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Menz, S. (2011). Die Verantwortlichkeit der Mitarbeiter privater Militär- und Sicherheitsunternehmen nach Art. 8 ICC-Statut. Zugleich ein Beitrag zum Sonderdeliktscharakter von Kriegsverbrechen. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53517-0
Menz, Simon. Die Verantwortlichkeit der Mitarbeiter privater Militär- und Sicherheitsunternehmen nach Art. 8 ICC-Statut: Zugleich ein Beitrag zum Sonderdeliktscharakter von Kriegsverbrechen. Duncker & Humblot, 2011. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53517-0
Menz, S, (2011): Die Verantwortlichkeit der Mitarbeiter privater Militär- und Sicherheitsunternehmen nach Art. 8 ICC-Statut: Zugleich ein Beitrag zum Sonderdeliktscharakter von Kriegsverbrechen, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53517-0

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Die Verantwortlichkeit der Mitarbeiter privater Militär- und Sicherheitsunternehmen nach Art. 8 ICC-Statut

Zugleich ein Beitrag zum Sonderdeliktscharakter von Kriegsverbrechen

Menz, Simon

Beiträge zum Internationalen und Europäischen Strafrecht / Studies in International and European Criminal Law and Procedure, Vol. 9

(2011)

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About The Author

Geboren 1982 in Wiesbaden (Deutschland); Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Mannheim und der Philipps-Universität Marburg (Jan. 2008: Erstes Juristisches Staatsexamen). Im Anschluss wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht der Philipps-Universität Marburg bei Prof. Dr. Safferling sowie Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiter im Fachbereichsrat der Juristischen Fakultät. Zurzeit befindet er sich im Rechtsreferendariat.

