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Müller, F.(Ed.) (2007). Politik, [Neue] Medien und die Sprache des Rechts. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52595-9
and Müller, Friedrich. Politik, [Neue] Medien und die Sprache des Rechts. Duncker & Humblot, 2007. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52595-9
Müller, F (ed.) (2007): Politik, [Neue] Medien und die Sprache des Rechts, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52595-9

Format

Politik, [Neue] Medien und die Sprache des Rechts

Editors: Müller, Friedrich

Schriften zur Rechtstheorie, Vol. 234

(2007)

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Abstract

Die seit Mitte der 80er Jahre bestehende "Heidelberger Gruppe der Rechtslinguistik" legt mit diesem Buch ihren fünften Sammelband vor. Dieser unsubventionierte, in jeder Hinsicht freie Arbeitskreis besteht aus Forschern und Lehrern der Sprach- und Rechtswissenschaft sowie aus Praktikern verschiedener Bereiche. Er ist nach der Persönlichkeit wie auch nach der wissenschaftlichen Ausrichtung seiner Mitglieder reich an Facetten und Denkansätzen, dabei überwiegend der Praktischen Semantik in der Linguistik und einer auf die sprachlichen Bedingungen der Rechtswelt aufmerksamen Jurisprudenz, einer sprachpragmatischen Rechtstheorie verpflichtet.

Die Themen des vorliegenden Bandes ergeben sich, einmal mehr, aus dem transdisziplinären Charakter der Arbeit der Gruppe. Das tatsächliche, das zu verantwortende Handeln der Träger rechtlicher Entscheidungsgewalt steht unausweichlich in einem Umfeld allgemein gesellschaftlicher, ökonomischer und politischer Vorgaben; und diese werden, wie die Daten der Rechtsarbeit auch, durchweg durch Sprache vermittelt. Die internen Wechselwirkungen von Recht, Rechtssprache und Politik sind mittlerweile im allgemeinen Bewusstsein angekommen. Spätestens mit dem machtvollen Aufkommen der Neuen Medien ist schließlich die Medienwissenschaft zunehmend in den Vordergrund gerückt. Auch das Recht kann, angesichts der digitalen Medien, nicht mehr durch ein "Buch" (Gesetzbuch) eingezäunt werden. Inhalte und Formen rechtlichen Kommunizierens sind ohne eine erneuerte Reflexion auf die Medien, in denen es erfolgt, nicht mehr angemessen verstehbar. Diese materielle, die mediale Seite von Recht und Rechtssprache nimmt daher in dem vorliegenden Band gleichfalls eine wichtige Stelle ein.

Mit seinen Themen wie Gerechtigkeit und Autorität, der Wirkung der Gesetzesbindung oder der Rolle des Gesetzbuchs und der Funktion der Bilder beansprucht der Band, an der Schnittstelle von Rechts- und Sprachwissenschaft, von Politik und Medientheorie ein avanciertes fachwissenschaftliches, mit den Fragen nach political correctness, europäischer Identität, Globalisierung und Neuen Medien sogar ein über wissenschaftliche Debatten hinaus gehendes öffentliches Interesse.

