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Ramb, M. (2005). Strafbegründung in den Systemen der Hegelianer. Eine rechtsphilosophische Untersuchung zu den Straftheorien von Julius Abegg, Christian Reinhold Köstlin, Albert Friedrich Berner und Hugo Hälschner. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-51471-7
Ramb, Michael. Strafbegründung in den Systemen der Hegelianer: Eine rechtsphilosophische Untersuchung zu den Straftheorien von Julius Abegg, Christian Reinhold Köstlin, Albert Friedrich Berner und Hugo Hälschner. Duncker & Humblot, 2005. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-51471-7
Ramb, M (2005): Strafbegründung in den Systemen der Hegelianer: Eine rechtsphilosophische Untersuchung zu den Straftheorien von Julius Abegg, Christian Reinhold Köstlin, Albert Friedrich Berner und Hugo Hälschner, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-51471-7

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Strafbegründung in den Systemen der Hegelianer

Eine rechtsphilosophische Untersuchung zu den Straftheorien von Julius Abegg, Christian Reinhold Köstlin, Albert Friedrich Berner und Hugo Hälschner

Ramb, Michael

Strafrechtliche Abhandlungen. Neue Folge, Vol. 162

(2005)

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Abstract

Entgegen dem vielzitierten Verdikt vom endgültigen "Abschied von Kant und Hegel" erfreut sich die Rechtsphilosophie Hegels seit einiger Zeit in Teilen der deutschen Strafrechtswissenschaft wieder zunehmender Aufmerksamkeit. Diese Hegel-Renaissance ist bekanntlich nicht das erstmalige Unterfangen einer Rezeption von Hegels Rechtsphilosophie innerhalb der deutschen Strafrechtswissenschaft. Bereits die strafrechtlichen "Hegelianer" des 19. Jahrhunderts rücken Hegel in den Mittelpunkt der Diskussion. Während die Straftheorie Hegels zunehmend wissenschaftlich erschlossen wird, ist den strafrechtlichen Hegelianern bisher wenig Aufmerksamkeit gewidmet geworden.

