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Leiterer, S. (2007). »Zero Tolerance« gegen soziale Randgruppen?. Hoheitliche Maßnahmen gegen Mitglieder der Drogenszene, Wohnungslose, Trinker und Bettler in New York City und Deutschland. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52170-8
Leiterer, Susanne Paula. »Zero Tolerance« gegen soziale Randgruppen?: Hoheitliche Maßnahmen gegen Mitglieder der Drogenszene, Wohnungslose, Trinker und Bettler in New York City und Deutschland. Duncker & Humblot, 2007. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52170-8
Leiterer, S, (2007): »Zero Tolerance« gegen soziale Randgruppen?: Hoheitliche Maßnahmen gegen Mitglieder der Drogenszene, Wohnungslose, Trinker und Bettler in New York City und Deutschland, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52170-8

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»Zero Tolerance« gegen soziale Randgruppen?

Hoheitliche Maßnahmen gegen Mitglieder der Drogenszene, Wohnungslose, Trinker und Bettler in New York City und Deutschland

Leiterer, Susanne Paula

Schriften zum Internationalen Recht, Vol. 168

(2007)

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Abstract

Die Autorin behandelt die aktuellen Polizeistrategien gegenüber Personengruppen, deren Lebensmittelpunkt auf öffentlichen Straßen und Plätzen liegt, die so genannten sozialen Randgruppen. Vorbild für diese Polizeistrategien waren die New Yorker "Zero Tolerance"-Strategie und die "Broken Windows"-Theorie. Susanne Leiterer untersucht zunächst die Praxis der "Zero-Tolerance"-Strategie und inwieweit die entsprechenden polizeilichen Maßnahmen vor dem US-amerikanischen Recht bestehen können. Im Anschluss stellt sie die deutsche Polizeipraxis dar und überprüft Verfassungs- und Rechtmäßigkeit nach deutschem Recht. Letztlich untersucht Frau Leiterer, ob die New Yorker beziehungsweise eine der "Broken Windows"-Theorie entsprechende Polizeistrategie nach deutschem Recht umsetzbar wäre. Dabei wird deutlich, dass Gefahrbegriff und Verantwortlichkeit nach deutschem Recht die wesentlichen Grenzen für ein Handeln der Polizei im Sinne der "Zero-Tolerance"-Strategie beziehungsweise "Broken Windows"-Theorie setzen. Insbesondere ist das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, das zur Begründung der Polizeistrategien herangezogen wird, kein polizeiliches Schutzgut. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass das Polizeirecht nicht das richtige Instrumentarium ist, die zunehmenden sozialen Probleme in deutschen Innenstädten zu lösen.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Einleitung 17
A. Begriffsklärung 21
I. Die Begriffe „Broken Windows“-Theorie, „Zero Tolerance“, „Community Policing“, „Quality of Life“-Initiative 21
1. „Broken Windows“-Theorie 21
2. „Order Maintenance“, „Community Policing“, „Zero Tolerance“ 24
3. „Quality of Life“-Initiative und „Police Strategy No. 5“ 27
II. Die Begriffe „öffentlicher Raum“ und „soziale Randgruppen“ 28
1. Öffentlicher Raum 28
2. Soziale Randgruppen 28
B. Maßnahmen gegenüber sozialen Randgruppen in New York City 32
I. Einleitung 32
II. Soziale Randgruppen im öffentlichen Raum in den USA 33
1. Soziale Randgruppen im öffentlichen Raum in den USA, insbesondere New York City 33
2. Rechtliche Entwicklung 34
III. Aufbau der Polizei 36
1. Aufbau der Polizei in den USA 36
2. Aufbau des New York City Police Department 36
