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Vathje, S. (1998). Endogene Geldmenge und Bankenverhalten. Eine theoretische und empirische Studie zur Mikrofundierung des Geldangebots in der Bundesrepublik Deutschland. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-49719-5
Vathje, Sven-Olaf. Endogene Geldmenge und Bankenverhalten: Eine theoretische und empirische Studie zur Mikrofundierung des Geldangebots in der Bundesrepublik Deutschland. Duncker & Humblot, 1998. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-49719-5
Vathje, S, (1998): Endogene Geldmenge und Bankenverhalten: Eine theoretische und empirische Studie zur Mikrofundierung des Geldangebots in der Bundesrepublik Deutschland, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-49719-5

Format

Endogene Geldmenge und Bankenverhalten

Eine theoretische und empirische Studie zur Mikrofundierung des Geldangebots in der Bundesrepublik Deutschland

Vathje, Sven-Olaf

Untersuchungen über das Spar-, Giro- und Kreditwesen. Abteilung A: Wirtschaftswissenschaft, Vol. 162

(1998)

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Abstract

Die vorherrschende geldtheoretische Schule in Deutschland erklärt die Geldmenge als Produkt aus Basisgeldmenge und Multiplikator, wobei die Basisgeldmenge als exogen, d.h. von der Zentralbank fixiert angesehen wird. Vathjes Arbeit stellt eine grundlegende theoretisch und empirisch fundierte Herausforderung an diese herkömmliche Auffassung des Geldangebotsprozesses dar.

Das geldpolitische Konzept der Bundesbank einer indirekten Steuerung der Geldmenge über die Refinanzierungszinsen wird als Preisstrategie im Reservegeldmarkt modelliert. Zu dem von ihr fixierten Refinanzierungszins akkommodiert die Bundesbank die Geldnachfrage der Geschäftsbanken. Ein Modell der gewinnmaximierenden Geschäftsbank wird entwickelt, um den Einfluß der Refinanzierungszinsen auf die Depositengeldschaffung der Geschäftsbanken zu analysieren. Konsistent mit der Preisstrategie der Bundesbank im Reservegeldmarkt geht nicht die Reservegeld$amenge,$z sondern lediglich der Refinanzierungs$azins$z in das Optimierungskalkül der repräsentativen Geschäftsbank ein. Die Analyse zeigt, daß der quantitative Anker für die volkswirtschaftliche Geldmenge bei einer Preisstrategie nicht das Reservegeldvolumen, sondern das Bankkreditvolumen ist. Die quantitative Wirksamkeit des geldpolitischen Instrumentariums hängt von der Zinselastizität der Kreditnachfrage, der Zinselastizität der Depositennachfrage und der Steuerbarkeit des langfristigen Marktzinsniveaus und der Zinsstruktur durch die Bundesbank ab.

