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Schäfer, W. (Ed.) (2005). Institutionelle Grundlagen effizienter Wirtschaftspolitik. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-51720-6
and Schäfer, Wolf. Institutionelle Grundlagen effizienter Wirtschaftspolitik. Duncker & Humblot, 2005. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-51720-6
Schäfer, W (ed.) (2005): Institutionelle Grundlagen effizienter Wirtschaftspolitik, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-51720-6

Format

Institutionelle Grundlagen effizienter Wirtschaftspolitik

Editors: Schäfer, Wolf

Schriften des Vereins für Socialpolitik, Vol. 304

(2005)

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Book Details

Abstract

In der scientific community der Ökonomen wird seit längerem der schwindende Einfluss der Volkswirtschaftslehre auf die praktische Wirtschaftspolitik beklagt. Diese Klage ist nicht neu, aber es gibt Indizien, die zu bestätigen scheinen, dass die Kluft zwischen ökonomischer Akademia und angewandter Wirtschaftspolitik sich vertieft. Jedenfalls bildete dieser Eindruck den allgemeinen Diskussionshintergrund für das Generalthema "Institutionelle Grundlagen effizienter Wirtschaftspolitik", das auf der Jahrestagung 2004 des Wirtschaftspolitischen Ausschusses im Verein für Socialpolitik vom 16. bis 18. März in Münster behandelt wurde und deren Referate in diesem Band dokumentiert werden.

Ohne wissenschaftliche Ökonomie verliert die praktische Wirtschaftspolitik die Orientierung hin zu langfristiger Effizienz für die Gesellschaft. Wissenschaft, die öffentlich finanzierte zumal, hat deshalb eine Bringschuld gegenüber der Öffentlichkeit. Ziel der wissenschaftlichen Ökonomik sollte es deshalb sein, auf die praktische Wirtschaftspolitik direkt und indirekt Einfluss zu nehmen. Dazu bedarf es bestimmter institutioneller Voraussetzungen wie zum Beispiel der Bedingungen, unter denen wissenschaftliche Politikberatung erfolgt. Warum bedienen sich die Regierenden in Deutschland trotz einer leistungsfähigen wissenschaftlichen Infrastruktur - Wissenschaftliche Beiräte, Forschungsinstitute, Universitäten - für die Politikberatung zunehmend kommerzieller Beratungsfirmen und Ad-hoc-Kommissionen, die eher kurzfristorientierte Konsenslösungen denn langfristorientierte Sachlösungen anbieten?

