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Besinnung auf das Subsidiaritätsprinzip

Editors: Rauscher, Anton

Soziale Orientierung, Vol. 23

(2015)

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Abstract

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA sind auf vielen gesellschaftlichen und politischen Ebenen Konzentrationsprozesse im Gang. Viele Bürger/innen haben den Eindruck, dass ihr eigener Aktionsradius kleiner wird und sie immer mehr von den öffentlichen Verwaltungs- und Machtzentren abhängig werden. Es wächst der Eindruck, dass der Mensch Objekt und nicht Subjekt der Entwicklung ist. Dies dürfte auch ein Grund für den Rückgang der Wahlbeteiligung sein. Die Meinung ist weit verbreitet: Was »die da oben« machen, das kann ich, obwohl es mich und meinen persönlichen Wirkbereich betrifft, doch nicht ändern. Diese Entwicklung war Gegenstand des 13. Deutsch-Amerikanischen Kolloquiums im Juli 2014. Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass Papst Pius XI. in der Missachtung des Subsidiaritätsprinzips die Hauptursache der ersten Weltwirtschaftskrise (1929) mit ihren katastrophalen Auswirkungen sah. Die ungeheuren Fortschritte von Wissenschaft und Technik verdecken die Einsicht, dass auch heute noch die menschliche Person die schöpferische Quelle ist. Wenn im Maastrichter Vertrag der EU auf das Subsidiaritätsprinzip verwiesen wird, dann nicht zuletzt deshalb, weil viele Bürger die Brüsseler Regulierungssucht satt haben und ihre gewachsenen Lebensverhältnisse selbst gestalten wollen.»The Importance of the Principle of Subsidiarity«

