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Prognoseprinzip und Vertragskontrolle im befristeten Arbeitsverhältnis

Loth, Katharina

Schriften zum Sozial- und Arbeitsrecht, Vol. 327

(2015)

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About The Author

Katharina Loth studierte von 2006 bis 2011 Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln. Seit 2008 war sie dort bis zu ihrer Promotion am Institut für Deutsches und Europäisches Arbeits- und Sozialrecht beschäftigt. Die von Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Preis betreute Arbeit wurde im August 2014 fertig gestellt. Seit November 2014 ist die Autorin Rechtsreferendarin im Bezirk des Kammergerichts Berlin.

Abstract

Befristungsrecht ist Unionsrecht, geht in Deutschland jedoch in erster Linie auf die Rechtsprechung des BAG zurück, welches schon vor der Kodifizierung durch das TzBfG Grundsätze für die Rechtmäßigkeit und die Kontrolle befristeter Arbeitsverträge entwickelte. Deren Gemeinsamkeit mit der gesetzlichen Grundlage ist das Erfordernis eines sachlichen Grundes für den Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrages. Vor dem Hintergrund, dass das TzBfG auf einer Rahmenvereinbarung der europäischen Sozialpartner beruht, stellt sich indes die Frage, ob für die Auslegung des Begriffes des sachlichen Grundes i.S.d. § 14 Abs. 1 TzBfG noch dieselben Grundsätze gelten können. Im Mittelpunkt der Ausarbeitung steht daher die Frage nach der unionsrechtskonformen Auslegung und Anwendung deutschen Rechtes. Hier bilden die Grundsätze, die der EuGH zu der Rechtssache Kücük entwickelt hat, den Ausgangspunkt für eigene Überlegungen der Autorin.»Prognosis Principle and Contract Control in Fixed-Term Employment Relationships«

The work concerns the legitimacy of fixed-term employment contracts based on Art. 14 (1) Part-time Work and Fixed-term Employment Contracts Act (TzBfG), which was adopted due to a European Framework Agreement. According to that Act the conclusion of fixed-term contracts requires the existence of »objective reasons«, which are characterized by their temporary nature and need thus to be proved by a prognosis. The requirements on this prognosis and its judicial control in particular are still controversial, and hence need, especially under the influence of European Law, to be revalued.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Kapitel 1: Einleitung 23
§ 1 Einleitung 23
A. Der Konflikt zwischen Bestandsschutz und Flexibilität 24
B. Rechtssetzung zwischen Arbeitsmarktpolitik und Personalpolitik 25
§ 2 Untersuchungsgegenstand 26
A. Anlass der Bearbeitung 26
B. Verlauf der Bearbeitung 27
C. Eingrenzungen 30
Kapitel 2: Befristungsrecht als Vertragskontrolle 31
§ 1 Legitimation einer Vertragskontrolle im Befristungsrecht 31
§ 2 Die Vertragskontrolle 32
A. Vertragskontrolle als Schutz vor Umgehung des Kündigungsrechtes 33
I. Vertragskontrolle nach § 620 Abs. 1 BGB 33
1. Wortlaut von § 620 Abs. 1 BGB 33
2. Konkretisierung durch die Rechtsprechung 33
a) Rechtsprechung des Reichsarbeitsgerichtes 34
b) Die frühe Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes 34
