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Speer, B. (2010). Grenze und grenzüberschreitende Zusammenarbeit im historischen Kontext. Eine explorative politikwissenschaftliche Studie am Fallbeispiel des Pyrenäenraums. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53085-4
Speer, Benedikt. Grenze und grenzüberschreitende Zusammenarbeit im historischen Kontext: Eine explorative politikwissenschaftliche Studie am Fallbeispiel des Pyrenäenraums. Duncker & Humblot, 2010. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53085-4
Speer, B (2010): Grenze und grenzüberschreitende Zusammenarbeit im historischen Kontext: Eine explorative politikwissenschaftliche Studie am Fallbeispiel des Pyrenäenraums, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53085-4

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Grenze und grenzüberschreitende Zusammenarbeit im historischen Kontext

Eine explorative politikwissenschaftliche Studie am Fallbeispiel des Pyrenäenraums

Speer, Benedikt

Schriftenreihe der Hochschule Speyer, Vol. 201

(2010)

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Abstract

Die Politikwissenschaft, aber auch andere Disziplinen einschließlich der Geschichtswissenschaft, haben die historische Dimension grenzüberschreitender Zusammenarbeit bislang nur unzureichend erschlossen. Generalisierenden Aussagen über Ursachen, Entwicklung und Rahmenbedingungen grenzüberschreitender Zusammenarbeit fehlt daher häufig eine empirische Absicherung.

Vor diesem Hintergrund legt Benedikt Speer eine explorative, mit politikwissenschaftlichen Methoden arbeitende Studie vor und dehnt am Beispiel des Pyrenäenraums den zeitlichen und inhaltlichen Rahmen der Forschung systematisch aus.

Zunächst hinterfragt der Autor kritisch die "geographische Konzentrierung", die "Regionenzentriertheit" und die "Annahmegestütztheit" als aktuelle Forschungstendenzen und setzt sie mit den zentralen Fachtermini der Grenze, des Grenzraums und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Beziehung, um Forschungslücken zu identifizieren. Eine vertiefende Fallstudie behandelt die Entwicklung von Grenze(n) und grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Pyrenäenraum über acht Jahrhunderte hinweg. Dadurch kann u. a. die große rechtliche Kontinuität grenzüberschreitender Zusammenarbeit trotz zahlreicher politischer Brüche von den mittelalterlichen lies und passeries bis zu den geltenden völkerrechtlichen Grenz- und Kooperationsverträgen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nachgewiesen werden.

