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Bizer, K. (2008). Steuervereinfachung und Steuerhinterziehung. Eine experimentelle Analyse zur Begründung von Steuereinfachheit. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52820-2
Bizer, Kilian. Steuervereinfachung und Steuerhinterziehung: Eine experimentelle Analyse zur Begründung von Steuereinfachheit. Duncker & Humblot, 2008. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-52820-2
Bizer, K, (2008): Steuervereinfachung und Steuerhinterziehung: Eine experimentelle Analyse zur Begründung von Steuereinfachheit, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-52820-2

Format

Steuervereinfachung und Steuerhinterziehung

Eine experimentelle Analyse zur Begründung von Steuereinfachheit

Bizer, Kilian

Finanzwissenschaftliche Forschungsarbeiten. N. F., Vol. 74

(2008)

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Abstract

Leitthese der Arbeit ist, dass Komplexität von Steuern zu höherer Steuerhinterziehung führt, wenn sie die Unsicherheit über die eigene Steuerpflicht erhöht. Diese These steht im Widerspruch zur herrschenden Meinung, nach der Steuerzahler auf Komplexität "verängstigt" mit übermäßigen Steuerzahlungen reagieren.

Die bislang herrschende Auffassung geht entweder von risikoaversen Individuen oder von rationalen Regelbefolgern aus. Beide Konzepte können allerdings das steuerehrliche Verhalten angesichts der steigenden Komplexität des Steuersystems nicht hinreichend erklären. Kilian Bizer entwickelt das Modell des homo oeconomicus institutionalis, das auf der einen Seite rationale Regelbefolgung und situative Nutzenmaximierung zulässt, zugleich jedoch weitere Möglichkeiten von Verhaltensreaktionen auf Komplexität und auch soziale Präferenzen einbezieht.

Die analysierten Wirkungsketten zwischen Steuerkomplexität und Steuerehrlichkeit legen nahe, dass mit zunehmender Steuerkomplexität die Steuerhinterziehung zu- und damit die Steuerehrlichkeit abnehmen kann. Diesen Zusammenhang bestätigt die experimentelle Untersuchung. Im Experiment tritt außerdem ein Hysteresis-Effekt auf. Die gesamten Kosten der Steuerkomplexität werden erst sichtbar, wenn wieder auf eine einfache Steuer umgestellt wird. Das legt nahe, den Besteuerungsgrundsatz der Einfachheit gegenüber dem Fiskalzweck neu zu bewerten, da mangelnde Einfachheit mit dem Fiskalzweck in Konflikt treten kann. Zudem zeigt es die Relevanz von aktuellen Steuervereinfachungskonzepten.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Tabellenverzeichnis 10
Abbildungsverzeichnis 11
A. Einleitung 13
I. Problemstellung 13
II. Ziel der Arbeit 16
III. Methodik 17
IV. Aufbau der Arbeit 19
V. Begriffsabgrenzung 22
B. Komplexität im Grundmodell und im Modell des rationalen Regelbefolgers\r 24
I. Das Grundmodell 24
II. Das so genannte „Steuerzahlerrätsel“ 27
III. Steuermoral 29
IV. Der Ansatz der Kompetenz-Schwierigkeitslücke 31
V. Kritik an den bisherigen Ansätzen 34
C. Komplexität im Modell des homo oeconomicus institutionalis\r 37
I. Ausgangspunkt homo oeconomicus: Eigennutz und ökonomisches Prinzip\r 38
II. Der homo oeconomicus institutionalis 41
1. Präferenzen: endogen und sozial 42
2. Kognitive Grenzen 44
3. Habituelles Verhalten 50
4. Emotionales und instinktives Verhalten 52
5. Institutionen und soziale Interaktion 54
6. Zwischenergebnis: Das Verhaltensmodell des homo oeconomicus institutionalis\r 58
D. Implikationen von Steuerkomplexität 61
I. Steuerkomplexität und Institutionen 62
1. Steuermoral und Steuermentalität 62
2. Hystereseeffekt bei der Steuermoral 67
3. Soziale Interaktion 68
4. Zwischenfazit 73
II. Steuerkomplexität und soziale Präferenzen 74
III. Steuerkomplexität und kognitive Grenzen 78
IV. Steuerkomplexität und Emotionen 83
1. Neid\r 83
2. Scham 84
3. Aggression und Reaktanz 85
4. Frustration 87
5. Zwischenfazit 88
V. Steuerkomplexität und habituelles Verhalten 88
VI. Ergebnis: Hypothesen für die Wirkung von Komplexität auf Steuerehrlichkeit\r 90
E. Experiment zu Steuerkomplexität, Hysteresis und Steuerhinterziehung\r 93
I. Stand der experimentellen Literatur 93
1. Steuerkomplexität im Kontext eines öffentlichen Gutes 93
2. Steuerkomplexität als Spiel gegen die Natur 98
3. Zwischenfazit 102
II. Experiment zu Steuerkomplexität und Steuerhinterziehung 103
1. Design und Durchführung 103
2. Ergebnisse des Experiments 108
a) Die Anfangstreatments 108
b) Reihenfolgeeffekte der Treatments 110
c) Strikte Ehrlichkeit 115
3. Schlussfolgerungen aus dem Experiment 117
F. Einfachheit als Besteuerungsgrundsatz und aktuelle Reformvorschläge für die Vereinfachung\r 120
I. Das Verhältnis der übrigen Besteuerungsgrundsätze zum Grundsatz der Einfachheit\r 122
1. Der Grundsatz der Einfachheit: Transparenz, Praktikabilität und Wohlfeilheit\r 122
2. Das Verhältnis zur Allgemeinheit der Besteuerung 124
3. Das Verhältnis zur Leistungsfähigkeit 126
4. Das Verhältnis zur Allokationseffizienz 127
5. Das Verhältnis zur fiskalischen Ergiebigkeit 129
6. Zwischenergebnis 130
II. Reformvorschläge zur Vereinfachung der Einkommensteuer 131
1. Der Einfachsteuervorschlag: Heidelberger Entwurf 132
a) Merkmale des Vorschlags 132
b) Beurteilung des Vorschlags 134
2. Der Vorschlag der vereinfachten Einkommensteuer: Karlsruher Entwurf\r 135
a) Merkmale des Vorschlags 136
b) Beurteilung des Vorschlags 138
III. Ergebnis 139
G. Ergebnis und Schlussfolgerungen 141
I. Ergebnis 141
II. Konsequenzen für die Steuerpolitik 144
III. Offene Fragen für die Forschung 147
Zusammenfassung 149
Anhang 155
Literaturverzeichnis 162
Sachregister 175