c) Der Beschluss des Großen Senates des BAG von 1960 36
d) Entwicklung der Rechtsprechung des BAG nach dem Beschluss des Großen Senates 37
3. Ergebnis 37
II. Zulässigkeit der Befristung nach § 1 BeschFG 1985 38
1. Regelungsinhalt von § 1 BeschFG 1985 38
2. Ziele von § 1 BeschFG 1985 38
3. Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt 39
4. Bewertung der Regelung 41
III. Fazit 42
B. Der Sachgrund als Gegenstand der Vertragskontrolle 42
I. Gegenstand der Richtlinie 1999 / 70 / EG 43
1. Regelungszweck der Richtlinie 1999 / 70 / EG 43
2. Inhalt der Richtlinie 1999 / 70 / EG 43
II. Gegenstand der EGB-UNICE-CEEP-Rahmenvereinbarung über befristete Arbeitsverhältnisse 44
1. Regelungszweck der Rahmenvereinbarung 44
2. Anwendungsbereich der Rahmenvereinbarung 44
a) Persönlicher Anwendungsbereich 44
b) Sachlicher Anwendungsbereich 45
3. Inhalt der Rahmenvereinbarung 46
a) Diskriminierungsverbot 46
b) Verschlechterungsverbot 46
c) Vermeidung von Missbrauch 46
4. Inhalt der Umsetzungsverpflichtung in Bezug auf die Verhinderung von Missbrauch 47
a) Auslegung von § 5 Nr. 1 a) Rahmenvereinbarung 47
aa) Unionsautonome oder mitgliedstaatsautonome Auslegung 47
(1) Anordnungen der Rahmenvereinbarung 48
(2) Anordnungen der Richtlinie 50
(3) Zwischenergebnis 51
bb) Gestaltungsspielraum 51
cc) Bedeutung des Erfordernisses „sachlicher Gründe“ 51
(1) Wortlaut 52
(2) Systematik 53
(3) Historik-Genetik 54
(4) Telos 55
(a) Art der Regelung 56
(b) Inhalt der Regelung 58
(5) Zwischenergebnis 58
b) Ergebnis 58
III. Vertragskontrolle nach § 14 Abs. 1 TzBfG 59
1. Vereinbarkeit von § 14 Abs. 1 TzBfG mit Unionsrecht 59
a) Umsetzung von § 5 Nr. 1 a) RV-B durch § 14 Abs. 1 TzBfG 60
aa) Regelungskonzept 60
(1) Erforderlichkeit abschließender Aufzählung 61
(2) Zwischenergebnis 62
bb) Einzelne Sachgründe 62
(1) Befristung wegen vorübergehenden Mehrbedarfs (§ 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 TzBfG) 62
(2) Befristung im Anschluss an Studium oder Ausbildung (§ 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 TzBfG) 63
(3) Befristung zur Vertretung eines Arbeitnehmers (§ 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 TzBfG) 64
(4) Befristung wegen der Eigenart der Arbeitsleistung (§ 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 4 TzBfG) 66
(5) Befristung zur Erprobung (§ 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 5 TzBfG) 67
(6) Befristung wegen in der Person des Arbeitnehmers liegender Gründen (§ 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 6 TzBfG) 67
(7) Befristung aus Haushaltsmitteln (§ 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 7 TzBfG) 68
(8) Befristung auf Grundlage eines gerichtlichen Vergleichs (§ 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 8 TzBfG) 70
(9) Zwischenergebnis 72
b) Ergebnis 72
2. Vertragskontrolle nach § 14 Abs. 1 TzBfG 72
IV. Fazit 73
C. Ergebnis 74
Kapitel 3: Das Prognoseprinzip im System der Vertragskontrolle 75
§ 1 Methodische Vorfragen 76
A. Begriff der Prognoseentscheidung 76
I. Begriffsbildung 76
II. Das Prognoseprinzip als Element der Vertragskontrolle 77
III. Ergebnis 78
B. Methodische Überlegungen 78
I. Der Begriff des Rechtsprinzips 78
