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Knaup, M. (2011). Die Begrenzung globaler Unternehmensleitung durch § 9 Absatz 2 Satz 2 StGB. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53635-1
Knaup, Martin. Die Begrenzung globaler Unternehmensleitung durch § 9 Absatz 2 Satz 2 StGB. Duncker & Humblot, 2011. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53635-1
Knaup, M, (2011): Die Begrenzung globaler Unternehmensleitung durch § 9 Absatz 2 Satz 2 StGB, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53635-1

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Die Begrenzung globaler Unternehmensleitung durch § 9 Absatz 2 Satz 2 StGB

Knaup, Martin

Beiträge zum Internationalen und Europäischen Strafrecht / Studies in International and European Criminal Law and Procedure, Vol. 11

(2011)

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About The Author

Dr. Martin Knaup hat an der Bucerius Law School in Hamburg sowie an der University of Sydney Law School Jura studiert. Nach dem Erreichen des Bachelor of Laws (LL.B.) und der Ersten Juristischen Staatsprüfung promovierte er zum internationalen Wirtschaftsstrafrecht und ist seit Februar 2010 Rechtsreferendar am Hanseatischen Oberlandesgericht. Seine Ausbildungsstationen absolvierte er u. a. bei der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in New York City sowie bei führenden Anwaltssozietäten in Hamburg und München.

