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Heusel, M. (2011). Die Rechtsfolgen einer Verletzung der Beteiligungstransparenzpflichten gem. §§ 21 ff. WpHG. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53626-9
Heusel, Matthias. Die Rechtsfolgen einer Verletzung der Beteiligungstransparenzpflichten gem. §§ 21 ff. WpHG. Duncker & Humblot, 2011. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53626-9
Heusel, M, (2011): Die Rechtsfolgen einer Verletzung der Beteiligungstransparenzpflichten gem. §§ 21 ff. WpHG, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53626-9

Format

Die Rechtsfolgen einer Verletzung der Beteiligungstransparenzpflichten gem. §§ 21 ff. WpHG

Heusel, Matthias

Untersuchungen über das Spar-, Giro- und Kreditwesen. Abteilung B: Rechtswissenschaft, Vol. 189

(2011)

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About The Author

Matthias Heusel wurde 1982 in Reutlingen geboren. Das Studium der Rechtswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen schloss er 2008 mit dem Ersten Juristischen Staatsexamen ab. Anschließend war er zunächst am Lehrstuhl von Prof. Dr. Möschel und, nach dessen Emeritierung, am Lehrstuhl von Prof. Dr. Mathias Habersack als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Seit Oktober 2010 ist er Rechtsreferendar am Landgericht Tübingen.

