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Christensen, R.Fischer-Lescano, A. (2007). Das Ganze des Rechts. Vom hierarchischen zum reflexiven Verständnis deutscher und europäischer Grundrechte. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52338-2
Christensen, Ralph Fischer-Lescano, AndreasChristensen, Ralph Fischer-Lescano, Andreas. Das Ganze des Rechts: Vom hierarchischen zum reflexiven Verständnis deutscher und europäischer Grundrechte. Duncker & Humblot, 2007. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52338-2
Christensen, R Fischer-Lescano, A (2007): Das Ganze des Rechts: Vom hierarchischen zum reflexiven Verständnis deutscher und europäischer Grundrechte, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52338-2

Format

Das Ganze des Rechts

Vom hierarchischen zum reflexiven Verständnis deutscher und europäischer Grundrechte

Christensen, Ralph | Fischer-Lescano, Andreas

Schriften zur Rechtstheorie, Vol. 232

(2007)

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Abstract

Die Autoren nehmen die verbreitete Kritik am Abwägungspragmatismus in der Grundrechtsjudikatur zum Ausgangspunkt, um eine holistische Grundrechtstheorie zu entwickeln. Anstelle von Werte- und Prinzipienpyramiden schlagen sie ein reflexives Modell vor, mit dem gesellschaftliche Inkommensurabilitäten rechtlich kommensurabel gemacht werden können. Das impliziert eine Abkehr vom traditionellen vertikalen, epistemischen und semantischen Grundrechtsholismus und fordert dazu auf, Grundrechtskollisionen im Rahmen eines horizontalen, praktischen und pragmatischen Holismuskonzepts zu bearbeiten. Die Leitfrage ist: Wie kann man das Problem der Unverträglichkeit in der Kollision sozialer Logiken bearbeiten, ohne in das vertikal holistische "Denken vom Ganzen her" zu verfallen?