1. Normcharakter von Rechtsprinzipien 79
a) Rechtsprinzipien mit Normcharakter 79
b) Rechtsprinzipien ohne Normcharakter 79
2. Formale und materiale Rechtsprinzipien 80
a) Formale Rechtsprinzipien 80
b) Materiale Rechtsprinzipien 80
3. Die Einordnung des Prognoseprinzips 81
II. Legitimation des Rückgriffes auf allgemeine Rechtsprinzipien 81
1. Zweck einer Rechtsordnung 82
2. Die Unvollständigkeit des geschriebenen Rechtes 85
3. Ergebnis 85
III. Funktion und Bedeutung von Rechtsprinzipien in der Rechtsordnung 85
1. Prinzipienbildung 86
2. Die Bedeutung von Rechtsprinzipien für die Auslegung und Anwendung geltenden Rechtes 87
3. Übertragung auf das befristungsrechtliche Prognoseprinzip 89
a) Das Prognoseprinzip als Rechtsprinzip mit Mischcharakter 89
b) Prognoseprinzip als Auslegungshilfe oder Rechtsfortbildung? 89
IV. Ergebnis 91
§ 2 Übertragbarkeit bekannter Prognosegrundsätze auf das Befristungsrecht 91
A. Das Prognoseprinzip in anderen Rechtsgebieten 92
I. Prognoseentscheidungen im Überblick 92
1. Die Prognose im Verwaltungsrecht 92
2. Die Prognose im Verfassungsrecht 93
II. Übertragbare Ergebnisse 94
B. Das Prognoseprinzip im Kündigungsrecht 94
I. Ursprung und Legitimation des kündigungsrechtlichen Prognoseprinzips 95
1. Ursprung 95
2. Legitimation 96
II. Inhalt des kündigungsrechtlichen Prognoseprinzips 97
1. Personenbedingte Kündigung, insbesondere krankheitsbedingte Kündigung 97
2. Verhaltensbedingte Kündigung 99
3. Betriebsbedingte Kündigung 99
III. Kontrolle kündigungsrechtlicher Prognoseentscheidungen 100
1. Kontrollmaßstab 100
a) Kontrollfreier Prognosespielraum 100
b) Gerichtliche Nachprüfbarkeit 101
aa) Beurteilungszeitpunkt 101
bb) Kontrolldichte 102
2. Reaktionsmöglichkeiten auf Fehlprognosen 102
a) Prognosekorrektur durch Ex-post-Kontrolle 104
b) Keine Prognosekorrektur 105
aa) Wiedereinstellungsanspruch des Arbeitnehmers 105
(1) Dogmatische Grundlage 106
(a) Wiedereinstellung aus Billigkeitserwägungen (§ 242 BGB) 106
(aa) Fürsorgepflicht des Arbeitgebers 106
(bb) Grundsatz des Vertrauensschutzes 107
(b) Wiedereinstellung als Schadensersatz 109
(c) Wiedereinstellungsanspruch als systemimmanente Rechtsfortbildung 110
(d) Zwischenergebnis 112
(2) Voraussetzungen eines Wiedereinstellungsanspruches 112
(a) Ablauf der Kündigungsfrist als maßgeblicher Beurteilungszeitpunkt 113
(b) Keine anderweitigen Dispositionen des Arbeitgebers 114
(c) Zumutbarkeit der Wiedereinstellung 114
bb) Kein Wiedereinstellungsanspruch 115
c) Ergebnis 115
IV. Zusammenfassung 115
1. Legitimation des Prognosegedankens 115
2. Vergangenheitsbezug kündigungsrechtlicher Prognoseentscheidungen 116
3. Verteilung des Prognoserisikos 116
C. Übertragbarkeit der Grundsätze auf das Befristungsrecht 117
I. Vergangenheitsbezug befristungsrechtlicher Prognoseentscheidungen 117
1. Bedeutung vergangener Befristungen zwischen denselben Parteien für das Vorliegen eines Sachgrundes 117
2. Vergangenes als Grundlage der befristungsrechtlichen Prognoseentscheidung 118
II. Verteilung des Prognoserisikos 119
1. Wiedereinstellungsanspruch nach Ablauf der Befristung 120
2. Wiedereinstellungsanspruch bei Fehlprognose 120
