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Wagner, C. (2008). Einflüsse der Dienstleistungsfreiheit auf das nationale und internationale Arzthaftungsrecht. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52622-2
Wagner, Claudia. Einflüsse der Dienstleistungsfreiheit auf das nationale und internationale Arzthaftungsrecht. Duncker & Humblot, 2008. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52622-2
Wagner, C, (2008): Einflüsse der Dienstleistungsfreiheit auf das nationale und internationale Arzthaftungsrecht, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52622-2

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Einflüsse der Dienstleistungsfreiheit auf das nationale und internationale Arzthaftungsrecht

Wagner, Claudia

Untersuchungen zum Europäischen Privatrecht, Vol. 22

(2008)

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Abstract

Der Europäische Binnenmarkt ist in den letzten Jahren Schritt für Schritt in den Bereich der ärztlichen Berufsausübung gerückt. Allein schon aufgrund der weitgehenden Beseitigung der nationalen Grenzen der kassenärztlichen Versorgung und der rasanten Entwicklung in der Telemedizin zeigt sich eine immer stärkere Herausbildung einer zwischenstaatlichen Wettbewerbssituation. Die Frage des Einflusses der mitgliedstaatlichen Arzthaftungsbestimmungen auf diese Entwicklung ist damit aktueller denn je.

