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Wiegand, B. (2008). Die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen. Das Gesundheitswesen als Exempel. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52575-1
Wiegand, Britta Beate. Die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen: Das Gesundheitswesen als Exempel. Duncker & Humblot, 2008. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52575-1
Wiegand, B, (2008): Die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen: Das Gesundheitswesen als Exempel, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52575-1

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Die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen

Das Gesundheitswesen als Exempel

Wiegand, Britta Beate

Schriften zum Öffentlichen Recht, Vol. 1085

(2008)

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Abstract

Im Mittelpunkt der vorliegenden Publikation steht die Frage, ob die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen verfassungsrechtlich zu legitimieren ist. Britta Wiegand verdeutlicht eingangs die bestehende Vielfalt privater Normsetzung etwa anhand der dem Verband der privaten Krankenversicherung oder der Bundesärztekammer übertragenen Befugnisse.

Vor dem Hintergrund dieser Praxis klärt die Autorin zunächst, ob das Phänomen der Normsetzung durch Private terminologisch überhaupt als Fall der Beleihung eingestuft werden kann. Da sich insoweit keine Hindernisse ausmachen lassen, wendet sie sich anschließend der Frage zu, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Beleihung mit Normsetzungskompetenzen verfassungsrechtlich zulässig ist. Die dazu erforderliche Untersuchung des Grundgesetzes ergibt kein Verbot einer Normsetzung durch privatrechtliche Organisationen. Daher ist nach der Konkretisierung der Voraussetzungen an eine verfassungskonforme Beleihung mit Einzelaktsbefugnissen zu fragen, ob diese Anforderungen auch auf die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen übertragbar sind oder diese divergierende Maßstäbe erfordert. Entscheidende Bedeutung erlangt an dieser Stelle die für delegierte Normsetzung zentrale Vorschrift des Art. 80 GG. Im Ergebnis wird die Möglichkeit einer verfassungskonformen Beleihung mit Normsetzungskompetenzen bejaht.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
A. Vielfalt privater Normsetzung 15
B. Normsetzung durch private Organisationen im Gesundheitswesen 21
I. Begriff der „Rechtsnorm“ 21
1. Abstrakt-generelle Regelung 22
2. Normative Verbindlichkeit 24
a) Impermeabilitätstheorie 25
b) Heutiges Verständnis 27
3. Bindungswirkung 30
4. Die Rechtsnorm 33
II. Die Rolle Privater auf Seiten der Sozialleistungsträger und im System der privaten Krankenversicherung 34
1. Ersatzkassenverbände 35
a) Organisation und Zusammensetzung der Ersatzkassen und Ersatzkassenverbände 35
aa) Privatrechtliche Organisation der Ersatzkassenverbände 35
(1) Entwicklung der Organisationsform der Ersatzkassen 35
(2) Ersatzkassenverbände 37
bb) Interne Zusammensetzung der Ersatzkassenverbände 42
b) Aufgaben 42
aa) Krankenversicherung 42
(1) Zweiseitige Verträge gem. § 112 SGB V 42
(2) Normsetzung durch zweiseitige Verträge? 43
(a) Öffentlich-rechtlicher Charakter der zweiseitigen Verträge 44
(b) Systematische Einordnung der zweiseitigen Verträge 45
(c) Normenvertrag und Normsetzungsvertrag 46
(d) Normenverträge als Rechtsetzung durch Private? 48
bb) Pflegeversicherung 49
(1) Verträge nach § 75 SGB XI 49
(2) Rechtsnatur der Verträge nach § 75 SGB XI 50
2. Verband der privaten Krankenversicherung 51
a) Organisation und Zusammensetzung des Verbands der privaten Krankenversicherung 51
aa) Privatrechtliche Organisation des Verbandes der privaten Krankenversicherung 51
bb) Interne Zusammensetzung des Verbandes der privaten Krankenversicherung 52
b) Aufgaben 52
III. Die Rolle Privater auf Seiten der Sozialleistungserbringer 55
1. Landeskrankenhausgesellschaften 56
a) Organisation und Zusammensetzung der Landeskrankenhausgesellschaften 56
aa) Privatrechtliche Organisation der Landeskrankenhausgesellschaften 56
bb) Interne Zusammensetzung der Landeskrankenhausgesellschaften 56
b) Aufgaben 57
2. Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen 58
a) Organisation und Zusammensetzung der Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen 58
aa) Privatrechtliche Organisation der Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen 58
bb) Interne Zusammensetzung der Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen 59
b) Aufgaben 59
3. Bundesärztekammer 60
a) Organisation und Zusammensetzung der Bundesärztekammer 60
aa) Privatrechtliche Organisation der Bundesärztekammer 60
bb) Interne Zusammensetzung der Bundesärztekammer 63
b) Aufgaben und Kompetenzen im Bereich des Transplantationsgesetzes 63
aa) Richtlinien nach § 16 Transplantationsgesetz 63
bb) Rechtsnatur der Richtlinien 66
(1) Abstrakt-generelle Wirkung der Richtlinien 66
(2) Normative Verbindlichkeit und Bindungswirkung der Richtlinien 67
(a) Richtlinien als private Regelwerke? 67
(b) Richtlinien als normkonkretisierende Verwaltungsvorschriften? 71
cc) Ergebnis bezüglich der Rechtsnatur der Richtlinien 73
IV. Ergebnis 73
C. Untergesetzliche Normen durch privatrechtliche Organisationen in der Rechtsquellenhierarchie 75
I. Andersartigkeit der untergesetzlichen Rechtsetzungsformen durch privatrechtliche Organisationen 75
II. Numerus clausus der Rechtsetzungsformen? 79
1. Numerus clausus aufgrund elementarer Verfassungsprinzipien 79
2. Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und des Bundessozialgerichts 80
3. Rechtsformoffenheit des Grundgesetzes 82
D. Die Beleihung 85
I. Die Wurzeln des Rechtsinstituts der Beleihung 85
1. Vom Lehensstaat zum beliehenen Unternehmer 85
a) Die Theorie vom beliehenen Unternehmer 86
b) Der beliehene Unternehmer aus heutiger Sicht 88
2. Vom beliehenen Unternehmer zur modernen Beleihungsdiskussion 90
a) Gründe für eine Abkehr vom beliehenen Unternehmer 90
b) Herausnahme des „öffentlichen Unternehmens“ aus der Beleihungsdefinition 92
c) Die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen in dieser Entwicklungsphase 92
d) Einwände gegen die skizzierte Entwicklung 93
3. Zusammenfassung 94
II. Das moderne Beleihungsverständnis 95
1. Die Aufgabentheorie 95
a) Das Beleihungsverständnis 95
b) Konsequenzen der Aufgabentheorie 99
c) Die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen nach der Aufgabentheorie 102
d) Stellungnahme 105
2. Die Funktionstheorie 106
a) Das Beleihungsverständnis 106
b) Die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen nach der Funktionstheorie 108
c) Stellungnahme 109
3. Legitimationstheorie 109
a) Das Beleihungsverständnis 109
b) Die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen nach der Legitimationstheorie 109
c) Stellungnahme 110
4. Rechtstellungs- / Befugnistheorie 110
a) Das Beleihungsverständnis 110
b) Konsequenzen der Rechtstellungs- / Befugnistheorie 112
c) Die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen nach der Rechtstellungs- / Befugnistheorie 112
d) Stellungnahme 113
5. Kombinationstheorie 116
a) Beleihungsverständnis 117
b) Die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen nach der Kombinationstheorie 119
c) Stellungnahme 119
6. Schlussfolgerung und Ergebnis 120
III. Beleihungsadressaten 122
1. Entwicklung des Adressatenkreises 122
2. Natürliche Personen als Beleihungsadressaten 124
a) Beleihungsfähigkeit der natürlichen Person 124
b) Natürliche Personen als Adressaten einer Beleihung mit Normsetzungskompetenzen? 125
3. Juristische Personen des Privatrechts als Beleihungsadressaten 125
a) Publizistische und überwiegend staatlich beherrschte Vereinigungen als zulässige Beleihungsadressaten? 125
b) Ausschluss publizistischer und überwiegend staatlich beherrschter Vereinigungen 127
c) Folgen für die Adressaten der Beleihung mit Normsetzungskompetenzen 129
d) Stellungnahme 130
e) Kein Ausschluss publizistischer und überwiegend staatlich beherrschter Vereinigungen 134
IV. Beleihung Privater durch Befehl? 134
1. Zwangsbeleihung aufgrund fehlender ausdrücklicher Zustimmung? 135
2. Beleihung durch Befehl als Verstoß gegen die Grundrechte 136
3. Fazit 139
E. Verfassungsrechtliches Verbot der Übertragung von Normsetzungsgewalt an Private? 140
I. Generelles verfassungsrechtliches Verbot der Übertragung von Normsetzungsgewalt an Private? 140