Die differenzierte Untersuchung von Akteuren, Einstellungen, Zwängen und sonstigen Einflussfaktoren mündet in leitsatzartige Überlegungen zur weiteren Fachdiskussion über Grenzen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 15
Einleitung 17
Teil 1: Untersuchungsgegenstand, zentrale Begrifflichkeiten und Erkenntnisinteresse 20
A. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit als wissenschaftlicher Untersuchungsgegenstand: Tendenzen und Lücken in der Forschung 20
I. Die „geographische Konzentrierung“ 23
II. Die „Regionenzentriertheit“ 26
1. „Regionenzentrierte“ Akteursverständnisse 27
2. Gründe für die „Regionenzentriertheit“ in der deutschsprachigen Forschung 29
3. Gründe für die „Regionenzentriertheit“ in der europäischen Forschung 32
4. Auswirkungen der „Regionenzentriertheit“ auf die Forschung 34
a) Die sachgegenständliche Dimension 35
b) Die akteursbezogene Dimension 36
c) Die zeitlich-historische Dimension 38
III. Die „Annahmegestütztheit“ 40
IV. Zwischenergebnis zu Teil 1, A. 42
B. Grenze, Grenzraum und grenzüberschreitende Zusammenarbeit im wissenschaftlichen Diskurs 43
I. Die völkerrechtliche Grenze als Bezugspunkt grenzüberschreitender Zusammenarbeit 44
1. Grenzsaum oder Grenzlinie? 45
2. Von der lehnsrechtlichen Herrschaftsverschränkung zum Ideal der natürlichen Grenze 47
3. Die völkerrechtliche Lineargrenze zwischen nationalstaatlichem Denken und europäischer Integration 49
II. Die räumlichen Wirkungen von Grenzen und der Grenz- oder Grenzkooperationsraum 53
1. Typologische Ansätze 53
2. Räumliche Ansätze 55
3. Politisch-administrative Ansätze und ihre räumlich-funktionale Ergänzung 60
III. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit als besondere Form internationaler Beziehungen 62
1. Akteursbezogene Aspekte 63
a) Der Staat als Akteur der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit 63
b) Die Abgrenzung zum Akteursverständnis des Transnationalismus und des „Transnationalen Regionalismus“ 65
2. Raumbezogene Aspekte 68
a) Der unterschiedliche Raumbezug der grenzüberschreitenden und der interregionalen Zusammenarbeit 68
b) Die Abgrenzung der grenzüberschreitenden von der grenznachbarschaftlichen Zusammenarbeit im Sinne des Artikels 24 Absatz 1 a GG 69
3. Handlungsbezogene Aspekte 71
a) Handlungsfelder 71
b) Handlungsformen 73
4. Motivationsbezogene Aspekte 75
a) Strukturell-funktionale Akteursmotivationen 75
b) Politisch-individuelle Akteursmotivationen 76
5. Merkmale grenzüberschreitender Zusammenarbeit: Versuch einer Konklusion 77
IV. Zwischenergebnis zu Teil 1, B. 78
C. Erkenntnisinteresse, Methodik und Erkenntniserwartungen der Untersuchung 79
I. Erkenntnisinteresse und Methodik 80
1. Erkenntnisinteresse 80
2. Methodik und Quellenproblematik 82
II. Fallbeispiel und Erkenntniserwartungen 85
1. Das Fallbeispiel: Grenze und grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Pyrenäenraum 85
2. Erkenntniserwartungen und Erkenntnishoffnungen 87
III. Zwischenergebnis zu Teil 1, C. 88
Teil 2: Grenze(n) und grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Pyrenäenraum zwischen dem Mittelalter und dem Ende des 19. Jahrhunderts 90
A. Der Pyrenäenraum: Eine Einführung 93
I. Die Pyrenäen als Barriere 94
1. Das Massiv als geophysische Barriere 94
2. Barrierewirkungen des Massivs am Beispiel der gegenwärtigen Siedlungs- und Verkehrsstrukturen 95
3. Das Massiv als politisch-administrative Barriere 97
II. Die Pyrenäen als grenzübergreifender Raum 98
1. Die relative Einheitlichkeit gegenwärtiger Lebensverhältnisse in den Pyrenäen 98
2. Die Pyrenäen als historisch nach innen integrierter Raum 101
III. Zwischenergebnis zu Teil 2, A. 103
