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Hohl, J. (2008). Die US-amerikanische Sammelklage im Wandel. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52753-3
Hohl, Julia M.. Die US-amerikanische Sammelklage im Wandel. Duncker & Humblot, 2008. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52753-3
Hohl, J, (2008): Die US-amerikanische Sammelklage im Wandel, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52753-3

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Die US-amerikanische Sammelklage im Wandel

Hohl, Julia M.

Schriften zum Prozessrecht, Vol. 208

(2008)

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Abstract

Mittels der US-amerikanischen Sammelklage wird durch die Initiative Einzelner die Durchsetzung der Interessen eines größeren Personenkreises ermöglicht. Die Autorin beleuchtet den gesamtgesellschaftlichen Hintergrund dieses prozessualen Rechtsbehelfs, insbesondere die Regulierungs- und Entschädigungsfunktion. Im Anschluss diskutiert die Verfasserin die Probleme dieses Massenverfahrens, womit für den Leser das nötige Vorverständnis für den Schwerpunkt der Arbeit geschaffen wird: die in den USA im letzten Jahrzehnt unternommenen Reformbemühungen. Neben der einschränkenden Rechtsprechung des Supreme Court wird insbesondere auf den Class Action Fairness Act 2005 eingegangen, mit dem auf gesetzgeberischem Wege versucht wird, einigen besonders brisanten Missständen entgegenzutreten. Julia Hohl schließt mit einem Blick auf die europäischen Entwicklungen ab, einschließlich des deutschen KapMuG. Fazit der Arbeit ist, dass die Sammelklage kein "Allheilmittel" ist, sondern eine praktikable Lösung für bestimmte Situationen, in denen man wegen der Vielzahl an Klägern ohne Massenverfahren nicht auskommt.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 1
Inhaltsverzeichnis 3
Abkürzungsverzeichnis 9
§ 1 Einleitung 11
§ 2 Bedeutung, Ablauf und Ursprung der US-amerikanischen Sammelklage 14
A. Definition und Bedeutung der Sammelklage 14
B. Der typische Ablauf einer US-amerikanischen Sammelklage 15
I. Strategische Vorüberlegungen 15
II. Auswahl des Gerichtsstands (forum selection) 16
III. Klageschrift und Definition der Klasse 20
IV. Reaktion des Beklagten auf eine Sammelklage 20
V. Beweisermittlungsverfahren (discovery) 21
VI. Entscheidung über den Antrag auf Zulassung als Sammelklage 21
1. Rule 23(a) 22
a) Numerosity 22
b) Gemeinsame Rechts- und Sachfragen (commonality of questions) 23
c) Einheitlichkeit der Ansprüche (typicality) 23
d) Angemessene Interessenswahrnehmung durch den Repräsentanten 24
2. Rule 23(b) 25
a) Rule 23 (b) (1) (A) und (1) (B) 25
b) Rule 23(b)(2) 26
c) Rule 23(b)(3) 27
VII. Benachrichtigung der Klassenmitglieder von der Zulassung 30
VIII. Verfahrensleitung/-management durch den Richter 32
IX. Schadenersatzberechnung 33
X. Vergleich 34
XI. Benachrichtigung der Klassenmitglieder vom Urteil bzw. Vergleich 36
XII. Anwaltshonorar 36
C. Der Ursprung der US-amerikanischen Sammelklage 36
I. England 36
II. Die Geschichte der Sammelklage in den USA 40
1. Justice Story 40
2. Equity Rule 48 (1842) 40
3. Equity Rule 38 (1912) 42
4. Rule 23 (1938) 42