Das ärztliche Haftungsrecht liegt sowohl national- als auch internationalprivatrechtlich an der Schnittstelle zwischen der Souveränität der Mitgliedstaaten und den primärrechtlichen Grundfreiheiten, speziell in Form der Dienstleistungsfreiheit. Claudia Wagner verfolgt das Ziel, diese Schnittstellen aufzuzeigen und zu untersuchen, ob und inwieweit es sich bei den einschlägigen nationalen Kollisionsnormen und sachrechtlichen Haftungsregelungen um rechtfertigungsbedürftige Hindernisse des freien Dienstleistungsverkehrs handeln kann.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 16
Einführung 23
Gegenstand der Arbeit 23
Gang der Untersuchung 28
§ 1 Freiheit des Dienstleistungsverkehrs und ärztliche Berufsausübung 29
I. Dienstleistungsbegriff und ärztliche Behandlungsleistung 29
II. Abgrenzung zu anderen Grundfreiheiten 30
1. Zur Niederlassungsfreiheit, Art. 43 ff. EGV 31
2. Zur Warenverkehrsfreiheit, Art. 28 ff. EGV 35
3. Zur Arbeitnehmerfreizügigkeit, Art. 39 ff. EGV 36
III. Merkmal der Entgeltlichkeit 40
IV. Erscheinungsformen der Dienstleistungsfreiheit 41
1. Aktive Dienstleistungsfreiheit bzw. Dienstleistungserbringungsfreiheit 42
2. Passive Dienstleistungsfreiheit bzw. Dienstleistungsempfangsfreiheit 42
3. Korrespondenzdienstleistungen 43
V. Personaler Anwendungsbereich 45
1. Voraussetzungen im Rahmen der aktiven Dienstleistungsfreiheit 45
2. Voraussetzungen im Rahmen der passiven Dienstleistungsfreiheit 47
3. Voraussetzungen im Rahmen der Korrespondenzdienstleistungsfreiheit 49
VI. Tatsächliche und zu erwartende Entwicklung der Inanspruchnahme der Freiheit des Dienstleistungsverkehrs im medizinischen Bereich 50
1. Auswirkungen der Rechtsprechung des EuGH in den Rechtssachen „Kohll“ und „Decker“ sowie „Müller-Fauré“ und „van Riet“ 50
a) Ausgangslage für den grenzüberschreitenden Patientenverkehr vor „Kohll“ und „Decker“ bzw. „Müller-Fauré“ und „van Riet“ – bisher geltendes Territorialitätsprinzip 50
b) Der Umbruch – Die Urteile „Kohll“132 und „Decker“ 52
c) Grenzüberschreitende stationäre Behandlung – Das Urteil „Smits/Peerbooms“ 57
d) Das jüngste Urteil in den Rechtssachen „Müller-Fauré“ und „van Riet“ – Grenzüberschreitende Inanspruchnahme ambulanter Behandlungsleistungen in Sachleistungssystemen 61
e) Fazit 63
2. Umsetzung der erörterten Rechtsprechung speziell in Deutschland 67
3. Gesundheitspolitische Bestandsaufnahme und Ausblick 71
4. Euregios – rechtliche Sonderräume in Grenzregionen 78
5. Auswirkungen der EU-Osterweiterung auf den Gesundheitsbinnenmarkt 79
VII. Zusammenfassung 81
§ 2 Kursorischer Überblick über die Unterschiede in den mitgliedstaatlichen Arzthaftungsrechten 83
I. Anspruchsgrundlagen im Arzthaftungsrecht 83
II. Haftung wegen Behandlungsfehlers 84
III. Ärztliche Aufklärung 87
1. Streitpunkt Risikoaufklärung 87
2. Streitpunkt „therapeutisches Privileg“ 88
IV. Kausalität 88
V. Beweislast 89
1. Behandlungsfehlerhaftung 89
2. Haftung bei mangelnder Aufklärung 90
VI. Zurechnung fremden ärztlichen Handelns bzw. Verschuldens 91
VII. Schadensersatz und Schmerzensgeld 94
VIII. Fazit 95
§ 3 Kollisionsrechtliche Behandlung arzthaftungsrechtlicher Sachverhalte mit Bezug zur Dienstleistungsfreiheit 97
I. Gerichtliche Zuständigkeit für Arzthaftungsprozesse innerhalb der Europäischen Union 97
1. Gerichtsstände nach EuGVO 98
2. Autonomes deutsches Recht 100
II. Differenzierung zwischen Vertragsrecht und Deliktsrecht 101
III. Vertragsrechtliche Aspekte 105
1. Grundlegendes 105
2. Rechtswahl gem. Art. 27 EGBGB 106
3. Schranken bzw. Grenzen der Rechtswahl 110
a) Binnensachverhalt gem. Art. 27 Abs. 3 EGBGB 110
b) Schranke des Art. 29 Abs. 1 EGBGB 112
aa) Sachlicher Anwendungsbereich 112
bb) Persönlicher Anwendungsbereich 113
cc) Örtliche Abschlussmodalitäten bzw. situativer Anwendungsbereich 113
(1) Art. 29 Abs. 1 Nr. 1 EGBGB 114
(a) Ärztliche Werbung 115
(b) Kriterium der „Zielgerichtetheit“ 119
(2) Art. 29 Abs. 1 Nr. 2 EGBGB 125
dd) Einschränkung gem. Art. 29 Abs. 4 S. 1 Nr. 2 EGBGB 126