Abstract

Martin Knaup widmet sich der Frage, inwieweit das Strafrecht im Bereich der Distanzteilnahme seiner Aufgabe, nicht das Recht vom Unrecht, sondern das strafbare Unrecht vom nicht strafbaren Unrecht abzugrenzen, gerecht wird. Die Internationalisierung des Wirtschaftsverkehrs wird als Anlass genommen, sich eingehend mit den spezifischen Strukturen des § 9 Abs. 2 S. 2 StGB sowie den Auswirkungen der Vorschrift auf die Praxis der globalen Unternehmensleitung auseinanderzusetzen. Auf der Basis dieser Analyse werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die aus der Vorschrift resultierende Ausdehnung der deutschen Strafgewalt sinnvoll begrenzt werden kann. Dabei kommt der Verfasser unter Abwägung der betroffenen Interessen zu dem Ergebnis, dass die Anwendbarkeit des deutschen Strafrechts auf die inländische Teilnahme an einer ausländischen Haupttat durch die Strafbarkeit der Haupttat im Ausland bedingt sein sollte.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsübersicht 9
Inhaltsverzeichnis 11
Abkürzungsverzeichnis 16
Einleitung 19
I. Die Distanzteilnahme als unternehmerisches Risiko 19
II. Ziel und Gang der Darstellung 20
Erster Teil: Grundlagen des deutschen Strafanwendungsrechts 22
A. Der Begriff „Internationales Strafrecht“ 22
B. Völkerrechtliche Grundlagen nationaler Strafgewalt 24
C. Funktionen der §§ 3 ff. StGB 26
D. Legitimierende Anknüpfungsprinzipien 28
I. Territorialitätsprinzip 30
1. Völkerrechtliche Grundlagen 30
2. Deutsche Rechtslage 31
II. Flaggenprinzip 32
1. Völkerrechtliche Grundlagen 32
2. Deutsche Rechtslage 33
III. Aktives Personalitätsprinzip 33
1. Völkerrechtliche Grundlagen 33
2. Deutsche Rechtslage und das Erfordernis der Tatortstrafbarkeit 36
IV. Schutzprinzip 39
1. Völkerrechtliche Grundlagen 40
a) Staatsschutzprinzip 40
b) Individualschutzprinzip 41
2. Deutsche Rechtslage 42
V. Weltrechtsprinzip 43
1. Völkerrechtliche Grundlagen 43
2. Deutsche Rechtslage 44
VI. Prinzip der stellvertretenden Strafrechtspflege 45
1. Völkerrechtliche Grundlagen 45
2. Deutsche Rechtslage 46
VII. Kompetenzverteilungsprinzip 46
VIII. Anknüpfungsprinzipien im Überblick 47
Zweiter Teil: Regelungsgehalt des § 9 Abs. 2 S. 2 StGB 48
A. Tatbestand des § 9 Abs. 2 S. 2 StGB 48
B. Historischer Hintergrund der Regelung 48
I. Entwicklung des deutschen Strafanwendungsrechts 48
1. Geltung des Territorialitätsprinzips (1871–1940) 49
2. Geltung des aktiven Personalitätsprinzips (1940–1974) 49
3. Rückkehr zum Territorialitätsprinzip durch das 2. StrRG 51
II. Regelung des Teilnahmeortes in § 9 Abs. 2 StGB 52
C. Systematische Bedeutung der Vorschrift 53
I. Das Zusammenspiel zwischen § 3 und § 9 StGB 53
1. Konkretisierung des Territorialitätsprinzips durch § 9 Abs. 1 StGB 53
2. Anknüpfungspunkte für den Ort der Tat 54
a) Erfolgstheorie 54
b) Handlungstheorie 55
c) Ubiquitätstheorie 55
3. Ausdehnung des Einheitsprinzips auf die Teilnahme durch § 9 Abs. 2 S. 1 StGB 57
II. § 9 Abs. 2 S. 2 StGB als Sonderregelung der Distanzteilnahme 58
D. § 9 Abs. 2 S. 2 StGB im Spannungsfeld der Teilnahmedogmatik 61
I. Verhältnis der Regelung zum akzessorietätsorientierten Verständnis der Teilnahme 61
1. Der Grundsatz der (limitierten) Akzessorietät 61
2. Durchbrechung der (limitierten) Akzessorietät 62
3. Geltungsfiktion 63
4. Delikt sui generis 64
5. Rein strafanwendungsrechtliche Betrachtung der Vorschrift 64
6. Stellungnahme 65
II. Problematische Konsequenzen 67
III. Legitimationsansätze 69
1. Rechtspolitische Gesichtspunkte 69
2. Vermeidung von Abgrenzungsschwierigkeiten 70
a) Abgrenzung von Täterschaft und Teilnahme im dualistischen Beteiligungssystem 71
b) Abgrenzungsschwierigkeiten 73
c) Stellungnahme 75
3. Gleichbehandlungsgedanke 75
a) Kongruenz der inländischen Handlung 75
b) Stellungnahme 76
4. Schließung von Strafbarkeitslücken 78
a) Beitrag im internationalen Kampf gegen das Verbrechertum 78
b) Stellungnahme 79
5. Generalprävention 80
a) Funktionen der Generalprävention 80
b) Anlass für verfassungsrechtliche Bedenken? 82
