Menu Expand

Anekdotenalmanach auf das Jahr 1815

Editors: Müchler, Karl

Duncker & Humblot reprints

(1815)

Additional Information

Book Details

Pricing

About The Author

»Unterhaltungsschriftsteller, * 2.9.1763 Stargard (Pommern), † 12.1.1857 Berlin. Seine Kindheit verbrachte M. zunächst in Stargard, seit 1773 in Berlin, wo er auch Jura studierte. Seit 1783 hatte er verschiedene Verwaltungsposten inne, wurde 1794 zum Kriegsrat ernannt, verlor aber 1806 nach der Niederlage Preußens seine Stellung. 1814 kehrte er noch einmal als Polizeidirektor beim Generalgouvernement in Dresden (1815 in Merseburg) in den preuß. Staatsdienst zurück. Sein Pamphlet ›Rechtfertigung des aus königl. Sächs, in Preuss. Dienste übergetretenen Rathes N.‹ (1815, Abdr. b. Czygan) führte Ende 1815 zu seiner Entlassung, denn hier hatte ein preuß. Beamter anonym eine offensichtlich prosächsische Schrift verfaßt, um die in den preuß. Staatsdienst (Hzgt. Sachsen) übergetretenen sächs. Beamten als politisch unzuverlässig erscheinen zu lassen. Diese publizistische Intrige, welche Hardenbergs Bemühungen unterlief, die neugewonnenen Untertanen zu integrieren, blieb als Akt der politischen Meinungsmanipulation unverstanden. Man stellte sie als Folge einer ›früheren Geisteszerrüttung‹ hin (›Das gesamte Ministerium an den König‹, 25.2.1816). Nach diesem Desaster widmete sich M. nur noch unpolitischer Schriftstellerei. ›Das gelehrte Berlin‹ von 1825 bzw. 1845 nennt ihn als Autor oder Herausgeber von über 100 Titeln. Vom Zaren erhielt er seit November 1814 bis zu seinem Tod eine jährliche Pension von 100 Dukaten. M. gehört zum Typus des freien Schriftstellers, der den sich etablierenden Verwaltungsstaat wie den literarischen Markt zum eigenen Vorteil zu nutzen suchte. Mit sicherem Gespür für den sich abzeichnenden Strukturwandel – in der ›Rechtfertigung‹ bezeichnete er selbstbewußt die Staatsbeamten und nicht den Adel als die gesellschaftlich führende Macht – stellte er sich vor seiner Entlassung freiwillig als politischer Publizist in den Dienst Preußens, lange bevor dieses selbst die Möglichkeit öffentlicher Meinungsbildung nutzte. Seine Schrift ›Ueber Volks-Despotismus‹ (1793), seine patriotische Lyrik (›Gedichte, niedergelegt auf dem Altar des Vaterlandes‹, 1813), darunter das verbreitete Gedicht ›Der Eroberer‹ (›Mag die Welt in thörigtem Erstaunen‹, 1806), und nicht zuletzt die geschickt die Wende in der preuß. Frankreichpolitik mitvollziehende Zeitschrift ›Das erwachte Europa‹ (1814) belegen seinen preuß. Patriotismus, aber auch sein Festhalten an der absolutistischen Staatsordnung. Als Literat orientierte sich M. ganz an den wachsenden Anforderungen des literarischen Marktes. Dem Bemühen der Spätaufklärer um das weibliche Publikum schloß er sich noch während seines Studiums an (›Taschenbuch für Frauenzimmer‹, 1779–84). Das Interesse an didaktischer Literatur für die Jugend während der Biedermeierzeit befriedigte er mit zahlreichen Erzählungen, Märchen und Parabeln (u.a. ›Sittenbilder in Fabeln und Erzählungen für die Jugend‹, 1829). Er popularisierte die literarischen Standards der jeweiligen Epoche, wobei er sich ganz auf ein Publikum fixierte, das von Literatur kaum mehr als Unterhaltung, Lebenshilfe und Brauchbarkeit im geselligen Umgang erwartete. Seinen Anekdotensammlungen (›Anekdotenalmanach‹, 35 Bde., 1808–13, 1815, 1817–45) lag der aufklärerische Impetus zugrunde, Menschenkunde durch wahre Geschichten zu vermitteln. Mit seinen volkspädagogisch ausgerichteten und empfindsam-erzählerisch aufbereiteten dokumentarischen Verbrecherporträts (›Criminal-Geschichten‹, 1792; ›Kriminalgeschichten, Ein Beitrag zur Erfahrungslehre‹, 1828–32) kam er einem aktuellen Interesse an psychologischen und sozialgeschichtlichen Erklärungen im Rahmen einer ›Erfahrungsseelenkunde‹, wie sie von C. Ph. Moritz und C. H. Spieß vertreten wurde, entgegen. Indem er mittels Anthologien europ. Literatur zum verfügbaren Bildungsbesitz aufbereitete, trivialisierte er den Bildungsbegriff der deutschen Klassik (›Vergißmeinnicht‹, 1808/09; ›Schatzkästlein für deutsche Jünglinge‹, 1818). Aufklärerischer wie biedermeierlicher Geselligkeitskultur stellte er Sammlungen mit Denksprüchen und Scherzen (›Scherzhafte Denksprüche, Zum Gebrauch für Stammbücher‹, 1817) bzw. mit Gedichten und dramatischen Szenen (›Zu Familienfesten‹, 1823) zur Verfügung. Trotz hoher Produktivität war M. bald ein vergessener Autor. Von seiner überwiegend an Anakreontik und Empfindsamkeit geschulten Lyrik (›Gedichte‹, 1782, 1786, 1802) hat nur das Trinklied ›Im kühlen Keller sitz ich hier‹ in Kommersbüchern überdauert.« Weber, Ernst, in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 261 f.