IV. Polizeistrategien gegenüber sozialen Randgruppen in New York City 38
1. Die „Quality of Life“-Initiative und die „Police Strategy No. 5“ 38
2. Umstrukturierung der Polizei 40
3. „Quality of Life Legislative Agenda“ 42
V. Praxis der New Yorker Polizei gegenüber sozialen Randgruppen 43
1. Verhaftungen, „stop and frisk“ und deren Begleiterscheinungen 45
a) Verhaftungen aufgrund geringfügiger Vergehen und „stop and frisk“ 45
b) Diskriminierung und andere negative Begleiterscheinungen bei Verhaftungen und „stop and frisk“ 46
c) Fehlverhalten und Brutalität der New Yorker Polizei 49
d) Verfahren bei Verhaftungen 50
2. Verstärktes Vorgehen gegen Drogendealer 51
3. Verstärktes Vorgehen gegen Wohnungslose 52
VI. Rechtliche Beurteilung der im Rahmen der New Yorker Polizeistrategie durchgeführten Maßnahmen 53
1. Überblick über das Rechtssystem der USA und New Yorks 53
a) Überblick über die Struktur des Rechts in den USA 53
aa) Common Law, Equity und Case Law 54
bb) Statutory Law 55
cc) Constitution of the United States of America 55
b) Das Polizeirecht in den USA, insbesondere New York City 57
aa) Die Polizeigewalt 58
bb) Rechtliche Grundlagen 58
(1) Errichtung der Polizeibehörden / Aufgaben der Polizeibehörden 58
(2) Rechtliche Grenzen der Polizeigewalt / Polizeitätigkeit 60
2. Rechtliche Beurteilung der New Yorker Maßnahmen Ingewahrsamnahme und „stop and frisk“ 62
a) Klassifizierung der Straftaten nach New Yorker Recht 63
b) „Disorderly conduct“, Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit, Betteln und Lagern im öffentlichen Raum 64
aa) „Disorderly Conduct“ 64
bb) Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit 65
cc) Lagern und Betteln 66
c) Gewahrsam 69
aa) Anwendbarkeit des 4. Zusatzartikels 69
bb) „Warrant“ 69
cc) „Probable Cause“ 72
dd) „Reasonableness“ 73
ee) Weitere Voraussetzungen nach New Yorker Gesetzesrecht 73
d) „Stop and frisk“ 74
aa) Anwendbarkeit des 4. Zusatzartikels 75
bb) „Warrant“ und „Probable Cause“ 75
cc) Weitere Voraussetzungen aus der New Yorker Verfassung und nach New Yorker Gesetzesrecht 77
dd) Durchsuchung 79
ee) „Reasonableness“ 80
e) Rechtsfolgen verfassungswidriger Ingewahrsamnahmen und „stop and frisk“ – „Exclusionary Rule“ 81
f) Ermessen 82
3. Verfassungsrechtliche Probleme bei Polizeimaßnahmen nach dem New Yorker Modell 83
a) Gleichheitssatz (14. Zusatzartikel) 84
b) Das Recht auf freie Rede (1. Zusatzartikel) 85
c) „Due process clause“ (14. Zusatzartikel) 89
d) Das Recht der „Bench Squatter“ – Sichniederlassen, nächtliches Lagern 91
C. Polizei- und ordnungsrechtliche Maßnahmen gegenüber sozialen Randgruppen in Deutschland 94
I. Einleitung 94
II. Soziale Randgruppen im öffentlichen Raum in Deutschland 94
III. Aufbau der Polizei 98
IV. Polizeistrategien gegenüber sozialen Randgruppen in Deutschland 100
1. Die „Aktion Sicherheitsnetz“ 100
2. Die Polizeistrategien der Länder 102
V. Praxis der deutschen Polizeien gegenüber sozialen Randgruppen 105
1. Aufenthaltsverbot 108
2. Verbringungsgewahrsam 116
3. Das Verbot des Bettelns, Niederlassens zum Alkoholkonsum und Nächtigens auf straßenrechtlicher Grundlage und durch Gefahrenabwehrverordnungen 119
a) Gefahrenabwehrverordnungen 120
b) Sondernutzungssatzungen auf straßenrechtlicher Grundlage 123
c) Straßenrecht 127
VI. Rechtliche Beurteilung der in der deutschen Polizeistrategie durchgeführten Maßnahmen 128