c) Gefahr durch Vertrauensverlust 83
d) Stellungnahme 84
6. Solidarität der Staaten 86
7. Zwischenergebnis 87
Dritter Teil: Einfluss des § 9 Abs. 2 S. 2 StGB auf die Praxis globaler Unternehmensleitung 89
A. Rechtliche Perspektive 89
I. Fälle, in denen im Ausland keine Vorschriften nach deutschem Vorbild existieren 90
1. Konzerninterne Weisungen 90
2. Export von Wirtschaftsgütern 91
3. Beteiligung an internationaler Stammzellforschung 92
a) Rechtliche Grundlagen 93
aa) Embryonenschutzgesetz 93
bb) Stammzellgesetz 94
b) Strafbarkeitsrisiken internationaler Forschungskooperationen 96
aa) Embryonenschutzgesetz 97
bb) Stammzellgesetz 99
(1) Diskussion um die bereichsweise Rücknahme des § 9 Abs. 2 S. 2StGB im Rahmen des StZG 100
(2) Erforderlichkeit der bereichsweisen Rücknahme 102
(a) Meinungsspektrum zum territorialen Schutzbereich des § 13 StZG 103
(b) Stellungnahme 105
c) Konsequenzen der Strafbarkeitsrisiken 106
II. Fälle divergierender Strafbarkeitsvoraussetzungen 107
1. Untreue 107
2. Betrug 109
3. Arbeitsschutzbestimmungen und Sicherheitsstandards 110
III. Zwischenergebnis aus rechtlicher Perspektive 110
B. Wirtschaftliche Perspektive 111
C. Konsequenzen 112
Vierter Teil: Einschränkungsmöglichkeiten 115
A. Reformbedürfnis des § 9 Abs. 2 S. 2 StGB 115
I. Ansätze für eine Restriktion des § 9 Abs. 2 S. 2 StGB 115
1. Prozessuale Lösung über das Opportunitätsprinzip 116
a) Die korrigierende Wirkung des § 153c Abs. 1 S. 1 Nr. 1 StPO 116
b) Stellungnahme 117
2. „Rudiment der limitierten Akzessorietät“ 119
3. Limitierung des Schutzbereichs 120
a) Der Schutzbereich eines Straftatbestandes als Vorfrage der Anwendung des § 9 Abs. 2 S. 2 StGB 120
aa) Differenzierung nach Rechtsgütern 121
(1) Inländische Rechtsgüter 122
(2) Ausländische Rechtsgüter 123
bb) Konsequenz 126
b) Stellungnahme 126
4. Bereichsweise Ausnahme von § 9 Abs. 2 S. 2 StGB 128
5. Maßgeblichkeit ausländischer Rechtssätze 128
a) Akzeptanz ausländischer außerstrafrechtlicher Vorfeldnormen 129
aa) Verhältnis zwischen strafrechtlichen und außerstrafrechtlichen Normen 129
bb) Exkurs: Auswirkungen auf die Fallgruppe divergierender Arbeitsschutz- und Sicherheitsvorschriften 131
b) Berücksichtigung des Tatortrechts bei der Bestimmung des Rechtsguts 133
c) Die Maßgeblichkeit ausländischer Rechtssätze und der Satz „nullum crimen, nulla poena sine lege“ 135
aa) Der Grundgedanke des Satzes „nullum crimen, nulla poena sine lege“ 135
bb) Verwendung akzessorischer Merkmale im Strafrecht 135
cc) Verweisung auf ausländische Rechtssätze 136
d) Stellungnahme zur Maßgeblichkeit ausländischer Rechtssätze 137
6. Rechtsgedanke des § 3 Abs. 2 RStGB 1940 140
a) Der geschichtliche Ausgangspunkt 140
b) Übertragung des Rechtsgedankens 141
c) Kritik 142
d) Stellungnahme 144
7. Transfer der Versuchsstrukturen (§ 23 Abs. 2 StGB analog) 145
a) Grundlagen des Versuchs 146
aa) Begriff und Struktur des Versuchs 146
bb) Strafwürdigkeit des Versuchs 147
(1) Objektiver Ansatz 147
(2) Subjektiver Ansatz 147
(3) Vermittelnder Ansatz 147
b) Parallelen zwischen den Versuchsstrukturen und § 9 Abs. 2 S. 2 StGB 148
c) Analoge Anwendung des § 23 Abs. 2 StGB 149
d) Kritik 149
e) Stellungnahme 150
8. Berücksichtigung der Straflosigkeit der ausländischen Haupttat im Rahmen der Auslegung des deutschen Strafgesetzes 153
a) Vorüberlegung 153
b) Umsetzung 155
c) Stellungnahme 156
9. Anwendung der Irrtumslehre 157
a) Grundlagen des Verbotsirrtums nach § 17 StGB 157
b) Anwendungsbereich 158
c) Stellungnahme 159
10. Selbstverpflichtung der Unternehmen 159
11. Angleichung der Strafrechtsordnungen 161
a) Hintergrund der Harmonisierungstendenzen 161
b) Stellungnahme 163
12. Zwischenergebnis 164
II. Konsequenzen im Hinblick auf das Reformbedürfnis des § 9 Abs. 2 S. 2 StGB 165
B. Reformvorschlag 165
I. Das Erfordernis einer lex loci als objektive Bedingung der Strafrechtsanwendung 166
II. Die Bestrafung der Distanzteilnahme de lege ferenda 169
Zusammenfassendes Ergebnis der Untersuchung 172
Anhang 175
Literaturverzeichnis 176
Sachverzeichnis 189