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Wahrer Glaube, Agnostizismus und Logik der theologischen Argumentation

Weinberger, Ota

Wissenschaftliche Abhandlungen und Reden zur Philosophie, Politik und Geistesgeschichte, Vol. 34

(2004)

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Abstract

Ota Weinberger versucht, die logische Analyse für die theologische Argumentation nutzbar zu machen und Forderungen für eine Moral des friedfertigen Diskurses aufzustellen.

Hierzu bestimmt er zunächst eine logische und methodologische Charakteristik des Glaubensoperators der Religionen. Nach einer Diskussion des Begriffes der möglichen Welten wird das Theodizeeproblem skeptisch beleuchtet. Zur Konstitution der Willensfreiheit ist weder die Existenz der ontologischen noch des moralischen Bösen erforderlich. Auch ist die Notwendigkeit des Bösen zum Nutzen der Geschöpfe nicht beweisbar. Es gehört jedoch zur Sichtweise der Theologen, daß moralische Momente als Determinanten der Glückseligkeit angesehen werden.

Der Autor stellt der Konzeption des Weltethos eine Theorie gegenüber, derzufolge das politische Geschehen durch das Aufeinanderprallen verschiedener Zivilisationen bestimmt ist. Weinberger setzt der gängigen Moral, die den Einsatz für die eigene Gemeinschaft fordert, eine Moral entgegen, die Wege der diskursiven Brücken zwischen divergierenden Welthaltungen sucht. Am Ende diskutiert er Methoden der friedlichen Koexistenz und Kooperation - trotz unterschiedlicher Einstellungen.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Danksagung 5
Inhaltsverzeichnis 7
Einleitung: Wie kann die logische Analyse zum theologischen Denken und Argumentieren beitragen? 11
Kapitel 1: Theorie des Glaubensoperators 25
1. Das Wissenssystem und seine Dynamik 25
2. Die Komplexität des modernen Wissenssystems 27
3. Epistemische Operatoren 27
4. Das Problem der Objektivierung von Wissenssätzen 29
5. Der Glaubensoperator: Sinn und Kraft des Glaubenssatzes 30
Kapitel 2: Das Theodizee-Problem 38
1. Charakteristik des Problems: Grundelemente der Problemsituation 38
2. Versuch einer Typologie des Bösen 40
3. Was sind mögliche Welten? Wie kann das Mögliche definiert und vom Unmöglichen unterschieden werden? 43
4. Wie kann eine Präferenz zwischen alternativen Welten begründet werden? 45
5. Das Theodizee-Problem in der Sicht einer formal-finalistischen Handlungstheorie 47
(1) Existiert Böses in der Welt? 47
(2) Die Bindung der Möglichkeit und Unmöglichkeit an Strukturrahmen 48
(3) Die Unterscheidung der Wertesysteme des Individuums, von Gruppen und eines Schöpfers 49
6. Höhere Begründung des Bösen – Böses zum Besten der Geschöpfe 51
Kapitel 3: Moralische Kausalität 53
1. Gut und Böse als Glückseligkeit des Handelns und als analytische Sollenswahrheiten 53
2. Quellen und normativer Kern religiöser Lehren 56
3. Reichweite der kausal-moralischen Bindung von Wertprädikationen 57
(1) Moralisches und religiöses Handeln als Handeln unter Ungewißheit 58
(2) Handeln als natürliche/moralische Reaktion 59
Kapitel 4: Agnostizismus 62
1. Der Begriff des weltanschaulichen Agnostizismus 62
2. Der pragmatische Vorteil des Glaubens 63
3. Die Welt der Glaubenspluralität 63
4. Reflexive Selbstzweifel – „Was darf ich hoffen?“ ohne sacrificium intellectus 63
Kapitel 5: Moral der Brücken 65
1. Vorüberlegungen: Vom höchsten Ziel der Humanität 65
2. Polarisierung der Werteeinstellungen 66
3. Mögliche Wege zur Friedensordnung 67
4. Aktuelle Situation und Hindernisse einer Friedensordnung 69
(1) Overkill 69
(2) Terrorismus 69
(3) Bevölkerungsexplosion und Migration 69
(4) Wachsende Umweltproblematik 70
(5) Globalisierung 70
(6) Postulat der offenen Gesellschaft – gesellschaftliche Diskursplattformen 71
(7) Weltethos oder Clash of Civilizations? 72
Kapitel 6: Weltethos und Universalmoral versus Wahnideen, Terrorismus und Massenverfolgungen 77
1. Menschlicher Wahn und Heiliger Krieg 77
2. Information, Determinismus und Freiheit des Handelns 80
3. Orientierungssystem menschlichen Handelns 84
4. Entstehung und Entwicklung von Wahnideen und Massenverfolgungen 88
5. Vernichtungswahn und Heilsvorstellungen von Gut und Böse 89
6. Institutionelle, ideologische und organisatorische Voraussetzungen von Massenwahn und Massenverfolgungen 90
7. Religiosität in lebenspraktischer und philosophischer Perspektive 102
8. Religion und Moral 106
(1) Gottes-, Dämonen- und Teufelsglaube 110
(2) Individuelle, persönliche und gemeinschaftliche Religiosität 111
(3) Entwicklungs- und Lernfähigkeit von Religion 113