Menu Expand

Theodor Geigers Stimmungsdemokratie

Cite BOOK

Style

Czok, B. (2012). Theodor Geigers Stimmungsdemokratie. Eine rechtssoziologische Untersuchung des Legitimationsdefizits im 21. Jahrhundert. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53650-4
Czok, Benedikt W.. Theodor Geigers Stimmungsdemokratie: Eine rechtssoziologische Untersuchung des Legitimationsdefizits im 21. Jahrhundert. Duncker & Humblot, 2012. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-53650-4
Czok, B (2012): Theodor Geigers Stimmungsdemokratie: Eine rechtssoziologische Untersuchung des Legitimationsdefizits im 21. Jahrhundert, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-53650-4

Format

Theodor Geigers Stimmungsdemokratie

Eine rechtssoziologische Untersuchung des Legitimationsdefizits im 21. Jahrhundert

Czok, Benedikt W.

Schriftenreihe zur Rechtssoziologie und Rechtstatsachenforschung, Vol. 92

(2012)

Additional Information

Book Details

Pricing

Abstract

Die ohnehin geringe Rezeption des Werkes Theodor Geigers, der bereits 1952 verstorben ist, wurde hinsichtlich der $averfassungsrechtlichen Perspektiven$z seiner Schriften bisher gänzlich vernachlässigt. Dabei ist insbesondere das Thema der Stimmungsdemokratie von hoher Aktualität. So wird auch heute jeder Abstimmungs- und Wahlkampf genutzt, um den Anderen im Urteil der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Leere Worthülsen, wie etwa die Gerechtigkeit in all ihren irrationalen Facetten, dominieren die Parteiwerbung und bestimmen eine stimmungsgeladene Diskussion um Worte und nicht um Inhalte. Die schädlichen Auswirkungen dieses $aAbweichens vom Leitbild der Demokratie$z zeigen sich vor allem an zwei Punkten: an der $afehlenden demokratischen Kontrolle$z von Parlament und Regierung durch die Stimmbürger sowie an der Gefahr des Totalitarismus durch das fundamentalistische $aStreben nach Wertgemeinschaft im Staatsleben.$z Beides zusammen ergibt für die heutigen Demokratien das Bild einer $apermanenten Staatskrise.$z

