Menu Expand

Cite BOOK

Style

Schröder, U. (2007). Kriterien und Grenzen der Gesetzgebungskompetenz kraft Sachzusammenhangs nach dem Grundgesetz. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52468-6
Schröder, Ulrich Jan. Kriterien und Grenzen der Gesetzgebungskompetenz kraft Sachzusammenhangs nach dem Grundgesetz. Duncker & Humblot, 2007. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52468-6
Schröder, U, (2007): Kriterien und Grenzen der Gesetzgebungskompetenz kraft Sachzusammenhangs nach dem Grundgesetz, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52468-6

Format

Kriterien und Grenzen der Gesetzgebungskompetenz kraft Sachzusammenhangs nach dem Grundgesetz

Schröder, Ulrich Jan

Münsterische Beiträge zur Rechtswissenschaft, Vol. 180

(2007)

Additional Information

Book Details

Pricing

Abstract

Für den Bundesstaat ist die Verteilung der Gesetzgebungskompetenzen zwischen Bund und Ländern eine grundlegende Weichenstellung. In der Staatspraxis lassen sich von jeher starke zentripetale Tendenzen nachweisen. Eine Bevorzugung der Zentralgewalt zeigt sich bereits unter der Verfassung des Kaiserreichs. Auch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts hat den Weg zum unitarischen Bundesstaat geebnet. In der vorliegenden Arbeit untersucht Ulrich Jan Schröder, inwieweit es gerechtfertigt ist, die Gesetzgebungskompetenzen des Grundgesetzes mit Hilfe der Auslegung kraft Sachzusammenhangs oder kraft Annexes auszudehnen. Dabei werden Kriterien untersucht, die zur Disziplinierung der Auslegung beitragen sollen. Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts wird zudem im Blick auf die Kompetenzausübungsschranken des Gebots der Widerspruchsfreiheit der Rechtsordnung sowie des Gebots der Bundestreue einer kritischen Würdigung unterzogen.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsübersicht 7
Inhaltsverzeichnis 9
A. Einleitung 19
I. Gesetzgebung im Sinne der verfassungsrechtlichen Kompetenznormen 21
1. Der Begriff des Gesetzes 21
2. Verfassungsänderung kraft Gesetzgebungskompetenz 22
3. Verwaltungshandeln kraft Gesetzgebungskompetenz 24
II. Der Begriff der Kompetenz 24
III. Funktion einer Kompetenz kraft Sachzusammenhangs 27
IV. Der Sachzusammenhang als Mittel der Auslegung 27
V. Anwendungsfelder des Sachzusammenhangs 30
1. Verwaltungskompetenzen des Grundgesetzes 30
2. Einfachgesetzliche Verwaltungszuständigkeiten 35
3. Wirtschaftliche Betätigung im Annex zur Verfolgung eines öffentlichen Zwecks 38
4. Einfachgesetzliche Rechtswegzuweisungen 39
5. Einfachgesetzliche Verwaltungsbefugnisse 42
VI. Grenzen der Kompetenz kraft Sachzusammenhangs 43
VII. Kriterien für eine Auslegung vermittels des Sachzusammenhangs 43
VIII. Die Kompetenz kraft Sachzusammenhangs als bundesstaatliches Phänomen 44
B. Die Vorgeschichte der Gesetzgebungskompetenz kraft Sachzusammenhangs seit 1871 47
I. Die Verfassung des Deutschen Reichs von 1871 47
1. Albert Haenel 49
2. Heinrich Triepel 50
II. Die Weimarer Reichsverfassung von 1919 53
III. Nationalsozialismus 60
IV. Die Entstehung des Grundgesetzes 61
1. Der Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee 61