1. Art. 80 Abs. 1 GG als Grundlage eines Verbotes? 142
2. Art. 28 Abs. 2 GG als Grundlage eines Verbotes? 147
II. Schweigen des Grundgesetzes 149
F. Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen 150
I. Demokratieprinzip 150
1. Legitimationssubjekt: Volk 150
2. Legitimationsobjekt: Ausübung von Staatsgewalt 150
3. Legitimationsniveau 151
a) Personell-demokratische Legitimation 152
b) Materiell-demokratische Legitimation 153
c) Verhältnis der Legitimationsstränge 154
II. Beleihung mit Einzelaktsbefugnissen 155
1. Durch oder aufgrund Gesetz 155
2. Person des Beliehenen 157
a) Personell-demokratische Legitimation 157
b) Materiell-demokratische Legitimation: Aufsicht 158
aa) Rechts- oder Fachaufsicht als Aufsichtsmaßstab? 159
bb) Der Konkretisierungsgrad der gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage als Richtungsweiser für den Aufsichtsmaßstab 160
3. Bestimmtheit 162
4. Fazit 164
III. Beleihung mit Normsetzungskompetenzen 164
1. Durch Gesetz 165
2. Person des Beliehenen 167
a) Personell-demokratische Legitimation 167
aa) Anwendung der für die funktionale Selbstverwaltung entwickelten Grundsätze? 168
(1) Sachargumente als Rechtfertigung? 168
(2) Kollektiv-personelle Legitimation? 169
(3) Innerverbandliche Organisation? 170
(4) Legitimation über die gesetzliche Grundlage und Bindung an Art. 80 Abs. 1 GG? 173
(5) Bedeutung für die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen 178
bb) Art. 80 Abs. 1 GG als Maßstab zur Ermittlung des erforderlichen Legitimationsniveaus für den Fall der Beleihung mit Normsetzungskompetenzen 180
(1) Das Legitimationsniveau des Art. 80 Abs. 1 GG 181
(2) Übertragbarkeit der Grundsätze des Art. 80 Abs. 1 GG auf Beliehene? 182
(3) Der Grundsatz funktionsgerechter Aufgabenzuordnung als Grenze einer verfassungskonformen Subdelegation 185
cc) Anforderungen an die Person des Beliehenen als Normsetzer 187
(1) Beschränkung auf den Kreis der Erstdelegatare nach Art. 80 Abs. 1 S. 1 GG? 187
(2) Art. 87 Abs. 2 GG als Erweiterung des Kreises der Erstdelegatare? 187
(a) Ersatzkassenverbände 194
(aa) Voraussetzungen des Art. 87 Abs. 2 GG 194
(bb) Ergebnis 195
(b) Verband der privaten Krankenversicherung 195
(aa) Voraussetzungen des Art. 87 Abs. 2 GG 195
(α) Wahrnehmung von Aufgaben der Sozialversicherung? 195
(β) Aufsichtserfordernis? 197
(bb) Ergebnis 199
(c) Landeskrankenhausgesellschaften 199
(aa) Voraussetzungen des Art. 87 Abs. 2 GG 199
(bb) Ergebnis 202
(d) Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen 203
(aa) Voraussetzungen des Art. 87 Abs. 2 GG 203
(bb) Ergebnis 203
(e) Bundesärztekammer 204
(aa) Voraussetzungen des Art. 87 Abs. 2 GG 204
(α) Wahrnehmung von Aufgaben der Sozialversicherung? 204
(β) Ergebnis 206
(bb) Erweiterung des Kreises der Erstdelegatare über die Kompetenzvorschriften der Art. 70 ff. GG? 206
(cc) Keine personell-demokratische Legitimation der Bundesärztekammer 208
dd) Fazit 209
b) Umfang und Instrumente der Aufsicht 209
aa) Aufsichtsmaßstab 211
bb) Aufsichtsmittel 213
cc) Aufsicht über die Bundesärztekammer? 219
(1) Aufsicht durch Genehmigungserfordernis? 219
(2) Mittelbare Aufsicht? 221
(3) Fazit 222
3. Bestimmtheit 222
a) Allgemeiner Parlamentsvorbehalt und Bestimmtheitstrias gem. Art. 80 Abs. 1 S. 2 GG 223
b) „Inhalt, Zweck und Ausmaß“ 226
aa) Konkretisierung des Merkmals „Inhalt“ 229
bb) Konkretisierung des Merkmals „Zweck“ 230
cc) Konkretisierung des Merkmals „Ausmaß“ 230
dd) Fazit 231
c) „Inhalt, Zweck und Ausmaß“ bei der Normsetzung durch Private im Gesundheitswesen 232
aa) Inhalt 233
bb) Zweck 239
cc) Ausmaß 239
(1) Ermessensspielraum des Beliehenen? 240
(2) Das „Ausmaß“ der im Gesundheitswesen delegierten Normsetzung 241
dd) Umfang der Bestimmtheit 246
4. Art. 80 GG und Beleihung mit Normsetzungskompetenzen 247
IV. Ausfertigung, Verkündung und Inkrafttreten 248
1. Ausfertigung 248
2. Publizitätserfordernis 249
3. Inkrafttreten 253
V. Funktionsvorbehalt des Art. 33 Abs. 4 GG 254
1. Beschränkung des Anwendungsbereichs von Art. 33 Abs. 4 GG auf „staatliche Kernaufgaben“ 255
2. Bedeutung für die Beleihung mit Normsetzungskompetenzen 261
3. Fazit 262
G. Der Beliehene als Normsetzer 265
H. Thesen 272
Literaturverzeichnis 275
Sachverzeichnis 296