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Grünewald, B. (2009). Geist – Kultur – Gesellschaft. Versuch einer Prinzipientheorie der Geisteswissenschaften auf transzendentalphilosophischer Grundlage. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53160-8
Grünewald, Bernward. Geist – Kultur – Gesellschaft: Versuch einer Prinzipientheorie der Geisteswissenschaften auf transzendentalphilosophischer Grundlage. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53160-8
Grünewald, B, (2009): Geist – Kultur – Gesellschaft: Versuch einer Prinzipientheorie der Geisteswissenschaften auf transzendentalphilosophischer Grundlage, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53160-8

Format

Geist – Kultur – Gesellschaft

Versuch einer Prinzipientheorie der Geisteswissenschaften auf transzendentalphilosophischer Grundlage

Grünewald, Bernward

Erfahrung und Denken, Vol. 99

(2009)

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Abstract

Nach Diltheys hilflosen Versuchen, mit einer »Kritik der historischen Vernunft« den Geisteswissenschaften den Status von Wissenschaften zu verleihen, und der von Gadamer verkündeten »Überwindung der erkenntnistheoretischen Fragestellung« wagt Bernward Grünewald mit dieser Abhandlung einen prinzipiellen Neubeginn in der Theorie der empirischen Geisteswissenschaften. Er entwickelt einen Begriff der geisteswissenschaftlichen Erfahrung, der es erlaubt, die zumeist pauschal unter dem Titel »Verstehen« gefassten Akte der Sinn-$aRezeption$z und des geisteswissenschaftlichen $aBegreifens$z zu unterscheiden und nach den Bedingungen der Objektivität dieser Erfahrung in den hermeneutischen Werk- und Sozialwissenschaften zu fragen. Eine kritische Analyse der von Heidegger inspirierten Hermeneutik Gadamers und der Ansätze zu einer Theorie der verstehenden Soziologie Max Webers führen jeweils zu einer ersten Skizze der Prinzipien geisteswissenschaftlicher Erfahrung. Diese Prinzipien müssen, entgegen der Meinung Diltheys und der neukantianischen Tradition, auf die Bedingungen der Möglichkeit der $aErfahrung überhaupt$z zurückführbar sein. Nach der Kritik der Interpretations-Tradition und einer Analyse der Kantischen Vorbehalte gegen eine »Wissenschaft von der denkenden Natur« zeigt der Autor, dass die Probleme dieser Vorbehalte unter Rückgriff auf eigene Einsichten Kants und die Ergebnisse der Husserlschen Phänomenologie überwindbar sind. Eine entscheidende Rolle spielen dabei der phänomenologische Begriff des $aNoema$z und der daraus zu entwickelnde Begriff des $anoematischen Systems,$z der eine konstruktive mathematische Behandlung von Sinn-Phänomenen erlaubt. Schließlich erbringt die Formulierung der theoretischen Prinzipien der Geisteswissenschaften in Analogie zu den »Metaphysischen Anfangsgründen der Naturwissenschaft« den Nachweis der $aMöglichkeit$z jener Wissenschaften, die seit Dilthey »Geisteswissenschaften« genannt werden.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 11
A. Der Begriff der Geisteswissenschaften 17
I. Der gängige Wortgebrauch und die Kriterien für einen wissenschaftstheoretischen Begriff der Geisteswissenschaften 17
II. Meta-Intentionalität – die Reflexionsstruktur der Geisteswissenschaften 18
1. Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften – einmal nicht (bloß) als Gegensatz betrachtet 18
2. Gegenstandsstruktur und Differenzierung der Geisteswissenschafte 20
III. Empirizität – empirische und geltungskritische Reflexion 24
IV. Abgrenzung der Geisteswissenschaften gegen drei nicht - empirisch bestimmte Disziplinen 26
1. Philosophie 26
2. Theologie 29
3. Rechtswissenschaft 31
B. Empirisches Bewusstsein, Rezeptivität und begriffliche Bestimmung in den Geisteswissenschaften 33
I. Empirisches und transzendentales Bewusstsein 37
II. Hermeneutik als Überwindung der erkenntnistheoretischen Fragestellung? 47
1. Zu Heideggers Rede vom ,hermeneutischen Zirkel‘ 50
2. Gadamers Anknüpfung an Heideggers ,hermeneutische Phänomenologie‘ 56
a) Die Perspektive des lebensweltlichen Verstehens 56
b) Abgrenzung gegen Schleiermacher und Dilthey 57
c) Hermeneutische Erfahrung als Folge eines Angesprochenseins 66
d) Hermeneutik und Applikation 69
3. Konsequenzen und Widersinn der Orientierung an Gespräch und Applikation 70
III. Die erkenntnistheoretische Fragestellung in den hermeneutischen Werkwissenschaften 73
1. Objektivität und Rezeptivität 73
2. Objektivität und begriffliche Bestimmung – Das Werk als zu begreifender Gegenstand, Kategorien empirischer Werkbestimmung 79
a) Propositionaler Gehalt 79
b) Poiematischer Gehalt 80
c) Subjektiv-hermeneutische und objektiv-hermeneutische Erfahrung 83
d) Das Werk als Produkt und die zugrundeliegende ,Konzeption‘ 90
Zwischenbetrachtung 95
IV. Gnoseologische Implikationen von Webers Kategorienlehre der verstehenden Soziologie 97