Abstract

Matthias Heusel untersucht in umfassender und zusammenhängender Form die Rechtsfolgen einer Verletzung der kapitalmarktrechtlichen Beteiligungstransparenzpflichten gem. §§ 21 ff. WpHG. Während die Aufmerksamkeit, die diese Vorschriften durch die Fälle Schaeffler / Continental und Porsche / VW erfahren haben, nahezu ausschließlich der Tatbestandsebene gilt, bleiben die gravierenden Sanktionen, die eine Verletzung dieser Pflichten nach sich ziehen kann, weitgehend unbeachtet. Um diese Lücke zu schließen, spürt der Autor nicht nur die verschiedenen Einzelsanktionen auf und würdigt sie, sondern arbeitet zudem gemeinsame Strukturen heraus. Darauf aufbauend zeichnet er ein stimmiges, an der effektiven Durchsetzung von Beteiligungstransparenz ausgerichtetes Bild des Sanktionensystems für Verstöße gegen die Stimmrechtsmitteilungspflichten. Der praktischen Bedeutung entsprechend beschränkt sich die Arbeit auf die zivilrechtlichen Sanktionen, namentlich Rechtsverlust gem. § 28 WpHG und Schadensersatzhaftung. Der Autor zeigt die ungeheure Schlagkraft des Rechtsverlusts auf, die ihn zu einer restriktiven Handhabung von Voraussetzungen und Folgen dieser Sanktion bewegt. Ferner wird die im Schrifttum bislang allenfalls beiläufig erwähnte, im WpHG nicht speziell geregelte und deshalb über das allgemeine Deliktsrecht zu kanalisierende Schadensersatzhaftung für Verletzung der §§ 21 ff. WpHG erstmals erschöpfend untersucht.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Geleitwort 5
Vorwort 7
Inhaltsübersicht 9
Inhaltsverzeichnis 11
Abkürzungsverzeichnis 17
§ 1 Einleitung 21
A. Anlass der Untersuchung 21
B. Gegenstand der Untersuchung 24
I. Das Rechtsfolgenregime im Überblick 24
II. Begrenzung des Untersuchungsgegenstandes 26
C. Zielsetzung und Gang der Darstellung 28
§ 2 Die kapitalmarktrechtliche Beteiligungstransparenz 29
A. Stellung im kapitalmarktrechtlichen Informationssystem 29
B. Die Stimmrechtsmitteilungs- und Veröffentlichungspflichten 31
I. Zweistufigkeit des Meldeverfahrens 31
II. Stimmrechtsmitteilungspflichten des Meldepflichtigen 32
1. Veränderung des Stimmrechtsanteils, § 21 WpHG 32
a) Berechnung der Meldeschwellen 33
b) Zurechnung von Stimmrechten, § 22 WpHG 34
c) Mitteilungspflichtige Vorgänge 39
d) Form und Frist der Mitteilung 40
2. Halten von Finanzinstrumenten, § 25 WpHG 40
3. Halten sonstiger Finanzinstrumente, § 25a WpHG 42
4. Mittelherkunfts- und Strategiebericht, § 27a WpHG 44
5. Nachweis der mitgeteilten Beteiligung, § 27 WpHG 46
III. Veröffentlichungspflichten des Emittenten 46
1. Veröffentlichung der Stimmrechtsmitteilung, § 26 WpHG 46
2. Veröffentlichung der Gesamtzahl der Stimmrechte, § 26a WpHG 47
C. Die Umgehung von Meldepflichten als Rechtsproblem 48
§ 3 Grundlagen des Sanktionensystems 51
A. Sinn und Zweck der Beteiligungstransparenz 51
I. Wille des Gesetzgebers 51
II. Funktionen- und Anlegerschutz als Leitziele 53
1. Funktionenschutz 54
2. Anlegerschutz 55
B. Sanktionen als Instrumente zur Durchsetzung von Beteiligungstransparenz 59
I. Ausgangspunkt 59
II. Gemeinschaftsrechtliche Vorgaben 60
1. Art. 15 der Transparenzrichtlinie I 61
2. Art. 28 der Transparenzrichtlinie II 62
III. Transparenzsicherung durch privatrechtliche Sanktionen 64
1. Zweigleisigkeit der Pflichtdurchsetzung 65
2. Prävention und Verhaltenssteuerung 66
a) Rechtsverlust und weitere kapitalmarktspezifische Sanktionen 67
b) Informationshaftung im Kapitalmarktrecht 67
3. Seitenblick ins Kartellrecht 70
4. Folgerungen 72
IV. § 27a WpHG – eine lex imperfecta? 73
1. Reichweite des gesetzgeberischen Sanktionenverzichts 73
2. Verbot des Insiderhandels und der Marktmanipulation 75
3. Würdigung 77
V. Zwischenergebnis 78
C. Dogmatische Grundstrukturen 79