Umfangreiche empirische Analysen für Deutschland ergeben nachfolgend, daß die Zinselastizitäten zwar langfristig die theoretisch zu erwartenden negativen Vorzeichen hinsichtlich der relevanten Zinsen aufweisen, kurzfristig aber von erheblichen Wirkungsverzögerungen auszugehen ist. Die geringen Werte der ermittelten Koeffizienten zeigen ferner an, daß für spürbare geldpolitische Kontrolleinflüsse auf die Geldmenge Zinsänderungen in erheblichem Umfang erforderlich wären. Da ein statistisch signifikanter Einfluß der Refinanzierungszinsen aber nur auf die Zinsstruktur, nicht jedoch auf das langfristige Marktzinsniveau nachweisbar ist, ergeben sich erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Bundesbank, über ein Preisregime die Geldmenge zu steuern.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen 12
Verzeichnis der Symbole und Abkürzungen 16
Α. Einleitung 25
I. Exogenität vs. Endogenität der Geld 25
II. Problemstellung und Gang der Untersuchung 38
B. Geldmenge und Bankenintermediation 46
I. Der zweistufige Geldangebotsprozeß in der Bundesrepublik Deutschland 46
1. Die potentialorientierte Geldpolitik der Deutschen Bundesbank 46
2. Das konkurrierende Geldangebot von Zentralbank und Geschäftsbanken 53
3. Der Steuerungsansatz der Deutschen Bundesbank 57
II. Das Zentralbankgeldangebot der Deutschen Bundesbank (outside money) 59
1. Der Markt für Zentralbankgeld 61
a) Die Nachfrage nach Zentralbankgeld 62
b) Das Angebot an Zentralbankgeld 70
2. Das geldpolitische Instrumentarium der Deutschen Bundesbank 81
3. Die Strategie der Deutschen Bundesbank im Reservegeldmarkt 87
4. Die operative Umsetzung der Geldmengensteuerung im Reservegeldmarkt 98
a) Die Ableitung des Ziels für den Tagesgeldzins 100
b) Das erweiterte Modell des Reservegeldmarkts 105
c) Die Geldmarktsteuerung im erweiterten Reservegeldmarktmodell 112
d) Schlußfolgerungen 124
5. Bankenaufsicht und Geldmengenpolitik 126
a) Eigenkapitalgrundsätze 127
b) Liquiditätsgrundsätze 128
c) Schlußfolgerungen 130
III. Das Depositengeldangebot der Geschäftsbanken (inside money) 131
1. Die Leistungserstellung der Geschäftsbank 132
2. Die Unternehmensziele der Geschäftsbank 136
3. Die Rolle der Geschäftsbank im makroökonomischen Geldangebotsprozeß 138
a) Makroökonomische Perspektive: Kreditmarktmodell und New View 138
b) Mikroökonomische Perspektive: Modell der Geschäftsbank 148
c) Studien zum Bankverhalten in der Bundesrepublik Deutschland 152
4. Ein Modell der Geschäftsbank für die Bundesrepublik Deutschland 155
a) Die Bilanz der repräsentativen Geschäftsbank 155
b) Die Zielfunktion der repräsentativen Geschäftsbank 158
c) Die Handlungsparameter der repräsentativen Geschäftsbank 161
d) Die Optimalwerte der Handlungsparameter der Geschäftsbank 184
5. Die Wirkungszusammenhänge im Modell der Geschäftsbank 195
6. Die Einflußmöglichkeiten der Zentralbank auf das geldnahe Depositenvolumen 205
a) Variationen des Refinanzierungszinses (iF) 206
b) Variationen des Mindestreservesatzes (rr) 210
c) Variationen des vorgegebenen Solvabilitätskoeffizienten (μ) 211
IV. Voraussetzungen einer wirksamen Geldmengenpolitik über ein Preisregime 213
1. Voraussetzung I: Zinselastizität der Kreditnachfrage 215
2. Voraussetzung II: Zinselastizität der geldnahen Bankdepositen 216
3. Voraussetzung III: Steuerbarkeit der Bankzinsen durch die Zentralbank 216
C. Geld und Kredit – Empirische Ergebnisse für die Bundesrepublik Deutschland 218
I. Kausalität, Exogenität und Kontrolle – Eine Begriffsabgrenzung 219
1. Kausalität in ökonomischen Modellen (Ökonomische Kausalität) 220
2. Exogenität in ökonomischen Modellen (Ökonomische Exogenität) 223
3. Kontrolle in ökonomischen Modellen (Kontrollexogenität) 224
4. Ökonomische Kausalität und statistische Inferenz 226
a) Stabilität und Kausalität: Der Ansatz von Hoover 227
b) Temporalität und Kausalität: Der Ansatz von Granger 229
5. Statistische Exogenität 247