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 9
Einleitung 13
I. Die Methode der Untersuchung 13
II. Gegenstand der Untersuchung 17
III. Der Problemhintergrund 20
1. Kapitel: Die Einheit der Rechtsordnung – Von der Hierarchie zum Netzwerk 23
I. Vom vertikalen zum horizontalen Holismus 23
1. Zur Rechtsgeschichte des Holismus als Einheit der Rechtsordnung 24
a) Existentielle Einheit: Carl Schmitt 30
b) Werteinheit: Rudolf Smend 37
c) Normtheoretische Einheit: Hans Kelsen 47
2. Der Einschnitt der Lüth-Entscheidung 53
a) Die Ausgangssituation 54
b) Die Begründung der Drittwirkung durch das Gericht 59
c) Die praktische Vorgehensweise des Gerichts 66
3. Das Scheitern des vertikalen Konzepts 69
a) Die Reduktion zur Einheit der Verfassung 70
b) Das Verschwinden der Einheit im Postulat 73
c) Von der Einheit zur Intertextualität 78
II. Vom epistemischen zum praktischen Holismus 83
1. Die Holismusdiskussion in der analytischen Philosophie 86
2. Die Unvermeidbarkeit des Holismus 99
3. Die Umwendung des Holismus in die Horizontale 106
III. Von der semantischen zur pragmatischen Moderation des Holismus 113
1. Die holistische Struktur der Sprache 113
a) Bedeutung liegt nicht bei den sprachlichen Einzelelementen 114
b) Die Bedeutung liegt nicht beim Ganzen des Sprachsystems 120
c) Holistischer Individualismus als Vernetzung gelungener Verständigungen 126
2. Pragmatische Moderation des Holismus im Recht 137
a) Das Modell der Gegenstandserkenntnis 137
b) Erkenntnis als Präzisierung der Selbstbeschreibung 142
c) Das Paradox praktischer Normativität 146
2. Kapitel: Grundrechtsgeltung – Von der Abwägungsposition zum Recht 148
I. Von der Abwägung zur Argumentation 148
1. Die Abwägung als delegierende Metapher 149
a) Die Semantik von Abwägung zwischen Technik und Metapher 149
aa) Die fachsprachliche Lexik von Abwägung 150
bb) Zur Wortgeschichte von Abwägung 154
cc) Abwägung als delegierende Metapher 158
b) Die Abwägung in der Rechtstheorie 162
aa) Das Problem heterogener Rechtsgüter 162
bb) Homogenität durch das Ganze 166
cc) Die Rückkehr der Heterogenität im Ganzen selbst 168
c) Nach der Abwägung 170
2. Die Sozialtheorie als gesuchter Inhalt 173
a) Die verdeckte Soziologie der Gerichte 174
b) Die Referenz der Gesetzessprache 180
c) Die Umstellung auf Sozialtheorie 184
3. Argumentation als funktionierende Form 190
a) Der holistische Charakter juristischen Argumentierens 193
b) Grundoperationen juristischer Argumentation 194
c) Das Ziel der Argumentation 197
II. Von der Verdrängung zur Bearbeitung der Inkommensurabilität 198
1. Regime-Kollisionen 199
a) Begriff der Inkommensurabilität 199
b) Semantische Getrenntheit 201
c) Verbindung durch Streit um Zeichenkette 203
2. Die Leistung des Rechts bei Regime-Kollisionen 205
a) Prinzip der Nachsicht und Rahmung 205
b) Das transversale Medium der Argumentation 210
c) Inkommensurabilität und Rahmenwechsel 212
3. Das Recht als Reflexionszwang 217
a) Was ist eine Entscheidung? 218
b) Das Paradox der Entscheidung 224
aa) Die dezisionistische Lesart des Paradoxes 227
bb) Die dekonstuktivistische Lesart des Paradoxes 232
c) Entscheidung als Möglichkeit reflexiver Kompatibilisierung 236
3. Kapitel: Von der divisionalen zur reflexiven Grundrechtstheorie 242
I. Grundrechtszusammenhang: Vom monistischen zum polyzentrischen Grundrechtsmodell 244
1. Würdezentrale? 244
2. Polyzentrisches Grundrechtsmodell 247
II. Schutzrichtung: Von der Handlungs- zur Kommunikationsfreiheit 248
1. Vom Schutz des Wertkerns zum Autonomiebereich 249
2. Kompatibilisierung von Autonomiebereichen 254
a) Funktionäre der Rechtsordnung 256
b) Institutionenbegriff 257
III. Von der mittelbaren zur unmittelbaren Geltung der Grundrechte 260
1. Drei Dimensionen der Grundrechtsbindung 260
a) Grundrechtsbindung der Legislative 261
b) Grundrechtsbindung der Judikative 262
c) Grundrechtsbindung Privater 264
2. Von der Vermittlung durch die Generalklauseln zu dynamischen Vernetzungen 266
a) Systematische Auslegung 267
b) Keine Sonderrolle von Generalklauseln 269
c) Ununterscheidbarkeit von grundrechtlichen Kern- und Randbereichen 271
3. Unmittelbare Gewährung subjektiver Rechte 274
a) Drei Anspruchsdimensionen 275
aa) Subjektive Abwehrrechte 276
bb) Subjektive Leistungsrechte 278
cc) Subjektive Bewirkungsrechte 283
b) Rechtfertigungsmöglichkeiten 284
4. Grundrechtsunmittelbarkeit im Privatrechtsverkehr 285
4. Kapitel: Dogmatische Konsequenzen: Von der mittelbaren Drittwirkung zum Grundrechtskollisionsrecht 287
I. Vom Schutz individueller Rechtsgüter zum Schutz von Autonomieräumen 288
1. Vertikales Modell: Praktische Konkordanz im vertikalen Holismus 291
a) Praktische Konkordanz 293
b) Kriterientrias 297
2. Reflexives Kollisionsrecht: Neuartige Inkompatibilitätsregeln 299
a) Kompatibilisierung von Erwartungsensembles 300
b) Grundrechtlich geschützte Autonomieräume statt individueller Rechtsgüter 301
II. Von der etatistischen Schutzpflicht zur rechtlichen Absicherung gesellschaftlicher Gegeninstitutionen 305
1. Vertikales Modell: Abwägung von Abwehrrechten mit Schutzpflichten 310
2. Reflexives Kollisionsrecht: Grundrechtliche Gegeninstitutionen zu expansiven Sozialsystemen 315
a) Reflexive transnationale Risikosteuerung 318
b) Regime-Kollisionen 322
III. Von der Unterordnung zur rechtlichen Selbstbegrenzung 326
1. Vertikales Modell: Abwägung von etatistischen Grundfreiheitsschutzpflichten und Grundrechtspflichten 330
a) Probleme des europäischen Abwägungspragmatismus 334
b) Prohibitions- und Pönalisierungstendenzen 338
2. Reflexives Kollisionsrecht: Selbstbegrenzungen der Matrices 342
Zusammenfassung: Inkommensurabilitäten der Kommunikationsmatrices 346
I. Von der Hierarchie zum Netzwerk 347
II. Von der Abwägungsposition zum Recht 356
III. Von der vertikalen zur reflexiven Grundrechtstheorie 365
IV. Grundrechtskollisionsrecht 368
Literaturverzeichnis 372
Personenverzeichnis 415
Sachverzeichnis 423