ee) Rechtsfolge des Art. 29 Abs. 1 EGBGB bezogen auf den Arztvertrag 128
(1) Spezifisch verbraucherschützende Normen mit Bezug zum Arztvertrag 129
(2) Rechtscharakter des deutschen Arzthaftungsrechts 130
c) Schranke des Art. 29a EGBGB bei Wahl eines Drittrechts 134
d) Schranke des Art. 34 EGBGB 137
aa) Ärztliches Berufszulassungsrecht 138
bb) Ärztliches Berufsausübungsrecht (Standesrechtliche Regelungen) 143
cc) Präventive Gefahrsteuerung 147
dd) Nationale Verbraucherschutzvorschriften 154
e) Schranke des Art. 6 EGBGB (Ordre Public) 154
4. Zwischenergebnis 155
5. Objektive Anknüpfung des Arztvertrages 155
a) Objektive Anknüpfung gem. Art. 29 Abs. 2 EGBGB (lex specialis) 156
b) Objektive Anknüpfung gem. Art. 28 EGBGB 156
aa) Bedeutung des Art. 28 Abs. 2 EGBGB für die passive Dienstleistungsfreiheit 161
bb) Bedeutung des Art. 28 Abs. 2 EGBGB für die aktive Dienstleistungsfreiheit 164
(1) Zulassung und Standesrecht 166
(2) Parteierwartungen 168
(3) Sozialsphäre 169
(4) Zwischenbilanz 170
(5) Bisherige Ansätze einer Fallgruppenbildung 170
(a) Differenzierungspunkt Zulassung 170
(b) Vermittelnde Ansicht Deutschs 172
(c) Reisegruppen- bzw. Leibarztfälle 173
(d) Fälle horizontaler Arbeitsteilung 176
(6) Zusammenfassung 181
cc) Bedeutung des Art. 28 Abs. 2 EGBGB für Korrespondenzdienstleistungen (Telemedizinanwendungen) 185
(1) Verhältnis des Kollisionsrechts zur E-Commerce-Richtlinie 185
(a) Herkunftslandprinzip als IPR-Regel 186
(b) Herkunftslandprinzip als materiell-rechtliche Korrektur der lex causae 188
(c) Stellungnahme 189
(2) Vermutungsregelung des Art. 28 Abs. 2 EGBGB 192
(3) Stellungnahme 197
(4) Bedeutung des Herkunftslandprinzips gem. § 3 TMG 199
(a) Sachliche Reichweite des Herkunftslandprinzips – Ausklammerung des gesamten internationalen Vertragsrechts? 199
(b) Freiheit der Rechtswahl und Vorschriften über die vertraglichen Schuldverhältnisse in Bezug auf Verbraucherverträge als Ausnahmen zum Herkunftslandprinzip 204
IV. Deliktsrechtliche Aspekte 210
1. Objektive Grundanknüpfungen gem. Art. 40 Abs. 1 und 2 EGBGB bzw. Art. 4 Abs. 1 und 2 VO 211
2. Wesentlich engere Verbindung gem. Art. 41 Abs. 1 EGBGB/Art. 4 Abs. 3 S. 1 VO (Ausweichklausel) – Vertragsakzessorische Anknüpfung gem. Art. 41 Abs. 2 Nr. 1 EGBGB/Art. 4 Abs. 3 S. 2 VO 211
3. Verbleibender Raum für die Anwendung der Grundanknüpfungen gem. Art. 40 Abs. 1 und 2 EGBGB bzw. Art. 4 Abs. 1 und 2 VO 218
a) Gemeinsamer gewöhnlicher Aufenthalt, Art. 40 Abs. 2 EGBGB/Art. 4 Abs. 2 VO 218
b) Tatortstatut, Art. 40 Abs. 1 EGBGB/Art. 4 Abs. 1 VO 219
4. Möglichkeit der nachträglichen Rechtswahl gem. Art. 42 EGBGB 222
5. Beachtlichkeit des Renvoi im internationalen Deliktsrecht 228
V. Arzthaftung und das Statut der Geschäftsführung ohne Auftrag 230
1. Rechtswahl gem. Art. 42 EGBGB/Art. 14 VO 231
2. Ausweichklausel des Art. 41 EGBGB 231
3. Grundregel der objektiven Anknüpfung, Art. 39 Abs. 1 EGBGB 235
4. Beachtlichkeit des Renvoi im Rahmen des GoA-Statuts 237
VI. Korrektur des auf außervertragliche Schuldverhältnisse anwendbaren Rechts bei gemeinschaftsinternen Telemedizinapplikationen gem. § 3 TMG 238
VII. Zusammenfassung zum kollisionsrechtlichen Teil 241
VIII. Grenzen der lex causae 245
1. Bedeutung des Tatortrechts hinsichtlich örtlicher Verhaltensnormen und Sicherheitsvorschriften 245
a) Allgemeiner medizinischer Sorgfaltsstandard 247
aa) Einordnung als verkehrsrechtliche Verhaltensnormen 248
bb) Bestimmung nach dem vertrauten Niederlassungsrecht 249
cc) Fazit 251
b) Ärztliche Aufklärungspflichten 252
c) Sicherheitsvorschriften 253
d) Standesrechtliche Regelungen 257
e) Tatsächliche Gegebenheiten 260
2. Bedeutung des Rechts am Ort des gewöhnlichen Aufenthaltes des Geschädigten hinsichtlich der Höhe des Schmerzensgeldanspruchs 260
§ 4 Unterschiedliche arzthaftungsrechtliche Regelungen und Sorgfaltsstandards als Beschränkungen der Dienstleistungsfreiheit? 263
I. Mögliche faktische Auswirkungen der Unterschiedlichkeit der nationalen Arzthaftungsrechte bzw. Sorgfaltsstandards 264
