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Schneider, K. (2008). Normativität und Risikoentscheidung. Untersuchungen zur Theorie der Rechtsgüterrelationen. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52295-8
Schneider, Karsten. Normativität und Risikoentscheidung: Untersuchungen zur Theorie der Rechtsgüterrelationen. Duncker & Humblot, 2008. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52295-8
Schneider, K, (2008): Normativität und Risikoentscheidung: Untersuchungen zur Theorie der Rechtsgüterrelationen, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52295-8

Format

Normativität und Risikoentscheidung

Untersuchungen zur Theorie der Rechtsgüterrelationen

Schneider, Karsten

Schriften zur Rechtstheorie, Vol. 240

(2008)

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Abstract

Rechtsanwendung sieht sich zwei fundamentalen Schwierigkeiten ausgesetzt. Gibt es doch empirische Unschärfen der Wirklichkeit und normative Unschärfen der Rechtsordnung selbst. Beide Ungewißheitsbedingungen beeinflussen den Rechtsanwendungsprozeß. Kann dieser vollständig vorhersehbar sein, solange es am Wissen über die Wirklichkeit bzw. am Wissen über die Rechtsordnung mangelt? Oder gilt vielmehr das Gegenteil: Rechtsanwender müssen im Einzelfall eingreifen und verbleibende Ungewißheiten beheben?