Aus dem Vorwort des Herausgebers

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort des Herausgebers 5
Inhaltsverzeichnis 19
Jan Lüsing: ,Re-Visionen\" des Rechts. Der mystische Grund der Gerechtigkeit bei Blaise Pascal und Jacques Derrida 21
I. Einleitung 21
II. Pascals Position in den „Pensées 23
1. Pascals These 23
a) Verzicht auf eine universelle Begründung der Gerechtigkeit 23
b) Gewohnheit als Grundlage eines Gerechtigkeitsgefühls 24
c) Der rechtspositivistische Realismus 24
2. Pascals Konsequenz aus der positivistischen These 27
a) Das Dilemma der Volksbelehrung 27
b) Der Ausweg aus dem Dilemma 30
3. Zusammenfassung 32
III. Die Grundlagen des Rechts bei Derrida 33
1. Unmöglichkeit der Gerechtigkeit im Recht 33
a) Die Fragestellung 33
b) Die Gegensätzlichkeit von Recht und Gerechtigkeit 34
c) Die wechselseitige Abhängigkeit von Recht und Gerechtigkeit 35
d) Aspekte der Aporie der Gerechtigkeit im Recht 37
aa) Aspekt der Regelanwendung 38
bb) Aspekt der Entscheidung vor der Entscheidung 39
cc) Aspekt der Entscheidung als Endpunkt des Entscheidungsprozesses 40
e) Die Konsequenz 41
2. Wirksamkeit der Gerechtigkeit im Recht zum besseren Recht 43
a) Die Sicherung der Dekonstruktion in der Struktur des Rechts 43
b) Das erste Moment der Dekonstruktion 44
c) Das zweite Moment der Dekonstruktion 45
3. Zusammenfassung 46
IV. Kontrast-Aspekte bei Pascal und Derrida 48
1. Re-Vision statt Illusion 48
2. Rechtserzeugung statt Rechtsanwendung 51
Jasper Liptow: Das Fallrecht als Modell sprachlicher Praxis 55
I. 55
II. 62
Literatur 68
Rainer Wimmer: Politische Korrektheit (political correctness). Verschärfter Umgang mit Normen im Alltag 71
I. Nur ein neues Modewort für normativen Sprachgebrauch? 71
II. Verschärfte semantische Kämpfe um gesellschaftspolitische Themen 74
III. Sprachkritische Standpunkte 77
Literatur 78
Felix Hanschmann: Ein Fall methodischer Kapitulation? Zur Auslegung des Begriffs „europäisch\" im Sinne des Art. 49 Abs. 1 EUV 81
I. Einleitung 81
II. Die Voraussetzungen zum Beitritt der Europäischen Union 83
III. Position 1: Unbestimmbares Europa 85
IV. Position 2: Geographisches Europa 88
1. Geographische Bestimmungsversuche 88
2. Probleme einer geographischen Bestimmung 89
V. Position 3: Kulturelles Europa 92
1. Kulturelle Bestimmungs versuche 93
2. Probleme einer kulturellen Bestimmung 95
VI. Position 4: Rechtlich-politisches Europa 99
Literatur 101
Walter Grasnick: Die Meinungsmacher 105
I. 105
II. 107
III. 109
IV. 111
V. 113
VI. 115
Hans Kudlich, Ralph Christensen und Michael Sokolowski: Zauberpilze und Cybernauten - oder: Macht Sprache aus Pilzen Pflanzen? Überlegungen zu BGH 1 StR 384/06 v. 25.10. 2006 aus rechtslinguistischer Sicht 119
I. Die Not des Strafrichters mit dem Wortlaut 119
II. Die Not des oberfränkischen Pilzhändlers mit dem BtMG 120
III. Sind Pilze Pflanzen? 122
1. Fachwissenschaftlicher Ausgangspunkt 122
2. Fortbestand des Sprachgebrauchs außerhalb der Fachwissenschaft 122
3. Fachwissenschaftliche Klassifikation vs. Erkennbarkeit des Strafbarkeitsrisikos nach dem Allgemein-Sprachgebrauch 122
IV. Die Praxis der Verständigung als Mittel zum Rückschluss „auf Bedeutung 126
1. Bedeutung ist keine Eigenschaft von Worten 126
2. Sprachverstehen und Verständigung 127
3. Der Wortverwendung der Cybernauten auf der Spur 130
V. Fazit 132
Ralph Christensen und Hans Kudlich: Gesetzesbindung oder die Entskandalisierung des Paradoxes? 135
I. Hinführung 135
II. Die Trennung von Begründungs- und Anwendungsdiskurs 137
III. Paradox und Performanz 145
IV. Semantisch lexikalische Analyse 148
V. Entparadoxierung als praktisches Problem 151
Friedrich Müller: Einschränkung der nationalen Gestaltungsmöglichkeiten angesichts der wachsenden Globalisierung und die Rolle der Zivilgesellschaft für mögliche Gegenstrategien 155
I. 155
II. 156
III. 158
IV. 161
V. 164
Fritz Hermanns: Die Globalisierung Versuch der Darstellung des Bedeutungsspektrums der Bezeichnung 165
I. Vorbemerkung 165
II. „Die\" Globalisierung: Ein Erwartungsbegriff 166
III. „Eine Welt\", „der blaue Planet\": Begriffsvorgeschichte 168
IV. Die Bezeichnung die Globalisierung: Ihre Kernbedeutung 170
V. Elemente der Globalisierung: Zur Pauschalbedeutung der Bezeichnung 173
VI. Die Globalisierung im Diskurs der Neoliberalen 178
VII. Die Globalisierung im Diskurs ihrer Verleugner, Kritiker und Gegner 182
VIII. Die Begriffsrückseite der Bezeichung die Globalisierung 184
Literatur 187
Ekkehard Felder: Von der Sprachkrise zur Bilderkrise Überlegungen zum Text-Bild-Verhältnis im Paradigma der pragma-semiotischen Textarbeit 191
I. Einleitung 191
II. Problemaufriss: Ein kurzer Exkurs in die Geschichte der Bildbewertung 194
III. Sprachkrise der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert 195
IV. Das Versprechen der Bilder 199
1. Der Aspekt der Arbitrarität 201
2. Aspekt der Konventionalisierung 203
V. Das Scheitern der Bilder oder die Bild(er)krise der Jahrhundertwende 206
VI. Die Rehabilitierung der Schrift und die Zuweisung eines adäquaten Bildstatus 206
VII. Schluss 214
Literatur 216
Ralph Christensen und Kent D. Lerch: Ein Urteil, wie es im Buche steht Vom Aufstieg und Niedergang des Gesetzbuchs 221
I. Die Metaphysik des Buches 222
II. Der Mythos vom Gesetzbuch 224
III. Die Medien des Rechts 244
IV. Die Logik des Verfahrens 252
V. Der Aufschub des Rechts 258
Heino Speer: Grenzüberschreitungen - vom Wörterbuch zum Informationssystem. Das Deutsche Rechtswörterbuch im Medienwandel 261
I. Wörterbuch und Medienwechsel 261
II. Cross-Media-Publishing als lexikographische Chance 263
III. Rechtsinstitut und Wortschatz: Der artikulierte Prozess 267
1. Belegergänzungen 270
2. Kollokationsergänzungen als Basis onomasiologischer Texterschließung 272
3. Wohlbestimmtheit versus Intuition 274
Anja Lobenstein-Reichmann: Medium Wörterbuch 279
I. Einführende Bemerkungen 279
II. Medium Wörterbuch? Der Medienbegriff und seine Anwendbarkeit auf Wörterbücher 283
III. Die Medialität der Wörterbücher 286
IV. Lexikographie und Neue Medien 297
Literatur 310