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Inhaltsverzeichnis 5
1. Einleitung 11
2. Kurzbiographie Theodor Geiger 12
3. Wissenschaftliche Grundlagen 16
3.1 Ausgangspunkt: soziale Interdependenz 16
3.2 Gebarens-Koordination 18
3.3 Normen 20
3.4 Die Entstehung sozialer Ordnungsgefüge 24
3.4.1 Von der Handlung zur Gewohnheit 24
3.4.2 Von der Gewohnheit zur subsistenten Norm 25
3.4.3 Selektion habitueller Gebarensmodelle 26
3.4.4 Von der habituellen zur statuierten Norm 27
3.4.5 Übersicht zur Entwicklung sozialer Ordnungsgefüge 28
3.5 Recht als soziales Ordnungsgefüge 29
3.5.1 Definitionsschwierigkeiten 29
3.5.2 Charakteristische Merkmale einer Rechtsordnung 30
3.5.3 Schematische Übersicht des Rechtsbegriffs 32
3.5.4 Geigers Rechtsbegriff im Vergleich 33
3.6 Recht und Staat 34
3.7 Macht, Recht und Herrschaft 34
3.7.1 Der Machtbegriff bei Geiger 34
3.7.2 Von Macht zu Herrschaft 36
3.7.3 Das Zusammenspiel von Recht, Macht und Herrschaft 37
3.8 Demokratie als Herrschaftstyp 38
3.8.1 Beispiel einer klassischen Demokratiedefinition 38
3.8.2 Rechtssoziologische Definition 40
3.9 Recht und Moral 41
3.9.1 Wertnihilismus als Ausgangspunkt 42
3.9.2 Konsequenzen der Moralauflösung 42
3.9.3 Herrschaft und Mythos 43
3.9.4 Entstehung der Moral 44
3.9.4.1 Traditionelle Moral 45
3.9.4.2 Dogmatische Moral 45
3.9.4.3 Autonome Gewissensmoral 45
3.9.5 Ausbleibende Anarchie 46
3.9.6 Gleichlauf von moralischem und gesellschaftshistorischem Verlauf 46
3.9.7 Fazit 46
4. Die Stimmungsdemokratie nach Theodor Geiger 49
4.1 Aufbau und Struktur 49
4.2 Massengesellschaft 49
4.2.1 Die Entwicklung zur modernen Großgesellschaft 49
4.2.2 Die tatsächliche Gesellschaftsstruktur 51
4.3 Disproportionalität zwischen objektiver Kultur und subjektivem Entwicklungsstand 53
4.3.1 Intellektualisierung als Mittel zur Aufhebung des Missverhältnisses 53
4.3.2 Kollektivgefühle in der Gesellschaft 54
4.4 Wertphilosophie 55
4.4.1 Wertkonflikte 56
4.4.2 Wertgemeinschaft 58
4.4.3 Bedrohung der Gesellschaft durch kollektiven Wertkultus 58
4.5 Ein neuer gesellschaftlicher Kitt 59
4.5.1 Untauglichkeit jeglicher Wertmoral als Grundlage gesellschaftlicher Ordnung 59
4.5.2 Die „letzte Moral“ 60
4.6 Vollendung der unterbrochenen Aufklärung 61
4.6.1 Ideologiekritik 62
4.6.1.1 Begriff der Ideologie 62
4.6.1.2 Ideologiekritik als nächste Aufklärungsphase 63
4.6.2 Verzicht auf eine gemeinsame Weltanschauung 64
4.6.2.1 Historische Perspektive 64
4.6.2.2 Die Gesellschaft ohne gemeinsame Weltanschauung 64
4.6.3 Praktischer Wertnihilismus 65
4.6.4 Gesellschaft ohne Propaganda 66
4.6.5 Die Fortsetzung der Aufklärung 66
4.7 Demokratische Bewährungsprobe 68
4.7.1 Die Rolle der öffentlichen Meinung 68
4.7.2 Die Rolle des Staatsbürgers 69
4.7.3 Abbau der Stimmungsdemokratie 70
4.8 Zusammenfassung: Die Merkmale der Stimmungsdemokratie 71
4.8.1 Struktur der Gesellschaft 71
4.8.2 Kollektivgefühle als Bedrohungen der Gesellschaft 71
4.8.3 Lösung durch Gefühlsaskese 72
4.8.4 Lösung durch kritische Aufklärung 72
4.8.5 Soziale Interdependenz als gesellschaftliches Fundament 72
4.8.6 Stimmungsdemokratie als permanente Staatskrise 72
4.8.7 Die Merkmale der Stimmungsdemokratie 73
4.8.7.1 Merkmal der (formellen) Demokratie 73
4.8.7.2 Merkmal der Großorganisation 73
4.8.7.3 Merkmal des Intellektdefizits 73
4.8.7.4 Merkmal der Propaganda 74
4.8.8 Erweiterung der Demokratie-Definition 74
5. Legitimation in der Rechtssoziologie 75
5.1 Legitimität und Legitimation 75
5.2 Recht, Herrschaft und Legitimation 75
5.3 Legitimität in der Rechtsdogmatik 76
5.3.1 Im Allgemeinen 76
5.3.2 Die drei Dimensionen der Legitimation 77
5.3.2.1 Personelle Legitimation 77
5.3.2.2 Institutionell-funktionelle Legitimation 78
5.3.2.3 Sachlich-inhaltliche Legitimation 78
5.4 Legitimation durch Verfahren 79
