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Spindler, W. (2011). »Humanistisches Appeasement«?. Hans Barions Kritik an der Staats- und Soziallehre des Zweiten Vatikanischen Konzils. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53588-0
Spindler, Wolfgang. »Humanistisches Appeasement«?: Hans Barions Kritik an der Staats- und Soziallehre des Zweiten Vatikanischen Konzils. Duncker & Humblot, 2011. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53588-0
Spindler, W, (2011): »Humanistisches Appeasement«?: Hans Barions Kritik an der Staats- und Soziallehre des Zweiten Vatikanischen Konzils, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53588-0

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»Humanistisches Appeasement«?

Hans Barions Kritik an der Staats- und Soziallehre des Zweiten Vatikanischen Konzils

Spindler, Wolfgang

Sozialwissenschaftliche Schriften, Vol. 48

(2011)

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About The Author

Wolfgang Spindler, Dipl.-Jurist Univ., Dr. theol.; Abitur in Ellwangen/Jagst; 1988 bis 1992 Studium der Rechtswissenschaften in Würzburg; 1993 bis 2001 Studium der katholischen Theologie, der Philosophie und der Politikwissenschaft in Würzburg, München und Wien; 2002 Berufung in die Stiftung Professor Dr. A. F. Utz in Freiburg/Schweiz, seit 2005 ihr Präsident; seit 2003 im Vorstand des Instituts für Gesellschaftswissenschaften in Bonn, seit 2007 Stellvertretender Vorsitzender; seit 2008 Redakteur der sozialethischen Zweimonatsschrift »Die Neue Ordnung« (Bonn); seit 2013 Professor für Politische Philosophie und Sozialethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten; seit 2014 Stiftungsrat der Internationalen Stiftung Humanum in Lugano.

