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Schüffner, M. Schnall, L. (2009). Hypertrophie des ärztlichen Sozialrechts. Verfassungs- und europarechtliche Grenzen sozialrechtlicher Regelungen des (zahn-)ärztlichen Berufsrechts anhand ausgewählter Beispiele. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53122-6
Schüffner, Marc Schnall, LauraSchüffner, Marc Schnall, Laura. Hypertrophie des ärztlichen Sozialrechts: Verfassungs- und europarechtliche Grenzen sozialrechtlicher Regelungen des (zahn-)ärztlichen Berufsrechts anhand ausgewählter Beispiele. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53122-6
Schüffner, M, Schnall, L, (2009): Hypertrophie des ärztlichen Sozialrechts: Verfassungs- und europarechtliche Grenzen sozialrechtlicher Regelungen des (zahn-)ärztlichen Berufsrechts anhand ausgewählter Beispiele, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53122-6

Format

Hypertrophie des ärztlichen Sozialrechts

Verfassungs- und europarechtliche Grenzen sozialrechtlicher Regelungen des (zahn-)ärztlichen Berufsrechts anhand ausgewählter Beispiele

Schüffner, Marc | Schnall, Laura

Schriften zum Gesundheitsrecht, Vol. 18

(2009)

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Abstract

In der Vergangenheit hat der Bundesgesetzgeber unter Rückgriff auf die konkurrierende Gesetzgebungskompetenz für die Sozialversicherung in immer größerem Ausmaß Regelungen geschaffen, die das ärztliche Berufsrecht tangieren. Marc Schüffner und Laura Schnall beleuchten die verfassungs- und europarechtlichen Grenzen solcher sozialrechtlicher Bestimmungen des (zahn-)ärztlichen Berufsrechts anhand ausgewählter Beispiele, die diese Problematik besonders anschaulich verdeutlichen.