5. Die Entwicklung der Sammelklage in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts 44
a) Reform im Jahre 1966 und erste Erfahrungen mit der neuen Regelung 44
b) Die Geschichte der massendeliktischen Sammelklagen und die achtziger Jahre 45
c) Die neunziger Jahre – Vergleichs- und social issue-Sammelklagen 48
§ 3 Der gesamtgesellschaftliche Hintergrund 50
A. Prozesskostensystem und Anwaltshonorar in den USA 51
I. Prozesskostensystem und „American Rule“ 51
II. Anwaltshonorar 51
1. Erfolgshonorar (contingency fee) 52
2. Stundenhonorar (hourly fees) und Fixsumme 53
3. Common Fund bei Sammelklagen 53
B. Schadenersatz und Strafschadenersatz (punitive damages) 56
I. Schadenersatz – insbesondere im Geschworenenprozess 56
II. Strafschadenersatz (punitive damages) 58
C. Sozialversicherungswesen und Entschädigungsfunktion des Deliktsrechts 61
I. Gesundheitspolitik in den USA 61
1. Private Versicherungen 63
2. Öffentliches Gesundheitswesen (Public Health Care) 64
3. Nichtversicherte 64
II. Entschädigungsfunktion des Deliktsrechts 66
D. Regulierungsfunktion und Entlastung der öffentlichen Hand 68
E. Zusammenfassung 71
§ 4 Probleme der Sammelklage 72
A. Zuständigkeit 72
I. Die Suche nach dem besten Gerichtsstand und magnetische Gerichtsstände 72
II. Umgekehrte Auktionen (reverse auctions) und nachgeahmte Klagen (copycat actions) 74
B. Rechtsstaatlichkeitsgrundsatz/Rechtliches Gehör (due process) 77
I. „Recht auf einen Tag vor Gericht“ 78
1. Benachrichtigung 78
2. Rechtliches Gehör 79
II. Rechtskrafterstreckung 79
1. Claim preclusion bzw. res iudicata 80
2. Issue Preclusion bzw. collateral estoppel 81
III. Die due process Problematik aus amerikanischer Sicht 81
C. Belastung des Gerichtswesens und der Beteiligten 85
I. Belastung des Gerichtswesens 85
II. Kosten für die Kläger 88
III. Kosten für die Beklagten 93
D. Anwendbares Recht 96
I. Bundesstaatliche Gerichte 96
II. Einzelstaatliche Gerichte 99
E. Interessenskonflikte 100
I. Interessenskonflikte innerhalb der Gruppe 100
II. Interessenskonflikte zwischen Gruppe und Gruppenanwalt 102
1. Die Rolle des Anwalts im Rahmen einer Sammelklage 102
2. Missbrauchs-/Kollusionsgefahr 103
3. Besondere Formen von Interessenskonflikten 105
a) Inventarvergleiche (inventory settlements) 105
b) Couponvergleiche 106
c) Cy près-Vergleiche und umgekehrte Auktionen 111
d) Zusammenfassung 112
F. Besondere Probleme bei Vergleichssammelklagen (settlement class actions) 113
I. Bedeutung der Vergleichssammelklage 113
II. Zwei verschiedene Formen von Vergleichssammelklagen 114
1. Sammelklage ausschließlich zu Vergleichszwecken 114
a) Besonderheiten 114
b) Probleme 117
2. Vergleichssammelklage im weiteren Sinn 119
G. Anwaltshonorar 120
H. Zusammenfassung 123
§ 5 Chronologie der (Weiter-)Entwicklung des US-amerikanischen Problembewusstseins im vergangenen Jahrzehnt 125
A. Amchem und Ortiz 125
I. Asbest-Sammelklagen 125
II. Amchem 127
III. Ortiz 130
IV. Die Asbest-Problematik nach Amchem und Ortiz 132
V. Die Zukunft massendeliktischer Sammelklagen 134
B. Der Fonds zur Entschädigung der Opfer des 11. September als Alternativ-Modell? 135
I. Die Grundstruktur des Fonds 137
1. Special Master 137
2. Anspruchsvoraussetzungen 137