Abstract

"Im Kampf um Rom / siegt Rudolph Sohm." In diesem Epigramm fing Carl Schmitt (1888-1985) die Krise ein, die Kirche und Kirchenrecht im 20. Jahrhundert erfaßt hat. Hans Barion (1899-1973), einer der schillerndsten Theologen jener Zeit, Freund und Widerpart Schmitts, gewinnt aus Sohms Entgegensetzung von Pneuma und Tradition, Kirche und Recht den "korrekten", jede politische Theologie ausschließenden katholischen Kirchen(rechts)begriff. An ihm mißt er auch das Vaticanum II. Seine ätzende Kritik zielt auf die "wissenschaftliche Vernichtung der Konzilskirche" ab. Das Buch erschließt die ideengeschichtlichen Hintergründe und unterzieht Barions Thesen, insbesondere zur konziliaren Staats- und Soziallehre, einer umfassenden Prüfung, um sie für die Diskussion um die authentische Auslegung des Konzils fruchtbar zu machen. Größe und Grenze eines außergewöhnlichen Rechtsdenkers kommen zum Vorschein.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 14
Hinweise zur Zitation 16
Einleitung 17
A. Motivation, thematische Eingrenzung, Methodik 19
I. Barions Kritik als Beitrag zu einer differenzierten Betrachtung des Zweiten Vatikanischen Konzils 19
II. Staatslehre und „politische Theologie“ als Gegenstand der katholischen Soziallehre 24
III. Zum Verhältnis von katholischer Soziallehre und katholischem Kirchenrecht 28
IV. Weiterer Fortgang der Arbeit 34
B. Hans Barion und das Konzept des göttlichen Kirchenrechts 37
I. Biographische Skizze 37
II. Das rechtstheologische Konzept des göttlichen Kirchenrechts 42
1. Der sachliche Gegensatz zu Rudolph Sohm 42
2. Die Konsequenzen aus der Rezeption des Sohmschen Kirchenbegriffs 46
a) Recht vor Gewissen 47
b) Notwendigkeit der Rechtsform 48
c) Rechtscharakter des Kirchenrechts und der Dogmen 51
3. Das System des göttlichen Kirchenrechts 55
4. Kritische Würdigung 60
C. Barions Lehre über das Verhältnis von Kirche und Staat bis zum Vorabend des Zweiten Vatikanischen Konzils 74
I. „Monotheletischer Dyophysitismus“ – der rechtsgeschichtliche Zugang zur Theorie des Verhältnisses von Kirche und Staat 74
1. Autonomie des Staates? Die mittelalterliche Hierokratie auf dem Prüfstand 76
2. Streitfall Novit ille (Innozenz III.) – die Kontroverse mit Friedrich Kempf 78
II. Methodische und systematische Schlußfolgerungen aus der rechtsgeschichtlichen Problemklärung 82
III. Die Scheidung von Ius publicum ecclesiasticum externum und katholischer Staatslehre 87
1. „Glaubensstaat“? Die staatsrechtliche Tragweite des positiven kanonischen Rechts 88
2. Die zulässige konkordatäre Variierung des CIC-Programms 91
3. Die Klärung des Staat-Kirche-Verhältnisses in der Neuzeit und die gebliebene „Lücke“ 92
4. Die methodische und inhaltliche Trennung der katholischen Staatslehre vom Ius publicum ecclesiasticum externum als Reflex der Scheidung von Moral(theologie) und (kanonischem) Recht 97
5. Die methodische und inhaltliche Trennung der katholischen Staatslehre vom Ius publicum ecclesiasticum externum als Reflex der Scheidung von natur- und offenbarungsrechtlicher Betrachtung der kirchlichen Gemeinschaft 102
IV. Der Begriff der Potestas indirecta als Begründung der lehramtlichen Theorie des Staat-Kirche-Verhältnisses 107
V. Kritische Würdigung 116
1. Bilanz 116
2. Ideengeschichtliche Einordnung 131
D. Auf dem Weg zu einer „Topographie des konziliaren Utopia“ 138
I. Barions Erwartungen an das Zweite Vatikanische Konzil 138
1. Eindeutigkeit in der Frage nach dem geistlichen Charakter des Strafrechts und nach dem Brachium saeculare 141
2. Naturrechtliche Bestimmung des Verhältnisses von Kirche, Gesellschaft und Staat in der Moderne 142
3. Klärung des Verhältnisses der Kirche zur politischen Form 143
4. Entscheidung über den richtigen ökumenischen Weg 144
II. Das Genre der wissenschaftlichen Konzilsberichterstattung 145
III. „Was wird hier gespielt?“ Die Themen von Barions Konzilsberichterstattung 148
1. Aufwertung der Bischofskonferenzen 149
2. Explikation des offenbarungsrechtlichen Anspruchs auf freie Verkündigung 150
3. Ekklesiologische Akzentverschiebungen 151
a) Die Subsistit-in-Formel 151
b) Die psychologische Verhüllung der Scheidung von Klerus und Laien sowie Welt- und Klosterleuten 155
c) Die Verunklärung der hierarchischen Dichotomien durch die Rezeption des Begriffs des Bischofskollegiums 156