Abstract

Napoleon Bonaparte geht in die Verbannung auf St. Helena. Europa wird neu geordnet. Und Otto von Bismarck erblickt das Licht der Welt. – 1815 gilt als ein politisches Schicksalsjahr. Der Schriftsteller, Polizeidirektor und Pädagogensohn Karl Müchler hat auch für dieses Kalenderjahr wieder 365 frohsinnige Anekdoten gesammelt, die er als Almanach bei Duncker & Humblot publiziert. Humor mit 200jähriger Geschichte.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Zueignung V
Vorrede IX
Inhalt XI
Zur Erklärung des Titelkupfers XXV
Januar, 31 Tage 1
1. 3
2. 4
3. 6
4. 8
5. 9
6. 9
7. 11
8. 12
9. 12
10. 13
11. 14
12. 18
13. 19
14. 20
15. 21
16. 22
17. 23
18. 24
19. 24
20. 25
21. 27
22. 27
23. 28
24. 29
25. 30
26. 30
27. 31
28. 32
29. 33
3o. 34
31. 35
Februar, 28 Tage 37
1. 39
2. 43
3. 43
4. 44
5. 46
6. 47
7. 48
8. 48
9. 50
10. 52
11. 53
12. 54
13. 54
14. 56
15. 58
16. 60
17. 60
18. 61
19. 62
20. 63
21. 64
22. 64
23. 65
24. 65
25. 67
26. 68
27. 68
28. 69
März, 31 Tage 71
1. 73
2. 75
3. 77
4. 77
5. 79
6. 80
7. 80
8. 81
9. 81
10. 86
11. 86
12. 87
13. 89
14. 89
15. 90
16. 90
17. 92
18. 92
19. 93
20. 94
21. 94
22. 95
23. 96
24. 97
25. 97
26. 98
27. 98
28. 100
29. 101
30. 101
31. 102
April, 30 Tage 103
1. 105
2. 106
3. 107
4. 109
5. 110
6. 111
7. 112
8. 113
9. 114
10. 116
11. 117
12. 117
13. 118
14. 118
15. 120
16. 121
17. 122
18. 123
19. 124
20. 124
21. 125
22. 126
23. 127
24. 127
25. 128
26. 129
27. 131
28. 132
29. 133
30. 133
Mai, 31 Tage 135
1. 137
2. 147
3. 148
4. 150
5. 150
6. 151
7. 152
8. 154
9. 154
10. 156
11. 157
12. 157
13. 158
14. 160
15. 161
16. 161
17. 162
18. 163
19. 164
20. 166
21. 167
22. 167
23. 168
24. 169
25. 169
26. 169
27. 170
28. 170
29. 170
30. 172
31. 174
Junius, 30 Tage 175
1. 177
2. 178
3. 179
4. 183
5. 183
6. 184
7. 184
8. 185
9. 187
10. 188
11. 189
12. 190
13. 191
14. 194
15. 195
16. 195
17. 196
18. 197
19. 197
20. 198
21. 200
22. 200
23. 204
24. 205
25. 205
26. 206
27. 207
28. 207
29. 208
30. 210
Julius, 31 Tage 211
1. 213
2. 215
3. 216
4. 216
5. 217
6. 218
7. 222
8. 222
9. 223
10. 223
11. 225
12. 225
13. 227
14. 227
15. 229
16. 231
17. 231
18. 232
19. 233
20. 235
21. 236
22. 236
23. 237
24. 238
25. 239
26. 240
27. 241
28. 241
29. 242
30. 243
31. 243
August, 31 Tage 245
1. 247
2. 249
3. 250
4. 250
5. 252
6. 252
7. 253
8. 257
9. 259
10. 259
11. 259
12. 263
13. 265
14. 267
15. 268
16. 268
17. 270
18. 271
19. 271
20. 273
21. 274
22. 275
23. 275
24. 276
25. 277
26. 278
27. 278
28. 279
29. 280
30. 281
31. 282
September, 30 Tage 283
1. 285
2. 289
3. 289
4. 291
5. 291
6. 292
7. 293
8. 293
9. 294
10. 295
11. 295
12. 296
13. 296
14. 297
15. 301
16. 301
17. 304
18. 304
19. 305
20. 307
21. 308
22. 309
23. 309
24. 310
25. 310
26. 312
27. 313
28. 314
29. 317
30. 318
October, 31 Tage 319
1. 321
2. 324
3. 324
4. 325
5. 331
6. 331
7. 332
8. 335
9. 335
10. 336
11. 338
12. 338
13. 339
14. 340
15. 341
16. 343
17. 343
18. 344
19. 344
20. 345
21. 346
22. 346
23. 347
24. 349
25. 349
26. 350
27. 351
28. 352
29. 355
30. 355
31. 356
November, 30 Tage 357
1. 359
2. 360
3. 362
4. 362
5. 364
6. 364
7. 366
8. 368
9. 371
10. 374
11. 375
12. 376
13. 376
14. 376
15. 377
16. 378
17. 378
18. 379
19. 379
20. 380
21. 380
22. 382
23. 383
24. 383
25. 384
26. 385
27. 385
28. 386
29. 387
30. 387
December, 31 Tage 389
1. 391
2. 396
3. 398
4. 398
5. 400
6. 402
7. 405
8. 406
9. 406
10. 408
11. 409
12. 409
13. 410
14. 411
15. 412
16. 413
17. 413
18. 414
19. 415
20. 416
21. 417
22. 417
23. 418
24. 419
25. 419
26. 420
27. 421
28. 423
29. 424
30. 425
31. 425
Druckfehler 427