Menu Expand

Cite BOOK

Style

Heidrich, M. (2004). Rechtsphilosophische Grundlagen des Ressourcenschutzes. Zu den normativen Ebenen der ökologischen Frage. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-51516-5
Heidrich, Martin. Rechtsphilosophische Grundlagen des Ressourcenschutzes: Zu den normativen Ebenen der ökologischen Frage. Duncker & Humblot, 2004. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-51516-5
Heidrich, M, (2004): Rechtsphilosophische Grundlagen des Ressourcenschutzes: Zu den normativen Ebenen der ökologischen Frage, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-51516-5

Format

Rechtsphilosophische Grundlagen des Ressourcenschutzes

Zu den normativen Ebenen der ökologischen Frage

Heidrich, Martin

Schriften zum Umweltrecht, Vol. 137

(2004)

Additional Information

Book Details

Pricing

Abstract

Martin Heidrich widmet sich thematisch der Frage nach der Regelung bzw. Regelbarkeit der ökologischen Frage in rechtsphilosophischer Hinsicht. Methodologisch handelt es sich daher um eine Grundlagenbetrachtung, welche die Regelungsebenen des Ressourcenschutzes und die diesen normativen Ebenen zuzuordnenden Theorien sowohl formal als auch inhaltlich systematisiert. Dabei findet die Auseinandersetzung auf zwei normativen Ebenen statt, nämlich einerseits auf jener der Moral und andererseits auf jener des Rechts, nachdem zunächst gezeigt wird, daß trotz formaler Abstraktheit beider Begriffe hinsichtlich ihres materiellen Gehalts dennoch eine gewisse Permeabilität zu konstatieren ist.