1. Maßnahmen nach Polizei- und Ordnungsrecht 128
2. Vorliegen einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit sowie Ordnung und polizei- und ordnungsrechtliche Verantwortlichkeit 128
a) Polizeirechtliche relevante Verhaltensweisen von Mitgliedern der Drogenszene, Wohnungslosen und Trinkern 130
b) Der Begriff der Gefahr 134
aa) Konkrete und abstrakte Gefahr 134
bb) Abgrenzung zur bloßen Belästigung 137
c) Verantwortlichkeit 139
d) Vorliegen einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit 143
aa) Begriff der Gefahr für die öffentliche Sicherheit 143
bb) Die Verhaltensweisen sozialer Randgruppen als Gefahr für die öffentliche Sicherheit 144
(1) Gefahren im Zusammenhang mit der offenen Drogenszene 144
(2) Betteln 147
(3) Verhalten bei Gruppen von Wohnungslosen und Trinkern 155
(a) Straftaten und Ordnungswidrigkeiten 156
(b) Niederlassen zum Konsum von Alkohol 161
(c) Nächtigen, Lagern 164
e) Vorliegen einer Gefahr für die öffentliche Ordnung 166
aa) Begriff der Gefahr für die öffentliche Ordnung 166
bb) Diskussion zur öffentlichen Ordnung als polizeiliches Schutzgut 166
cc) Die Verhaltensweisen sozialer Randgruppen als Gefahr für die öffentliche Ordnung 172
(1) Gefahren im Zusammenhang mit der offenen Drogenszene 172
(2) Betteln 173
(3) Verhalten bei Gruppen von Wohnungslosen und Trinkern 175
(a) Niederlassen zum Konsum von Alkohol 177
(b) Nächtigen, Lagern 179
f) Das Sicherheitsgefühl der Bürger als polizeiliches Schutzgut 180
g) Die „Broken Windows“-Theorie als Begründung einer abstrakten Gefahr 182
h) Vorliegen von Tatsachen, die die Annahme rechtfertigen, dass eine Straftat begangen wird 187
aa) Begriff der Tatsachen, die die Annahme rechtfertigen, dass eine Straftat begangen wird 187
bb) Verantwortlichkeit 191
cc) Die Verhaltensweisen sozialer Randgruppen als Tatsachen, die die Annahme rechtfertigen, dass eine Straftat begangen wird 191
(1) Im Zusammenhang mit der offenen Drogenszene 192
(2) Betteln 193
(3) Verhalten von Wohnungslosen und Trinkern 193
3. Aufenthaltsverbot 194
a) Rechtsgrundlage 194
aa) Abgrenzung zum Platzverweis 194
(1) In zeitlicher Hinsicht 194
(2) In räumlicher Hinsicht 195
bb) Generalklausel als Rechtsgrundlage für Aufenthaltsverbote 197
(1) Verdrängung durch die speziell geregelte Standardmaßnahme Platzverweis 198
(2) Kein Rückgriff auf die Generalklausel wegen der Eingriffsintensität 202
b) Betroffene Grundrechte 204
aa) Artikel 2 Absatz 2 GG 204
bb) Artikel 11 Absatz 1 GG 207
cc) Verhältnis von Artikel 11 Absatz 1 zu Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 GG 213
dd) Qualifizierter Gesetzesvorbehalt Artikel 11 Absatz 2 GG 215
ee) Zitiergebot 222
ff) Gesetzgebungskompetenz der Länder, Artikel 73 Nr. 3 GG 223
c) Verhältnismäßigkeit 226
aa) Geeignetheit 227
bb) Erforderlichkeit 232
cc) Angemessenheit 236
d) Bestimmtheit 242
aa) Bestimmtheit der Rechtsgrundlagen für Aufenthaltsverbote 242
bb) Bestimmtheit der Aufenthaltsverbotsverfügungen 245
4. Verbringungsgewahrsam 247
a) Rechtsgrundlage 247
aa) Befugnisse zum Platzverweis 249
bb) Befugnisse zur Ingewahrsamnahme 249
(1) Gewahrsam im Sinne des Polizeirechts 250
(a) Ort des Gewahrsams 250
(b) Festhalten in einem eng umgrenzten Raum 252
(c) Zweck, Dauer und Intensität der Maßnahme 252
(2) Gewahrsam zur Durchsetzung eines Platzverweises 256
(3) Minusmaßnahme zum Gewahrsam zur Durchsetzung eines Platzverweises 257