a) Übertragbarkeit der Grundsätze eines Wiedereinstellungsanspruches im Kündigungsrecht auf das Befristungsrecht 120
aa) Fehlanfälligkeit der Prognose 121
bb) Verwirklichtes Maß an Bestandsschutz 121
b) Zwischenergebnis 122
III. Zusammenfassung 122
D. Ergebnis 123
§ 3 Das Prognoseprinzip in der Vertragskontrolle 123
A. Vorüberlegungen 124
I. Legitimation des Prognosegedankens im Befristungsrecht 124
II. Probleme der Prognoseentscheidung 125
III. Funktion des Prognoseprinzips als Element der Vertragskontrolle 126
B. Entwicklung des Prognosegedankens 126
I. Die Befristungskontrolle nach § 620 BGB 126
1. Eingang in die Rechtsprechung des BAG 127
2. Konkretisierung des Prognoseprinzips durch die Rechtsprechung 127
a) Prognosezeitpunkt 128
b) Prognosegrundlage 128
c) Prognosezeitraum 129
aa) Rechtfertigung der Befristungsdauer 129
bb) Aufgabe der Rechtsprechung 129
d) Prognosemaßstab 130
e) Kontrollgegenstand 131
aa) Zuständigkeit des Zweiten und des Siebten Senates 131
bb) Alleinzuständigkeit des Siebten Senates 132
II. Meinungsstand im Schrifttum 133
1. Darstellung grundsätzlicher Argumentationsstränge 133
a) Erfordernis einschränkender Auslegung von § 620 BGB 133
b) Bewertung der Fallgruppenbildung 134
c) Kritik an dem Rechtsprechungswandel Mitte der 1980er-Jahre 135
2. Ergebnis 136
III. Stellungnahme 137
1. Relevanz der Befristungsdauer 137
2. Gesteigerte Darlegungslast bei Kettenbefristungen 138
3. Prüfungsgegenstand 139
4. Fazit 140
C. Die Bedeutung des Prognoseprinzips bei der Konkretisierung des Sachgrundes 140
I. Allgemeine Überlegungen 141
1. Inbezugnahme der Rechtsprechung zu § 620 BGB 141
a) Zweck der Befristungskontrolle 141
b) Besonderheiten des Unionsrechts 142
c) Zwischenergebnis 142
2. Umkehr des Regel-Ausnahme-Verhältnisses 143
3. Ergebnis 143
II. Sachgrundkonkretisierung durch das BAG 143
1. Anforderungen an den Begriff des Sachgrundes 144
2. Das Prognoseprinzip als Instrument der Sachgrundkonkretisierung 145
a) Prognoseerfordernis 145
aa) Inhalt der Sachgründe 145
bb) Ergebnis 148
b) Sachgrundübergreifende Grundsätze 148
c) Besonderheiten einzelner Befristungsgründe 150
aa) Befristung wegen vorübergehenden Mehrbedarfs (§ 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 TzBfG) 150
(1) Prognosegrundlage 150
(2) Prognosezeitraum 151
bb) Befristung zur Vertretung (§ 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 TzBfG) 152
(1) Prognosegrundlage 152
(2) Prognosezeitraum 153
(3) Prognosemaßstab 154
cc) Haushaltsmittelbefristung (§ 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 7 TzBfG) 154
(1) Prognosegrundlage 154
(a) Einschränkende Auslegung von § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 7 TzBfG 155
(b) Qualität einer die Befristung rechtfertigenden Haushaltsnorm 156
(2) Prognosezeitraum 158
3. Probleme bei der Sachgrundkonkretisierung 159
a) Darlegungs- und Beweislast 159
aa) Prognosegrundlage 160
bb) Berücksichtigung vergangener Verträge 160
b) Umgang mit Fehlprognosen 160
c) Ergebnis 162
4. Einfluss des Unionsrechtes bei der Konkretisierung des Sachgrundes 163
a) Zentrale Entscheidungen des EuGH 163
aa) Rechtssache Adeneler (EuGH vom 4.7.2006) 163
(1) Gegenstand der Entscheidung 163
