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Scheuplein, C. (2006). Der Raum der Produktion. Wirtschaftliche Cluster in der Volkswirtschaftslehre des 19. Jahrhunderts. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-51871-5
Scheuplein, Christoph. Der Raum der Produktion: Wirtschaftliche Cluster in der Volkswirtschaftslehre des 19. Jahrhunderts. Duncker & Humblot, 2006. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-51871-5
Scheuplein, C, (2006): Der Raum der Produktion: Wirtschaftliche Cluster in der Volkswirtschaftslehre des 19. Jahrhunderts, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-51871-5

Format

Der Raum der Produktion

Wirtschaftliche Cluster in der Volkswirtschaftslehre des 19. Jahrhunderts

Scheuplein, Christoph

Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Vol. 81

(2006)

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Abstract

Der Erfolg aller Industrienationen im 19. Jahrhundert war mit dem Erfolg regional konzentrierter Branchen verbunden. Diese Clusterung von Wirtschaftsaktivitäten wurde von den zeitgenössischen Ökonomen registriert und interpretiert. Während die Darstellung systemischer Zusammenhänge von Unternehmen und Institutionen auf volkswirtschaftlicher Ebene, wie sie z. B. von Friedrich List vorgenommen wurde, ein bekannter Topos der heutigen dogmengeschichtlichen Literatur ist, wurde dieser Ansatz auf der regionalen Ebene noch nicht untersucht.

Christoph Scheuplein verfolgt die Beschreibung und Konzeptualisierung von lokalisierten Branchen im britischen und im deutschen Kontext innerhalb des Zeitraums von 1815 bis 1890. Die räumliche Konzentration der Produktion konnte vor allem dort theoretisch formuliert werden, wo man auf die räumliche Ungleichmäßigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung achtete bzw. wo man von steigenden Erträgen als dem üblichen Ertragsverlauf der industriellen Produktion ausging. Scheuplein behandelt die klassische Politische Ökonomie, die Deutsche Historische Schule, Karl Marx, die sozial-evolutionäre Theorie sowie die neoklassische Theorie. Das von Alfred Marshall popularisierte Konzept des "Industriellen Distrikts" beruhte auf einer detaillierten Rezeption dieser ideengeschichtlichen Linien. Im letzten Viertel des Jahrhunderts wurde diese raumstrukturelle Perspektive in einer Reihe von empirischen Studien angewandt.