d) Die Anerkennung gleichberechtigter Teilkirchenzusammenschlüsse und die amphibologische Verwendung des Plural-Begriffs „Kirchen“ 168
4. Zusammenfassung: Barions Bewertung des konziliaren „Spielplans“ 170
IV. Kritische Würdigung 171
1. Gedämpfte und enttäuschte Erwartungen 171
2. Zur Wissenschaftlichkeit der Konzilsberichterstattung 174
3. Gewicht und Grenze der rechtlichen Konzilsbetrachtung 175
4. Der Übergang von der Konzilsberichterstattung zur Prophetie der Konzilsfolgen 181
E. „Schwindel über die richtige politische Ordnung“ – Barions Kritik an der Staatslehre des Zweiten Vatikanischen Konzils 186
I. Hermeneutische Vorüberlegungen 187
1. „Bruch“ mit der katholischen Soziallehre? 188
2. Zum Verständnis der „Zeichen der Zeit“ 204
3. Pastoralkonstitution – Die Frage des literarischen Genus und der Lehrverbindlichkeit 214
II. Politische Theologie als Theologie? Zu Barions Makrokritik 219
1. Ausgang und Abstand von Carl Schmitt 219
2. Exkurs: „Römischer Katholizismus und politische Form“ im Kontext der Politischen Theologie Schmitts 222
a) Souveränität als Zentralthema der Politischen Theologie 222
b) Die römisch-katholische Kirche als victoire de la raison 225
c) Das Kriterium des Politischen 231
3. Barions Begriff der politischen Theologie 236
4. Die konziliare Staats- und Verfassungslehre als politische (Nicht-)Theologie 241
III. Politische Theologie in Gaudium et spes? Zu Barions Mikrokritik 242
1. Soziologie des öffentlichen Lebens (GS 73) 242
2. Das „magische Dreieck“ der konziliaren Staatslehre (GS 74) 244
a) Pluralistischer Gemeinwohlbegriff? 244
aa) Gemeinwohl bei Thomas von Aquin 247
bb) Rationalistische Einflüsse in der katholischen Soziallehre 251
cc) „Soziale Belastung“ – Vermeidung des Traditionsbruchs 260
dd) Rationalistischer Rückfall in Gaudium et spes? 264
b) „Politische Gemeinschaft“ – ein Begriff zur Destruierung des „Leviathan“-Staates? 269
c) „Öffentliche Autorität“ – eine illiberale Entscheidung für die rousseauistische Volonté générale? 272
aa) Legitimität in GS 74,2 277
bb) Legitimität in GS 74,4 277
3. Die weltliche Verfassungslehre (GS 75) 281
a) Plädoyer für Liberalismus und Demokratie? 282
b) Widerspruch zur sonstigen konziliaren und postkonziliaren Lehrverkündigung? 288
4. Konziliarer Dezisionismus als Erkennungsmerkmal politischer Theologie? 294
a) „Katholischer“ Staatstraditionalismus in Gaudium et spes 295
b) „Kirche oder Partei?“ 299
IV. Ergebnis: Barions Mikro- und Makrokritik in kritischer Zusammenschau 311
F. „Schuß ins Zentrum“ – Barions Kritik an der Soziallehre des Zweiten Vatikanischen Konzils 318
I. Hermeneutische Vorüberlegungen 323
1. Die Heilige Schrift als alleiniger Maßstab? 323
2. Theologische versus politische Anthropologie? 326
3. Ergebnis 328
II. Die Kritik an der Mitbestimmungslehre 329
1. Vorgeschichte 329
2. Die korrekte Exegese von GS 68,1 331
a) Zum funktionalen Verständnis der Unitas directionis operis 332
b) Zum juridischen Verständnis der Participatio actuosa 332
c) Letzter Aufschluß aus der Lehrtradition der Päpste 340
aa) Mater et magistra Nr. 32 341
bb) Mater et magistra Nr. 92 341
cc) Mater et magistra Nrn. 106–109 344
dd) Quadragesimo anno Nr. 65 345
ee) Ansprache Pius’ XII. vom 3. Juni 1950 346
ff) Ansprache Pauls VI. vom 8. Juni 1964 347
gg) Fazit 349
3. Die sozialethische Integrationsidee und ihre Anwendung auf das Mitbestimmungsrecht 350
III. Die Kritik an der Eigentumslehre 355
1. Isolierung und Problematik des Superfluum-Begriffs 356
2. Die Frage nach dem Zusammenhang mit der universalen Bestimmung und dem Gemeingebrauch der irdischen Güter 359
3. Rechter Gütergebrauch nach dem Neuen Testament 359
4. Reintegration des Superfluum-Begriffs in die Argumentationskette von GS 69,1 362
a) Der Obersatz vom Usus communis 362
b) Wandelbare Eigentumsformen unter steter Beachtung der universalen Güterbestimmung 365
c) Das Menschenrecht auf hinreichenden Anteil an den Gütern 368
d) Die vorbildliche Lehre der Kirchenväter und der Kirchenlehrer: Armenfürsorge non tantum ex superfluis 369
5. Ergebnis 373
IV. Die Mitbestimmungs- und Eigentumslehre als „christliche Soziallehre mit Gospel truth“? 376
G. Schlußreflexion 379
Literaturverzeichnis 385
Personenverzeichnis 438
Sachverzeichnis 450