(2) Würdigung durch den EuGH 164
bb) Rechtssache Angelidaki (EuGH vom 23.4.2009) 165
(1) Gegenstand der Entscheidung 165
(2) Würdigung durch den EuGH 165
cc) Rechtssache Gavieiro Gavieiro (EuGH vom 22.12.2010) 166
(1) Gegenstand der Entscheidung 167
(2) Würdigung durch den EuGH 167
dd) Bewertung 168
b) Einfluss auf die Rechtsprechung des BAG 168
aa) Anwendung der Grundsätze des EuGH auf die eigene Rechtsprechung 168
(1) Sachgrundkonkretisierung 168
(2) Ständiger und dauernder Bedarf 170
bb) Eigene Vorlagebeschlüsse 171
(1) Vorlagebeschluss des BAG vom 27.10.2010 171
(2) Vorlagebeschluss des BAG vom 17.11.2010 173
c) Ergebnis 174
III. Meinungsstand im Schrifttum 175
1. Bewertung der gesetzlichen Regelung 175
2. Bewertung der Rechtsprechung 177
a) Entkoppelung von Kündigungs- und Befristungsrecht 177
b) Die Bedeutung vergangener Verträge für die Befristungskontrolle 178
c) Fehlende Kongruenz von Befristungsgrund und Vertragsdauer 181
d) Kausalitätserfordernis im Rahmen der Vertretungsbefristung 182
e) Prognoserisiko 183
f) Vereinbarkeit mit Unionsrecht 184
3. Fazit 184
IV. Stellungnahme 185
1. Prognoserisiko 185
a) Die Bedeutung vergangener Befristungen 185
aa) Kontrollgegenstand 186
bb) Kontrollmaßstab 188
cc) Ergebnis 189
b) Kausalitätserfordernis 189
aa) Unmittelbare Vertretung 189
bb) Mittelbare Vertretung 190
cc) Vertretung nach Umorganisation 191
dd) Gesamtvertretung 193
(1) Vorliegen eines Gesamtvertretungsbedarfs 194
(2) Kritik der Literatur 195
(3) Bewertung 196
(a) Versetzungsbefugnisse des öffentlichen Arbeitgebers 196
(aa) Einfachgesetzliche Regelungen 196
(bb) Rechtsprechung 198
(cc) Verfassungsrecht 198
(dd) Zwischenergebnis 199
(b) Unsicherheiten als Grundlage der Befristung 199
(c) Vorübergehender Beschäftigungsbedarf 201
(d) Lösung über die „klassischen“ Vertretungsfälle 202
(4) Tendenzen in der aktuellen Rechtsprechung des BAG 203
(5) Zwischenergebnis 205
ee) Ergebnis 205
c) Rückkehrprognose bei Vertretung 205
aa) Mitwirkungspflichten bei der Informationsbeschaffung 206
(1) Befristungsbedarf aus Krankheitsgründen 207
(2) Befristungsbedarf aus sonstigen Gründen 208
(3) Sonderfall: Abordnungsvertretung 209
(a) Die Fallgruppe der Abordnungsvertretung in der Rechtsprechung des BAG 210
(b) Besonderheiten der Rückkehrprognose 211
(c) Stellungnahme 211
bb) Auswirkungen auf die Darlegungs- und Beweislast 214
cc) Ergebnis 214
d) Zusammenfassung 214
2. Befristungsdauer 215
a) Zeitliche Kongruenz von Befristungsbedarf und tatsächlicher Beschäftigung 215
b) Sonderfall: Dauervertretung 216
c) Relevanz der Gesamtbefristungsdauer für die Zulässigkeit einer Befristung 217
d) Ergebnis 217
3. Der Tatbestand des § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 7 TzBfG 218
a) Einschränkende Rechtsprechung des BAG 218
b) Einfluss der Rechtsprechung des EuGH 220
aa) Besonderheiten des öffentlichen Dienstes als Befristungsgrund 221
bb) Ungleichbehandlung von privatem und öffentlichem Sektor 222
cc) Schlussanträge in der Rechtssache Jansen 223
c) Ergebnis 224
d) Annex: Ausblick 225
4. Die Vereinbarkeit der Rechtsprechung des BAG mit Unionsrecht 225
5. Fazit 226
D. Das Urteil Kücük und die Auswirkungen auf die Rechtsprechung des BAG 227
