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Ohr, R.(Ed.) (2010). Governance in der Wirtschaftspolitik. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53256-8
and Ohr, Renate. Governance in der Wirtschaftspolitik. Duncker & Humblot, 2010. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53256-8
Ohr, R (ed.) (2010): Governance in der Wirtschaftspolitik, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53256-8

Format

Governance in der Wirtschaftspolitik

Editors: Ohr, Renate

Schriften des Vereins für Socialpolitik, Vol. 326

(2010)

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Book Details

About The Author

Prof. Dr. Renate Ohr, Jg. 1953, studierte an der Universität Mainz Volkswirtschaft und Jura. Nach Promotion (1979 in Essen) und Habilitation (1986 in Bochum) war sie Inhaberin des Lehrstuhls für Außenwirtschaft an der Universität Hohenheim (Stuttgart). Seit 2000 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik an der Universität Göttingen. Forschungsschwerpunkte sind Internationale Wirtschaftsbeziehungen, insb. Währungsfragen und Themen der Europäischen Integration.

Abstract

Der Begriff Governance ist in den letzten Jahren fast ein Modewort geworden - oft benutzt, aber zumeist nicht klar definiert und daher recht unterschiedlich interpretierbar. Obwohl er als wissenschaftlicher Terminus aus den Wirtschaftswissenschaften stammt - im Wesentlichen wird er auf Ronald Coase und Oliver E. Williamson zurückgeführt - spielte er zunächst vor allem in den Politikwissenschaften eine sichtbare Rolle. Heutzutage ist er aber auch aus der wirtschaftspolitischen Diskussion nicht mehr wegzudenken. Governance umfasst dabei zum einen Regelungsstrukturen, die sich auf Institutionen und Akteurskonstellationen beziehen, zum anderen aber auch formelle und informelle Regeln sowie Anreizstrukturen in Hinblick auf ihre Bedeutung für den Koordinationsprozess wirtschaftlicher Aktivitäten. Eine klare und eindeutige Begriffsabgrenzung in der Art einer Lehrbuchdefinition fehlt jedoch nach wie vor.