Zunächst erläutern sie die formellrechtlichen Grenzen des Gesetzgebers in diesem Bereich. Nach Darstellung der Gesetzgebungskompetenzen beschreiben sie am Beispiel des Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes die Überschreitung der Gesetzgebungsbefugnis des Bundes. Im Rahmen der Untersuchung der materiellrechtlichen Grenzen des legislativen Gestaltungsspielraums nehmen die Autoren sodann die einschlägigen Grundrechte der Ärzte in den Blick. Anschließend untersuchen sie die Vereinbarkeit verschiedener sozialrechtlicher Regelungen des ärztlichen Berufsrechts mit diesen Grundrechten und den einschlägigen Staatsstrukturprinzipien des Grundgesetzes. Zu den untersuchten Regelungen gehören die Bonus-Malus-Regelung bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung, die Sanktionen bei kollektivem Zulassungsverzicht der Vertragsärzte, der Sicherstellungsauftrag im Basistarif der privaten Krankenversicherung und die inzwischen abgeschafften vertragsärztlichen Höchstaltersgrenzen. Dabei erörtern sie auch die europarechtlichen Bezüge. Die Autoren zeigen auf, dass die Verfassung der Hypertrophie des ärztlichen Sozialrechts entgegensteht.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
A. Einleitung 13
B. Formellrechtliche Grenzen des Gesetzgebers im Bereich des Gesundheitswesens 16
I. Gesetzgebungskompetenzen im Gesundheitswesen 16
1. Art. 74 Abs. 1 Nr. 12 GG: „Sozialversicherung“ 17
2. Art. 74 Abs. 1 Nr. 19 GG 17
a) Maßnahmen gegen Krankheiten 17
b) Zulassung zu ärztlichen Heilberufen 17
c) Arzneien, Medizinprodukte, Heil- und Betäubungsmittel und Gifte 18
3. Art. 74 Abs. 1 Nr. 19a GG 18
4. Art. 70 Abs. 1 Satz 1 GG 18
II. Formelle Verfassungswidrigkeit des VÄndG 19
1. Differenzen zwischen VÄndG und Berufsordnungen 20
2. Kompetenztitel des Art. 74 Abs. 1 Nr. 12 GG 22
a) Zulässige bundesgesetzliche Übernahme von ärztlichem Berufsrecht 23
b) Unzulässige bundesgesetzliche Änderung von ärztlichem Berufsrecht 24
aa) Verstoß gegen die Zuweisungen von Art. 74 Abs. 1 Nr. 12 und Art. 70 GG 24
bb) Annexkompetenz kraft Sachzusammenhang 24
3. Kompetenztitel des Art. 74 Abs. 1 Nr. 19 und 19a GG 26
III. Ergebnis 26
C. Materiellrechtliche Grenzen des Gesetzgebers im Bereich des Gesundheitswesens 27
I. Grundrechtsschutz ärztlicher Tätigkeit 27
1. Gewährleistungsbereich des Art. 12 Abs. 1 GG 27
a) Persönlicher Gewährleistungsbereich 27
b) Sachlicher Gewährleistungsbereich 27
c) Privatarzt als Selbständiger 29
d) Arzt als Angestellter 29
e) Arzt als Beamter 30
f) Vertragsarzt 30
2. Gewährleistungsbereich des Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG 31
3. Gewährleistungsbereich des Art. 3 Abs. 1 GG 32
4. Gewährleistungsbereich des Art. 9 Abs. 1 GG 32
5. Gewährleistungsbereich des Art. 2 Abs. 1 GG 33
II. Staatlich verordnete Wirtschaftlichkeit als Eingriff in den Schutzbereich ärztlicher Grundrechte – die Bonus-Malus-Regelung 34
1. Einleitung 34
2. Inhalt der Bonus-Malus-Regel, § 84 Abs. 7a SGB V 35
3. Kritik an der Bonus-Malus-Regelung 36
a) Verstoß der Bonus-Malus-Regelung gegen das Rechtsstaatsprinzip 36
aa) Widersprüchlichkeit der Rechtsordnung 36
bb) Verstoß gegen den Parlamentsvorbehalt 37
c) Verstoß gegen Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG 38
d) Verstoß gegen Art. 12 Abs. 1 GG 39
4. Folgen des GKV-WSG für die Bonus-Malus-Regelung 40
5. Zulässigkeit einer den § 84 Abs. 7a und 4a SGB V de facto außer Kraft setzenden Zielvereinbarung 41
6. Ergebnis 42
III. Verfassungsmäßigkeit von Sanktionen bei kollektivem Zulassungsverzicht 42
1. Einführung 42
2. Verfassungsmäßigkeit der Sanktionen 43
a) Sechsjährige Zulassungssperre, § 95b Abs. 2 SGB V 44
aa) Vereinbarkeit mit Art. 12 Abs. 1 GG 44
bb) Vereinbarkeit mit Artikel 9 Abs. 1 GG 46
b) Beschränkung der Vergütung, § 95b Abs. 3 SGB V 47
aa) Vereinbarkeit mit Art. 12 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 GG 48
bb) Rechtsprechung des Bundessozialgerichts 48
c) Verbot von Einzelverträgen, § 72a Abs. 3 Satz 3 SGB V 49
3. Ergebnis 50
IV. Privatversicherungsrechtlicher Basistarif und Sicherstellungsauftrag – ein Systembruch 50
1. Inhalt des Basistarifs 51
2. Die Sicherstellung der vertrags(zahn)ärztlichen Versorgung 53
a) Der Sicherstellungsauftrag gemäß § 72 SGB V 53
b) Der Sicherstellungsauftrag gemäß § 75 SGB V 54
aa) Funktion der Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen (KV) bzw. der Kassen(zahn)ärztlichen Bundesvereinigung (KBV) 54
bb) Inhalt und Umfang der Sicherstellung 55
3. Auswirkungen des Sicherstellungsauftrags auf den Basistarif 56
4. Verfassungsrechtliche Bedenken 58
a) Behandlungspflicht 58
b) Gebührensätze 60
5. Innere Systemwidersprüche des basistariflichen Sicherstellungsauftrags 61
V. Höchstaltersgrenzen als grundrechtliches und europarechtliches Problem 62
1. Einleitung 62
2. Vereinbarkeit mit Art. 12 Abs. 1 GG 63
a) Abgrenzung: Eingriff in die Berufswahl oder Berufsausübung? 63
b) Verstoß gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit 64
aa) Verhältnismäßigkeit im Hinblick auf den Gesundheitsschutz der gesetzlich Versicherten 65
bb) Verhältnismäßigkeit im Hinblick auf die Verteilungsgerechtigkeit zwischen den Vertragsarztgenerationen – Sonderfall Zahnärzte? 67
3. Vereinbarkeit mit Art. 14 Abs. 1 GG 70
4. Vereinbarkeit mit Art. 3 Abs. 1 GG 71
5. Verstoß gegen den Parlamentsvorbehalt 72
6. Vereinbarkeit mit dem AGG bzw. der Antidiskriminierungsrichtlinie 72
a) Eröffnung des Anwendungsbereichs des AGG 73
aa) Sachlicher Anwendungsbereich 73
bb) Persönlicher Anwendungsbereich 74
b) Diskriminierung 74
c) Rechtfertigung der Diskriminierung 74
d) Rechtsfolgen einer ungerechtfertigten Diskriminierung nach dem AGG 75
e) Richtlinienkonforme Auslegung 75
f) Vereinbarkeit der Richtlinie 2000/78/EG mit § 95 Abs. 7 Satz 3 SGB V 75
aa) Anwendungsbereich der Richtlinie 75
bb) Diskriminierung gemäß Art. 2 RL 76
cc) Rechtfertigung der Altersdiskriminierung 76
(1) Rechtfertigung gemäß Art. 6 Abs. 1 Satz 1 RL 77
(2) Rechtfertigung gemäß Art. 4 Abs. 1 RL 78
(3) Rechtfertigung nach Art. 7 Abs. 1 RL 79
g) Unmittelbare Wirkung der Richtlinie 79
h) Mangold-Entscheidung des EuGH und nationale Rechtsprechung 81
i) Die Palacios-Entscheidung des EuGH 83
7. Ergebnis 84
D. Zusammenfassung in Leitsätzen 85
I. Formellrechtliche Grenzen des Gesetzgebers im Bereich des Gesundheitswesens 85
II. Grundrechtsschutz ärztlicher Tätigkeit 85
III. Staatlich verordnete Wirtschaftlichkeit als Eingriff in den Schutzbereich ärztlicher Grundrechte 86
IV. Verfassungsmäßigkeit von Sanktionen bei kollektivem Zulassungsverzicht 87
V. Basistariflicher Sicherstellungsauftrag 88
VI. Höchstaltersgrenzen als grundrechtliches und europarechtliches Problem 89
Literaturverzeichnis 92
Sachverzeichnis 94