I. Die Vorabentscheidung des EuGH vom 26.1.2012 227
1. Inhalt der Entscheidung 227
a) Ausgangsrechtsstreit 227
b) Entscheidung des EuGH 228
2. Aufnahme des Urteils im Schrifttum 229
a) Einordnung in den Kontext vorheriger Entscheidungen 229
b) Resonanz des Schrifttums im Überblick 230
c) Umsetzungsvorschläge 231
aa) Missbrauchskontrolle nach § 242 BGB 232
bb) § 14 TzBfG als Anknüpfungspunkt einer Missbrauchskontrolle 236
3. Eigene Bewertung 240
a) Vorbemerkungen 240
b) Prämissen des EuGH 241
aa) Terminologie des dauerhaften Beschäftigungsbedarfs 242
(1) „Ständiger und dauerhafter“ Beschäftigungsbedarf 242
(2) „Ständiger und wiederkehrender“ Beschäftigungsbedarf 243
(3) Bewertung 243
bb) Vorliegen eines dauerhaften Beschäftigungsbedarfs 244
(1) Anknüpfungspunkt für die Beurteilung des Beschäftigungsbedarfs 245
(2) Voraussetzungen eines dauerhaften Beschäftigungsbedarfs 246
(3) Zwischenergebnis 247
c) Rechtsmissbrauchskontrolle 247
aa) Legitimation einer Rechtsmissbrauchskontrolle 247
(1) Herleitung der Rechtsmissbrauchskontrolle durch den EuGH 248
(a) Begriff des Rechtsmissbrauchs 248
(b) Kriterien für eine unionsrechtskonforme Anwendung des nationalen Befristungsrechtes 248
(c) Zwischenergebnis 249
(2) Normativer Anknüpfungspunkt im nationalen Recht 249
(a) Dogmatik des EuGH in der Rechtssache Kücük 250
(b) Systematik des Befristungsrechtes 251
(aa) Systemfremde Berücksichtigung der Befristungsdauer 251
(bb) Tatbestandliche Voraussetzungen des § 14 Abs. 1 S. 1 TzBfG 252
(cc) Subsidiarität von § 242 BGB 253
(dd) Zwischenergebnis 254
(c) Unionsrechtskonforme Auslegung von § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 TzBfG 254
(aa) Anwendungsbereich der unionsrechtskonformen Auslegung 255
(bb) Zwischenergebnis 256
(3) Ergebnis 256
bb) Inhaltliche Ausgestaltung einer Rechtsmissbrauchskontrolle als unionsrechtskonforme Auslegung von § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 TzBfG 257
(1) Feste zeitliche Obergrenze 257
(2) Höchstdauerbezogenes Indizienkonzept 257
(a) Gesetzgeberisches Konzept des § 14 TzBfG 258
(b) Konzept einer Missbrauchskontrolle 260
(aa) Vorüberlegungen 260
(bb) Anwendungsbereich der Missbrauchskontrolle 262
(cc) Indizien als flexible Grenzen 262
(α) Parallelen zum Kündigungsrecht 262
(β) Zeitlicher Rahmen des § 14 TzBfG 263
(γ) Zwischenergebnis 264
(dd) Ergebnis 265
cc) Übertragbarkeit auf andere Befristungsgründe 265
d) Zusammenfassung 266
II. Die Umsetzungsentscheidung des BAG vom 18.7.2012 266
1. Inhalt der Entscheidung 267
a) Grundsätze zum Sachgrund der Vertretung 267
aa) Vertretungsformen 267
bb) Ständiger Vertretungsbedarf 267
cc) Prüfungsmaßstab 268
b) Institutionelle Rechtsmissbrauchskontrolle gemäß § 242 BGB 269
c) Folgen für die Entscheidung in der Rechtssache Kücük 271
2. Aufnahme des Urteils im Schrifttum 271
3. Eigene Bewertung 278
a) Bestätigung der Grundsätze zur Rechtsfigur der gedanklichen Zuordnung 278
b) Sachgrund der Vertretung trotz ständigen Vertretungsbedarfs 279
c) Keine intensivierte Sachgrundprüfung mit zunehmender Befristungsdauer 280
d) Institutionelle Rechtsmissbrauchskontrolle 281
aa) Dogmatik 281