In our modern world there are many concentration processes in all fields. The citizens have the impression – even in a democratic state – that they can participate in elections, but they cannot really influence the political decisions. The principle of subsidiarity, formulated by the Christian social teaching, reminds us, that even in our present society the human person remains the source of inspiration and of responsibility in the state as well as in the smaller communities.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Anton Rauscher: Das Subsidiaritätsprinzip und seine Formulierung in „Quadragesimo anno“ 9
I. Der Entwurf für die Enzyklika 9
II. Die Person als Subjekt der Gesellschaft 12
III. Hilfe zur Selbsthilfe 14
IV. Subsidiäre Kultur der modernen Gesellschaft 16
William A. Frank: Personal Being and the Principle of Subsidiarity 19
I. Contemporary Origins 20
II. Premodern Anticipations 21
III. Authority and the Identity of Mediating Associations 24
IV. The Dignity and Autonomy of Persons 27
V. Conclusion 33
Bruno Kahl / Andreas Kerst: Subsidiarität in ihrer Bedeutung für öffentliche Unternehmen 35
I. Einleitung 35
II. Subsidiarität und Öffentliche Unternehmen 36
III. Subsidiaritätsprinzip und Grundgesetz 39
IV. Notwendige Zweckprogrammierung staatlicher Eigenwirtschaft als Ausfluss des Subsidiaritätsprinzips 41
V. Subsidiaritätsbestimmungen im Haushaltsrecht 43
VI. Das Subsidiaritätsprinzip in den Kommunalordnungen 44
VII. Unionsrechtliche (Privatisierungs-)‌Vorgaben 46
VIII. Wirtschaftsaufsicht und Regulierung als notwendige Vorbehalte für eine „Staatsfreiheit“ der Wirtschaft 48
IX. Zusammenfassung 49
Richard Dougherty: Federalism and American Politics: The Founders and the Modern State 51
I. Federalism and the Founding 52
II. Interstate Commerce and the Expansion of Federal Authority 55
III. The Incorporation Doctrine 58
IV. Federal Funding and the Extension of Influence 60
V. Conclusion 61
Lothar Roos: Subsidiäres Denken bei Bischof Ketteler in der Auseinandersetzung mit dem Liberalismus 65
I. Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler in seiner Zeit 65
II. Ketteler, die wahre Demokratie und das „subsidiäre Recht“ 67
1. Die Gefahr des demokratischen Absolutismus 67
2. Die „Staatsweisheit des Herrn Thüssing“ 68
3. Die Begründung und Entfaltung des „subsidiären Rechts“ 70
III. Kettelers Aktualität im Kampf für das „subsidiäre Recht“ 71
1. Das „Gesetz des wachsenden Staatsbedarfs“ 71
2. Der Kulturimperialismus der Wertrelativisten 72
3. Die Flucht aus der subsidiären Verantwortung 73
John Hittinger: The Family and the Polis: On the Perfect and Imperfect 77
Klaus Stüwe: Subsidiarität und Subsidiaritätskontrolle im politischen System der Europäischen Union 95
I. Das Subsidiaritätsprinzip im politischen System der Europäischen Union 97
II. Die Verteilung der Kompetenzen zwischen EU und Gliedstaaten 101
III. Subsidiaritätskontrolle 104
1. Das Subsidiaritätsfrühwarnsystem 107
2. Gerichtliche Kontrolle 111
IV. Schluss: Herausforderungen und Probleme 113
Jürgen Aretz: Von den Katastrophen der Weltkriege zur europäischen Einheit 117
I. Auf dem Weg in die Moderne – Europa vor 1914 119
II. Die Selbstzerstörung Europas 122
III. Der Kalte Krieg und der europäische Einigungsprozess 125
IV. Die Überwindung der deutschen Teilung und der europäische Kontext 131
Markus Ferber: Europa braucht subsidiäre Strukturen 139
Douglas Ryan: Keeping the White Horse in the Barn: The Restoration of Subsidiarity in the Face of Conflict and Natural Disasters 143
I. Storm of the Century: Honduras and the Committees for Local Development 144
II. The End of Conflict: South Sudan and Building Local Government 149
III. Peace from the Grassroots: The Philippines 152
IV. Conclusion 154
Robert C. Koons: Political Representation, Human Nature, and the Problem of Scale 157
I. The Question of Scale 157
II. The Impossibility of Representation above the Natural Limit 158
1. Aristotle’s Argument 158
2. The American Anti-Federalists 158
3. Robert Michels’ “Iron Law of Oligarchy” 159
4. The Historical Record 162
III. The Federal Solution 163
IV. The Problem of Scale for Federations 164
Bibliography 165
Manfred Spieker: Subsidiarität. Anthropologische Voraussetzungen und sozialethische Konsequenzen 167
I. Die Wiederentdeckung des Subsidiaritätsprinzips in der Krise der EU 167
II. Anthropologische Voraussetzungen: Aktiver Bürger, nicht betreuter Untertan 171
III. Sozialethische Konsequenzen: Subsidiarität, nicht Effektivität 174
Ronald J. Pestritto: The Fate of Subsidiarity in the American Administrative State 179
I. Origins of the Administrative State 181
II. Administrative State: From Theory to Practice 188
III. Administrative Law: Procedure 189
IV. Administrative Law: Substance 190
V. A Case Study: Environmental Policy Today 193
VI. Conclusion 197
H.E. Cardinal George Pell / Michael A. Casey: Subsidiarity and Organizational Reforms in the Catholic Church 199
I. The Principle of Subsidiarity 199
II. Subsidiarity and the Catholic Church 202
Stefan Mückl: Das Subsidiaritätsprinzip im kirchlichen Organisationsrecht 209
I. Innerkirchliche Geltung des Subsidiaritätsprinzips 209
II. Das Subsidiaritätsprinzip als Leitprinzip des erneuerten Kirchenrechts 211
III. Konkretisierungen im Recht der kirchlichen Organisation 213
1. Dispenswesen 214
2. Bischofskonferenzen 217
IV. Grundbedingungen des Subsidiaritätsprinzips 219
Thomas C. Kohler: Structuring Subsidiarity, Grounding Solidarity 221
Nicholas T. Pinchuk: Subsidiarity and the Multinational Corporation 229
I. Overview 229
II. Subsidiarity: Hierarchical Function 230
III. The Corporations as a Model for Subsidiarity 233
IV. A Framework for Subsidiarity – Value, Choice, Engagement, and Belief 240
V. Nations – Subsidiarity in Practice 242
VI. Conclusion 246
Elmar Nass: Solidarität nicht ohne Subsidiarität. Überlegungen zur Währungsethik für Europa 249
I. Entideologisierung der christlichen Sozialethik? 249
1. Ein gut gemeinter, aber unzureichender Versuch 250
2. Christliche Sozialethik in Gott verankert 252
II. Das Christentum der Humanität 253
1. Die Stärkung der Eigenverantwortung 253
2. Grundsätzliche Verortung der Geldpolitik 256
3. Wirtschaftsethische Begründung 258
4. Das Targetproblem 260
5. Wirtschaftsethische Einschätzung 261
6. Und die Konsequenzen … 262
Literatur 263
Jeffrey J. Langan: Subsidiarity and the National Economy 265
I. Friedrich List and Trade Unions 265
II. Friedrich List and the American System 266
III. Critique 271
IV. Conclusion 272
Robert G. Kennedy: Subsidiarity and the Management of Associations 275
I. The Meaning of Subsidiarity 276
II. The Human Person, Human Flourishing and Human Communities 277
III. Civil Societies and Private Associations 278
IV. Subsidiarity and the Management of Private Associations 280
V. Subsidiarity and the Christian Manager 282
1. Alignment 282
2. Job Design 283
3. Placement and Training 283
4. Entrusting, not Delegating 284
5. Evaluation and Accountability 284
VI. Summary 284
Andreas Püttmann: Tugendethische Voraussetzungen der Subsidiarität 287
I. Die unterbelichtete Tugendethik 287
II. Tugenden für eine subsidiäre Gesellschaft 289
III. Christliche Beiträge zu einem die Subsidiarität begünstigenden Ethos 293
IV. Zur sozialen und missionarischen Relevanz christlicher Bürgertugend 298
Wolfgang Bergsdorf: Aufbruch in die digitale Medienwelt 301
I. Funktion und Konsumption der Medien 303
II. Journalisten 306
III. Ethische Herausforderungen 309
Autorenverzeichnis 311