1. Kulturwissenschaftliche und soziologische Kategorien als Grundbegriffe und ihre korrelativen wissenschaftlichen Aufgaben (Deutung und Erklärung) 99
2. Beispiele von Spezifikationen fundamentalerer Kategorien und Grundsätze 101
3. Der Sinnbegriff als differentia specifica kulturwissenschaftlicher Begriffe und der Korrelatbegriff des Verstehens 102
a) Aktuelles Verstehen 103
b) Erklärendes Verstehen 112
4. Die Evidenz verstehen der Deutung und die Gültigkeit der Erklärung 114
5. Kausalität – Sinn – Geltung 121
a) Das Verhältnis von Kausalität und Geltungsgründen – die Funktion der Rationalität 121
b) Wertrationalität und Irrationalität 127
Exkurs zu einschlägigen moralphilosophischen Fragen 127
c) Gesetzlichkeit, Individualität und Geschichtlichkeit 131
d) Geschichtlichkeit und geschichtliches Bewusstsein der Handelnden 134
e) ,Subjektivität‘ und ,Objektivität‘ der Wertbeziehung 135
6. Erkenntnistheoretisches Resümee der Auseinandersetzung mit Webers Kategorienlehre 143
a) Sponaneität und Rezeptivität der Wissenschaft – erzeugte und verstandene Begriffe 143
b) Die Schematisierung der Kategorien durch die Differenzierung des Sinns 146
V. Die Frage nach Prinzipien geisteswissenschaftlicher Erfahrung und ihrem transzendentalphilosophischen Fundament 149
C. Rückgang auf die Kantische Transzendentalphilosophie und die Husserlsche Phänomenologie 152
I. Bisherige Einschätzungen der Philosophie Kants in der Theorie der Geisteswissenschaften 153
1. Die übliche negative Einschätzung der Bedeutung der „Kritik der reinen Vernunft“ für die Geisteswissenschaften 153
2. Die positivere Einschätzung der Bedeutung der zweiten und dritten ,Kritik‘ für die Geisteswissenschaften – und die Problematik dieser Einschätzung 154
3. Der generelle Begriff der Natur und der spezielle der denkenden Natur 156
4. Bestimmende und reflektierende Urteilskraft 160
5. Kants Geschichtsphilosophie als ,Empiriologie‘? 164
6. Rickerts werttheoretische Projektion des Irrationalen in die „Kritik der Urteilskraft“ 172
7. Die Problematik eines Rückgriffs auf die ästhetisch-reflektierende Urteilskraft 174
II. Die empirische Psychologie und die ,NATUR‘ des Geistes 180
1. Die Einschätzungen der Psychologie bei Dilthey und den Neukantianern 180
2. Kants Frage nach einer Wissenschaft von der denkenden NATUR und das Problem der Konstruktion in der reinen Anschauung 187
3. Kategoriengebrauch und innere Erfahrung 194
4. Die Frage nach Struktur und ,Grundbestimmung‘ der Phänomene der denkenden NATUR – Innere Erfahrung und die Differenz zwischen empirischem und transzendentalem Bewusstsein des Denkens 200
a) Anschauliche und begriffliche Vorstellungen 200
b) Logische und empirische Erforschung des Subjekts: ,Reflexion‘ und Apprehension 202
c) Die Erfahrbarkeit des Denkens: empirische und transzendentale Selbstaffektion 208
d) Denken als Reden mit sich selbst: Die Selbstobjektivation des Denkens durch die Sprache und das Verstehen 215
e) Die Struktur des zu Verstehenden, der bezeichneten Gedanken 217
f) Einbildungskraft und Schematismus 221
g) Das Verfügen über ein System von Sinnbeziehungen als Bedingung des Denkens und seiner Erfahrung 224
III. Der phänomenologische Begriff des Noema und der Begriff des noematischen Systems 227
1. Einige Bemerkungen zu Husserls Verhältnis zu Kant 229
2. Husserls phänomenologische Analyse der Intentionalitätin den ,Logischen Untersuchungen‘ 232
3. Husserls transzendentale Phänomenologie und die Einführung des Noema-Begriffs 237
4. Die Analyse des Zeitbewusstseins 240
5. Zeitbewusstsein, Regelbewusstsein, Verstehen 243
6. Konstitutionssysteme und noematische Systeme 247
7. Habitualitäten und konkretes Subjekt 251
8. Der Begriff eines noematischen Systems und die Idee des absoluten noematischen Systems 252
a) Das noematische System als formale Habitualität von Personen und Gemeinschaften 252
b) Die beiden ,Dimensionen‘ des noematischen Systems 254
c) Intersubjektivität der Sprache als Bedingung der Erfahrbarkeit von Gedanken und die Idee eines absoluten noematischen Systems 256
IV. Anschauungsformen und Mannigfaltigkeitsordnungen 263
1. Anschauungsformen und Mannigfaltigkeitsordnungen in Kants Theorie der Mathematik 265
2. Folgerungen für das Problem der mathematischen Behandlung von Noemata und die Möglichkeit einer Wissenschaft von der denkenden NATUR 273
D. Theoretische Prinzipien der Geisteswissenschaft 279
1. Zielsetzung 279
2. Anthropologische Vorbemerkungen: Die denkende NATUR und die NATUR des Menschen 280
I. Erstes Hauptstück: Formale Noetik 286
Erklärung 1 286
Erklärung 2 287
Erklärung 3 287
Erklärung 4 288
Grundsatz 288
Erklärung 5 288
Lehrsatz 288
E. Freiheit zum Abschluss – Jenseits der Empirie 312
Anhang: Die speziellen modaltheoretischen Lehrsätze der MAdN 316
Literatur 322
Personenverzeichnis 335
Sachwortverzeichnis 337