bb) Anwendungsbereich 281
cc) Durchführung 284
(1) Anzahl und Dauer vergangener Befristungen 284
(a) Konkrete Abwägung 284
(b) Relevanz zeitlicher Unterbrechungen für die Bestimmung der Befristungsdauer 285
(2) Beschäftigung auf demselben Arbeitsplatz und Verrichtung derselben Tätigkeit 287
(3) Laufzeit der einzelnen befristeten Verträge 289
(4) Branchenspezifische Besonderheiten und grundrechtlich gewährleistete Freiheiten 289
e) Ergebnis 289
aa) Bestätigung der ständigen Rechtsprechung 290
bb) Dogmatische Begründung 290
cc) Ausblick 291
III. Folgerechtsprechung von BAG und Landesarbeitsgerichten 291
1. Anschlussentscheidungen des BAG 291
a) Abweichungskompetenz der Tarifvertragsparteien nach § 14 Abs. 2 S. 3 TzBfG 291
b) Rechtsprechung des BAG zur Gesamtvertretung 292
c) Anwendung auf andere Sachgründe und Vertretungskonstellationen 292
2. Anwendung der neuen Rechtsprechung durch die Landesarbeitsgerichte 294
a) Inhalte der Entscheidungen 294
b) Bewertung der Entscheidungen 298
IV. Ergebnis 300
E. Fazit 301
§ 4 Auswertung 302
A. Bestandsaufnahme 302
B. Unionsrechtskonforme Ausgestaltung der befristungsrechtlichen Vertragskontrolle 303
I. Dogmatik der Sachgrundkonkretisierung 303
1. Allgemeines 304
2. Sachgrundkonkretisierung 305
a) Interessenabwägung 305
b) Die Befristungskontrolle als Angemessenheitskontrolle 307
aa) Angemessenheitskontrolle am Maßstab des § 307 BGB 307
bb) Angemessenheitskontrolle nach § 242 BGB 308
c) Stellungnahme 310
aa) Bewertung der Vorschläge 310
bb) Eigener Vorschlag 310
(1) Anknüpfungspunkt für die Konkretisierung des Sachgrundes 311
(2) Konkretisierung des Sachgrundes 311
(a) Schutzwürdiges Befristungsinteresse 311
(b) Schutzwürdiges Bestandsschutzinteresse 314
(c) Abwägung der widerstreitenden Interessen 314
d) Zusammenfassung 315
II. Konkretisierung des Sachgrundes durch die Prognoseentscheidung 315
1. Verteilung des Prognoserisikos 316
a) Prognosezeitpunkt 316
aa) Verlaufskontrolle 316
bb) Zwischenergebnis 317
b) Prognosegrundlage 317
aa) Vorübergehender Beschäftigungsbedarf 318
(1) Maßgeblichkeit der Vertragsgeschichte 318
(2) Kausalitätsprobleme 319
(3) Zwischenergebnis 319
bb) Sonderfall: Rückkehrprognose bei Vertretung 319
(1) Krankheitsvertretung 321
(a) Grundsatz: Darlegungs- und Beweislast des Arbeitgebers 321
(b) Mitwirkungspflichten des erkrankten Arbeitnehmers 322
(aa) Pflichten 322
(α) Anzeige- und Nachweispflichten nach § 5 Abs. 1 EFZG 322
α) Umfang der Anzeige- und Nachweispflichten 323
β) Inhalt der Anzeige- und Nachweispflichten 324
γ) Zwischenergebnis 325
(β) Informationspflichten nach §§ 611 Abs. 1, 241 Abs. 2 BGB 325
(bb) Rechtsfolgen einer Pflichtverletzung 326
(c) Einwirkungspflichten des Arbeitgebers 327
(aa) Pflichten 327
(α) Maßgebliches Rechtsverhältnis 327
α) Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Stammarbeitnehmer 328
β) Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Vertreter 328
(β) Inhalt der Verpflichtung 329
(bb) Rechtsfolgen einer Pflichtverletzung 329
(d) Zwischenergebnis 329
(2) Vertretung aus sonstigen Gründen 330
(a) Anforderungen der Freistellungsnormen 330
(aa) § 28 TV-L 331
(α) Regelungsinhalt 331
(β) Fazit 332
