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Katastrophenanleihen

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Täumer, A. (2011). Katastrophenanleihen. Grundlagen und Fragen des Aufsichtsrechts. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53545-3
Täumer, Alexander. Katastrophenanleihen: Grundlagen und Fragen des Aufsichtsrechts. Duncker & Humblot, 2011. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53545-3
Täumer, A (2011): Katastrophenanleihen: Grundlagen und Fragen des Aufsichtsrechts, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53545-3

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Katastrophenanleihen

Grundlagen und Fragen des Aufsichtsrechts

Täumer, Alexander

Schriften zum Wirtschaftsrecht, Vol. 235

(2011)

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About The Author

Alexander Täumer, geboren 1977 in Bad Hersfeld, studierte von 1998 bis 2004 Rechtswissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und an der University of Oxford. 2004 legte er in Freiburg das Erste juristische Staatsexamen ab. Das Referendariat schloss er im Jahr 2006 in Frankfurt am Main mit dem Zweiten juristischen Staatsexamen ab. Es folgte die Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 2010 ist der Autor Rechtsanwalt in einer international vertretenen Kanzlei.

Abstract

Die durch Hurrikan Andrew verursachten Versicherungsschäden veranlassten die Versicherungswirtschaft Anfang der 1990er Jahre, neue Versicherungsmodelle zu entwickeln, die in der Lage sind, Großschäden preisgünstig abzusichern. Das Ergebnis dieser Bemühungen war unter anderem die Entwicklung von Katastrophenanleihen, mit deren Hilfe ausgewählte Großschadensrisiken von einem Versicherungsunternehmen auf den Kapitalmarkt transferiert werden können. Aus regulatorischen und steuerlichen Gründen wurden diese auch als Cat Bonds bezeichneten Anleihen bisher nur im Ausland emittiert. Vor diesem Hintergrund geht Alexander Täumer der Frage nach, inwieweit der Transfer von Versicherungsrisiken auf den Kapitalmarkt auch nach deutschem Aufsichtsrecht gelingen kann.