Im Ergebnis gilt für die normative Ebene der Moral, daß das anthropozentrische Naturverständnis argumentativ zum einen unhintergehbar und zum anderen auch per se nicht notwendigerweise aufzugeben ist, da dieses – entgegen der mannigfaltigen Kritik – unter Berücksichtigung der innerhalb des anthropozentrischen Lagers entwickelten Korrektivansätze keine systematisch begründeten, destruktiv-exploitativen Tendenzen aufweist. Auf rechtlicher Ebene kann die Idee des freiheitlich verfaßten subjektiven Rechts ebenfalls gegen den Vorwurf eines etwaigen, sich für die ökologische Frage destruktiv auswirkenden Besitzindividualismus verteidigt werden. Zudem ist aus dem freiheitlichen Teilhaberecht Kantischer Prägung ein für die ökologische Frage brauch- und entwickelbarer Begriff der iustitia distributiva zu entnehmen.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 9
Inhaltsübersicht 11
Inhaltsverzeichnis 13
A. Einleitung 19
B. Zum Begriff der natürlichen Ressource 23
I. Zur Etymologie 23
II. Materieller Gehalt des Begriffes Ressource – Annahmen und Definitionen für den Fortgang der Untersuchung 25
C. Regelungsebenen des Ressourcenschutzes 27
I. Die Normenebene der Moral 27
II. Die Normenebene des Rechts 29
III. Die materielle Permeabilität des Begriffspaars trotz formaler Autonomie des Rechts 30
D. Die ökologische Frage als ethisches Eingangsproblem 33
I. Ökologische Ethik 33
II. Anthropozentrische Positionen 37
1. Geistige Grundlagen der Anthropozentrik 38
a) Abendländisch-christliches Naturverständnis 39
aa) Sonderstellung des Menschen und Herrschaftsauftrag Gottes 39
bb) Zur Frage des programmatischen Destruktivismus der christlichen Anthropozentrik 40
b) Das Verständnis des Menschen von sich und der Natur seit dem Zeitalter der Aufklärung 43
aa) Menschenwürde und Autonomie 43
bb) Die Sonderstellung des Menschen 45
cc) Rationale und empirische Naturerkenntnis 48
(1) Der Rationalismus (Descartes) 48
(2) Der Empirismus (Bacon) 49
2. Argumentationsmuster eines anthropozentrisch verstandenen Natur- und Ressourcenschutzes 52
a) Universalisierung und ökologischer Utilitarismus 52
aa) Utilitarismus – Instrumenteller Wert der Natur 53
bb) Universalisierung 54
cc) Zukunftsethik 54
(1) Universalistische Zukunftsethik (Jonas) 55
(a) Begründung 56
(b) Bewertung 59
(2) Utilitaristische Zukunftsethik (insbesondere Birnbacher) 62
(a) Begründung 62
(b) Bewertung und Anwendungsfragen 63
dd) Der umweltökonomische Ansatz 67
ee) Fazit 69
b) Der Ästhetizismus – eudaimonischer Wert der Natur 70
aa) Das soziologische Moment der Naturbeherrschung und das psychologische Moment der Naturseltenheit 70
(1) Soziologisches Moment der Naturbeherrschung 70
(2) Psychologisches Moment der Naturseltenheit 71
(3) Bedeutung beider Begriffe für die ethische Bezugnahme 72
bb) Das Argument der Naturschönheit 72
(1) Eudaimonischer Eigenwert der Natur 72
(2) Die Funktionalität des Naturschönen für die Moralität 74
(3) Folgerungen aus dem Begriff des Naturschönen 75
c) Subjektive Wertlehren 75
3. Résumée zum anthropozentrischen Natur- und Ressourcenschutz 77
III. Nicht-anthropozentrische Positionen 79
1. Heterogenität des nicht-anthropozentrischen Lagers und Abgrenzung zur Naturschutzdebatte 79
2. Der Vorwurf des Speziezismus – das Gleichheitspostulat 81
a) Die Grenzfall-Argumentation 83
aa) Aussage 83
bb) Fazit 84
b) Zwecktätigkeit der Natur 85
c) Der Mensch als Teil der Natur 86
d) Homo animal – Das intelligente Tier Mensch 87
aa) Die Aussage 87
bb) Bewertung 89
e) Der Evolutionismus – Die Natur als Vorstufe zum bzw. als Ahne des Menschen 91
aa) Aussage 91
bb) Einordnung 92
3. Mitleidsethik (Bentham u.a.) 92
a) Mitleid als im Grundsatz nicht-anthropozentrisches Humanphänomen 94
aa) Vorsoziales Gefühl des Mitleids (Rousseau) 94
bb) Mitleid als Motivation (Schopenhauer) 95
cc) Fazit 96
b) Zur Wahrnehmbarkeit des Naturleids 97
aa) Die (an-)klagende Natur und ihr Schmerzenslaut 97
bb) Leid und Klage der stillen Natur 98
c) Bewertung des pathozentrisch-pathognomischen Begründungsversuches 99
4. Objektive Werttheorie und absolute Ethik 101
a) Objektive Werttheorie 101
b) Absoluter Wert allen Lebens (Schweitzer) 103
5. Defaitismus 104
a) Fatalistischer Defaitismus 105
b) Nihilistisch-aktivistischer Defaitismus 106
IV. Ökologische Ethik – ein Fazit 106
E. Zur Regelungsebene des Rechts 112