(bb) §§ 70, 71 LBG NRW; § 74 Abs. 1 i. V. m. §§ 25 ff. Freistellungs- und Urlaubsverordnung (FrUrlV NRW) 332
(α) Regelungsinhalt 332
(β) Fazit 333
(cc) §§ 15, 16 BEEG 334
(α) Regelungsinhalt 334
(β) Fazit 334
(dd) § 3 PflegeZG 335
(α) Regelungsinhalt 335
(β) Fazit 335
(ee) Zwischenergebnis 336
(b) Grenzen des Fragerechtes 336
(c) Rechtsfolgen der Pflichtverletzung 337
(d) Zwischenergebnis 338
(3) Bewertung der Informationen 338
(a) Zumutbarkeit der Rückkehrprognose in Bezug auf Abwesenheitszeiten 338
(b) Hinreichende Fundierung der Prognoseentscheidung 339
(aa) Krankheitsvertretung 340
(bb) Vertretung aus sonstigen Gründen 341
(4) Ergebnis 341
c) Prognosezeitraum 342
aa) Zeitliche Kongruenz von Befristungsbedarf und tatsächlicher Beschäftigung 342
(1) Kein zusätzliches Flexibilitätsinteresse 342
(2) Sonderfall: Dauervertretung 343
bb) Prognosehöchstdauer 344
d) Ergebnis 345
2. Kontrolle der Prognoseentscheidung 346
a) Allgemeine Kontrollgesichtspunkte 346
b) Typische Befristungssachverhalte 347
aa) Kettenbefristung 347
(1) Vertretung mehrerer Arbeitnehmer 347
(a) Prognosegrundlage 348
(b) Prognosezeitraum 348
(2) Kurzzeitige Einzelverträge 349
(a) Prognosegrundlage 349
(b) Prognosezeitraum 350
bb) Vertretung nach Umorganisation 350
(1) Prognosegrundlage 351
(2) Prognosezeitraum 351
cc) Gesamtvertretung 351
(1) Prognosegrundlage 352
(2) Prognosezeitraum 353
III. Zusammenfassung 353
C. Fazit 354
§ 5 Ergebnis 355
Kapitel 4: Legislativer Handlungsbedarf 357
§ 1 Bestandsaufnahme 357
§ 2 Regulierungsmöglichkeiten 358
A. Herausforderungen arbeitsrechtlicher Gesetzgebung 358
I. Interessenkonflikte 359
II. Auswirkungen von Gesetzgebung auf den Arbeitsmarkt 360
1. Erkenntnisgewinn durch Studien 361
2. Ermessens- und Prognosespielraum des Gesetzgebers 362
3. Ergebnis 363
B. Gesetzgebungsvorschläge 363
I. Höchstbefristungsdauer für die Sachgrundbefristung 363
1. Risiken einer Höchstgrenze 364
2. Chancen einer Höchstgrenze 365
a) Abgrenzung von dauerhaftem und vorübergehendem Beschäftigungsbedarf 365
b) Ausgestaltung einer Höchstdauerregelung 366
3. Formulierungsvorschlag 368
4. Ergebnis 368
II. Aufgabe der sachgrundlosen Befristung 368
1. Einfluss der sachgrundlosen Befristung auf die Beschäftigung 369
a) Empirische Beobachtungen 369
aa) Integrationseffekt der Befristung 369
bb) Verbreitung und Motive befristeter Beschäftigung 370
b) Schlussfolgerungen 371
2. Folgen fehlender empirischer Evidenz 372
3. Ergebnis 374
III. Anpassung der gesetzlichen Probezeit 375
1. Verbreitung befristeter Arbeitsverträge 376
2. Wechselwirkungen zwischen Kündigungsrecht und Befristungsrecht 376
a) Motive für den Vorzug des befristeten Arbeitsverhältnisses gegenüber dem unbefristeten Arbeitsverhältnis 376
b) Flexibilität durch Verlängerung der gesetzlichen Probezeit 377
c) Formulierungsvorschlag 378
3. Ergebnis 378
IV. Sonderfall: Befristungsrecht im öffentlichen Dienst 378
1. Einschränkung der Beurlaubungsvorschriften 379
2. Besonderheiten der Stellenbesetzung 380
3. Unkündbarkeitsregelungen 381
C. Fazit 382
Kapitel 5: Schlussfolgerung und Ausblick 383
Kapitel 6: Schlussthesen 385
Literaturverzeichnis 388
Sachwortverzeichnis 405