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Entwicklungsperspektiven von Niedrigeinkommensländern - Zur Bedeutung von Wissen und Institutionen

Editors: Schubert, Renate

Schriften des Vereins für Socialpolitik, Vol. 282

(2001)

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Book Details

Abstract

Wissen und Institutionen sind wichtige Entwicklungsfaktoren für die sogenannten Niedrigeinkommensländer. Was dabei genau unter "Wissen" und "Institutionen" zu verstehen ist und welche politischen Folgerungen zu ziehen sind - dies sind die zentralen Fragen, mit denen sich der Entwicklungsländerausschuß des Vereins für Socialpolitik anläßlich seiner Jahrestagung 2000 befaßte. Der vorliegende Band enthält die auf dieser Tagung gehaltenen Referate und Korreferate.

Es zeigt sich, daß "Wissen" einerseits in Form von Bildung und Humankapital wichtig ist. Andererseits kommt aber auch speziellem Wissen, etwa über die Wirkungen von Makropolitik, von Zentralisierung oder Dezentralisierung, von Privatisierung, von Regulierung bis hin zum Wissen über die Folgen eines verstärkten Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien erhebliche Bedeutung zu.

"Institutionen" sind für die Entwicklung von Niedrigeinkommensländern einerseits unter dem Blickwinkel wichtig, wie ökonomische, politische oder soziale Prozesse zu organisieren sind, so daß sie möglichst günstige Wachstums- und Wohlfahrtseffekte haben. Andererseits spielt die altbekannte Frage eine Rolle, wie man sicherstellen kann, daß individuelle und kollektive Optimalität Hand in Hand gehen.