Früher hat man das Problem des Wissens naiv gelöst. In Bezug auf die Wirklichkeit müsse man die Augen öffnen und wahrnehmen, wie die Welt aussieht, das Wissen komme von der Beobachtung. Rechtsordnungen müsse man "lesen", um zu verstehen, wie sie beschaffen sind. Aber beides gelingt selten vollständig. Infolgedessen geht die heute weitgehend anerkannte Auffassung von der sog. Wertungsabhängigkeit der Rechtsanwendung aus. Normanwendung sei eben gleichzeitig immer auch "ein Stück weit" Rechtsetzung. Aber diese Position ist methodologisch ebenso voraussetzungs- wie folgenreich. Sie beantwortet vor allem nicht, ob die Unschärfen der Wirklichkeit und der Rechtsordnung notwendigerweise behoben werden müssen.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 9
Inhaltsübersicht 11
Inhaltsverzeichnis 13
Einleitung 19
§ 1 Problemstellung und Exposé der Lösung 19
I. Interpretation ohne Interpreten 22
II. Objektive Rechtsgüterrelationen 24
III. Thesen 26
IV. Referenzgebiet 28
V. Gang der Darstellung 30
Kapitel I: Die beiden Grundprobleme der Risikoentscheidungen im Recht 32
§ 2 Verbotsbegrenzung 35
I. Ausnahmevorbehalte 36
II. Verhältnismäßigkeitsvorbehalte 38
§ 3 Erlaubnisbegrenzung 39
I. Reziprozität 39
II. Rechtsgüterschutzstrukturen 41
1. Gewißheit 42
2. Reflexivität 43
III. Vorsorgestrukturen 45
1. Atypie 46
2. Ungewißheit 47
3. Objektivierbarkeit der Ungewißheit 48
§ 4 Risikoentscheidung und Prinzipientheorie 50
I. Prinzipientheorie als Problemperspektive 51
II. Rationalität und Prognoseverfahren 54
III. Rechtsgüterrelationen als „ultima ratio“-Konstellationen 56
IV. Rechtsgüterrelationen als Rechtfertigungsstrukturen 56
§ 5 Induktionsproblem und Abgrenzungsproblem 58
I. Normative Ordnung und Unterscheidung von Verbot und Erlaubnis – Das Induktionsproblem 59
II. Normative Ordnung und Interpretation – Das Abgrenzungsproblem 61
Kapitel II: Theorie der Rechtsgüterrelationen 64
§ 6 Wissenschaftsakzessorietät und Methodologie 64
I. Wissenschaftsakzessorietät 64
II. Methodologie 76
1. Begriff der Methode 77
2. Natürliche Interpretation 78
3. Widerspruchsfreiheit 84
4. Falsifizierbarkeit 88
5. Objektive Wahrheit, Intuitionismus, Relativismus 91
III. Interpretation als Negation 98
1. Objektivität als Nachprüfbarkeit 104
2. Hermeneutische Konkretisierung und Interpretation als Negation 112
3. Subjektivismus und Interpretation als Negation 122
4. Formal-logische Systeme 128
§ 7 Die induktive Dogmatik der Risikoentscheidungen 135
I. Problemsituation 136
II. Induktive Prämisse 139
III. Kritik der Doktrinen 143
1. Tautologien und Wertungen 144
2. Induktives Verfahren 148
3. Induktive Wahrscheinlichkeiten 151
4. Ähnlichkeit 159
5. Beweislast 164
6. Beurteilungsspielraum 170
7. Komplexität 177
IV. Resümee 180
§ 8 Rechtsgüterrelationen als Deduktionsgrundlage 183
I. Gefahr als wissenschaftsakzessorische Zurechnungskonzeption 184
1. Prospektive Zurechnung von Rechtsgüterbeeinträchtigungen 185
2. Naturalistische Fehlschlüsse 186
3. Theoretische Erklärungskomponente 196
II. Zurechnungsmodalitäten 198
1. Zurechnung durch Prognosen 200
2. Zurechnung des Fehlens einer Prognose 202
3. Systematik 206
a) Exklusivitäts-Theorem 207
b) Gesetz des ausgeschlossenen Dritten 207
III. Objektivität der Zurechnungsmodalitäten 210
1. Deduktion 213
2. Allgemeine Sätze 216
a) Universalität 218
b) Theorie und Wahrscheinlichkeitsaussage 225
c) Indeterminismus und deterministische These 227
d) Theorie und Statistik 236
3. Anfangsbedingungen 236
4. Zurechnungsrelevante Prognosen und zurechnungsirrelevante Prophezeiungen 239
IV. Objektive Grundlage des Auswahlmaßstabs 241
1. Falsifikation 243
2. Prüfbarkeit 246
3. Erklärungsvermögen 249
4. Erfolglose Widerlegungsversuche 256
V. Komparativer Referenzmaßstab 259
1. Wertungsfreiheit 265
2. Kongruenztheorem 269
3. Tu quoque-Einwand 272
§ 9 Theorieverallgemeinerungen 278
I. Axiomatischer Aufbau 279
1. Quantifizierte Gefährlichkeit 280
2. Nichtquantifizierte Gefährlichkeit 280
3. Komparative Theoriebewertung 281
a) Bewährungsgrad und induktive Prognosewahrscheinlichkeit 282
b) Bewährungsgrad und empirische Absicherung 289
c) Auflösung des Komplexitätsproblems 293
II. Deduktive Umdeutung der induktiven Standardkategorien 295
1. Gefahr 296
2. Risiko 297
3. Restrisiko 300
III. Vorsorgestrukturen als Rechtsgüterrelationen 303
1. Optimierungsgebot 305
2. Atypischer Erlaubnissatz 305
a) Alleinstellungstheorem 305
b) Ableitung aus der Theorie der Rechtsgüterrelationen 314
3. Systematik 319
a) Relative Rechtsgütergewichtung 319
b) Rationalitätsstandards 325
IV. Anfangsbedingungen als Abbildungsparameter 327
1. Bewährungsgradvorsprung 328
2. Rechtsgütergewichtung 330
3. Exkurs: „Risikoaversion“ 331
§ 10 Prinzipientheorie und Theorie der Rechtsgüterrelationen 334
I. Prinzip und Prinzipienkollision 336
II. Regel und Regelkonflikt 341
III. Objektive Unterscheidbarkeit von Regeln und Prinzipien 343
IV. Zusammenhänge zwischen Prinzipien und Regeln 356
V. Kanonisierte Einwände gegen „Prinzipiendenken“ 361
VI. Spekulationismus 368
VII. Falsifikation von Interpretationen 379
Kapitel III: Theorieanwendung auf das Referenzgebiet: Biosicherheit und Welthandel 387
§ 11 Methodologie und Praxis 387
§ 12 Allgemeine Systemrekonstruktion 392
I. Widersprüchlichkeit 392
II. Spezialität 393
§ 13 Systemausgestaltung im Biosicherheitsprotokoll 395
I. Sozioökonomische Bedingungen als Entscheidungsparameter 395
1. Art. 26 Abs. 1 BSP im System der Welthandelsordnung 396
2. Art. 26 Abs. 1 BSP und Art. 10 Abs. 6 BSP 396
3. Art. 26 Abs. 1 BSP und Art. 2 Abs. 2 BSP 397
II. Handelsverbot mit Drittstaaten (Art. 24 Abs. 1 BSP) 398
III. Gebot der Risikobeurteilung (Art. 15 Abs. 1 i.V.m. Anhang III BSP) 399
IV. In dubio pro securitate 399
1. Entbehrlichkeit 402
2. Allgemeines Vorsorgeprinzip 402
§ 14 Das Prinzip des Biosicherheitsprotokolls 403
I. Prinzip der Risikoverringerung oder -vermeidung 403
1. Abstimmungsnotwendigkeiten 403
2. Normative Auswirkungen 404
II. Kanonisierte Bedenken gegen die „Öffnung einer Rechtsordnung hin zu Prinzipien“ 405
1. Ungültigkeit von Prinzipien 405
2. Absolute Prinzipien 406
3. Weite des Prinzipienbegriffs 407
§ 15 Atypische Erlaubnissätze des Biosicherheitsprotokolls 409
I. Recht auf Entscheidung bei fehlender wissenschaftlicher Gewißheit (Art. 10 Abs. 6 BSP) 410
1. Normative Relevanz 410
2. Allgemeine Einwände 410
a) Rationalitätsdefizit 411
b) Objektivitätsdefizit 412
II. Recht auf Berücksichtigung sozioökonomischer Aspekte (Art. 26 Abs. 1 BSP) 412
§ 16 Verbote des Biosicherheitsprotokolls 413
I. Verbot riskanten Umgangs mit lebenden modifizierten Organismen 413
II. Verbot protokollwidrigen Handels mit Drittstaaten 413
Non nova sed nove 414
Literaturverzeichnis 424
Personen- und Sachverzeichnis 445