Abstract

Seit dem Ende des Kalten Krieges hat mit der Privatisierung von bewaffneten Konflikten in Form des outsourcing militärischer und sicherheitsbezogener Tätigkeiten eine neue Ära begonnen. Diese Entwicklung stellt zwar zunehmend das staatliche Gewaltmonopol in Frage, sie ist aber nicht mehr aufzuhalten, da sich dieser riesige Markt für private Militärdienstleistungen schon längst fest etabliert hat. Die Mitarbeiter privater Militär- und Sicherheitsunternehmen (PMCs/PSCs) umgibt hierbei ein gewisses Mysterium, das maßgeblich durch die vielen Gerüchte um ihre Straflosigkeit und die angebliche "Grauzone", in der sie sich bewegen sollen, genährt wird. Die Untersuchung konnte allerdings aufzeigen, dass grundsätzlich zumindest das existierende völkerstrafrechtliche Regelungsregime ausreichend ist, um Kriegsverbrechen durch PMC/PSC-Angehörige angemessen zu sanktionieren. Obwohl sie überwiegend den Status einer Zivilperson im humanitären Völkerrecht einnehmen, sind sie dennoch an die in Art. 8 Abs. 2 ICC-Statut aufgeführten Kriegsverbrechenstatbestände gebunden. Zudem bietet Art. 28 ICC-Statut grundsätzlich die Möglichkeit auch die Geschäftsführung der Unternehmen für Kriegsverbrechen ihrer Mitarbeiter zur Verantwortung zu ziehen. Die Jurisdiktionsgewalt des ICC ist allerdings, insbesondere durch das Komplementaritätsprinzip, empfindlich eingeschränkt.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Einleitung 19
A. Problemstellung 19
B. Gang der Untersuchung 24
Erstes Kapitel: Begriffsbestimmung 26
A. Sicherheitsunternehmen 27
B. Militärunternehmen 28
Zweites Kapitel: Der völkerrechtliche Status der Mitarbeiter 32
A. Der internationale bewaffnete Konflikt 32
I. Kombattanten 33
1. De-iure-Kombattanten 35
a) Allgemeine Voraussetzungen 35
b) Zusätzliche Voraussetzungen 39
aa) Art. 4 A Abs. 2 GA III 39
bb) Änderungen durch das ZP I 41
(1) Art. 43 ZP I 41
(2) Art. 44 ZP I 43
c) Zwischenergebnis 44
2. De-facto-Kombattanten 45
a) Personenkategorien 45
aa) Art. 43 Abs. 1 ZP I 45
(1) Organisierte Gruppe oder Einheit 46
(2) Bewaffnet 47
(a) Unmittelbare Teilnahme an Feindseligkeiten 48
(aa) Feindseligkeiten 48
(bb) Unmittelbare Teilnahme 49
(b) Ausrichtung der PMCs/PSCs 51
(aa) Military Provider Firms 52
(bb) Private Security Companies 52
(cc) Military Consultant Firms 53
(dd) Military Support Firms 53
bb) Art. 4 A Abs. 2 GA III 55
b) Verbindung zu einer Konfliktpartei 56
aa) Allgemein 56
(1) Bei staatlichen Auftraggebern 59
(2) Bei nicht-staatlichen Auftraggebern 59
bb) „Faktische Unabhängigkeit“ 60
c) Verantwortliche Person bzw. Führung 61
aa) Jurisdiktion der Militärgerichtsbarkeit 62
bb) Ordentliche Gerichtsbarkeit 64
d) Unterscheidungszeichen und Waffen offen tragen 66
aa) Grundsatz 66
bb) Ausnahme 70
e) Einhaltung des Völkerrechts 71
3. Zwischenergebnis 72
II. Zivilisten 73
1. Grundsätzlich 73
2. Spezialfall des Art. 4 A Abs. 4 GA III 73
III. Söldner 76
IV. Illegitime oder Quasi-Kombattanten 81
V. Zwischenergebnis 83
B. Der nicht-internationale bewaffnete Konflikt 83
I. Innere Unruhen und Spannungen 85
II. Gemeinsamer Art. 3 GA 86
1. Territorialer und parteibezogener Anwendungsbereich 87
2. Abgrenzung zum rein internen Konflikt 88
III. Art. 1 ZP II 89
1. Anwendungsbereich 90
2. Verhältnis zum gemeinsamen Art. 3 GA 91
IV. Art. 8 Abs. 2 lit. f.) S. 2 ICC-Statut 91
V. Kombattantenstatus 92
1. Traditionelles Völkerrechtsverständnis 92
a) Fehlender Kombattantenstatus 92
b) Existenz einer zweiten statusrechtlichen Gruppe neben Zivilisten 94
2. Art. 8 Abs. 2 lit. e.) ix.) ICC-Statut 97
a) Auslegung der Norm 98
b) Weitere Argumente für die Anerkennung eines Kombattantenstatus 99
VI. Der Status von privaten Mitarbeitern 102
1. Gemeinsamer Art. 3 GA 102
2. Art. 8 Abs. 2 lit. f.) S. 2 ICC-Statut und Art. 1 Abs. 1 ZP II 102
C. Gemischte Konflikte 103
D. Ergebnis und Konsequenzen 105
Drittes Kapitel: Die völkerstrafrechtliche Verantwortlichkeit 106
A. Die individuelle Verantwortlichkeit für Kriegsverbrechen 108
I. Begriffsbestimmung 110
II. Sonderdeliktscharakter 112
1. Begriffserklärung und Bedeutung 113
2. Wortlaut der Statuten internationaler Straftribunale 115
3. Militärhandbücher, Gesetzgebung und nationale Rechtsprechung 115
4. Stand der Wissenschaft 116
5. Historische Entwicklung des Täterbegriffs in der Rechtsprechung 117
a) Nürnberg 118
aa) Der Hauptkriegsverbrecherprozess 119
(1) Relevante Verfahren 119
(2) Analyse 120
bb) Die Nachfolgeprozesse 120
(1) Die zwölf Nürnberger Nachfolgeprozesse 120
