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Seitschek, G. (2009). Schöne Lüge und verhüllte Wahrheit. Theologische und poetische Allegorie in mittelalterlichen Dichtungen. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52818-9
Seitschek, Gisela. Schöne Lüge und verhüllte Wahrheit: Theologische und poetische Allegorie in mittelalterlichen Dichtungen. Duncker & Humblot, 2009. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52818-9
Seitschek, G (2009): Schöne Lüge und verhüllte Wahrheit: Theologische und poetische Allegorie in mittelalterlichen Dichtungen, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52818-9

Format

Schöne Lüge und verhüllte Wahrheit

Theologische und poetische Allegorie in mittelalterlichen Dichtungen

Seitschek, Gisela

Schriften zur Literaturwissenschaft, Vol. 32

(2009)

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Abstract

Komplexe Zusammenhänge bildlich auszudrücken, ist seit jeher ein menschliches Bestreben. Allegorie und Personifikation sind vor allem in der mittelalterlichen Literatur gängige Verfahren, um Wissen und abstrakte Sachverhalte zu konkretisieren und zu verkörpern. Gisela Seitschek klärt die Entwicklung allegorischer Literatur im Mittelalter ausgehend von einer historisch-systematischen Übersicht mit besonderem Augenmerk auf den Autoren Alanus ab Insulis, Guillaume de Lorris, Jean de Meun, Dante Alighieri und Geoffrey Chaucer. Mit in den Blick rückt dabei vor allem die mittelalterliche Bibelexegese, entwickelt sich doch die allegorische Literatur im wesentlichen aus der hermeneutischen Methode des vierfachen Schriftsinns. Die zentrale These lautet somit, daß die Allegorie, die ursprünglich aus der Theologie stammt, im »Rosenroman« profaniert und in Dantes »Divina Commedia« re-theologisiert, d.h. erneut in einen religiösen Kontext eingeschrieben wurde. In der Folge findet bei Chaucer wiederum eine Re-Profanierung statt.

Table of Contents.

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Einleitung 13
I. Theorien der Allegorie vom Hl. Augustinus bis Dante 17
1. Allegoria in verbis und allegoria in facto 17
2. Von der zweifachen Allegorie zum vierfachen Schriftsinn 22
3. Die Schriftexegese des Hl. Thomas von Aquin 27
4. Die Theorie Dantes: allegoria dei poeti und allegoria dei teologi 30
a) Das Convivio 30
b) Das Schreiben an Cangrande della Scala 34
c) Zusammenfassung 37
II. Die Entwicklung der allegorischen Literatur von der Spätantike bis ins Mittelalter 41
1. Spätantike: Prudentius, Martianus Capella, Claudianus, Boethius 41
a) Aurelius Prudentius Clemens, Psychomachia 42
b) Claudius Claudianus, In Rufinum 43
c) Martianus Capella, De nuptiis Mercurii et Philologiae 44
d) Anicius Manlius Severinus Boethius, De consolatione philosophiae 45
2. Lateinisches Mittelalter: Bernardus Silvestris, Johannes de Altavilla 49
a) Bernardus Silvestris, De mundi universitate 51
b) Johannes de Altavilla, Architrenius 52
3. Die Weiterentwicklung des Genres in der Volkssprache: Themen und Gattungen 53
a) Dit 55
b) Der Physiologus als Vorbild für die volkssprachlichen Bestiaires 56
c) Visionsliteratur 56
d) Minneallegorie 58
III. Die poetische Allegorie in christlich-platonischem Kontext: Alanus ab Insulis 60
1. De Planctu Naturae 61
2. Anticlaudianus de Antirufino 70
a) Inhaltsüberblick 71
b) Allegorische Wissensvermittlung und Aufstieg zur Erkenntnis 74
aa) Allegorische Wissensvermittlung – die Darstellung der Artes 75
bb) Aufstieg zur Erkenntnis – die Himmelsreise der Prudencia 80
c) Zusammenfassung 82
IV. Allegoria dei poeti bzw. profane Allegorie: Der Roman de la Rose 85
1. Der erste Teil des Roman de la Rose von Guillaume de Lorris 86
a) Inhaltsüberblick 86
b) Inwiefern ist der Roman de la Rose I eine allegoria dei poeti? 88
2. Der zweite Teil des Roman de la Rose von Jean de Meun: Entfernung von der Allegorie 101
V. Dante und die allegoria dei poeti: Zwei italienische Bearbeitungen des Rosenromans 111
1. Il Fiore 111
a) Zur Geschichte des Manuskripts 111
b) Struktur 114
c) Das Problem der Autorschaft 116
d) Die Allegorien des Fiore 122
2. Il Detto d’Amore 134
a) Die Frage der Autorschaft 134
b) Inhalt und Aufbau 135
c) Das allegorische Schema des Detto d’Amore 140
VI. Vita Nova – auf dem Weg zur Resakralisierung der Allegorie 143
1. Il libro della memoria 143
2. „Il Libro del Nove“ – die Struktur der Vita Nova 146
3. Ecce Deus fortior me – die Darstellung Amors 149
a) Die „Besitzergreifung“ 149
b) Una maravigliosa visione – die erste Erscheinung 151
4. Zwei weitere Erscheinungen Amors 156
5. Beatrice – Amore 160
6. Beatrice – beatrice 165
7. Beatrice – miracolo 167
8. Beatrice beata 174
a) Der Tod Beatrices 174
b) Die Todesvision Dantes 176
c) Demut und Todessehnsucht 179
d) Il „numero amico“ 181
9. Trauer und Transzendenz 183
10. Quella benedecta Beatrice – der Blick in die Ewigkeit 191
VII. (Re-)Sakralisierung der Allegorie: Die Divina Commedia 194
1. Aufbau und Rituale der Divina Commedia 194
2. Historizität bzw. der sensus litteralis der Divina Commedia 198
a) Inferno 198
aa) Die ewigen Höllenstrafen – contrappasso unter der Aufsicht mythologischer Gestalten 198
bb) Zwischenbilanz: Das „Personal“ des Inferno und Dantes allegorisches Verfahren der „fiktiven Historizität“ 207
b) Purgatorio 209
aa) Aufstieg und Bußrituale 209
bb) Der allegorische Gehalt des Purgatorio 229
(1) Die Engel als „allegorisches Personal“ 229
(2) Die Aufwärtsbewegung zu Gott 231
c) Paradiso 232
aa) Licht und Seligkeit 232
bb) Das allegorische System des Paradiso 243
3. Zusammenfassung: „Fiktive Historizität“ oder das allegorische System der Divina Commedia 244
a) Die Begegnungen mit historischen Persönlichkeiten 244
b) Die Symbolik der Rose 249
VIII. Exkurs: „Re-Profanierung“ der allegoria dei teologi – Chaucers House of Fame 252
Resümee 262
Literaturverzeichnis 265
Nachschlagewerke 265
Primärliteratur 265
Sekundärliteratur 272
Namenregister 286
Sachwortregister 290