Die Autoren machen in den Beiträgen dieses Bandes deutlich, daß das Wissen um die Bedeutung von Wissen und Institutionen weniger konkret und weniger verfügbar ist, als man sich das wünschen würde. Insofern besteht die Aufforderung an die Wissenschaft, sich in verstärktem Maß um qualitative und quantitative Studien zu bemühen. Daneben sollte die Entwicklungszusammenarbeit arme Entwicklungsländer nicht zuletzt auch im Rahmen von mehr Konditionalität bei einer Verbesserung von Wissen über Wissen und Institutionen unterstützen. Der Band vermittelt den an Entwicklungstheorie wie auch an Entwicklungspolitik Interessierten spannende Einblicke.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 11
Andreas Hauskrecht: Ärmste Entwicklungsländer und das geeignete Wechselkursregime – gibt es eine universelle Empfehlung? 13
Vorbemerkung 13
A. Das Plädoyer für Randlösungen 14
I. Flexible Wechselkurse 15
II. Currency Board und komplette Fremdwährungssubstitution 18
B. Zwischenregimes 23
C. Anwendung auf ärmste Entwicklungsländer 24
Literaturverzeichnis 26
Malcolm H. Dunn: Ärmste Entwicklungsländer und das geeignete Wechselkursregime – gibt es eine universelle Empfehlung? Korreferat zum Beitrag von Andreas Hauskrecht 29
A. Einleitung 29
B. Das Dilemma fester Wechselkurse 30
C. Currency Board, Dollarisierung und das System flexibler Wechselkurse 32
I. Einführung eines Währungsamts (Currency Board) 33
II. Währungsersatz (Dollarisierung) 34
III. Freigabe der Wechselkurse (Clean Float) 36
D. Zur Irrelevanz der Wechselkursregime 39
Literaturverzeichnis 40
Matthias Lutz: Was verspricht die Globalisierung für die Niedrigeinkommensländer? Ergebnisse aus der Wachstumstheorie und Evidenz 43
A. Einleitung 43
B. Wachstumstheorie in der geschlossenen Volkswirtschaft und Konvergenz 45
C. Das neoklassische Wachstumsmodell in der offenen Volkswirtschaft 49
I. Internationale Kapitalflüsse 49
II. Diffusion von Technologie und Wissen 51
III. Handel 52
IV. Zusammenfassung 53
D. Neue Wachstumstheorie in der offenen Volkswirtschaft 53
I. Einige wichtige Aspekte 54
1. Die Form der Konvergenz 54
2. Der Wachstumsmechanismus 55
3. Der Diffusionsprozess 55
4. Welche Form des ‚learning-by-doing‘? 55
5. Direktinvestitionen 56
II. Modellbeispiele 56
1. Redding (1999) 56
2. van de Klundert und Smulders (1996) 57
3. ‚Core-periphery‘ Modelle 58
4. Weitere Studien 59
III. Zusammenfassung 59
E. Evidenz zu Offenheit (‚openness‘) und Wachstum 60
F. Zusammenfassung 64
Literaturverzeichnis 65
Friedrich L. Sell: Was verspricht die Globalisierung für die Niedrigeinkommensländer? Korreferat zum Beitrag von Matthias Lutz 71
A. Vorbemerkung 71
B. Zur Interpretation des Themas 71
C. Mögliche Ursachen für Konvergenz/Divergenz 75
D. Führt Integration zu (mehr) Konvergenz? Was zeigt die Wirtschaftsgeschichte? Was berichten ökonometrische Untersuchungen? 80
E. Wird Handelsliberalisierung in Zukunft nicht mehr so große Wachstumseffekte haben? 84
F. Fazit und Formulierung von Arbeitshypothesen 84
Literaturverzeichnis 85
Robert Kappel: Catching-Up mittelfristig kaum möglich: Begründungen für die langanhaltende Wachstumsschwäche in Afrika 87
A. Einleitung 87
B. Wachstum und Entwicklung in den Niedrigeinkommensländern Afrikas 88
I. Wachstumsraten des BIP und BIP/Kopf 89
II. Investitionsquote 91
III. Ausstattung mit Humankapital 92
IV. Infrastruktur und Kommunikation, Transportkosten 95
V. Externe Schocks 95
C. Wirtschaftspolitische Performanz und Gleichgewicht auf niedrigem Niveau 96
I. Die Wirkungen der Wirtschaftsreformen 96
II. Die Maßnahmen des Washington Konsensus – Gleichgewicht auf niedrigem Niveau 97
D. Theoretische Begründungen der Wachstumsschwäche in Afrika 98
I. Rahmen der Unterentwicklung 98
1. Hysteresis: Ursprüngliche Ausgangsbedingungen und Geografie 98
2. Ethnische Fraktionierung 99
3. Der afrikanische Staat 99
4. Kriege und Konflikte 100
II. Theoretische Begründungen der Wachstumsschwäche Afrikas 100
1. Wachstumstheorie 101
2. Endogene Wachstumstheorie 101
3. Unternehmen, Informalität und Wachstum 102
4. Raumtheoretische Ansätze 105
5. Außenwirtschaftliche Wachstumsansätze 105
6. Einkommensverteilung 106
E. Zusammenfassung 107
Literaturverzeichnis 111
Rolf J. Langhammer: Catching-Up mittelfristig kaum möglich: Begründungen für die langanhaltende Wachstumsschwäche in Afrika. Korreferat zum Beitrag von Robert Kappel 117
A. Einleitung 117
