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Rechtsästhetik

Sinnliche Analogien im juristischen Denken

Damler, Daniel

(2016)

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Daniel Damler (born 1975) is a German legal scholar and practitioner. Damler studied law, modern and medieval history at the universities of Tübingen, Frankfurt/Main and Madrid. Among his publications: »Imperium Contrahens. Eine Vertragsgeschichte des spanischen Weltreichs in der Renaissance« (Imperium Contrahens: A history of treaties of the Spanish empire in the Renaissance, 2008); »Wildes Recht. Zur Pathogenese des Effektivitätsprinzips in der neuzeitlichen Eigentumslehre« (Untamed Law: Toward a pathogenesis of the principle of effectiveness in modern property doctrine, 2nd Edition, 2010).

Abstract

Nietzsche nannte sie den »Fundamentaltrieb des Menschen«: die Neigung und Befähigung, das Unbegreifliche als etwas Vertrautes, der Wahrnehmung Zugängliches zu begreifen. Auch die Staats- und Rechtswissenschaft operiert fortwährend mit abstrakten und zugleich sinnlich unterlegten Begriffen. Umso erstaunlicher, dass wir über den Einfluss lebensweltlicher Revolutionen auf das juristische Denken bislang kaum etwas wissen. Da Umbrüche in der materiellen Welt den Bestand an Metaphern verändern, die dem Juristen Halt und Orientierung geben, verändern sie mittelbar das Denken selbst. Das erklärt den Erfolg »ästhetischer Tugenden«: Schönheitsideale, die so sehr ersehnt und begehrt werden, dass die an sich nur auf die materielle Welt bezogene Verheißung in eine juristische Apologie umschlägt.

Daniel Damler erzählt eine etwas andere Rechtsgeschichte, in der nicht – wie üblich – Interessen und Ideen die Hauptrolle spielen, sondern lebensweltliche und künstlerische Leitbilder. Hat die Ästhetisierung der Himmelsmechanik in der langen Sternennacht der Aufklärung einen Anteil an der Idealisierung der verfassungsrechtlichen Gewaltenteilung? Begünstigte die komplexe polyphone Musik der Renaissance den Aufstieg des neuzeitlichen Staates? Besteht ein Zusammenhang zwischen der rechtlichen Verselbständigung von »Körperschaften« und der Stilisierung des menschlichen Leibes zu einem Signet des Glaubens in der christlichen Kunst? Hat der Transparenz-Fetisch der Moderne seinen Ursprung in der hypnotischen Wirkung illuminierter Glasfassaden?
»The Aesthetics of Law«

In this wide-ranging account, Daniel Damler examines the importance of metaphors in jurisprudence from the perspective of legal history and cognitive science. »The Aesthetics of Law« offers new insights into the correlation between material culture, ideals of beauty and legal principles.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Dikes Unterwelt – Prolog 11
Erster Teil: Konstitutive Sinnbilder 36
I. Meta-phorein: Sinnstiftung durch Übertragung 36
1. Sprachgebrauch 38
2. Experimentelle Nachweise 50
II. Studien zur Ästhetik des Privatrechts 61
1. Der Mensch: Fleischwerdung und Beseelung des Kapitals 63
Annex: West-östliche Rechtsästhetik (I) 95
2. Die Ware: Verdinglichung und Kommerzialisierung der Schuld 123
3. Das Feuer: Von der terrestrischen zur energetischen Rechtsgeschäftslehre 152
Zweiter Teil: Regulative Sinnbilder 192
I. kalos kai agathos als kognitive Interferenz 193
1. Introspektives Erleben 193
2. Experimentelle Nachweise 202
II. Studien zur Ästhetik der Staatslehre 209
1. Harmonie: Die musikalische Schönheit des werdenden Staates 210
Annex: West-östliche Rechtsästhetik (II) 244
2. Balance: Sternenglanz und konstitutionelle Mechanik 267
3. Transparenz: Zur Genealogie der juristischen Glaskultur 302
Aisthesis und Politeia – Epilog 338
Abbildungsnachweise 348
Quellen- und Literaturverzeichnis 351
Personen- und Sachverzeichnis 401