Im Unterschied zu der weit verbreiteten Annahme, die Wirtschaftswissenschaft des 19. Jahrhunderts habe die Raumdimension weitgehend ausgeblendet, weist der Autor nach, daß die meisten Theorierichtungen die räumliche Struktur der Produktion als Erklärungsfaktor berücksichtigten. Diese korrespondierten häufig mit den jeweiligen Vorstellungen zur globalen Ausdehnung bzw. nationalen Begrenzung von Wirtschaftsräumen.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Danksagung 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungen 12
Kapitel 1: Einleitung: Auf der Suche nach dem verlorenen Raum 13
1. Gegenstand 13
2. Forschungsstand 17
3. Vorläufige Thesen und Zielstellung 22
4. Eingrenzung des Themas, Methoden und Aufbau der Untersuchung 24
Kapitel 2: Freiheit der Standortwahl und Raumbindung 29
1. Die offene Gesellschaft 29
2. Die Geographie der Industriellen Revolution 30
3. Raumdifferenzierung wahrnehmen: Reisen, Vergleichen, Zählen 33
a) Wirtschaftswachstum und Arbeitsteilung 35
b) Stadt und Land 38
c) Nationale Wettbewerbsvorteile 40
4. Schlußfolgerungen 42
Kapitel 3: Stagnation und räumliche Homogenität 43
1. Ricardo und die Wollindustrie 43
2. Das räumliche Gleichgewicht 46
a) Globale Einheit und Differenzierung: von David Hume zu Robert Torrens 47
b) Nationale Homogenität vs. globale Heterogenität: David Ricardo 50
c) Testfall London-Spitalsfield 52
3. Schlußfolgerungen 56
Kapitel 4: Disproportionen und Disparitäten 58
1. „A Home Tour through the Manufacturing Districts“ 58
2. Die Perspektive der Technik: Charles Babbage und Andrew Ure 60
3. Die Perspektive der Peripherie: die US-amerikanische Erfahrung 64
4. Die vielfache Relativierung des räumlichen Gleichgewichts 67
a) Die unternehmerische Standortwahl: Jean-Baptiste Say 68
b) Statistik und Geographie: J. Ramsay McCulloch 72
c) Gesellschaftlicher Fortschritt in Zeit und Raum: John S. Mill 74
5. Schlußfolgerungen 77
Kapitel 5: Territorialisierung als Strategie: die Deutsche Historische Schule 79
1. „Der alles monopolisierende Insulaner“ 79
2. Nationenbildung und Wirtschaftstheorie 81
Exkurs: Der disziplinäre Einfluß der Geographie 85
3. Raumwirtschaft als Forschungsfeld 87
a) Nationales Produktionssystem und Standortmuster 88
b) Wilhelm Roscher und das regionale Produktionssystem 90
4. Schlußfolgerungen 94
Kapitel 6: Die Geographie der Arbeit 96
1. „Cottonopolis“ und die „europäische Arbeiterkarte“ 96
2. Die Orte der Wissensträger: Thomas Hodgskin und Thomas Edmonds 97
3. Der variable Raum: Karl Marx und Friedrich Engels 99
a) Kapitalismus als soziales System 99
b) Das Regime der Differenz 102
c) Die gesellschaftliche Kombination der Arbeit 106
4. Schlußfolgerungen 112
Kapitel 7: Differenzierung und Integration 113
1. Die Evolution des Evolutionsdenkens 113
2. Raumorientierungen in der Menschheitsgeschichte: Herbert Spencer 116
3. Der Faktor Organisation: William E. Hearn 121
4. Vom Historismus zum Sozial-Evolutionismus: Albert E. F. Schäffle 125
5. Spezialisierung als Effizienzmaßstab? 128
6. Schlußfolgerungen 133
Kapitel 8: Spätklassik – Phänomenologie der Ungleichmäßigkeit 135
1. „Waves, Pulses, and Cycles“ 135
2. Die Kontinuität des räumlichen Wandels 136
3. Die regionale Lohndifferenzierung: William Thornton 138
4. Wachstum und Raum 141
a) Das Gesetz des Fortschritts: Henry George 141
b) Die Ertragsgesetze: Henry Sidgwick 143
5. Schlußfolgerungen 146
Kapitel 9: Soziale Evolution, räumliche Dynamik: Alfred Marshall 148
1. Auf der Suche nach „Industrial Leadership“ 148
2. Die Entwicklung der Marshallschen Clustertheorie 150
3. Cluster als Kategorie der Preistheorie 157
a) Steigende Erträge innerhalb einer Wettbewerbsökonomie 158
b) Strukturwandel: Vom „factory system“ zum Frühfordismus 161
4. Die soziale Dimension 165
a) Die (Dys-)Funktionalität sozialer Bindungen 165
b) Orte der Innovation: Kreativität und Routine 168
5. Quellen 172
6. Zeitgenössische Rezeption 176
7. Schlußfolgerungen 177
Kapitel 10: Märkte und Transport 179
1. Raumüberwindung als Produktion 179
2. Standortvorteile versus Transportkosten 181
3. Marktgebiete 189
Kapitel 11: Empirische Studien und Wirtschaftsgeschichte 192
1. Empirie 192
a) Großbritannien: Ingenieurswissenschaften und Sozialforschung 192
b) Deutschland: Wettbewerb der Betriebssysteme 196
2. Wirtschaftsgeschichte 201
a) Historismus, Raum und die Entstehung der britischen Wirtschaftsgeschichte 201
b) Historisches und Systematisches bei Alfred Marshall 203
3. Schlußfolgerungen 205
Kapitel 12: Zusammenfassung und Schlußfolgerungen 207
1. Einleitung 207
2. Steigende Erträge als Schlüsselkategorie 208
3. Der systemische Charakter: Interaktion und Innovation 212
4. Selbstregulierung vs. Interventionismus 214
5. Raumvorstellungen 216
6. Der wiedergefundene Raum 218
Quellen 221
Literaturverzeichnis 222
Namenverzeichnis 269
Sachverzeichnis 273