1. Verweis auf ein anderes Recht als das des Herkunftsstaates 264
a) Rechtsermittlungskosten bzw. -risiko 264
b) Anpassung an den abweichenden sachlichen Regelungsgehalt der fremden Rechtsordnung 265
2. Verweis auf das Recht des Herkunftsstaates 266
II. Verbotene Beschränkungen der Dienstleistungsfreiheit 267
1. Verbot der Schlechterstellung ausländischer Unionsbürger (Diskriminierungsverbot) 267
2. Verbot sonstiger Beschränkungen (diskriminierungsfreie Beschränkungen) 268
III. Privatrecht als Prüfungsgegenstand im Rahmen der Grundfreiheiten 271
IV. Überprüfung nationaler Kollisionsnormen mit Bezug zur Arzthaftung im Lichte der Dienstleistungsfreiheit 273
1. Grundlagen 274
2. Internationales Schuldvertragsrecht 275
a) Rechtswahl 276
b) Objektive Anknüpfung mangels Ausübung der Rechtswahl 276
c) Zwingendes Kollisionsrecht im internationalen Schuldvertragsrecht 281
aa) Zwingende Anknüpfung verbraucherschützender Vorschriften gem. Art. 29 Abs. 1 EGBGB 282
bb) Zwingende Anknüpfung verbraucherschützender Vorschriften gem. Art. 29a EGBGB 283
cc) Zwingende Anknüpfungen gem. Art. 34 und Art. 6 EGBGB 283
3. Internationales Deliktsrecht und internationales Recht der GoA 284
4. Fazit 286
V. Überprüfung des berufenen Sachrechts im Lichte der Dienstleistungsfreiheit 287
1. Beschränkungscharakter dispositiven nationalen Privatrechts 287
2. Beschränkungscharakter zwingenden und „vorformulierungsfesten“ nationalen Privatrechts 288
a) Bedeutung der Rechtswahlmöglichkeit 288
aa) Keine beschränkende Wirkung bei Möglichkeit einer anderweitigen Rechtswahl 288
bb) Beschränkungswirkung zwingenden Sachrechts trotz kollisionsrechtlicher Rechtswahlfreiheit möglich 289
cc) Stellungnahme 290
b) Einfluss der „Keck“-Rechtsprechung – Zwingendes Vertrags- und Haftungsrecht bloße Vertriebsmodalitäten bzw. „Dienstleistungsmodalitäten“? 292
aa) Inhalt der „Keck“-Rechtsprechung 292
bb) Übertragbarkeit der „Keck“-Formel auf den freien Dienstleistungsverkehr 294
(1) Grundsätzliche Anwendbarkeit auf Art. 49 EGV 295
(2) Keine Übertragung der „Keck“-Formel auf Art. 49 EGV 297
(3) Übertragbarkeit der „Keck“-Formel noch offen 298
(4) Fazit 298
cc) Übertragbarkeit der „Keck“-Formel auf das nationale Arzthaftungsrecht 299
(1) Vertragsrecht als produktbezogene Regelungen 301
(2) Vertragsrecht als Vertriebsmodalitäten 302
(3) Differenzierung zwischen absoluten und relativen, nicht-diskriminierenden Dienstleistungsbeschränkungen 303
(4) „Marktverhaltensrecht“ als dritte Kategorie 305
(5) Stellungnahme 306
c) Ansätze zur Tatbestandseingrenzung der Dienstleistungsfreiheit 310
aa) Fallgruppenbildung 311
(1) Behinderungen des Dienstleistungserbringers 311
(a) Arzt unterliegt bei Wahrnehmung der aktiven Dienstleistungsfreiheit/Korrespondenzdienstleistungsfreiheit dem strengeren Arzthaftungsrecht des Sitzstaates (Art. 28 Abs. 2 EGBGB) 311
(b) Arzt unterliegt bei Wahrnehmung der aktiven Dienstleistungsfreiheit/Korrespondenzdienstleistungsfreiheit dem strengeren Arzthaftungsrecht des Empfangsstaats (Art. 28 Abs. 5 EGBGB, Art. 29 Abs. 2 EGBGB) 316
(aa) Subsumtion unter den Begriff „sonstige Beschränkung“ 316
(bb) „Zu ungewiss und zu mittelbar“ 319
(cc) Beschränkungsverbot als Prüfungsmaßstab für Regelungen mit marktzugangssperrender oder -behindernder Wirkung (spezifisch grenzüberschreitende Belastung) 322
(dd) Berücksichtigung „entfernt“ beschränkender Maßnahmen auf der Rechtfertigungsebene (Güterabwägung) 331
(c) Anwendbarkeit des günstigeren Verbraucherschutzrechts des Aufenthaltsstaats des Verbrauchers gem. Art. 29 Abs. 1 EGBGB 333
(2) Behinderungen des Dienstleistungsempfängers 334
(a) Patient unterliegt bei Wahrnehmung der passiven Dienstleistungsfreiheit dem patientenunfreundlicheren Recht des Heimatstaats 334
(b) Patient unterliegt bei Wahrnehmung der passiven Dienstleistungsfreiheit dem patientenunfreundlicheren Recht des Niederlassungsstaats des Arztes (Art. 28 Abs. 2 EGBGB) 337
bb) Fazit und Stellungnahme 340
§ 5 Schlussbetrachtung 349
§ 6 Ausblick 361
Literaturverzeichnis 367
Sachwortverzeichnis 399