I. Rechtsnatur der Meldepflichten 79
1. Stellung zwischen Privatrecht und Öffentlichem Recht 79
2. Rechtspflichten oder Obliegenheiten? 82
a) Abstrakte Einordnung 82
b) Erfüllungs- und Schadensersatzanspruch der Gesellschaft 83
c) Auswirkungen auf mögliche Ansprüche von Anlegern 87
3. Zwischenergebnis 89
II. Kategorien der Meldepflichtverletzung 90
1. Nichterfüllung und Schlechterfüllung 90
2. Gleichbehandlung auf Sanktionsebene 90
III. Verschuldenserfordernis 92
1. Kapitalmarktinformationshaftung 92
2. Rechtsverlust 93
IV. Zwischenergebnis 96
§ 4 Der Rechtsverlust gem. § 28 WpHG 97
A. Historische Entwicklung 97
I. Von der Stimmrechtssperre zum umfassenden Rechtsverlust 97
II. Verlängerter Rechtsverlust nach dem Risikobegrenzungsgesetz 99
III. Diskussion um eine Stimmrechtssperre für Finanzinstrumente 101
B. Grundsatzkritik am Rechtsverlust 102
I. Vereinbarkeit mit höherrangigem Recht 103
1. Gemeinschaftsrecht 103
2. Verfassungsrecht 104
II. Rechtssystematische Auffälligkeiten 105
1. Tatbestandliche Unsicherheiten der Meldepflichten 105
2. Einbeziehung von Vermögensrechten 107
3. Vergleich mit Directors’ Dealings 108
III. Konsequenzen zu Lasten Dritter 109
1. Rechtsfolgenerstreckung bei Stimmrechtszurechnung 109
a) § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 WpHG – Halten für Rechnung des Meldepflichtigen 110
b) § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 WpHG – Tochterunternehmen 110
c) § 22 Abs. 2 WpHG – acting in concert 114
d) Einbeziehung weiterer Zurechnungsfälle? 115
2. Anfechtung von Hauptversammlungsbeschlüssen 116
IV. Schlussfolgerung 119
C. Tatbestandsvoraussetzungen 120
I. Nichterfüllung von Meldepflichten 120
1. Beschränkung auf § 21 Abs. 1, 1a WpHG 120
2. Reichweite der Gleichstellung von Nicht- und Schlechterfüllung 121
3. Einzelfälle 124
a) Formale Mängel 124
b) Berühren einer Meldeschwelle 124
c) Höhe des Stimmrechtsanteils 125
d) Datum der Schwellenberührung 127
e) Angabe zu Finanzinstrumenten 127
f) Stimmrechtszurechnung 128
4. Zwischenergebnis 129
II. Verschulden 130
1. Sorgfaltsmaßstab und Entlastungsmöglichkeiten 130
2. Tatsachenirrtum 131
a) Informationsorganisation als Compliance-Aufgabe 132
b) Informationseinholung und Informationsverschaffung 134
c) Wissenszurechnung 137
3. Rechtsirrtum 139
a) Rechtsvergewisserungspflicht 139
b) Vertrauen auf Rechtsauskünfte 141
aa) Rechtsauskünfte der BaFin 141
bb) Vertrauen auf Rechtsauskünfte von Rechtsanwälten 144
(1) Meinungsstand und Stellungnahme 144
(2) Auswahl, Einweisung und Überwachung 146
cc) Rechtsauskünfte sonstiger Dritter 149
c) Zwischenergebnis 150
4. Verschuldenszurechnung 151
a) Organmitglieder und Unternehmensmitarbeiter 151
b) Unternehmensexterne Dritte, insbesondere Rechtsanwälte 153
5. Alternative und vorsorgliche Stimmrechtsmitteilungen 155
6. Zwischenergebnis 156
III. Vorsatzbegriff des § 28 S. 2 WpHG 157
1. Meinungsstand 157
2. Stellungnahme 158
3. Zwischenergebnis 160
D. Rechtsfolge: Verlust der Rechte aus Aktien 160
I. Betroffene Rechte aus Aktien 160
1. Betroffene Anzahl an Aktien 160
2. Sanktionsfestigkeit der Mitgliedschaft 161
3. Mitverwaltungsrechte 162
a) Betreiben eines Squeeze-out-Verfahrens 162
b) Erhebung von Nichtigkeits- und Anfechtungsklage 163
4. Vermögensrechte 164
a) Bilanzgewinn und Abwicklungsüberschuss 164
b) Rechte bei Kapitalerhöhung 166
aa) Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln 166
bb) Kapitalerhöhung gegen Einlagen 167
c) Bezugsrechte auf Finanzierungsinstrumente i. S. d. § 221 AktG 170
d) Sonstige Vermögensrechte 172
e) Fazit 173
5. Zwischenergebnis 173
II. Zeitraum des Rechtsverlusts 173
1. Beendigung des Rechtsverlusts 174
a) Nachholung der Stimmrechtsmitteilung 174