B. Die Herausbildung von Grenze(n) und von grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Pyrenäenraum zwischen dem Mittelalter und dem Pyrenäenfrieden (1659) 103
I. Tal und Talschaft als historische Träger der lokalen politisch-ökonomischen Grundordnung im Pyrenäenraum 104
1. Die innere Ordnung: casa- oder (h)ostal-System, Talversammlung und Gemeinbesitz 104
2. Die äußere Ordnung: Foralregime und Ermächtigung zum Abschluss tälerübergreifender Abkommen 109
II. Die Herausbildung vor-völkerrechtlicher Gebiets- und Herrschaftsgrenzen im Pyrenäenraum 111
1. Frühe lokale Gebietsgrenzen in den Pyrenäen 112
2. Vor-völkerrechtliche Herrschaftsgrenzen in den Pyrenäen 114
a) Die Herausbildung der mittelalterlichen Pyrenäengrenze(n) 114
b) Der Vertrag von Corbeil (1258) 117
c) Frühe Ansätze einer expansionistischen Grenzideologie in Frankreich 119
d) Grenzveränderungen im Pyrenäenraum zwischen dem Vertrag von Corbeil (1258) und dem Pyrenäenfrieden (1659) 120
aa) Das Valle de Arán 122
bb) Die Teilung Navarras 122
cc) Das Roussillon und die Cerdagne 123
III. Formen vor-völkerrechtlicher grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Pyrenäenraum (vom 12. Jahrhundert bis 1659) 124
1. Die mittelalterlichen lies und passeries als Prototyp grenzüberschreitender Abkommen in den Pyrenäen 124
a) Die Notwendigkeit der lies und passeries in einem konfliktiven Umfeld 125
b) Die Vertragsgegenstände der lies und passeries 127
c) Die institutionelle Absicherung der lies und passeries 129
d) Die lies und passeries zwischen lokalem und zwischenstaatlichem grenzüberschreitenden Recht 130
2. Limitationen der lies und passeries: Vollständiges Fehlen, umstrittener Untergang und fortgesetztes Scheitern grenzüberschreitender Abkommen 132
a) Das vollständige Fehlen grenzüberschreitender Abkommen 132
b) Der umstrittene Untergang grenzüberschreitender Abkommen 133
c) Fortgesetztes Scheitern grenzüberschreitender Abkommen: Das Beispiel der navarresischen Aldudes 133
3. Die Weiterentwicklung und Ausdifferenzierung grenzüberschreitender Abkommen in den Pyrenäen im 16. und 17. Jahrhundert 135
a) Die Erweiterung der lies und passeries zu frühneuzeitlichen Allianz- und Friedensverträgen 136
b) Die „föderativen“ Verträge von 1513 und 1514 137
aa) Der Acte du Plan d’Arrem von 1513 138
bb) Der aragonesisch-béarnesische Accord de lies et passeries von 1514 140
c) Die Traités de bonne correspondance an der Atlantikgrenze 140
aa) Die Traités de bonne correspondance des 16. Jahrhunderts 141
bb) Die Traités de bonne correspondance des 17. Jahrhunderts 142
IV. Zwischenergebnis zu Teil 2, B. 144
C. Grenze(n) und grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Pyrenäenraum zwischen dem Pyrenäenvertrag (1659) und dem Vertrag von Elizondo (1785/1789) 147
I. Die Pyrenäengrenze zwischen partieller völkerrechtlicher Determinierung und gescheiterter Präzisierung (1659–1789) 148
1. Die unvollkommene Determinierung einer frühen völkerrechtlichen Staatsgrenze durch den Pyrenäenvertrag und seine Zusatzabkommen (1659/1660) 148
a) Artikel 42 Pyrenäenvertrag und die französisch-spanische Landgrenze (November 1659) 150
b) Die Zusatzerklärung zu Artikel 42 Pyrenäenvertrag (Mai 1660) 153
c) Das Durchführungsabkommen von Llívia (November 1660) 154
d) Der Pyrenäenvertrag und der Grenzverlauf im Zentral- und Atlantiksektor der Pyrenäen 156
2. Die Pyrenäengrenze im Wechsel von Konflikt und Kooperation (1660–1789) 158
a) Die Pyrenäengrenze zwischen internationalen Konflikten und lokaler Kooperation (1667–1720) 159
b) Die bourbonische „Friedensgrenze“ zwischen internationaler Kooperation und lokaler Konfliktivität (1721–1789) 162
3. Der Vertrag von Elizondo von 1785 167
a) Vorgeschichte des Vertragsschlusses: Aldudes-Konflikt und frühere Grenzkommissionen 167