2. Der Parlamentarische Rat 62
C. Die Auslegung von Kompetenz und Gesetz 63
I. Die Auslegung der Gesetzgebungskompetenzen 63
1. Doppelzuständigkeiten 64
a) Mehrere Kompetenzen für dasselbe Gesetzeswerk 65
b) Mischgesetzgebung 66
c) Doppelzuständigkeiten für denselben Regelungsgegenstand 68
2. Dynamische, effektive und effektuierende Auslegung 69
3. Strikte Auslegung 71
4. Historische Auslegung 72
5. Systematische Auslegung 75
a) Wortidentität 79
b) Gruppenbildung 80
II. Kompetentielle Qualifikation 85
1. Kriterien 88
a) Haupt- und Nebenzweck sowie unmittelbare Wirkung 88
b) Formenmißbrauch 91
c) Kern und Randbereich 92
2. Gegenstand der Kompetenzauslegung 94
3. Die Auslegung des Gesetzes 97
4. Kompetenzerweiterung durch den Sachzusammenhang 98
5. Teilregelungen: Ein neues Kriterium? 105
a) Kurzberichterstattungsrecht (BVerfGE 97, 228) 105
b) Kindergartengebühren (BVerfGE 97, 332) 110
c) Inkompatibilität von Landtagsmandat und Mitgliedschaft im Vorstand eines vom Land beherrschten Unternehmens (BVerfGE 98, 145) 112
d) Strafrecht und Bayerisches Schwangerenhilfeergänzungsgesetz (BVerfGE 98, 265) 114
6. Kompetenzauslegung als Abwägung 117
a) Das Überwiegen eines Sachzusammenhangs 117
b) Kompetenzabgrenzung nach Verhältnismäßigkeit 118
c) Abwägung unter den Elementen der Auslegung 120
d) Abwägung bei den Kompetenzausübungsschranken 120
D. Die Gesetzgebungskompetenz kraft Sachzusammenhangs 121
I. Einordnung 121
1. Ableitung der Kompetenz kraft Sachzusammenhangs 121
2. Zulässigkeit 124
II. Typen des Sachzusammenhangs 128
1. Erich Küchenhoff 129
2. Martin Bullinger 131
3. Christian Pestalozza 135
a) Kompetenzergänzender und kompetenzbegründender Sachzusammenhang 135
b) Die Bedeutung des Art. 31 GG für Doppelkompetenzen 137
aa) Realkonkurrierendes Sonderrecht 140
bb) Idealkonkurrierendes Sonderrecht 142
4. Zusammenfassung 145
III. Spezialitätsverhältnisse 145
1. Kompetenzart als Argument für Spezialität 145
2. Explizite Spezialitäten 147
3. Die Spezialität der „Mittel-Kompetenz“ 149
a) Modale und Sachkompetenzen 150
b) Allgemeines Polizei- und Ordnungsrecht und Sachkompetenz 153
c) Sachkompetenz gegen Sachkompetenz 153
IV. Strukturelle Kriterien einer Kompetenz kraft Sachzusammenhangs 157
1. Die Maßstäbe des Art. 72 Abs. 2 GG 157
2. Die Maßstäbe des Art. 75 Abs. 2 GG 159
3. Primat des Bundesgesetzgebers? 161
a) Kompetentielle Qualifikation 162
b) Doppelzuständigkeiten und Art. 31 GG 164
c) Kompetenzausübungsschranken 164
aa) Die Bundestreue 165
bb) Die Widerspruchsfreiheit der Rechtsordnung 166
4. Der Einfluß der Kompetenzarten auf die Anforderungen für einen Sachzusammenhang 168
V. Inhaltliche Kriterien einer Kompetenz kraft Sachzusammenhangs 176
1. Materielle Aufladung der Kompetenznormen 176
a) Grundrechtsschutz durch Strafrecht 182
b) Grundrechtsschutz durch Organisation und Verfahren 190
aa) Beschränkungen des Grundrechts auf Asyl 191
bb) Atomrechtliches Genehmigungsverfahren 193
cc) Strafrecht und Verfahrensrecht beim Schwangerschaftsabbruch 194
dd) Enteignungsentschädigung und Enteignungsverfahren 196
c) Die Bedeutung des Gleichheitssatzes für die Verteilung der Gesetzgebungskompetenzen 201