Im Mittelpunkt der versicherungsaufsichtsrechtlichen Betrachtung stehen finanzaufsichtsrechtliche Fragestellungen sowie eine detaillierte Analyse der vom Gesetzgeber im Rahmen der 8. VAG-Novelle neu geschaffenen Normen über Versicherungs-Zweckgesellschaften. Der Autor gelangt hierbei zu dem Ergebnis, dass die Emission von Katastrophenanleihen gezielt zur Steuerung der Solvabilität eines Versicherungsunternehmens eingesetzt werden kann. Des Weiteren wird der für Investoren vordringlichen Frage nachgegangen, ob die Übernahme versicherungstechnischer Risiken durch den Kauf derartiger Anleihen den Betrieb von Versicherungsgeschäften begründet und damit zur Aufsichtspflichtigkeit der Käufer führt. Abschließend erörtert der Autor die Erlaubnispflichtigkeit einer Katastrophenanleihe-Transaktion nach dem KWG.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsübersicht 9
Inhaltsverzeichnis 11
Einleitung 21
I. Problemstellung 21
II. Gegenstand und Ziel der Arbeit 22
III. Gang der Untersuchung 24
Erster Teil: Juristische und wirtschaftliche Grundlagen 25
§ 1 Versicherbarkeit von Naturkatastrophen 25
I. Versicherungstechnische Bewertung 25
II. Entwicklung der Naturkatastrophenereignisse und ihrer Schadenhöhen 28
III. Volkswirtschaftliche Bedeutung der Versicherung 32
IV. Kapitalmarkt als Träger von Katastrophenrisiken 33
§ 2 Insurance Linked Securities 35
I. Insurance Linked Securities als Ausprägung des Alternativen Risiko Transfers 35
II. Formen der Insurance Linked Securities 37
1. Versicherungsderivate 38
a) Versicherungsspezifische Swaps 40
b) Versicherungsoptionen 42
c) Versicherungsfutures 44
2. Bedingtes Kapital 45
3. Versicherungsspezifische Anleihen 46
a) Leben-Anleihen 48
b) Katastrophenanleihen 48
§ 3 Strukturen einer Katastrophenanleihe-Transaktion 50
I. Emission von Katastrophenanleihen 50
1. Mögliche Emittenten 50
2. Primär-Emission 51
3. Sekundär-Emission 52
II. Ausgestaltung von Katastrophenanleihen 54
1. Art des Basiswerts 55
a) Unternehmensspezifische Basiswerte 55
b) Branchenspezifische Basiswerte 56
c) Parametrische Basiswerte 57
d) Hybride Bezugswerte 58
2. Ausfallhöhe der Investoren 58
a) Ausfall des Nennwerts 58
b) Ausfall des Zinses 59
c) Zeitlich verzögerte Rückzahlung 60
d) Tranchen 61
3. Dauer der Risikoexponierung 62
§ 4 Wirtschaftliche Motive der Hauptakteure 64
I. Risikoträger 64
II. Investoren 65
Zweiter Teil: Aufsichtsrechtliche Beurteilung 68
§ 5 Versicherungsaufsichtsrechtliche Fragestellungen 68
I. Finanzaufsicht 69
1. Steuerung der Solvabilität durch Katastrophenanleihen 70
a) Funktion der Solvabilitätsvorschriften 71
aa) Steuerungsfunktion 72
bb) Haftungsfunktion 73
b) Bestimmung der Solvabilität von Versicherungsunternehmen 74
aa) Soll-Solvabilität 74
bb) Ist-Solvabilität 76
(1) Eigenmittelbegriff des VAG 76
(2) Frei und unbelastet 76
c) Katastrophenanleihe als Rückversicherungssubstitut 77
aa) Sekundär-Emission durch im EWR ansässiges SPV 78
(1) Einforderbare Beträge 79
(2) Anforderungen an Genehmigungserteilung 80
(a) Charakteristika eines Rückversicherungsvertrags 81
(b) Hinreichender Risikotransfer 82
(3) Bewertung unterschiedlicher Basiswerte 87
(a) Unternehmensspezifische Basiswerte 88
(b) Branchenspezifische und parametrische Basiswerte 88
(4) Zwischenergebnis 93
bb) Sekundär-Emission durch im Drittstaat ansässiges SPV 94
cc) Primär-Emission 95
(1) Unterschiede zur Sekundär-Emission 96
(a) Geldfluss vor Schadenfall 96
(b) Vielzahl an Risikozessionaren 97
(c) Anleihebedingungen statt Risikozessionsvertrag 98
(2) Zustimmungserfordernis 99
(3) Zwischenergebnis 100
dd) Exkurs: Abgrenzung Finanzrückversicherung von Cat Bond-Transaktion 101
d) Emissionserlöse als freie unbelastete Eigenmittel 104
aa) Voraussetzungen des § 53c Abs. 3 Nr. 3a und 3b VAG 105
(1) Kapitalaufbringung 105
(2) Nachrangigkeit 105
(3) Laufzeit 106
bb) Katastrophenanleihe als Genussrecht 106
cc) Katastrophenanleihe als nachrangige Verbindlichkeit 109
dd) Gleichzeitige Auswirkungen auf Soll- und Ist-Solvabilität 109
ee) Zwischenergebnis 111
2. Auswirkungen im Bereich der Kapitalanlage 111
a) Sekundär-Emission 112
aa) Erstversicherer 112
(1) Sicherungsvermögen 112
(2) Sonstiges gebundenes Vermögen 113
bb) Rückversicherer 114
b) Primär-Emission 114
c) Zwischenergebnis 115
3. Risikomanagement und Katastrophenanleihen 115
a) Vier Elemente des Risikomanagementsystems 116