b) Die Einsetzung der Caro-d’Ornano-Kommission (1784) 169
c) Der Vertrag von Elizondo und seine Inhalte (1785) 170
d) Der Vertrag von Elizondo nach 1786: Widerstände und faktische Nichtanwendung 174
II. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Pyrenäenraum zwischen 1659 und 1789: Staatliche Einflüsse, ihre Determinanten und Beschränkungen 177
1. Die begrenzten Auswirkungen des Pyrenäenvertrags: Die Kommission von Figueres (1665–1668) 177
2. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Pyrenäenraum während der Krisenzeiten von 1667 bis 1720 180
a) Die unterschiedlichen Standpunkte militärischer und ziviler Behörden zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen 1667 und 1720 181
b) Die Fortführung der bisherigen Formen grenzüberschreitender Zusammenarbeit zwischen 1667 und 1720: Kontinuität und Wandel 184
3. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Pyrenäenraum während der bourbonischen Friedensallianz von 1721 bis 1789 186
a) Die Beschränkung der lokalen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf Handel, Versorgung und Flächennutzung im unmittelbaren Grenzraum 187
b) Die Bekämpfung des Grenzschmuggels als Schwerpunkt einer genuin zwischenstaatlichen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im 18. Jahrhundert 190
aa) Die französisch-spanische Geheim-Convention vom 2. Januar 1768 192
bb) Die französisch-spanische Convention vom 27. Dezember 1774 193
cc) Die französisch-spanische Convention vom 24. Dezember 1786 194
III. Zwischenergebnis zu Teil 2, C. 197
D. Der lange Weg zur völkerrechtlichen Zusammenführung von Grenze und grenzüberschreitender Zusammenarbeit: Der Pyrenäenraum zwischen 1789 und 1875/1887 202
I. Die französisch-spanischen Beziehungen in einer Epoche militärischer, politischer und sozio-ökonomischer Krisen: 1793–1851 202
1. Der Revolutionskrieg von 1793 und der Friedensvertrag von Basel 1795 202
2. Die napoleonische Besetzung Spaniens 1808–1814 und die Pariser Friedensverträge von 1814/1815 206
3. Vom Zweiten Pariser Frieden 1815 bis zur Einsetzung der Grenzkommission von 1851 209
II. Die Grenzverträge von Bayonne als völkerrechtliche Grundlage der Pyrenäengrenze und als Kodex grenzüberschreitender Rechte im Pyrenäenraum 211
1. Die Grenzkommission von 1851–1853 und die Commission mixte de délimitation des Pyrénées von 1853–1868 212
a) Die Grenzkommission von 1851–1853 212
b) Die Commission mixte de délimitation des Pyrénées von 1853–1868 213
2. Die drei Grenzverträge von Bayonne, ihre Zusatzabkommen und die Allgemeine Zusatzakte (1856–1868) 215
a) Der erste Grenzvertrag von Bayonne vom 2. Dezember 1856 und das Zusatzabkommen vom 28. Dezember 1858 216
b) Der zweite Grenzvertrag von Bayonne vom 14. April 1862 und das Zusatzabkommen vom 27. Februar 1863 221
c) Der dritte Grenzvertrag von Bayonne vom 26. Mai 1866 und das Zusatzabkommen vom 11. Juli 1868 224
d) Die Allgemeine Zusatzakte vom 26. Mai 1866 227
III. Die Entstehung der Commission Internationale des Pyrénées 1875/1887 228
1. Die Internationale Grenzkommission für den Bidassoa von 1875 als Vorläuferorganisation 229
2. Die Weiterentwicklung zur Commission Internationale des Pyrénées von 1887 232
3. Exkurs: Die Commission Internationale des Pyrénées und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Spanien nach 1887 234
a) Die Commission Internationale des Pyrénées zwischen 1887 und 1914 235
b) Die Commission Internationale des Pyrénées von der Zwischenkriegszeit bis in die Gegenwart 236
IV. Zwischenergebnis zu Teil 2, D. 240
Teil 3: Leitsätze für die politikwissenschaftliche Diskussion zu den Topoi „Grenze“ und „grenzüberschreitende Zusammenarbeit“ 246
Literaturverzeichnis 254
Sachwortverzeichnis 281