aa) Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts 202
bb) Ansichten in der Literatur 206
cc) Stellungnahme 207
2. Sachzusammenhang kraft Verfassungsprinzips 207
a) Das kommunale Gesellschaftsrecht 207
b) Parteiengesetz und Rundfunkrecht 214
c) Die Bedeutung des Sozialstaatsprinzips für den Sachzusammenhang 215
3. Sachzusammenhang kraft Landesverfassungsrechts 218
a) Landesverfassungsrecht außerhalb der Gesetzgebungskompetenzen 221
b) Materielle Bindungen der Länder 224
c) Landesverfassungsrechtliche Grundrechte 225
d) Reichweite landesgrundrechtskonformer Auslegung 227
e) Privatrechtsgestaltende Landesgrundrechte 228
4. Die Umsetzung von europäischem Gemeinschaftsrecht 229
VI. Die Gesetzgebungskompetenz kraft Annexes 231
1. Abgrenzung zum Sachzusammenhang 232
2. Voraussetzungen einer Annexkompetenz 233
a) Unselbständigkeit der Annexmaterie 234
b) Punktualität der Annexregelung 236
c) Notwendigkeit der Annexregelung 237
3. Annex zum Gesetzgebungsverfahren 238
a) Experimentiergesetze und Modellversuche des Gesetzgebers 238
b) Ressortzugehörige Forschung und andere ressortzugehörige Funktionen 240
c) Kompetenzen der Gesetzgebungsorgane 241
4. Ausdrückliche Annexkompetenzen im Grundgesetz 242
a) Organisations- und Verfahrensrecht 242
b) Statistikgesetze 242
c) Das Recht der Enteignung 243
d) Strafrecht 245
e) Umkehrschlüsse 248
5. Beispiele mitgeschriebener Annexkompetenzen 249
a) Die Ordnungsgewalt 249
b) Nicht-steuerliche Abgaben 251
aa) Regelung des Versteigerungsverfahrens für UMTS-Lizenzen 251
bb) Die Verrechnung von Maut-Abgaben und Mineralölsteuer 252
c) Regelung der Verwaltungskosten 254
d) Bodenbewertung 254
e) Volksbefragung 255
f) Planung 255
g) Sonderfälle 256
aa) Presserecht und Strafrecht 256
bb) Das Nebeneinander besonderen Gefahrenabwehrrechts 256
cc) Die Bundestreue als Ersatz für eine annexweise Zuordnung besonderen Gefahrenabwehrrechts 257
6. Rechtsfolgen 258
7. Die Annexkompetenz für das Verfahrens- und Organisationsrecht 259
a) Das Verhältnis von Sach- und Verfahrensgesetzgebungskompetenz 259
aa) Annextheorie 263
bb) Das Verhältnis von Akzessorietätslehre und Annextheorie 267
b) Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Annexkompetenzen 269
aa) Erfordernis des spezifischen Grundes 269
bb) Verfassungskonforme Auslegung der Bundeskompetenzen 271
c) Annexkompetenz und Sachzusammenhang 273
aa) Tradition der Formel des Baurechtsgutachtens 273
(1) Verbot einer umfassenden Regelung 273
(2) Insbesondere die Entscheidung zum Altenpflegegesetz 274
bb) Der Sachzusammenhang als Annexargument 279
(1) Jugendpflege als Teil der öffentlichen Fürsorge 279
(2) Abfallbeseitigung als Abfallvermeidung 280
(3) Bundesgesetzliche Befreiung von landesgesetzlichen Gebührenpflichten 281
E. Die Abstimmung zwischen verschiedenen Rechtsgebieten 282
I. Aufeinander aufbauende Rechtsgebiete und -vorschriften 282
1. Straßenverkehrsrecht und Straßenrecht 282
2. Bodenrecht und Bauordnungsrecht 288
3. Strafrecht sowie Polizei- und Ordnungsrecht 291
4. Strafprozeßrecht sowie Polizei- und Ordnungsrecht 292
5. Das Verhältnis des § 134 BGB zu landesgesetzlichen Verboten 299
