenwerte 402
C. Zusammenfassung 404
Endergebnis 405
Literaturverzeichnis 409
Sachwortverzeichnis 439