6. Fazit 254
II. Geldnahe Bankdepositen und Bankkreditvolumen 255
1. Geldpolitische Hypothesen zum Zusammenhang von geldnahen Bankdepositen und Bankkrediten 255
2. Empirische Überprüfung der Geldpolitischen Hypothesen für die Bundesrepublik Deutschland 263
a) Der Schätzansatz 264
b) Test auf Kointegration im bivariaten System 266
c) Test auf Kointegration im trivariaten System 274
d) Kausalitätstests für das Kreditvolumen und die geldnahen Bankdepositen 278
3. Zusammenfassung 290
III. Das Kreditvolumen im Geschäftsbanken 292
1. Die Wirksamkeit kreditpolitischer Impulse im Niveaukanal und im Kreditkanal der Geldpolitik 292
a) Der Niveaukanal der Geldpolitik 293
b) Der Kreditkanal der Geldpolitik 294
c) Geldpolitik und Kreditvolumen 295
2. Die Struktur der Bankkreditvergabe in der Bundesrepublik Deutschland 298
3. Der Zins als Determinante des Kreditvolumens in der Bundesrepublik Deutschland 303
4. Kreditvolumen und Geldpolitik: Empirische Evidenz 307
a) Die Auswahl der Untersuchungsvariablen 308
b) Der Schätzansatz 311
c) Der Integrationsgrad der Variablen 312
d) Das Grundmodell (knf4) 313
e) Die erweiterte Kreditnachfragefunktion I (knf5a): Die Rolle der Ertragserwartungen 322
f) Die erweiterte Kreditnachfragefunktion II (knf5b): Die Rolle der Zinsdifferenz 325
g) Die Stabilität der reduzierten Kreditnachfragefunktion II (knf5b) gegenüber geldpolitischen Zinsinterventionen 334
5. Zusammenfassung 343
IV. Die Struktur der Bankdepositen 345
1. Der Strukturkanal der Geldpolitik 345
2. Die Depositenstruktur im Geschäftsbankensektor als Ergebnis der simultanen Portfoliooptimierung von Geschäftsbanken und Einlegern 348
a) Das ökonomische Kalkül der Geschäftsbanken 348
b) Das ökonomische Kalkül der Depositenhalter 351
3. Ein Modell für die aggregierte Nachfrage nach Bankdepositen und Bargeld 357
a) Das Optimierungskalkül der repräsentativen Wirtschaftseinheit: Nutzenmaximierung 360
b) Das duale Optimierungskalkül der repräsentativen Wirtschaftseinheit: Ausgabenminimierung 362
c) Ableitung eines Schätzmodells: Das Almost Ideal Demand System (AIDS) 363
d) Restriktionen aus der allgemeinen Nachfragetheorie 365
4. Das Portfolioverhalten des Publikums: Empirische Evidenz 366
a) Datenauswahl 367
b) Spezifikation des Schätzansatzes 370
c) Vergleich des verwendeten AIDS-Schätzansatzes mit anderen Studien zur Nachfrage nach finanziellen Aktiva 372
d) Empirische Ergebnisse 374
e) Geldpolitische Implikationen 390
5. Zusammenfassung 402
V. Der Einfluß der Geldpolitik auf Zinsniveau und Zinsstruktur 405
1. Der Einfluß der Geldpolitik auf den kurzfristigen Zins 407
2. Der Einfluß der Geldpolitik auf den langfristigen Zins 411
a) Laufzeitspekulation 412
b) Internationale Kassamarktspekulation 414
c) Realzinskalkül 416
d) Die Einflußkanäle der Deutschen Bundesbank 418
3. Der Einfluß der Geldpolitik auf die Zinsdifferenz 422
4. Der empirische Zusammenhang zwischen kurzfristigem und langfristigem Zins 423
a) Der Schätzansatz 424
b) Tests auf Kointegration 427
c) Die langfristige Gleichgewichtsbeziehung 430
d) Die kurzfristige Dynamik 433
e) Der kurz- und langfristige Einfluß der Geldpolitik 441
5. Die Wirkung einer Tagesgeldzinsvariation auf die gleichgewichtige Geldmenge 446
a) Analytische Ausgestaltung der totalen Semizinselastizität der Geldmenge M3 447
b) Numerische Ausgestaltung der totalen Semizinselastizität der Geldmenge M3 450
6. Zusammenfassung 457
D. Schlußbetrachtung und Ausblick 463
I. Zusammenfassung der Ergebnisse 463
II. Die Geldmenge M3: exogen oder endogen? 465
III. Geldpolitische Implikationen einer endogenen Geldmenge 468
IV. Ausblick: Braucht die Deutsche Bundesbank ein Geldmengenziel 472
Anhang 479
I. Anhang zu Abschnitt B.III. 479
II. Anhang zu Abschnitt C.II. 484
III. Anhang zu Abschnitt C.III. 487
IV. Anhang zu Abschnitt C.IV. 492
V. Anhang zu Abschnitt C.V. 494
VI. Anhang zu den verwendeten Datenreihen 498
Literaturverzeichnis 501