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Die wirtschaftliche Bedeutung Berlins für den Verflechtungsraum Berlin-Brandenburg

Eickelpasch, Alexander | Pfeiffer, Ingo

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung. Beiträge zur Strukturforschung, Vol. 178

(1998)

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Abstract

Die Wirtschaft West-Berlins wächst nach Jahrzehnten der Teilung mit dem Ostteil der Stadt und dem Umland zusammen. Diese Entwicklung wird mit finanziellen Hilfen für die Unternehmen unterstützt. An der Förderung beteiligt sich auch die Europäische Union. Die Fördermaßnahmen sind für beide Teilgebiete unterschiedlich gestaltet. Die Wirtschaft im Westteil Berlins erhält geringere Zuwendungen als die im Ostteil und in Brandenburg. Innerhalb Brandenburgs wird zudem die Peripherie stärker begünstigt als das Berliner Umland.

Die Autoren der vorliegenden Untersuchung setzen sich mit der Frage auseinander, wie das Nebeneinander unterschiedlicher Förderintensitäten zu bewerten ist. Die ökonomische Theorie bleibt hier unentschieden. Es lassen sich je nach Bedingungskonstellation sowohl positive als auch negative Effekte ableiten. Neben der Höhe des Fördergefälles und dem Gewicht des Subventionsvolumens spielt der Grad der wirtschaftlichen Verflechtung zwischen den Unternehmen der Region eine entscheidende Rolle. Die Untersuchung stellt zunächst die räumliche Verteilung der wirtschaftlichen Aktivitäten in der Region dar. Sie stützt sich hierbei auf Daten der amtlichen Statistik. Bemerkenswert ist, daß Berlin rund 60% der Erwerbstätigen beider Länder stellt, aber fast 70% der Wirtschaftsleistung erbringt. Die Befunde zeigen allerdings, daß sich seit 1992 das Umland Berlins wirtschaftlich günstiger entwickelt hat als die Stadt selbst und die peripheren Räume Brandenburgs. Dabei zeigt die Wirtschaft Berlins seit 1995 eine ausgeprägte Wachstumsschwäche. Prognoserechnungen zufolge ist eine Besserung erst nach dem Jahr 2000 zu erwarten.

Ein weiterer Untersuchungsschritt konzentriert sich auf die Frage nach Stand und Entwicklung des Leistungsaustauschs zwischen den Unternehmen der Region. Datenbasis hierfür sind die Ergebnisse einer breit angelegten Unternehmensbefragung in beiden Bundesländern. Nach deren Ergebnissen ist der Leistungsaustausch zwischen Berlin und dem nahen Umland deutlich stärker als mit der Peripherie. Einschätzungen der Unternehmen lassen zudem eine weitere Intensivierung der Verflechtung zwischen Stadt und Umland erwarten.

Theoretische Überlegungen wie die empirischen Befunde legen den Schluß nahe, daß in dieser Konstellation das bestehende Fördergefälle die Wachstumskräfte nicht stärkt, sondern eher behindert. Die Untersuchung plädiert daher für eine Neugestaltung der Wirtschaftsförderung in der Region. Zumindest eine Gleichbehandlung aller Gebietsteile ist anzustreben. Mittelfristig noch günstiger würde sich eine temporäre Bevorzugung des Kerngebiets auswirken.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Inhaltsverzeichnis 3
Verzeichnis der Tabellen 4
Verzeichnis der Anhangtabellen 6
Kurzfassung 11
1. Ziel und Ansatz der Untersuchung 19
2. Sozio-ökonomische Strukturen in der Region Berlin 21
2.1 Zur Abgrenzung des Untersuchungsgebietes 21
2.2 Siedlungsstruktur und Bevölkerung 22
2.3 Wirtschaftslage 1989/90 24
2.4 Wirtschaftliche Entwicklung 1990 bis 1996 29
2.5 Die intraregionale Entwicklung im Vergleich 31
3. Wirtschaftliche Verflechtung zwischen Berlin und Brandenburg 43
3.1 Leistungsverflechtung 43
3.1.1 Absatzverflechtung 45
3.1.2 Bezugsverflechtung 50
3.1.3 Zwischenbetriebliche Kooperation 55
3.2 Pendlerverflechtung 59
4. Entwicklungsperspektiven der Region 65
4.1 Vorbemerkung 65
4.2 Gesamtwirtschaftliche Entwicklungstrends 65
4.3 Raumstrukturelle Entwicklungstrends 66
4.3.1 Vorbemerkung 66
4.3.2 Die Entwicklung in der Bundesrepublik 67
4.3.3 Bestimmungsgründe der regionalen Entwicklung 73
4.4 Folgerungen für die Entwicklung in der Region Berlin 76
5. Zusammenfassung und wirtschaftspolitische Schlußfolgerungen 82
Literaturverzeichnis 87
Anhang 89