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Zehn Jahre Vertrag von Maastricht

Editors: Ahrens, Joachim | Ohr, Renate

Volkswirtschaftliche Schriften, Vol. 529

(2003)

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Abstract

Die Beschlüsse von Maastricht zur Einführung einer gemeinsamen europäischen Währung erzeugten unterschiedlichste Reaktionen in Öffentlichkeit und Wissenschaft: Während die einen von einer "Vision für Europa" sprachen, warnten andere vor einem "gefährlichen Irrweg". Auch heute noch prägen äußerst kontroverse Ansichten die Diskussion um die Perspektiven des Euro. Dies nahm das Zentrum für Globalisierung und Europäisierung der Wirtschaft (CeGE) an der Universität Göttingen zum Anlass, am 30. November 2001 das Symposium "Zehn Jahre Vertrag von Maastricht" durchzuführen. Ziel der Veranstaltung war es, die damalige Diskussion aus aktuellem Blickwinkel aufzuarbeiten und die künftigen Perspektiven des Euro zu analysieren. Die Autoren des vorliegenden Buches dokumentieren das wissenschaftliche Ergebnis dieser Tagung.

Auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen werden neben den Vorteilen der europäischen Gemeinschaftswährung vor allem die Ursachen der Euro-Schwäche 1999-2001 sowie die fehlende politische Fundierung der Europäischen Währungsunion (EWU) analysiert. Hinsichtlich der zukünftigen Perspektiven widmet sich der vorliegende Band vor allem den mittelfristigen stabilitäts- und wachstumspolitischen Herausforderungen, denen die Länder der EWU vor dem Hintergrund der Osterweiterung gegenüberstehen. Ergänzt wird diese Diskussion durch die Frage, wie rasch und über welchen Weg sich die Beitrittsländer der Währungsunion anschließen sollten.

Im Abschlusskapitel wird argumentiert, dass die eigentliche Bewährungsprobe für den Euro noch aussteht. Insbesondere drei Situationen könnten hierfür entscheidend sein: erstens, wenn die konjunkturelle Entwicklung sich weiterhin abschwächt und hierdurch der Zielkonflikt zwischen Beschäftigungssicherung und Inflationsbekämpfung wieder virulent wird; zweitens, wenn ein Umschwung in der Inflationsakzeptanz und den Inflationserwartungen entsteht; drittens, wenn die EWU zu rasch um die Beitrittsländer erweitert wird. Daher sollte die EWU zunächst als "Club im Club" weitergeführt werden, damit die Gemeinschaftswährung nicht zu schnell mit der dritten Bewährungsprobe überfordert wird.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 9
Joachim Ahrens: Per aspera ad astra? - Zum Prozess der monetären Integration in der Europäischen Union 11
A. Einleitung 11
B. Europäische Währungsunion: Pro und Contra 12
C. Rationale Ökonomik, irrationale Politik? 16
D. Nominale und reale Konvergenz in Euroland? 20
Anhang 23
Literaturverzeichnis 26
Peree und Alfred Steinherr: Der Euro und die Kapitalmärkte: Eine neue Ära 29
A. Einleitung 29
B. Die sich ändernde weltweite Finanzlandschaft 31
C. Die WWU verändert die Finanzwelt Europas 32
D. Wie sich Finanzmärkte mit der WWU änderten 33
E. Schlussfolgerung 44
Zusammenfassung 45
Summary 45
Literaturverzeichnis 46
Roland Vaubel: Die Ursachen der Euro-Schwäche 1999-2001 47
Zusammenfassung 54
Summary 54
Literaturverzeichnis 55
Joachim Starbatty: Die Abschaffung der DM ist noch keine Bereitschaft zur politischen Union 57
A. Der Euro als Club-Gut und die damit verbundenen Konsequenzen 57
B. Die Erfahrungen in Kürze: In Wechselkursunionen hatten nationale Interessen gegenüber gemeinschaftlichen Pflichten Vorrang 60
C. Vom EWS zur Währungsunion: Der Übergang zu währungspolitischer Symmetrie 62
D. Die politischen Auffassungen zur politischen Fundamentierung gehen in der EU auseinander 65
E. Die politische Fundamentierung der Währungsunion wird nach der Ost-Erweiterung der EU noch schwieriger 75
Zusammenfassung 77
Summary 77
Literaturverzeichnis 78
Paul J. J. Welfens: Mittelfristige Herausforderungen für Euroland: Stabilität, EU-Osterweiterung, Wachstum 81
A. Einleitung: Euro-Start als kritische Übergangsphase 81
B. Stabilität für Euroland: Institutioneller Rahmen und Rolle der Geldpolitik in integrierten Wirtschaftsräumen 84
I. Internationale Finanzmarktstabilitätspotentiale 87
II. Stabilität in Euroland 88
C. EU-Osterweiterung: Probleme, Risiken und Flankierungsoptionen 93
I. Finanzmarktstruktur, ESZB-Struktur und Euroisierung Osteuropas als Problem 94
II. Einfaches Modell des realen Wechselkurses: Euro-Abwertung durch EU-Osterweiterung 95
D. Wachstunispolitik in Euroland: Notwendige Weichenstellungen rationaler Wirtschafts- und Tarifpolitik 99
E. Perspektiven 103
Anhang: Neue Wachstumstheorie - ein hybrides neues Wachstumsmodell für eine offene Volkswirtschaft 106
Zusammenfassung 108
Summary 109
Literaturverzeichnis 109
Peter Bofinger und Timo Wollmershäuser: Wechselkurspolitik für den Weg in die Europäische Währungsunion 111
A. Einleitung 111
B. Ein sehr einfaches Modell für flexibles Inflation Targeting in einer offenen Volkswirtschaft 112
C. Managed Floating 114
D. Direktes Inflation Targeting bei flexiblen Wechselkursen 120
E. Feste Wechselkurse 123
F. Die Rolle des Wechselkursmechanismus II 124
I. Institutioneller Aufbau 125
II. Leitkurse und Bandbreiten 126
III. Regeln fiir Interventionen 127
IV. Die Rolle der Interventionskredite („Very short-term financingfacility\") 129
V. Die Ausstiegsmöglichkeit 129
VI. Gesamtbewertung 131
VII. Beitritt zum WKM II bereits vor dem EU-Beitritt 132
G. Schlussbetrachtung 133
Anhang 1 135
Anhang 2 136
Anhang 3 138
Anhang 4 142
Zusammenfassung 144
Summary 145
Literaturverzeichnis 145
Joachim Ahrens: Ergebnisse der Podiumsdiskussionen 147
A. Europäische Währungsunion - politischer Preis oder ökonomische Rationalität? 147
B. Osterweiterung der EU und ihre Auswirkungen auf die Stabilität des Euro-Raums 149
Renate Ohr: Zehn Jahre Vertrag von Maastricht: Haben sich die Erwartungen erfüllt? 155
A. Kontroverse Erwartungen im Vorfeld 155
B. Zur Stabilität des Euro 1999-2002 156
C. Bewährungsproben für die Europäische Währungsunion 159
I. Gefahren für den Stabilitäts- und Wachstumspakt 160
II. Osterweiterung der Währungsunion 162
D. Ausblick 166
Literaturverzeichnis 167
Autoren und Diskussionsteilnehmer 169