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Schneider, N. (2004). Uberrima Fides. Treu und Glauben und vorvertragliche Aufklärungspflichten im englischen Recht. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-51233-1
Schneider, Nicole. Uberrima Fides: Treu und Glauben und vorvertragliche Aufklärungspflichten im englischen Recht. Duncker & Humblot, 2004. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-51233-1
Schneider, N, (2004): Uberrima Fides: Treu und Glauben und vorvertragliche Aufklärungspflichten im englischen Recht, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-51233-1

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Uberrima Fides

Treu und Glauben und vorvertragliche Aufklärungspflichten im englischen Recht

Schneider, Nicole

Schriften zur Europäischen Rechts- und Verfassungsgeschichte, Vol. 46

(2004)

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Abstract

In der europäischen Rechtswissenschaft wird in dem Grundsatz von Treu und Glauben die den verschiedenen Rechtsordnungen gemeinsame Ableitungsbasis für vorvertragliche Aufklärungspflichten erkannt. Nur das englische Recht scheint insoweit eine ablehnende Haltung einzunehmen. Nicole Schneider zeigt die Entwicklung und den gegenwärtigen Stand der vorvertraglichen Aufklärungspflichten im englischen Recht auf und untersucht hierbei, inwieweit Wertungen von Treu und Glauben auch im englischen Recht als Ableitungsbasis für vorvertragliche Aufklärungspflichten dienen.

Im Zentrum steht das Konzept der uberrima fides ("im höchsten Maße Treu und Glauben entsprechend"), das der Begründung besonderer Aufklärungspflichten im Versicherungsrecht dient. Die Autorin untersucht die historische Entwicklung und dogmatische Begründung dieses Konzepts vor dem Hintergrund des allgemeinen Vertragsrechts. Dabei zeigt sie, daß uberrima fides nichts anderes bedeutet als die bona fides, auf der bis weit in das 19. Jahrhundert hinein die Anerkennung vorvertraglicher Aufklärungspflichten beruht hatte: die Gebote von Treu und Glauben (good faith) lösten in Fällen von ungleichem Informationszugang vorvertragliche Aufklärungspflichten aus und tarierten so den Grundsatz von caveat emptor aus.