5.4.1 Legitimation politischer Repräsentanten 81
5.4.1.1 Politische Parteien im Besonderen 84
5.4.1.2 Politische Einzelsubjekte im Besonderen 85
5.4.2 Legitimation parlamentarischer Gesetzgebung 85
5.4.3 Reduktion als verfahrensmäßiges Charakteristikum 86
5.4.4 Informationsgrad der Staatsbürger 88
5.5 Legitimation durch Argumentation 89
5.6 Bekannte Differenzen in der Rechtswirklichkeit 91
5.7 Erweiterung der Definition 91
6. Stimmungsdemokratie im 21. Jahrhundert 93
7. Globalisierung – Entgrenzung – Denationalisierung 94
7.1 Empirische Ergebnisse zur Denationalisierung aus makrosozialer Sicht 97
7.2 Empirische Ergebnisse zur Denationalisierung aus mikrosozialer Sicht 98
7.3 Fazit 99
8. Mediendemokratie 100
8.1 Begriff und Perspektiven 100
8.1.1 Begriff der Medialisierung 100
8.1.2 Begriff der Mediendemokratie 101
8.2 Bewertung von Medieneinflüssen 103
8.2.1 Aus Sicht liberaler Demokratietheorien 104
8.2.2 Deliberative Demokratietheorien 105
8.2.3 Partizipatorische Demokratietheorien 107
8.2.4 Fazit 108
8.2.5 Theodor Geigers Verortung innerhalb der vorliegenden Demokratietheorien 109
8.3 Internet im Besonderen 110
8.4 Fernsehen im Besonderen 113
8.5 Wissensvermittlung in der Mediendemokratie 114
8.5.1 Boulevardisierung 118
8.5.2 Personalisierung 118
8.5.3 Negativismus 118
8.5.4 Realitätsverzerrung 118
8.6 Politische Kommunikationsstrategien 119
8.6.1 Politikberichterstattung in Massenmedien 119
8.6.2 Konsequenzen der Medialisierung 122
8.6.2.1 Professionelles Kommunikationsmanagement 122
8.6.2.2 Anpassung von Themen und Personal an die vorherrschende Medienlogik 122
8.6.2.3 Vermehrte Orientierung an einzelnen Issues anstatt an kohärenten programmatischen oder sinnstiftenden Entwürfen 123
8.6.2.4 Wahrnehmung von wesentlichen Kompetenzen durch ein strategisches Machtzentrum 124
8.6.2.5 Bedeutungsrückgang der aktiven Mitgliedschaft als Ressource, ohne Abkehr vom Modell der Mitgliederpartei 124
8.6.2.6 Fazit 124
8.6.3 Wählerkommunikation durch das Internet 125
8.7 Inter- und transnationale Organisationen in der Mediendemokratie 127
9. Untersuchung der Passivität der Staatsbürger 128
9.1 Methodik der Untersuchung 128
9.2 Ergebnisse der Grundlagenstudie 129
9.3 Ergebnisse der repräsentativen Untersuchung 129
9.4 Fazit der Studie 130
10. Postdemokratie 131
10.1 Zum Begriff 131
10.2 Krisenerscheinungen der Postdemokratie 132
10.2.1 Niedergang des Wohlfahrtsstaats 133
10.2.2 Niedergang der Arbeiterklasse 134
10.2.3 Niedergang der Parteienkultur 134
10.3 Das „globale“ Wirtschaftsunternehmen 135
10.3.1 Das „Phantom-Unternehmen“ 135
10.3.2 Nachahmung der Wirtschaft 136
10.4 Postdemokratie und Massenmedien 138
10.5 Demokratische Gegenbewegungen 138
10.6 Auswege aus der Postdemokratie 139
11. Identifikation der Stimmungsdemokratie 141
11.1 Feststellung der Merkmale 141
11.1.1 Merkmal der (formellen) Demokratie 141
11.1.2 Merkmal der Großorganisation 141
11.1.3 Merkmal des Intellektdefizits 141
11.1.4 Merkmal der Propaganda 142
11.1.5 Fazit 142
11.2 Vergleich mit der Postdemokratie 143
12. Lösungsansätze 144
12.1 Geigers intellektueller Humanismus 144
12.1.1 Programm des intellektuellen Humanismus 144
12.1.2 Bewertung des intellektuellen Humanismus 144
12.2 Demokratie-Lernen 145
12.2.1 Übersicht 145
12.2.2 Das 6-Stufen-Schema von Kohlberg 145
12.2.2.1 Prä-Konventionelle Ebene 146
12.2.2.2 Konventionelle Ebene 146
12.2.2.3 Post-Konventionelle, autonome oder prinzipiengeleitete Ebene 146
12.2.3 Bewertung 147
12.3 Manifest des evolutionären Humanismus 147
12.3.1 Parallelen zu Geigers intellektuellem Humanismus 148
12.3.2 Religionen als Gesellschaftsstörer 149
12.3.3 Inhaltliche Forderungen des evolutionären Humanismus 149
12.3.4 Versuch der Versöhnung 150
13. Fazit 152
Literaturverzeichnis 155
Sachwortverzeichnis 164