b) Relevanz von Katastrophenanleihen 118
4. Solvency II 119
a) Hintergrund 120
b) Ziel des Solvency II-Projekts 122
c) Drei-Säulen-Modell 123
d) Auswirkungen auf SCR 125
e) Emissionserlöse als Eigenmittel 128
f) Änderungen im Bereich der Kapitalanlagevorschriften 129
g) Änderungen im Bereich des Risikomanagements 130
5. Ergebnis 132
II. Emission als versicherungsfremde Tätigkeit 133
1. Emission durch Erstversicherer – Kein Verstoß gegen § 7 Abs. 2 VAG 134
a) Regelungsgehalt des § 7 Abs. 2 VAG 135
b) Sekundär-Emission 136
aa) Risikozession auf SPV 136
bb) Beteiligung des Sponsors an SPV 138
c) Primär-Emission 141
aa) Anleihebestandteil 141
bb) Optionsbestandteil – Reichweite des § 7 Abs. 2 S. 2 VAG 142
2. Emission durch Rückversicherer – Kein Verstoß gegen § 120 Abs. 1 S. 3 VAG 145
3. Verstoß bei fehlendem hinreichenden Risikotransfer 148
4. Ergebnis 149
III. Investoren als Versicherer 150
1. Inländischer Investor 152
a) Unternehmensbegriff 153
b) Begriff des Versicherungsgeschäfts 154
aa) Funktion der Versicherung 155
bb) Objektive Merkmale 159
(1) Selbständigkeit und Ungewissheit 159
(2) Entgeltlichkeit 160
(3) Polypersonaler Bezug 161
(4) Planmäßigkeit 162
(5) Leistungsanspruch 163
2. Investor aus EU-EWR-Staaten 164
3. Investor aus Drittstaat 166
4. Ergebnis 167
IV. Versicherungs-Zweckgesellschaft 169
1. Typenmerkmale der Versicherungs-Zweckgesellschaft 170
a) Gesellschaftsform 170
b) Kein Erst- oder Rückversicherungsunternehmen 171
c) Risikoübernahme 172
d) Absicherung der Schadenrisiken 175
aa) Unterschiedliche Finanzierungsmechanismen 175
bb) Ausgestaltung des Risikotransfervertrags 177
cc) Weitergabe von Risiken an (Rück-)Versicherer 178
e) Rechtsfolgen bei Fehlen eines der Merkmale 179
aa) Vollständige finanzielle Absicherung 180
bb) Kein (Rück-)Versicherer 180
cc) Hinreichender Risikotransfer 180
2. Erlaubnisverfahren 183
3. Geschäftsleiter einer Versicherungs-Zweckgesellschaft 186
a) „Zwei-Augen-Prinzip“ 187
b) Qualifikation der Geschäftsleiter 187
aa) Persönliche Zuverlässigkeit 188
bb) Fachliche Eignung 189
cc) Anzeigepflichten 192
c) Beschränkung der Zahl der Mandate 193
4. Inhaber einer bedeutenden Beteiligung 194
5. Aufsichtsrat einer Versicherungs-Zweckgesellschaft 196
6. Solvabilitätssystem 197
a) Verpflichtung aus dem Risikozessionsvertrag 198
b) Verpflichtungen aus dem Finanzierungsmechanismus 199
c) Kosten des Geschäftsbetriebs 200
7. Kapitalanlagevorschriften 200
a) Gebundenes Vermögen 200
b) Freies Vermögen 201
8. Laufende Aufsicht 202
a) Beobachtungsfunktion 202
aa) Informationspflichten der Beteiligten 202
bb) Informationsbefugnisse der Aufsichtsbehörde 205
b) Berichtigungsfunktion 207
aa) Allgemeine Rechtsaufsicht 207
bb) Finanzaufsicht 208
9. Exkurs: Steuerrechtliche Behandlung 209
a) Körperschaftssteuer 210
aa) Zinsschranke 210
bb) Ausnahmen von der Zinsschranke 213
(1) Geringwertigkeits-Freigrenze 213
(2) Escape-Klausel 213
(3) Keine Konzernzugehörigkeit 214
(a) Konsolidierung nach Bilanzrecht 215
(b) Konsolidierung nach EStG 219
(c) Ausnahme für Verbriefungsgesellschaften 219
cc) Zwischenergebnis 221
b) Einkommensteuer 221
c) Gewerbesteuer 221
10. Ergebnis 223
§ 6 Bank- und wertpapieraufsichtsrechtliche Fragestellungen 225
I. Genehmigungserfordernis nach § 32 KWG 225
1. Sekundär-Emission 225
a) Transaktion mit hinreichendem Risikotransfer 225
aa) Mögliche Anknüpfungspunkte 225
bb) Betrieb des Bankgeschäfts 226
cc) Erbringung einer Finanzdienstleistung 226
(1) Vorliegen eines Finanzinstruments 227
(a) Katastrophenanleihe als Finanzinstrument 227
(b) Risikozessionsvertrag als Finanzinstrument 234
(c) Schuldtitel als Finanzinstrument 238
(2) Erlaubnispflichtige Tätigkeit 238
(a) Eigenhandel 239
(b) Eigengeschäft 240
dd) Sonstige Tatbestandsmerkmale 240
(1) Gewerbsmäßigkeit bzw. Erfordernis eines in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetriebs 240
(2) Inlandsbezug 242
ee) Eingreifen von möglichen Ausnahmevorschriften 242
(1) Ausnahme bei Eigengeschäft 243
(a) Ausnahmetatbestand des § 2 Abs. 6 S. 1 Nr. 14 KWG 243
(b) Ausnahmetatbestand des § 2 Abs. 6 S. 1 Nr. 11 KWG 244
(2) Ausnahme für Versicherungsunternehmen 245
ff) Zwischenergebnis 246
b) Transaktion ohne hinreichenden Risikotransfer 246
2. Primär-Emission 247
3. Ergebnis 248
II. Ausübungsüberwachung nach dem WpHG 248
Ergebniszusammenfassung 250
Literaturverzeichnis 254
Stichwortverzeichnis 275