B. „Natürliche“ oder geografisch bestimmte Wachstumshemmnisse 118
I. Marktferne 118
II. Tropische Infektionskrankheiten 119
III. Tropische Landwirtschaft 119
IV. Ethnische Segmentierung 120
V. Schlechte Nachbarschaft 120
C. Außenwirtschaftspolitische Faktoren 121
I. Besteuerungsbasis 121
II. Außenwirtschaftsstruktur 121
III. Handelspolitische Anbindung an Europa 122
IV. Öffentlicher Ressourcentransfer 122
V. Währungspolitische Bindungen 122
D. Institutionentheoretische Erklärungsansätze 123
I. Die Ökonomie des „starken Mannes“ 123
II. Korruption 124
E. Zusammenfassung 124
Literaturverzeichnis 125
Katharina Michaelowa: Die Bedeutung von Bildung in Niedrigeinkommensländern: Das Beispiel Afrika 127
A. Einleitung 127
B. Zusammenhänge auf der Mikroebene 128
I. Direkte private Erträge aus Bildung 128
II. Externalitäten und andere indirekte Effekte 134
C. Zusammenhänge auf der Makroebene 138
I. Erwartete Zusammenhänge und empirische Ergebnisse 138
II. Wechselwirkungen zwischen Variablen, Datenprobleme und andere Stolpersteine 139
1. Die Interpretation des Koeffizienten in der privaten Lohngleichung 139
2. Messung und Interpretation der Humankapitalvariable in Wachstumsgleichungen 143
D. Schlussfolgerungen 147
Literaturverzeichnis 148
Ingrid Jung: Die Bedeutung von Bildung in Niedrigeinkommensländern: Das Beispiel Afrika. Korreferat zum Beitrag von Katharina Michaelowa 153
A. Ausgangspunkt 153
B. Wirtschaftlicher Kontext von Bildung 153
C. Wirtschaftliche Relevanz und Qualität von Bildung 155
D. Ein erweiterter Bildungsbegriff als Grundlage für gesellschaftliche Entwicklung 158
E. Zur Politikrelevanz von Studien über Bildungserträge und Effizienz des Bildungssystems 159
Literaturverzeichnis 161
Joachim Ahrens: Institution Building und Human Resource Development in Niedrigeinkommensländern: Das Beispiel Laos 163
A. Einleitung 163
B. Governance, Institutionenaufbau und Human Resource Development 164
C. Probleme des Entwicklungsmanagements in Laos 173
I. Fundamentale Restriktionen 174
II. Zentrale Reformbereiche 175
1. Reform des öffentlichen Sektors 175
2. Entwicklung des privaten Sektors 177
3. Reform des Rechts- und Regulierungssystems 178
4. Sektor-spezifische Probleme 178
D. Reformoptionen und die Rolle internationaler Organisationen 180
E. Schlußbemerkung 186
Literaturverzeichnis 188
Mechthild Schrooten: Institution Building und Human Resource Development in Niedrigeinkommensländern: Das Beispiel Laos. Korreferat zum Beitrag von Joachim Ahrens 191
A. Vorüberlegung 191
B. Erfahrungen in Mittel-Osteuropa 192
C. Institution Building und Human Resource Development – ein schwieriger Zusammenhang 195
D. Können schlechte Institutionen kompensiert werden? 199
Literaturverzeichnis 200
Frank Weiler: Anwendungsgebiete und Fördermöglichkeiten von Informations- und Kommunikationstechnologien in Entwicklungsländern 203
A. Einleitung 203
B. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) 204
I. Begriffsbestimmung 204
II. Förderungswürdigkeit 204
III. Verbreitung 207
C. Konkurrenz für die „Erste Welt“? 207
D. Heranrücken an die „Erste Welt“ 210
I. Verbesserte Nutzung vorhandener Informationen 211
1. Entwicklungsplanung, Entscheidungsunterstützung und institutionelle Arrangements 211
2. Landwirtschaft und Umweltschutz 212
3. Gesundheitswesen 213
4. Ausbildung und Forschung 214
5. Globale Kommunikation, Universeller Zugang und Demokratisierung? 216
II. Rationalisierung von Abläufen und Prozessen 216
E. Förderung von IKT durch Entwicklungspolitik 217
I. Nationale Anstrengungen 218
II. Voraussetzungen für den Einsatz von IKT 218
III. Ansatzpunkte und Ziele einer Förderung von IKT durch Entwicklungspolitik 220
IV. Förderung des Informationsmanagements im öffentlichen Sektor 224
V. Förderung eines inländischen IKT-Dienstleistungssektors 225
1. Lokale Förderung 226
2. Förderung durch ausländische Entwicklungspolitik und Public Privat Partnership 227
VI. Mögliche Risiken der IKT für Entwicklungsländer 228
Literaturverzeichnis 231
Torsten Amelung: Anwendungsgebiete und Fördermöglichkeiten von Informations- und Kommunikationstechnologien in Entwicklungsländern. Korreferat zum Beitrag von Frank Weiler 235
A. Die Auswirkungen der IT-Technik auf die Transaktionskosten 235
B. Das sogenannte Digital-Divide-Phänomen 237
C. Leap-frogging durch moderne IT-Lösungen 237
D. Entwicklungspolitik nach der IT-Revolution: Ansatz- und Schwachpunkte 239
Literaturverzeichnis 241