6. Die Blankettnormen des Strafrechts und des Bürgerlichen Rechts 301
7. Prozeßrecht und materielles Recht 306
II. Ineinandergreifende Prüfungsprogramme 307
1. Kartellrecht bzw. UWG versus bereichsspezifische Regelung 308
a) Presserecht und Kartellrecht 309
b) Rundfunkrecht und Kartellrecht 311
c) Das Recht der freien Berufe und das Wettbewerbsrecht 313
d) Kommunalrecht und UWG 315
2. Planungsrecht 316
a) Bauplanungsrecht versus Fachplanungsrecht 316
aa) Der Fachplanungsvorbehalt im BauGB 317
bb) Festsetzungen nach dem BauGB versus Landes-Fachgesetze 318
b) Überschneidung von Planungen und Genehmigungen 319
aa) Die Eisenbahnkreuzungsentscheidung 320
bb) Die Kompetenz für Vorschriften mit Konzentrationswirkung 322
(1) Formelle Konzentrationswirkung 322
(a) Historische Auslegung des Kompetenztitels 325
(b) Ergänzungsbedürftigkeit der Konzentrationswirkung anordnenden Regelung 326
(c) Konzentrationswirkung im Bereich einer Rahmenkompetenz 328
(d) Kettenkonzentrationen 328
(2) Anwendungsraum für die Bundestreue? 330
(3) Materielle Konzentrationswirkung 330
(a) Das Beispiel der Schlußpunkttheorie 333
(b) Einheit der Rechtsordnung 335
cc) Das Zusammentreffen von Planfeststellungsverfahren (§ 78 VwVfG des Bundes) 336
F. Rechtsfolgen der Gesetzgebungskompetenz kraft Sachzusammenhangs 339
I. Prärogativen bei der Kompetenzermittlung 339
1. Abwägungsentscheidungen 339
2. Die Formel des Baurechtsgutachtens 342
3. Ergebnis 344
II. Maßgeblicher Zeitpunkt 345
III. Symmetrie von Bundes- und Landesgesetzgebungskompetenz 346
IV. Analogie kraft Sachzusammenhangs 346
V. „Konkurrierende“ Kompetenz kraft Sachzusammenhangs 347
VI. Bedürfnis einer Zustimmung des Bundesrats 353
VII. Zitiergebot 354
VIII. Kooperationspflichten im Gesetzgebungsverfahren 355
G. Die Kompetenzausübungsschranken 359
I. Die Bundestreue in der Verteilung der Gesetzgebungskompetenzen 360
1. Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts 360
2. Die Bundestreue als Kompetenzausübungsschranke 368
II. Das Gebot der Widerspruchsfreiheit der Rechtsordnung 374
1. Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts 378
a) Unzulässigkeit kommunaler Verpackungssteuern (BVerfGE 98, 106) 378
b) Unzulässigkeit landesgesetzlicher Abfallabgaben (BVerfGE 98, 83) 383
c) Das Bayerische Schwangerenhilfeergänzungsgesetz (BVerfGE 98, 265) 387
2. Der Widerspruchstatbestand 389
a) Die Abwägung zur Ermittlung der Kompetenzrelevanz 391
b) Der Konflikt von Zielvorstellungen 393
aa) Der Konflikt zwischen Sach- und Steuergesetz 394
bb) Der Konflikt zweier Sachgesetze 395
c) Wertungswidersprüche im Verhältnis von Rechtmäßigkeitsvorschriften 396
3. Vorrangregeln infolge des Widerspruchstatbestands 398
4. Kritik an der neuen Kompetenzausübungsschranke 400
a) Nachteile 401
b) Die Grundrechte als verfassungsrechtlicher Maßstab von Regelungswidersprüchen 402
aa) Unverhältnismäßigkeit widersprüchlicher Regelungen 402
bb) Vertrauensschutz gegen widersprüchliche Regelungen 403
cc) Vorrangregeln 406
III. Verhältnis der Kompetenzausübungsschranken zur Kompetenzermittlung 407
H. Zusammenfassung in Thesen 411
Literaturverzeichnis 413
Sachwortregister 441