I. Abgrenzung der Freiheitssphären 112
1. Keine originären Rechte der Natur 113
2. Der konstruktivistische Ansatz zur Begründung von Naturrechten 114
a) Inhalt 114
b) Bewertung 116
II. Grundsätzliche Parameter für die rechtliche Ausgestaltung des Ressourcenschutzes und zur Formulierung der Fragestellung 117
1. Inhaltliche Anforderungen aufgrund des Regelungsgegenstandes 117
a) Kompatibilität zum gängigen Rechtsbegriff 118
b) Vertikale und horizontale Dimensionierung des Regelungsgegenstandes 118
2. Ressourcenschutz als anthropologisch-menschenwürdebezogene Fragestellung 119
a) Das Postulat vom Menschenrecht auf Natur 119
b) Fazit 120
3. Ressourcenschutz als Frage einer zu lösenden Verteilungsproblematik 121
4. Ressourcenschutz als Frage der Teilhabegerechtigkeit und der rechtsphilosophischen Fundierung der Besitzordnung 124
a) Zur Gerechtigkeit und gerechten Lösung von Güterkonkurrenzen im allgemeinen 124
b) Zum Begriff der Gerechtigkeit im speziellen: Die Formen der Gerechtigkeit 126
III. Die Ökologische Besitzordnung im Lichte der vorherrschenden Konzeptionen zur Verteilungsgerechtigkeit 127
1. Allgemeines 127
2. Die geschichtlichen Ursprünge des Begriffes der Teilhabegerechtigkeit (Aristoteles, Thomas von Aquin) 128
3. Gemeinschaftsbezogene und fürsorglich orientierte ökologische (Um-)Verteilungsgerechtigkeit 131
a) Einführung – Geschichtliche Wurzeln des Kommunitarismus und Kollektivismus (Rousseau, Hegel, Marx) 131
b) Aktuelle gemeinschaftsbezogene Positionen 136
aa) Der kommunitaristische Gerechtigkeitsansatz 136
(1) Sphären der Gerechtigkeit – situationsbezogene bzw. gleiche Verteilung der Naturgüter (Walzer) 137
(2) Genetischer und normativer Kommunitarismus 140
bb) Das Modell des sozialen Wohlfahrts- und Umverteilungsstaates als Grundlage für eine ökologische Gerechtigkeit 143
(1) Iustitia distributiva als Korrektiv für den utilitaristischen Ansatz 143
(2) Verteilung durch unsichtbare Hand (Smith) oder nach Verdienst (von Hayek) 145
4. Konsensuell orientierte ökologische iustitia distributiva 147
a) Zum grundsätzlichen Argumentationsmuster des Kontraktualismus 148
b) Gerechtigkeit nach Rawls 149
c) Übertragung des Vertragsgedankens auf den Untersuchungsgegenstand 151
d) Bewertung 153
aa) Zur allgemeinen Kritik an aktuellen kontraktualistischen Modellen 153
bb) Beurteilung des vertraglichen Modells im Rahmen des Untersuchungsgegenstandes 155
5. Subjektiv-freiheitsrechtlich orientierte Teilhabegerechtigkeit bezüglich der Naturgüter 157
a) Empirisch-weltaneignende selbstbezogene Subjektivität (Locke) 158
aa) Zur Grundaussage 158
bb) Anwendungsgrenzen im vorliegenden Bezug 160
b) Freiheitsrechtlich orientierte iustitia distributiva (Kant) 162
aa) Systematik der Kantischen Eigentumskonzeption 163
(1) Der Begriff des Sachenrechts nach Kant 163
(2) Erste Erwerbung und ursprüngliche Gemeinschaft des Bodens 164
(a) Rechtliches Postulat der praktischen Vernunft 164
(b) Endlichkeit der Erdfläche und ursprüngliche Erwerbung des Bodens 166
(3) Die Erwerbung im Rahmen einer bürgerlichen Verfassung 169
(a) Der rechtliche Akt der ersten Erwerbung im Rahmen der distributiven Willkür 169
(b) Peremptorischer und provisorischer Besitz sowie Kants Abgrenzung zu Locke 171
bb) Bewertung des Kantischen Ansatzes für den Untersuchungsgegenstand 174
(1) Hinreichende Dimensionalität des Gesamtbesitzbegriffes 174
(2) Zur Beschaffenheit des Teilhaberechtes nach Kant (Kompatibilität zum Rechtsbegriff) 176
(a) Besitzindividualismus 176
(b) Prozedualismus 178
(c) Sozialstaatsgedanke 179
(d) Stellungnahme und Synthese: Materieller Gehalt der wechselseitig-allgemeingültigen Einräumung 181
(3) Konkretisierung des Begriffes der freiheitlichen Teilhabegerechtigkeit auf die ökologische Frage 184
(a) Vernunftsursprünglicher Gesamtbesitz der Menschheit an ihrer Umwelt 184
(b) Der Einbezug zukünftiger Generationen 185
(c) Leistungsfähigkeit und inhaltliche Ausrichtung des vernunftsursprünglichen Teilhaberechtes an der natürlichen Umwelt 187
(aa) Normative Konkretisierung des freiheitlichen Teilhaberechts 187
(bb) Leistungsfähigkeit der freiheitlichen Teilhabegerechtigkeit 190
6. Fazit: Freiheitsnotwendige iustitia distributiva Kantischer Prägung zur Lösung der ökologischen Frage 191
F. Konklusion 194
Literaturverzeichnis 202
Sach- und Personenregister 224