Michael Ramb beabsichtigt, diese Lücke zu schließen. Mit der Frage nach dem Begriff und der rechtsphilosophischen Legitimation staatlicher Strafe widmet er sich der allgemeinen Grundlage der hegelianischen Strafrechtslehren. Er beschränkt sich auf die Straftheorien der Hauptvertreter des strafrechtlichen Hegelianismus: Abegg, Köstlin, Berner und Hälschner. Nach einer einleitenden Darstellung der Straftheorie Hegels erfolgt eine ausführliche Untersuchung der Straftheorien der genannten Hegelianer. Im Mittelpunkt steht dabei nicht eine bloße dogmenhistorische Rekonstruktion, sondern eine genuin rechtsphilosophische Untersuchung; deshalb werden die Straftheorien der Hegelianer mit Bezug auf ihre eigenen Prämissen einer immanenten Kritik unterzogen. Dabei zeigt sich, dass das Urteil über die rechtsphilosophischen und straftheoretischen Leitungen der Hegelianer ambivalent ausfällt. Erforderlich ist eine Unterscheidung zwischen den allgemeinen methodischen und begründungstheoretischen Defiziten ihrer Systeme einerseits und der vielfach überzeugenden, gerade auch speziell juristischen Vertiefung von Hegels Straftheorie andererseits.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Gegenstand der Untersuchung 11
Einleitung: Die Straftheorie Hegels 16
I. Begründungstheoretische Struktur 17
II. Das Verbrechen als Unrecht 21
1. Unbefangenes Unrecht 25
2. Betrug 26
3. Verbrechen 29
III. Die objektive Begründung der Strafe 31
1. Die Begründung des Zwangsrechts 31
2. Die Nichtigkeit des Verbrechens und seine Aufhebung 33
3. Die Verbrechensaufhebung als Wiedervergeltung 37
4. Die Strafe als institutionalisierter Zwang 40
IV. Die subjektive Begründung der Strafe 42
V. Die Berechtigung relativer Strafzwecke 49
1. Kapitel: Julius Abegg 52
I. Einleitung 52
II. Abeggs "historisch-philosophische Methode" 56
1. Strafrecht und Geschichte 56
2. Die Idee des Rechts 59
3. Die philosophische Rechtswissenschaft 61
4. Das Problem der realphilosophischen Unterbestimmtheit der Idee des Rechts 64
5. Historisch-philosophische Methode und Strafbegründung 65
III. Abeggs Straftheorie 67
1. Ablehnung "gewöhnlicher" Begründungsansätze 67
2. Die historisch-philosophische Begriffsentwicklung von Verbrechen und Strafe 70
a) Logische Struktur 71
b) Offene Fragen der logischen Struktur 73
c) Die historisch-philosophischen Entwicklungsepochen der Strafe 77
aa) Das Strafrecht der Familie 81
bb) Das Strafrecht der bürgerlichen Gesellschaft 83
cc) Das Strafrecht des Staates 86
(1) Die selbstzweckhafte Gerechtigkeit des Staates 86
(2) Verbrechen und Strafe im Staat 88
(a) Das Verbrechen als Bruch des Rechts ,als solchem‘ 89
(b) Die objektive Rechtfertigung der Strafe 90
(c) Die subjektive Rechtfertigung der Strafe 91
d) Der Staatsbezug von Abeggs Straftheorie 92
3. Die Berechtigung relativer Strafzwecke 94
IV. Schlussbetrachtung 97
2. Kapitel: Christian Reinhold Köstlin 101
I. Einleitung 101
II. Das rechtsphilosophische Programm der Neuen Revision 102
1. Die Methode 104
2. Kritik am subjektiven Idealismus 108
3. Kritik am objektiven Idealismus 115
4. Zusammenfassung 118
III. Das Unrecht und seine verschiedenen Formen 120
1. Mögliches Unrecht 120
2. Unbefangenes Unrecht 122
3. Verbrechen 123
IV. Köstlins Straftheorie 124
1. Das objektive Moment von Verbrechen und Strafe 125
a) Der Staatsbezug des Verbrechens 126
aa) Köstlins Kritik am mangelnden Staatsbezugvon Hegels Straftheorie 127
bb) Das methodische Grundproblem von Köstlins Kritik 129
b) Die Nichtigkeit des Verbrechens 133
c) Die Aufhebung des Verbrechens 136
d) Die Verbrechensaufhebung als Werttalion 139
e) Exkurs: Köstlins Kritik an Hegels Begründung der Todesstrafe 140
2. Das subjektive Moment von Verbrechen und Strafe 142
a) Das Verbrechen als schuldhafte Handlung 144
b) Die subjektive Gerechtigkeit der Verbrechensaufhebung 146
3. Die gerechte Strafe als Einheit ihrer begrifflichen Momente 150
4. Die Berechtigung relativer Strafzwecke 151
a) Die aus dem objektiven Moment der Strafe folgenden Zwecke 154
b) Die aus dem subjektiven Moment der Strafe folgenden Zwecke 155
c) Das Verhältnis von objektiven und subjektiven Strafzwecken 156
d) Stellungnahme 158
V. Schlussbetrachtung 160
3. Kapitel: Albert Friedrich Berner 161
I. Einleitung 161
II. Die allgemeinen rechtsphilosophischen Grundlagen 165
III. Die Unrechtslehre 168
1. Zivilunrecht 169
2. Chikane 169
3. Verbrechen 172
IV. Strafbegründung 173
1. Phänomenologie der bisherigen Strafrechtstheorien 175
a) Die methodische Grundlage der Phänomenologie 175
b) Die phänomenologische Entwicklung der relativen Theorien zur absoluten Theorie 177
aa) Die "alte Abschreckungstheorie" 178
bb) Die Zufügungs- und Androhungstheorien 179
cc) Die Vergütungstheorien 181
dd) Die absolute Theorie 182
c) Begründungstheoretische Probleme von Berners phänomenologischer Beweisführung 183
2. Die Strafe als absoluter Selbstzweck 185
a) Kritik an der vertragstheoretischen Grundlage der relativen Theorien 185
b) Die rechtsphilosophischen Bestimmungen der absoluten staatlichen Strafe 187
3. Die Berechtigung relativer Strafzwecke 189
a) Der Staatsbegriff der "Vereinigungstheorien" 189
b) Die "begriffsmäßige Vereinigung der relativen Theorien mit der absoluten" 192
aa) Das Maß der Wiedervergeltung 193
bb) Die selbständige Berechtigung relativer Strafzwecke 197
V. Schlussbetrachtung 198
4. Kapitel: Hugo Hälschner 200
I. Einleitung 200
II. Hälschners Unrechtslehre 204
1. Die objektive Unterscheidung von Zivil- und Strafunrecht im Preußischen Strafrecht 206
2. Die Unterscheidung von ,schuldlosem‘ und ,schuldhaftem‘ Unrecht im Deutschen Strafrecht 211
III. Hälschners Straftheorie 215
1. Strafbegründung im Preußischen Strafrecht 217
a) Die Nichtigkeit des Verbrechens 217
b) Die Notwendigkeit der Verbrechensaufhebung 218
c) Strafe und Staat 221
d) Die Berechtigung relativer Strafzwecke 221
2. Strafbegründung im Deutschen Strafrecht 223
a) Hälschners Kritik an der Straftheorie Hegels 223
b) Verbrechen und Strafe 228
aa) Die Verschiedenheit von Strafe und Schadensersatz 228
bb) Die sittliche Notwendigkeit der Strafe 232
cc) Die Berechtigung relativer Strafzwecke 234
IV. Schlussbetrachtung 235
Ergebnis der Untersuchung 238
I. Gründe für die Hegel-Rezeption im Strafrecht des 19. Jahrhunderts 238
1. Recht und Geschichte 239
2. Vermittlung zwischen absoluten und relativen Straftheorien 242
II. Rechtsphilosophische und straftheoretische Leistungen der Hegelianer 243
III. Bedeutung der Hegelianer für die heutige Diskussion über Strafbegründung 248
Literaturverzeichnis 251
Sachwortverzeichnis 262