3. Ersetzbare Schadenspositionen 138
4. Besonderheiten im Hinblick auf das Verfahren 139
5. Zahlen und Fakten 139
II. Abschließende Bewertung 140
1. Der 9/11-Fonds in der Kritik 140
2. Keine echte Alternative zur Sammelklage 141
C. Die neuere, einschränkende Strafschadenersatzrechtsprechung des Obersten Gerichtshofs 142
D. Die zum 1.12.2003 in Kraft getretene Gesetzesänderung 146
I. Regelungssetzung (rulemaking power) 146
II. Die inhaltlichen Änderungen der Reform 147
1. Ein zweites Recht auf Ausscheiden 147
2. Anwalt und Anwaltsgebühren 148
3. Fairness des Vergleichs 150
4. Zulassungsentscheidung 151
5. Formelle/Technische Regelungen 152
III. Fazit und Ausblick 152
§ 6 Der Class Action Fairness Act von 2005 („CAFA“) 153
A. Überblick über den CAFA 153
B. Die Geschichte des CAFA 154
C. Zielsetzung des CAFA 155
D. Die Vorschriften des CAFA 2005 156
I. Zuständigkeit 156
1. Allgemeine Voraussetzungen für die Geltung der Zuständigkeitsregelungen 157
2. Zwingende Zuständigkeit der Bundesgerichte und Ausnahmen 158
3. Ermessenszuständigkeit der Bundesgerichte 159
II. Verweisung und Berufung gegen Zurück-Verweisungsbeschlüsse 160
1. Verweisung an Bundesgerichte (removal) 160
2. Beschwerde gegen Zurückverweisungsbeschlüsse (appeal of remand orders) 161
III. Ausdehung der bundesgerichtlichen Zuständigkeit auf Massenverfahren 161
1. Definition 162
2. Gründe für die Miteinbeziehung von Massenverfahren und Gegenstimmen 162
3. Besondere Regelungen hinsichtlich Massenklagen 163
IV. „Verbraucherrechtscharta“ (Consumer Class Action Bill of Rights) 164
1. Couponvergleiche 164
2. Nettoverlustvergleiche 165
3. Ungleiche Behandlung aufgrund geographischer Nähe zum Gerichtsort 165
4. Benachrichtigung offizieller Stellen über den Vergleich 165
V. Zeitliche Geltungskraft des Gesetzes 166
VI. Kurzübersicht über den CAFA 167
E. Auswirkungen der einzelnen Vorschriften des CAFA 2005 168
I. Konsequenzen der neuen Zuständigkeitsregelungen 168
1. Spannweite der Zuständigkeitsregelungen 168
2. Auswirkungen der erweiterten Bundeszuständigkeit auf Zulassung und Entschädigung 171
3. Anwendbares materielles und prozessuales Recht 172
4. Verfahrensdauer vor Bundesgerichten 174
5. Verfahrenskosten 176
6. Einheitlichere Rechtsprechung 177
7. Einfluss der Bundesrichterschaft 179
8. Zusammenfassung 181
II. Auswirkungen des CAFA 2005 auf Vergleichssammelklagen 182
1. Erfolgreiche Bekämpfung von Missbräuchen bei Couponvergleichen 182
2. Erfolgreiche Einschränkung des Missbrauchs bei Nettoverlustvergleichen 186
3. Vergleichsübereinkommen schwerer erzielbar 188
III. Benachrichtigung offizieller Stellen 190
IV. Umfangreichere Daten 191
F. Erste Gerichtsentscheidungen zum CAFA 191
I. Klageerhebung im Sinn von 28 U.S.C. § 1332 191
II. Beweislast 192
1. Verweisungen und Zurückverweisungen 192
2. Streitwert 192
III. Weitere Entscheidungen 193
G. Zusammenfassung 193
§ 7 Entwicklungen in Europa 195
A. Das deutsche Kapitalmusterverfahrensgesetz (KapMuG) 195
I. Hintergrund 195
II. Inhalt 195
III. Bemerkungen 197
B. Entwicklungen im übrigen Europa 200
§ 8 Schlussbetrachtung 205
Anhang 207
Literaturverzeichnis 225
Entscheidungsverzeichnis 238
Sachwortverzeichnis 243