cc) Vollstreckungsmaßnahme zur Durchsetzung einer Maßnahme aufgrund der polizeilichen Generalklausel 262
b) Verletzung des Grundrechtes auf Freizügigkeit aus Artikel 11 GG 264
c) Spezielle Eingriffsvoraussetzungen für den Gewahrsam 265
5. Gefahrenabwehrverordnungen / Straßenrechtliche Sondernutzungssatzungen 267
a) Gefahrenabwehrverordnungen 267
aa) Rechtsgrundlage 267
bb) Tatbestandsvoraussetzung: Vorliegen einer abstrakten Gefahr 268
cc) Bestimmtheitsgebot 270
dd) Verhältnismäßigkeit – Verbot der bloßen Erleichterung polizeilichen Handelns 276
b) Sondernutzungssatzungen 277
aa) Rechtsgrundlage 277
(1) Umfang der Satzungskompetenz der Gemeinden 277
(2) Regelung ordnungsrechtlicher Tatbestände durch straßenrechtliche Instrumentarien 279
bb) Sondernutzung oder Gemeingebrauch 283
(1) Betteln als Sondernutzung 289
(2) Das Niederlassen zum Alkoholgenuss als Sondernutzung 294
(3) Nächtigen und Lagern als Sondernutzung 297
cc) Bestimmtheitsgebot 299
6. Verbot auf straßenrechtlicher Grundlage 301
D. Diskussion zu den Polizeistrategien in New York und Deutschland 306
I. Umsetzbarkeit des New Yorker Modells nach deutschem Recht 306
1. Rechtsvergleich 306
a) Allgemeine rechtliche Voraussetzungen und Grenzen für Maßnahmen der Polizei gegen soziale Randgruppen 306
aa) Rechtliche Grenzen polizeilicher Tätigkeit 306
bb) Unterscheidung präventiver und repressiver Tätigkeit der Polizei 307
cc) Grundsatz der Verhältnismäßigkeit 308
dd) Ermessen 309
b) Vorliegen einer Gefahr als Voraussetzung polizeilichen Handelns 310
c) Gewahrsam beziehungsweise Verbringungsgewahrsam und „stop and frisk“ 317
aa) Einschlägigkeit des 4. Zusatzartikels der US-amerikanischen Verfassung und des Artikels 104 GG 317
bb) Folgen von Verstößen gegen verfassungs- und einfachrechtliche Vorschriften 319
cc) „Stop and frisk“ 320
dd) Gewahrsam 322
d) Verbringungsgewahrsam und Aufenthaltsverbot 324
e) Verfassungsrechtliche Probleme bei Polizeimaßnahmen nach dem New Yorker Modell 324
aa) Gleichheitssatz 14. Zusatzartikel – Artikel 3 GG 324
bb) Das Recht auf freie Rede 1. Zusatzartikel – Meinungsfreiheit Artikel 5 GG 325
cc) „Due process clause“ 14. Zusatzartikel – Bestimmtheitsgrundsatz 327
dd) Das Recht der „Bench Squatter“ – Freizügigkeit Artikel 11 GG 329
2. Ergebnis und Schlussfolgerung zur Übertragbarkeit der „Zero Tolerance“-Strategie und der „Broken Windows“-Theorie 331
II. Kritik an der „Broken Windows“-Theorie und der New Yorker „Quality of Life“-Initiative 334
1. Andere Ursachen für das Absinken der Kriminalität in New York 335
2. Erfolge der „Quality of Life“-Initiative nicht aufgrund der Ursachenzusammenhänge der „Broken Windows“-Theorie 336
3. Rechtspolitische Diskussion 336
III. Die Diskussion in der deutschen Wissenschaft 339
1. Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung als Zweck staatlichen Handelns gegen die öffentliche Unordnung 342
a) Der Begriff „Sicherheitsgefühl“ 343
b) Staatliche Verpflichtung zur Wahrung der Sicherheit? 345
2. Wandel des Polizeirechts – zurück zur Wohlfahrtspflege? 348
3. Andere Lösungen, „Community Policing“ 350
4. Fazit 351
Zusammenfassung 354
Teil A: Begriffsklärung 354
Teil B: Maßnahmen gegenüber sozialen Randgruppen in New York City 354
Teil C: Polizei- und ordnungsrechtliche Maßnahmen gegenüber sozialen Randgruppen in Deutschland 356
Teil D: Diskussion zu den Polizeistrategien in New York und Deutschland 365
Literaturverzeichnis 367
Sachwortverzeichnis 382