(2) Weitere Nachfolgeprozesse 121
(3) Analyse 122
(a) Die zwölf Nürnberger Nachfolgeprozesse 123
(b) Die anderen relevanten Nachfolgeprozesse 124
b) Tokio 126
aa) Relevante Urteile 126
bb) Analyse 126
c) (Ex-)Jugoslawien 127
aa) Der Fall Tadić 127
bb) Folgeurteile 128
cc) Analyse 128
d) Ruanda 129
aa) Urteil der Hauptverfahrenskammer im Fall Akayesu 130
(1) Rechtsausführungen 130
(2) Folgeurteile 130
bb) Urteil der Berufungskammer im Fall Akayesu 132
(1) Rechtsausführungen 132
(2) Folgeurteile 132
cc) Analyse 133
6. Fazit 134
a) Auslegung des humanitären Völkerrechts 135
aa) Wortlaut 135
bb) Historie 136
cc) Systematik 137
dd) Teleologische Auslegung 138
b) Konsequenzen 142
aa) Situation bei PMCs/PSCs 143
bb) Auswirkungen auf Beteiligungsformen 144
7. Zwischenergebnis 144
III. Art. 8 ICC-Statut 144
1. Die übergreifenden Voraussetzungen des Art. 8 ICC-Statut 146
a) Bewaffneter Konflikt 147
aa) Internationaler Charakter 149
bb) Nicht-internationaler Charakter 151
(1) Art. 8 Abs. 2 lit. d.) und f.) S. 1 ICC-Statut 151
(2) Art. 8 Abs. 2 lit. c.) ICC-Statut 152
(3) Art. 8 Abs. 2 lit. f.) S. 2 ICC-Statut 153
(a) Wortlaut 153
(b) Historie 153
(c) Systematik 154
(d) Teleologische Auslegung 154
b) Zeitlicher und örtlicher Anwendungsbereich 157
c) Kriegsverbrechen als Teil eines Planes oder einer Politik 159
d) Potentieller Täterkreis 161
aa) Verbindung zu einer Konfliktpartei 161
bb) Begehungszusammenhang 163
e) Subjektiver Tatbestand 165
aa) Art. 30 ICC-Statut 165
bb) Sonderregelungen 167
(1) Strafbarkeitserweiterungen 167
(2) Strafbarkeitsverengungen 168
f) Zwischenergebnis 168
2. Aktuelle Beispielsfälle aus der Praxis unter Art. 8 Abs. 2 ICC-Statut 169
a) Geschützter Personen- und Objektkreis bei Kriegsverbrechen 169
b) Der Skandal von Abu Ghraib 170
aa) Internationaler Konflikt 172
(1) Art. 8 Abs. 2 lit. a.) ii.) ICC-Statut 172
(2) Art. 8 Abs. 2 lit. a.) iii.) ICC-Statut 174
(3) Art. 8 Abs. 2 lit. a.) vii.) ICC-Statut 175
(4) Art. 8 Abs. 2 lit. b.) xxi.) ICC-Statut 175
(5) Art. 8 Abs. 2 lit. b.) xxii.) ICC-Statut 176
bb) Nicht-internationaler Konflikt 177
(1) Art. 8 Abs. 2 lit. c.) i.) ICC-Statut 177
(2) Art. 8 Abs. 2 lit. c.) ii.) ICC-Statut 178
(3) Art. 8 Abs. 2 lit. e.) vi.) ICC-Statut 178
c) Tötung von Zivilisten 178
aa) Internationaler Konflikt 179
(1) Art. 8 Abs. 2 lit. a.) i.) ICC-Statut 179
(2) Art. 8 Abs. 2 lit. b.) i.) ICC-Statut 180
bb) Nicht-internationaler Konflikt 181
(1) Art. 8 Abs. 2 lit. c.) i.) ICC-Statut 182
(2) Art. 8 Abs. 2 lit. e.) i.) ICC-Statut 182
d) Vortäuschen eines zivilen Status 182
aa) Internationaler Konflikt: Art. 8 Abs. 2 lit. b.) xi.) ICC-Statut 183
bb) Nicht-internationaler Konflikt: Art. 8 Abs. 2 lit. e.) ix.) ICC-Statut 184
e) Zwischenergebnis 185
3. Jurisdiktion des ICC 185
a) Zuständigkeit 185
aa) „Ratione personae“ 185
bb) „Ratione materiae“ 186
cc) „Ratione temporis“ 186
dd) „Ratione loci“ 186
b) Komplementaritätsgrundsatz 187
aa) Mangelnder Wille oder Fähigkeit zu Strafverfolgung 188
bb) Besondere Schwere der Sache 190
c) Amnestien 192
aa) De-facto-Amnestie 193
bb) De-iure-Amnestie 193
IV. Ergebnis 195
B. Die Verantwortlichkeit der Unternehmen als juristische Person 196
C. Die Verantwortlichkeit der Geschäftsführung 196
I. Vorgesetztenstellung 199
1. Militärische Vorgesetzte 200
2. Zivile Vorgesetzte 202
a) Allgemein 202
b) Restriktive Auslegung 203
aa) Anforderungen an die Einrichtung bzw. das Unternehmen 203
bb) Tatsächliche Führungsgewalt und Kontrolle 204
c) Art. 28 lit. b.) ii.) ICC-Statut 205
II. Pflichtwidriges Unterlassen 206
1. Das Völkerrechtsverbrechen wurde noch nicht begangen 207
2. Das Völkerrechtsverbrechen wurde schon begangen 207
3. Erforderlichkeit und Angemessenheit 207
a) Konkrete Gegenmaßnahmen 207
aa) Die Pflicht zu „verhindern“ 207
bb) Die Pflicht zu „unterbinden“ 210
cc) Die Pflicht „vorzulegen“ 210
b) Allgemeine Kontrollpflicht 212
III. Kausalzusammenhang 213
IV. Subjektive Tatseite 214
1. Militärischer Vorgesetzter 215
a) „Had reason to know“ 215
b) „Should have known“ 216
2. Zivile Vorgesetzte 217
3. Nachweis 218
V. Ergebnis 219
Viertes Kapitel: Abschlussbewertung 220
A. Zusammenfassung der Ergebnisse 220
I. Der völkerrechtliche Status 220
II. Der „Sonderdeliktscharakter“ von Kriegsverbrechen 222
III. Verantwortlichkeit nach Art. 8 ICC-Statut 223
IV. Haftung der Geschäftsführung nach Art. 28 ICC-Statut 225
B. Bewertung 226
Literaturverzeichnis 230
Personen- und Sachwortverzeichnis 256