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Tauschringe und Marktwirtschaft

Eine ökonomische Analyse lokaler Komplementärökonomien

Hubert, Eva-Maria

Beiträge zur Verhaltensforschung, Vol. 43

(2004)

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Abstract

In ihrer Arbeit geht Eva-Maria Hubert der Frage nach, ob Tauschringe einen positiven Beitrag zur Bewältigung sozio-ökonomischer Probleme leisten können. Sie stellt diese lokalen Austauschsysteme erstmals von der realen und der Geldseite her vor sowie in der Interaktion mit der formellen Marktwirtschaft. Als Komplementärwirtschaften gehorchen Tauschringe den ökonomischen Gesetzen: Sie sind der Untersuchung mit dem üblichen ökonomischen Instrumentarium zugänglich.

Prozessnutzen für ihre Mitglieder durch neue soziale Kontakte, Produktnutzen aus einem breiten Angebot, eine kostengünstig arbeitende Zentrale und vor allem die starke Motivation der Kerngruppe stärken das Transaktionsvolumen. Umgekehrt hemmen nachweisbare Marktversagensphänomene, etwa eine fehlende Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage oder Informationsmängel, und Restriktionen durch Zeit und Landeswährung den Austausch. Sie machen Tauschringe häufig zu einem Mittelstandsphänomen.

Geldseitig begünstigen interne Verrechnungswährungen die Entwicklung. Es sind meistens durch wechselseitigen Kredit geschöpfte Zeitwährungen, die über spezielle Stabilitäts- und Neutralitätseigenschaften verfügen und in einem eng begrenzten, funktionell definierten Währungsraum arbeiten. Ganz entscheidend ist die Regelsetzung: Transparenz durch Offenlegung der Konten, begrenzte Guthaben und Schulden und die Erhebung einer kleinen zeitabhängigen Liegegebühr auf die Kassenhaltung.

Tauschringe vermögen günstige gesamtwirtschaftliche Wirkungen hervorzurufen, über direkte und indirekte Niveaueffekte und eine veränderte personelle, funktionelle und regionale Einkommensverteilung. Sie haben das Potential die gesamtwirtschaftliche Stabilität zu erhöhen und die öffentlichen Haushalte zu entlasten.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abbildungsverzeichnis 9
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis 10
Α. Einleitung 13
I. Problemstellung und Zielsetzung 13
II. Begriffliche Grundlagen 15
III. Methode 23
B. Historische Entwicklung 30
I. Vordenker 31
1. Silvio Gesell (1862-1930) 32
2. Irving Fisher (1867-1947) 44
3. Emil Lederer (1882-1939) 63
4. Frank Dunstone Graham (1890-1949) 70
5. Bernard A. Lietaer (*1942) 82
6. Zwischenergebnis 101
II. Vorläuferformen 104
1. Das Schwundgeld-Experiment von Wörgl 105
2. Die Erwerbslosenbetriebe in Berlin 108
3. Die nordamerikanische Selbsthilfe-Bewegung 110
4. Der Tauschring in Groß-Stuttgart 111
5. Zwischenergebnis 116
III. Aktuelle Erscheinungsformen der Tauschsysteme 118
1. Private Tauschringe 119
2. Wissensbörsen 121
3. Seniorengenossenschaften 122
4. Nutzungsgemeinschaften 124
5. Barter-Clubs 125
6. Gemischte Tauschringe 126
7. Zwischenergebnis 127
C. Ökonomische Analyse 130
I. Abgrenzung zu anderen Wirtschaftsformen 131
II. Die reale Seite der Tauschringe 137
1. Mitglieder 138
2. Kerngruppe 141
3. Fehlender Markt 142
4. Informationsdefizite 145
5. Einfluss der Präferenzen 146
6. Einkommenshöhe 150
7. Steuern und Transfers 152
8. Allokation der Zeit 158
9. Kosten 162
10. Zwischenergebnis 167
III. Die monetäre Seite der Tauschringe 170
1. Interne Verrechnungswährungen 176
2. Verkehrsgleichung für Tauschringe 178
3. Währungsraum 182
4. Neutralität der Verrechnungswährungen 184
5. Stabilitätseigenschaften 191
6. Zwischenergebnis 194
IV. Wirkungsanalyse aus gesamtwirtschaftlicher Sicht 195
1. Direkte Niveaueffekte 196
2. Allokation 199
3. Distribution 203
4. Stabilität 205
5. Öffentlicher Haushalt 208
6. Zusammenspiel von Tauschringen und Marktwirtschaft 210
7. Zwischenergebnis 222
D. Zusammenfassung: Tauschringe und Marktwirtschaft 224
Literaturverzeichnis 230
Personen- und Sachregister 246