Diese zunehmende, aber oft unspezifizierte Verwendung des Begriffs Governance in der wirtschaftspolitischen Forschung nahm der Wirtschaftspolitische Ausschuss des Vereins für Socialpolitik zum Anlass, für seine diesjährige Jahrestagung, die vom 24. - 26. März 2009 in Leipzig stattfand, das Rahmenthema "Governance in der Wirtschaftspolitik" zu wählen. Der hier vorliegende Tagungsband beinhaltet die schriftlichen Fassungen der vorgestellten Beiträge. Es werden darin verschiedene Governance-Begriffe und Governance-Konzepte abgegrenzt, konkrete Governance-Probleme dargestellt und die Rolle bestimmter Governancestrukturen vor dem Hintergrund verschiedener ökonomischer Rahmenbedingungen untersucht. Der vorliegende Tagungsband soll somit helfen, den Begriff Governance in seinen verschiedenen Facetten und in seiner Bedeutung für wirtschaftspolitische Fragestellungen zu erfassen.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Theresia Theurl: Ist Governance mehr als Wirtschaftsordnung und Institutionen? 9
Abstract 9
A. Problemstellung und Einordnung 9
B. Neuer ökonomischer Gehalt oder Kommunikationsstrategie? 11
I. Governance als Klammer wissenschaftlicher Disziplinen 11
II. Governance mit steigender Literaturpräsenz 12
III. Institutionen im Kern der Governanceforschung 15
IV. Mögliche Ebenen einer Strukturierung und Analyse 16
C. Governance-Konzepte der Mikroebene 18
I. Transaktionsgovernance 18
II. Corporate Governance 20
III. Cooperative Governance 21
IV. Wirtschaftspolitische Konsequenzen 22
D. Economic Governance als ebenenübergreifendes Konzept 23
I. Inhalte 23
II.Wirtschaftspolitische Konsequenzen 26
E. Governance-Konzepte der Makroebene 26
I. Good Governance 26
II. New Governance 28
III. Global Governance 31
IV. Wirtschaftspolitische Konsequenzen 32
F. Eine erste und vorläufige Antwort 32
Literatur 33
Jörn Kruse: Das Governance-Dilemma der demokratischen Wirtschaftspolitik 41
Abstract 41
A. Problem 41
B. Problemfaktoren der Wirtschaftspolitik 43
I. Ökonomen und Politiker 43
II. Interessen- und Verteilungsorientierung 44
III. Sekundärwirkungen und Zeithorizont 45
IV. Relevanz von Regeln 47
V. Politikinterne und externe Fachkompetenz 47
C. Governance-Struktur der demokratischen Wirtschaftspolitik 50
I. Delegationsumfang und Legitimationsmonopol 50
II. Politik-Kern und Fachinstitutionen 53
III. Präferenzrelevanz und Fachkompetenz 55
IV. Institutionelle Probleme 57
D. Überwindung des Wirtschaftspolitik-Dilemmas durch duale Legitimation 59
I. Funktionen des Senats bei der Delegation staatlicher Institutionen 61
II. Funktionen des Senats als Zweite Kammer bei der Gesetzgebung 62
III.Wahl der Senatoren 65
E. Fazit 68
Literatur 68
Oliver Budzinski: Mehr-Ebenen-Governance, Leitjurisdiktionskonzepte und globaler Wettbewerb 72
Abstract 72
A. Internationaler Wettbewerb und Wettbewerbspolitik 73
B. Grenzen einer nicht-kooperativen „Governance“ des internationalen Wettbewerbs 74
C. Zum Stand kooperativer Governance in der internationalen Wettbewerbspolitik 77
D. Leitjurisdiktionskonzepte als Steuerungssystem? 80
I. Zur Konzeption von Leitjurisdiktionsmodellen 80
II. Mehr-Ebenen-Governance und die Rolle von Leitjurisdiktionen 83
III. Grenzen und Probleme von Leitjurisdiktionskonzepten 88
E. Fazit 92
Literatur 92
Jürgen Jerger / Dimitri Migrow: Stabilisierungsfonds und makroökonomische Governance 96
Abstract 96
A. Einleitung 97
B. Relevanz und Funktionen von Stabilisierungsfonds 98
C. Strategische Implikationen fiskalischer windfalls 100
I. Das Modell 101
1. Lohnsetzer 101
2. Staatliche Budgetbeschränkung 101
3. Geld- und Fiskalpolitik 102
II. Lösung bei diskretionären Politiken 102
III. Regelbindung der Makropolitiken 104
D. Stabilisierungsfonds und die Stabilitätnicht-demokratischer Ordnungen 106
I. Modellstruktur 107
1. Bevölkerung, (Um-)Verteilung und Besteuerung 107
2. Nicht-Demokratie, Revolution und Demokratie 108
3. Timing und Nutzenfunktionen 109
II. Modellgleichgewichte ohne Stabilisierungsfonds 110
1. Keine Umverteilung 110
2. Umverteilung über Steuersystem 110
III. Die Rolle eines Stabilisierungsfonds 111
E. Zusammenfassung und Ausblick 115
Literatur 116
Alexander S. Kritikos: Die Hartz-Evaluation zur Existenzgründungsförderung – Eine verpasste Chance wissenschaftsgestützter Governance? 119
Abstract 119
A. Einleitung 119
B. Fördervoraussetzungen und Umfang der Programme 121
I. Förderbedingungen von Überbrückungsgeld und „Ich-AG“ 121
II. Förderumfang von Überbrückungsgeld und „Ich-AG“ 123
C. Diskussion über die Bewertung der Gründungsförderung 124
D. Ergebnisse der Hartz-Evaluation 127
I. Die Zwischenevaluation 2005 127
II. Der Abschlussbericht 2006 131
III. Entscheidungen nach der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 134
E. Nachtrag: Eine Bilanz nach 5 Jahren 136
F. Wissenschaftsgestützte Governance in der Wirtschaftspolitik 137
Literatur 139
Susanne Lechner / Renate Ohr: Governancestrukturen in der EU – Neue Herausforderungen durch Vertiefung und Erweiterung der Gemeinschaft 143
Abstract 143
A. Einleitung 143
B. Governance im europäischen Integrationsprozess 145
C. Governanceprobleme in der Währungsunion: Zum Stabilitäts- und Wachstumspakt 150
D. Governanceprobleme der stark erweiterten EU: Zum Umgang mit der Heterogenität 152
E. Spieltheoretischer Ansatz zur Bedeutung des Austrittsrechtes für die Entscheidungsprozesse in der EU 155
I. Die Relevanz einer Austrittsdrohung 157
II. Das Modell 158
1. Einstimmigkeitsregel mit Vetorecht: Das Ultimatumspiel 159
2. Mehrheitsentscheidung ohne Austrittsoption aus der EU: Das Diktatorspiel 161
3. Mehrheitsentscheidung mit Austrittsoption aus der EU: Das Ultimatumspiel mit einseitiger Outside-Option 162
a) Geringer Nutzenverlust für die EU bei Austritt von M1 163
b) Hoher Nutzenverlust für die EU bei Austritt von M1 165
F. Fazit 167
Literatur 168
Joachim Ahrens: Governance, institutioneller Wandel und Wirtschaftspolitik 172
Abstract 172
A. Einleitung 173
B. Institutionen, Governance und Wirtschaftsreformen 175
C. Governance Dimensionen 180
D. Die Komponenten einer MEGS 182
I. Schaffung eines starken Staates 182
II. Den Staat in seiner Macht begrenzen 183
III. Die Schaffung von Kapazitäten zur Politikumsetzung und Regeldurchsetzung 184
IV. Die Schaffung ökonomischer Institutionen 185
E. MEGS in der Praxis: Fälle erfolgreicher wirtschaftlicher Entwicklung 187
I. Entwicklung einer best-practice Governance? 187
II. EU-Beitrittsländer: Institutionelle Schocktherapie und Governance nach westlichem Muster 190
III. China: Governance und Systemwandel mit speziellen Charakteristika 193
IV. Newly industrialized countries: small countries – big lessons 199
F. Schlussbemerkung 206
Literatur 208
Thomas Apolte und Heiko Peters: Governance, Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung in den ehemals sozialistischen Staaten 214
Abstract 214
A. Die Debatte um Demokratie und Transformation in der Frühphase des Systemwechsels 215
B. Governance, Demokratie und Reform aus theoretischer Sicht 217
C. Die empirische Literatur zur Rolle von Demokratie und Governance 222
I. Demokratie und Niveau des BIP pro Kopf 222
II. Demokratie und Wachstum des BIP pro Kopf 223
D. Zur Empirie von Demokratie und Transformation nach zwei Jahrzehnten 225
E. Implikationen für die konstitutionelle Politik 236
Literatur 237
Autoren und Herausgeber 241