Table of Contents

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Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
A. Einleitung 13
I. Treu und Glauben und vorvertragliche Aufklärungspflichten im europäischen Privatrecht 13
1. Treu und Glauben als Ableitungsbasis für vorvertragliche Aufklärungspflichten 13
2. Treu und Glauben und vorvertragliche Aufklärungspflichten im common law 16
3. Treu und Glauben – ein unüberwindbarer Gegensatz zwischen kontinentalem Recht und common law? 22
4. Uberrima Fides – Funktionsäquivalent für Treu und Glauben 23
5. Rechtsvergleichende Untersuchungen 25
II. Vorvertragliche Aufklärungspflichten im englischen Recht 26
1. Misrepresentation 27
2. Verträge uberrimae fidei 29
3. Fiduciary relationships 31
III. Weiterer Gang der Untersuchung 32
B. Die Entwicklung des Prinzips der uberrima fides im Versicherungsvertragsrecht 33
I. Die Integration des Seeversicherungsrechts als Teil der lex mercatoria ins englische Recht 33
1. Die lex mercatoria und ihr Grundprinzip der bona fides 34
2. Lord Mansfields Verdienst bei der Schaffung eines modernen Seeversicherungsrechts 38
3. Internationalität des Seeversicherungsrechts und intellektuelle Verbindungen zum Kontinent 41
II. Die Entwicklung der Aufklärungspflichten im Versicherungsvertragsrecht des 18. Jahrhunderts 44
1. Die Rechtslage in England vor Carter v Boehm 44
2. Carter v Boehm 46
3. Vorvertragliche Aufklärungspflichten im internationalen Versicherungsrecht seit dem 18. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung in Deutschland 53
4. Die Entwicklung im englischen Recht 57
a) Verschuldensunabhängige Anzeigepflicht 58
b) Fraudulent concealment 60
5. Aufklärungspflichten in der versicherungsrechtlichen Literatur 63
a) Park 63
b) Marshall 66
6. Zwischenergebnis 68
III. Das Prinzip der uberrima fides 69
1. Ausweitung der Aufklärungspflicht im 19. Jahrhundert 69
a) Lindenau v Desborough 69
b) Bates v Hewitt 71
c) Endgültiger Durchbruch der weiten Offenbarungspflicht 75
d) Uberrima Fides 77
2. Uberrima fides im Versicherungsrecht heute 78
a) Umfang der Pflicht für den Versicherungsnehmer: die Grundregel 80
b) Test of Materiality 81
c) Subjektiver Tatbestand 83
d) Umstände, die nicht offenbart werden müssen 83
e) Einzelheiten zu den Umständen, die offenbart werden müssen 86
f) Anwendungsbeispiele 87
g) Dauer der Offenbarungspflicht 89
h) Gegenseitigkeit des Prinzips 89
i) Rechtsfolgen 92
j) Kritik an der geltenden Regel von uberrima fides 93
k) Reform 96
l) Statements of Insurance Practice 1977 and 1986 96
IV. Vorvertragliche Aufklärungspflichten im deutschen Versicherungsrecht 97
1. Anzeigepflicht des Versicherungsnehmers gemäß §§ 16 ff. VVG 97
2. Rechtsfolgen der Anzeigepflichtverletzung 100
V. Innerer Geltungsgrund der vorvertraglichen Anzeigepflicht 101
1. Technische Grundlagen des Versicherungsgeschäfts 101
2. Traditionelle Begründung der Anzeigepflicht 102
a) Aleatorischer Charakter des Versicherungsvertrags 102
b) Geschichtliche Bedeutung von Treu und Glauben für den Versicherungsvertrag 104
3. Treu und Glauben im geltenden deutschen Versicherungsrecht 105
VI. Zwischenergebnis 109
C. Entwicklung der vorvertraglichen Aufklärungspflichten im allgemeinen Vertragsrecht 111
I. Der Grundsatz von caveat emptor 111
1. Die Entwicklung des Grundsatzes von caveat emptor 112
2. Die Begrenzung von caveat emptor durch die Herausbildung von implied terms 115
II. Begrenzung von caveat emptor durch fraud 119
1. Der Fraud-Begriff in Equity und common law 119
2. Fraud in Form der Verletzung vorvertraglicher Aufklärungspflichten 122
a) Mellish v Motteux 123
b) Baglehole v Walters 124
c) Horsfall v Thomas 125
d) Hill v Gray 126
e) Smith v Hughes 128
3. Konstellationen, die keine Aufklärung erfordern 130
a) Erkennbare Mängel (patent defects) 131
b) Allgemeine Marktverhältnisse und wechselnde Marktlagen 131
c) Werterhöhende Eigenschaften 133
4. Vorvertragliche Aufklärungspflichten und fraud in der Wissenschaft 136
a) Powell, Colebrooke und Comyn 137
b) Chitty 138
c) Story, Commentaries on Equity Jurisprudence 141
d) Addison, A Treatise on the Law of Contracts 143
e) Leake, The Elements of the Law of Contracts 145
5. Zwischenergebnis 146
III. Von fraud zu uberrima fides 148
1. Die divergierende Entwicklung von fraud in Equity und common law 148
2. Entstehung der Ausnahmegruppe der Verträge uberrimae fidei 154
a) Zur Bedeutung von Anson und Pollock 154
b) Pollocks Konzeption der vorvertraglichen Aufklärungspflichten 158
c) Ansons Konzeption der vorvertraglichen Aufklärungspflichten 163
d) Zwischenergebnis 166
3. Rezeption von Ansons und Pollocks Theorie der Verträge uberrimae fidei 167
a) Davies v London and Provincial Marine Insurance Company 167
b) Leake 169
c) Chitty 171
d) Monographien 172
e) Spencer Bower 175
D. Entwicklung der vorvertraglichen Aufklärungspflichten bei weiteren Vertragstypen 177
I. Sale of Land 177
1. Defects of Title 177
2. Defects of Quality 179
a) Vorvertragliche Aufklärungspflichten bei Sugden 180
b) Aufklärungspflichten in der Rechtsprechung 181
c) Aufklärungspflichten über Sachmängel in der Literatur seit Pollock und Anson 184
d) Aufklärungspflichten über Sachmängel beim Grundstückskauf heute 186
3. Short time lease 187
4. Zwischenergebnis 188
II. Kauf von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft 189
1. Entwicklung der Aufklärungspflichten durch die Rechtsprechung 190
a) Pulsford v Richards 191
b) Jennings v Broughton 193
c) New Brunswick and Canada Railway and Land Company v Muggeridge 194
d) Central Railway Co of Venezuela v Kisch 196
e) Vorvertragliche Aufklärungspflichten als Gebot von Treu und Glauben 197
2. Von Treu und Glauben zu uberrima fides 199
3. Die heutige gesetzliche Regelung 202
III. Suretyship und Guarantee 204
1. Entwicklung der Aufklärungspflichten durch die Rechtsprechung 205
a) Hamilton v Watson 205
b) Railton v Mathews 206
c) North British Insurance Company v Lloyd 208
d) Whythes v Labouchere 209
e) Lee v Jones 210
f) Fraud durch die Verletzung von Aufklärungspflichten 213
2. Aufklärungspflichten nach der Verengung des fraud-Begriffs 213
a) Literatur 214
b) London General Omnibus Co Ltd v Holloway 214
3. Suretyship – ein Vertrag uberrimae fidei? 216
4. Einzelheiten der Offenbarungspflicht 220
5. Fazit 222
E. Uberrima Fides – Anknüpfungspunkt für wiederzuentdeckende europäische Gemeinsamkeiten 224
I. Uberrima fides heute 224
II. Verlust des übergeordneten Prinzips 229
III. Das Verhältnis von uberrima fides zu bona fides 233
IV. Vorvertragliche Aufklärungspflichten auf der Grundlage von Treu und Glauben – common core des europäischen Privatrechts? 233
Literaturverzeichnis 238
Personen- und Sachwortverzeichnis 249