b) Anteilsübertragung 176
c) Weitere Beendigungsmöglichkeiten 177
2. Rückwirkendes Wiederaufleben der Rechte nach § 28 S. 2 WpHG 177
3. Der verlängerte Rechtsverlust gem. § 28 S. 3 WpHG 179
E. Mittelbare Konsequenzen 182
I. Berechnung von Präsenzen und Mehrheiten in der Hauptversammlung 182
II. Bilanzielle Behandlung des Dividendenverlusts 183
III. Folgen unzulässiger Rechtsausübung 185
1. Anfechtbarkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen 185
2. Bestätigungsfähigkeit gem. § 244 AktG 187
3. Rückgewähr rechtswidrig ausgeschütteter Dividenden 190
§ 5 Schadensersatzhaftung 192
A. Grundlegung 193
I. Problemaufriss 193
II. Die Haftung bei Verletzung der §§ 21 ff. WpHG im Gesamtsystem der Kapitalmarktinformationshaftung 194
1. Das Spektrum der Primär- und Sekundärmarkthaftung 195
2. Abgrenzung zur Emittentenhaftung 197
3. Vergleichbare Haftungssituationen 199
4. Zwischenergebnis 200
III. Verhältnis von Kapitalmarkthaftung und Kapitalerhaltung 201
B. Rechtsgrundlagen der Anspruchsbegründung 202
I. §§ 37b, c WpHG analog 202
II. Bürgerlich-rechtliche Prospekthaftung 203
III. Kapitalmarktrechtliche Vertrauenshaftung 204
IV. Aktienrechtliche Treuepflicht 206
1. Verletzung von Meldepflichten 206
2. Anmaßung mitgliedschaftlicher Rechte 208
V. Deliktsrecht des BGB 209
1. Verletzung absoluter Rechte – § 823 Abs. 1 BGB 209
2. Verletzung eines Schutzgesetzes – § 823 Abs. 2 BGB 210
a) Anforderungen an die Schutzgesetzeigenschaft 211
b) Schutzgesetzeigenschaft der §§ 21 ff. WpHG 213
aa) Meinungsstand 213
bb) Stellungnahme 215
(1) Bestimmung des Schutzzwecks 215
(2) Tragbarkeit im haftungsrechtlichen Gesamtsystem 219
cc) § 27a WpHG im Besonderen 223
dd) Zwischenergebnis 224
c) Weitere potentielle Schutzgesetze 225
aa) Rechtsverlust – § 28 WpHG 225
bb) Verbot der Marktmanipulation – § 20a WpHG 226
cc) Unrichtige Darstellung – § 400 Abs. 1 Nr. 1 AktG 228
dd) Betrug und Kapitalanlagebetrug – §§ 263, 264a StGB 229
ee) Unlautere Handlungen – §§ 3, 5 UWG 230
d) Verschuldensmaßstab 230
e) Zwischenergebnis 232
3. Vorsätzliche sittenwidrige Schädigung – § 826 BGB 232
a) Sittenwidrigkeit 233
aa) Fehlerhafte Stimmrechtsmitteilungen 234
bb) Unterlassene Stimmrechtsmitteilungen 236
b) Vorsatz 238
c) Zwischenergebnis 240
4. Fazit 241
C. Anspruchsberechtigte und Anspruchsverpflichtete 242
I. Anspruchsberechtigte 242
II. Anspruchsverpflichtete 244
1. Der Meldepflichtige 244
2. Organmitglieder des meldepflichtigen Unternehmens 246
D. Schaden und Kausalität 246
I. Schaden 246
1. Interessenlage geschädigter Anleger 247
2. Inhalt des Schadensersatzanspruchs 248
a) Meinungsstand zur Ad-hoc-Publizitätshaftung 248
b) Stellungnahme in Bezug auf Meldeverstöße 250
c) Zwischenergebnis 255
3. Umfang des Schadensersatzanspruchs 255
a) Schadensermittlung und Schadensberechnung 255
b) Ersatz des entgangenen Gewinns 257
c) Insbesondere Kontrollprämie 258
II. Kausalität 259
1. Haftungsbegründende Kausalität 259
a) Praktische Beweisprobleme 259
b) Möglichkeiten für Beweiserleichterungen 260
aa) Anscheinsbeweis 261
bb) Anlagestimmung 261
cc) Fraud-on-the-Market-Theory 263
c) Interpendenzen zwischen Schaden und Kausalität 265
2. Haftungsausfüllende Kausalität 268
3. Zwischenergebnis 269
§ 6 Sonstige Rechtsfolgen 270
A. Erwerbs- und Veräußerungssperre gem. § 14 Abs. 1 Nr. 1 WpHG 270
I. Berühren von Meldeschwellen als Insiderinformation 271
II. Verwenden einer Insiderinformation 273
III. Informationsweitergabe an Dritte 276
B. Zinsanspruch analog § 38 WpÜG 277
§ 7 Schluss 279
A. Gesamtschau 279
B. Zusammenfassung der Ergebnisse 281
I. Grundlagen 281
II. Rechtsverlust 282
III. Schadensersatzhaftung 284
IV. Sonstige Sanktionen 285
Literaturverzeichnis 286
Sachwortverzeichnis 306