Politikberatung, wie sie in Deutschland und in anderen Staaten praktiziert wird, bildet deshalb einen Themenschwerpunkt dieses Bandes. Dabei werden auch sehr persönliche Erfahrungen einzelner Autoren aus der Praxis ihrer langjährigen wissenschaftlichen Politikberatung dokumentiert. Darüber hinaus werden die Voraussetzungen für institutionelle und wirtschaftspolitische Reformen aufgezeigt. Der Band versteht sich als Beitrag zur Überwindung der Kommunikationsschwierigkeiten zwischen ökonomischer Wissenschaft und praktischer Wirtschaftspolitik.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Herbert Giersch: Methodologische Reflexionen 9
Abstract 9
Literatur 23
Bernhard Herz und Lukas Vogel: Bestimmungsgründe marktorientierter Reformen: Eine empirische Analyse 25
Abstract 25
A. Problemstellung 25
B. Theoretische Modelle und Hypothesen 28
I. Wirtschaftliche Lage 28
II. Politischer Wettbewerb und Institutionen 29
III. Größe, Offenheit und Reformpotential 30
C. Daten und Schätzmethode 31
D. Empirische Ergebnisse 34
E. Wirtschaftspolitische Folgerungen 45
Literatur 46
Annex: EFW-Indikatoren 48
Hans Pitlik: Institutionelle Voraussetzungen marktorientierter Reformen der Wirtschaftspolitik 51
Abstract 51
A. Problemstellung 51
B. Reformblockaden und das Problem der Politikglaubwürdigkeit 53
I. Reformblockaden in einfachen Demokratiemodellen 53
a) Kurzfristorientierung der Politik 53
b) Individuelle Unsicherheit über Reformwirkungen 54
c) Politische Problemtabuisierung 55
II. Reformblockaden in Interessengruppenmodellen 56
a) Reformen als Kollektivgüter 56
b) Reformverhandlungen, Vetorechte und der war of attrition 58
III. Zwischenfazit 60
C. Die institutionelle Dimension von Reformblockaden 61
I. Politische Systeme und Reformfähigkeit 61
II. Handlungsfähigkeit vs. Glaubwürdigkeit: ein grundlegender Zielkonflikt? 64
a) Glaubwürdigkeit von Reformen in politischen Systemen mit einem Vetospieler 64
b) Reformhandlungsfähigkeit in politischen Systemen mit mehreren Vetospielern 66
D. Empirische Evidenz 68
I. Vorgehensweise der empirischen Untersuchung 68
II. Ergebnisse 71
a) Basismodell 71
b) Robustheit der Ergebnisse 73
E. Zusammenfassung und Ausblick 74
Literatur 76
Wolfgang Wiegard: Politikberatung im internationalen Vergleich 83
Abstract 83
Anhang 90
Wernhard Möschel: Politikberatung – ein persönlicher Erfahrungsbericht 93
Abstract 93
A. Einleitung 93
B. Beurteilungsbasis 94
C. Die Thesen im Einzelnen 95
I. Der Politik gerät alles zum politischen Instrument 95
a) Zeitgewinn statt Erkenntnisgewinn 95
b) Wahltaktisches Kalkül 96
c) Einsatz von Autorität 96
d) Selbstdarstellung 97
e) Echtes Beratungsinteresse 98
II. Institutionalisierte Beratungsgremien und ad hoc-Kommissionen 98
a) Unabhängigkeit 99
b) Gefahr der Einflussnahme 99
III. Zur Wirkungsanalyse politischer Beratung 100
a) Kurzfrist – Bedarf 100
b) Erfolgserlebnisse 101
Literatur 103
Birger P. Priddat: Ausdifferenzierende Beratung: wo bleibt die Ökonomie? 105
Abstract 105
A. Einleitung 105
B. Ein neues Staatsverständnis? 106
C. Politik und Kommunikation 111
D. Co-governance der Realpolitik: Interessenverbände, Lobbies, Berater, NGO’s 113
E. Fazit 118
Literatur 119
Martina Eckardt und Wolfgang Kerber: Best Practices, Yardstick Competition und Lernen in der Wirtschaftspolitik – eine kritische Analyse der Offenen Methode der Koordinierung der EU 121
Abstract 121
A. Einleitung 121
B. Die Offene Methode der Koordinierung 123
I. Das Grundkonzept und seine Anwendungsgebiete 123
II. Die Anwendung der OMK am Beispiel der Alterssicherung 127
III. Die OMK in der bisherigen wissenschaftlichen Diskussion 131
C. Zur Institutionalisierung systematischer Lernprozesse in der Wirtschaftspolitik: OMK versus Wettbewerbsföderalismus 135
I. Die OMK als Institution zum systematischen Politiklernen in einem Mehr-Ebenen-Governance-System 135
II. Lernen von Politiken: ein kurzer Überblick 136
a) Traditionelle Theorie der Wirtschaftspolitik 136
b) Benchmarking und Best Practices aus betriebswirtschaftlicher Sicht 137
c) Politiktransfer und -diffusion in der politikwissenschaftlichen Literatur 138
III. Wettbewerbsföderalistische Mehr-Ebenen-Governance-Systeme als institutionalisierte Innovations- und Lernsysteme in Bezug auf Politiken 140
a) Wettbewerbsföderalismus als Laboratory Federalism 140
b) Transmissionsmechanismen für wechselseitiges Lernen im Politikwettbewerb 141
c) Föderale Mehr-Ebenen-Governance-Systeme als Innovationssysteme 143
IV. Lernen in der Wirtschaftspolitik: OMK und Wettbewerbsföderalismus im Vergleich 144
a) Lernen aus den Erfahrungen Anderer 144
b) Anreizprobleme 147
c) Zentralität und Dezentralität 150
d) Innovation und Diffusion von Politiken 153
e) Koordination und Konvergenz 154
D. Zu den Perspektiven der OMK in der EU 156
Literatur 159
Kees van Paridon: Wirtschaftspolitik in den Niederlanden 167
Abstract 167
A. Wie ein neues ökonometrisches Modell Kabinettssache wurde 167
B. Niederländische Wirtschaftspolitik in der Zwischenkriegszeit: Auf der Suche nach Alternativen zur liberalen Wirtschaftsauffassung 169
C. Die wirtschaftspolitischen Institutionen in den Niederlanden 171
I. CPB 172
II. SER, WRR und andere wirtschaftspolitische Institutionen 176
III. Eine neue Konstellation 178
D. Wirtschaftsentwicklung nach 1945 178
E. Politik der Reformen 182
F. Hat die Wirtschaftspolitik die Wirtschaftsentwicklung der Niederlande nach 1945 begünstigt? 185
Autoren und Herausgeber 187